Schweiz
Blaulicht

Viele Cars auf Schweizer Strassen in desolatem Zustand

Verunfallter Reisecar in Zuerich am Sonntag, 16. Dezember 2018. Bei einem schweren Verkehrsunfall eines Reisecars auf der Autobahn A3 bei Zuerich ist am Sonntagmorgen eine Frau ums Leben gekommen. 44  ...
Der Car war laut Polizei ins Schleudern geraten und in eine Mauer geprallt.Bild: KEYSTONE

Erschreckende Erkenntnis: Viele Cars auf Schweizer Strassen in desolatem Zustand

17.12.2018, 05:2717.12.2018, 09:48

Am Sonntagmorgen ereignete sich auf der Sihlhochstrasse in Zürich ein schwerer Car-Unfall. Mehr als 40 Personen wurden verletzt, eine Italienerin starb. Das Fahrzeug geriet aus ungeklärten Gründen ins Schleudern und prallte in eine Mauer am Autobahnende.

Wie aus einem Bericht des Blick hervorgeht, weisen Reisecars auf Schweizer Strassen erhebliche Mängel auf. Bei einer Polizeikontrolle im Kanton Uri von letzter Woche wurden 18 zumeist ausländische Fahrzeuge kontrolliert. Das Resultat ist besorgniserregend: Neun Lenker erhielten eine Anzeige. 

In drei Fällen wurden extrem schwere Schäden festgestellt – diese Cars durften ihre Reise nicht mehr fortsetzten. Die anderen Verzeigungen wurden wegen «technischen Mängeln» und «Verstössen gegen die Vorschriften der Arbeits- und Ruhezeit» ausgestellt. 

Europäische Unternehmen eher betroffen

Die Polizei soll laufend Fahrzeuge aus dem Verkehr ziehen. Reto Pfister von der Urner Polizei schätzt, dass mehr Reisecars in desolatem Zustand aus europäischen Ländern stammen. Aber: Auch Schweizer Unternehmen sind betroffen.

«Als Kunde würde ich mir genau überlegen, welchem Reiseunternehmen ich vertraue und in welches Fahrzeug ich einsteige», zitiert der Blick Pfister. Die Mängel seien teilweise sehr gravierend und stellen ein hohes Sicherheitsrisiko für die Passagiere dar. 

Trotzdem sind die Unfallzahlen im privaten Personentransport hierzulande stark zurückgegangen. Wurden 2013 noch 549 Unfälle registriert, waren es 2017 lediglich 341.

Opfer aus dem Bus geschleudert

Die 37-jährige Italienerin, die beim Carunfall vom Sonntagmorgen in Zürich ums Leben gekommen ist, wurde bei der Kollision mit der Autobahnmauer aus dem Bus geschleudert und stürzte danach rund 10 Meter in die Tiefe. Sie konnte nur noch tot aus der Sihl geborgen werden.

Dies meldet eine Sprecherin der Kantonspolizei Zürich. Andere neue Erkenntnisse liegen zurzeit nicht vor. Nach wie vor liegen drei Personen schwer verletzt im Spital, darunter auch die beiden Chauffeure.

Bei den Fahrern handelt es sich um Italiener im Alter von 57 und 61 Jahren. Am Steuer sass zum Unfallzeitpunkt der 57-Jährige. Über 20 mittelschwer Verletzte konnten das Spital bereits im Laufe des Sonntags wieder verlassen.

Der Car war am Sonntagmorgen um 4.15 Uhr ins Schleudern geraten und in die Mauer am Autobahnende geprallt. Der Bus war für Flixbus von Genua nach Düsseldorf unterwegs. (sda/vom)

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Video: srf
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