DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Die Luzerner Polizei riegelt ein Wohngebiet in Malters ab, am Mittwoch, 9. Maerz 2016. Eine 65-jaehrige Frau hat sich seit Dienstag in einem Haus in Malters verschanzt. Die Polizei hat das Haus umstellen muessen. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Die Luzerner Polizei riegelt ein Wohngebiet in Malters ab, am Mittwoch, 9. März 2016. Eine 65-jährige Frau hat sich in einem Haus in Malters verschanzt. Bild: KEYSTONE

Wegen der Toten von Malters muss die Luzerner Polizeispitze nun vor Gericht erscheinen



Weil eine Rentnerin sich während einer Drogenrazzia selbst erschossen hat, müssen sich der Luzerner Polizeikommandant und der Chef der Kriminalpolizei am 19. und am 20. Juni vor dem Bezirksgericht Kriens verantworten. Die Polizeioffiziere werden der fahrlässigen Tötung beschuldigt.

Der Polizeieinsatz mit tödlichem Ausgang hatte sich im März 2016 in Malters LU zugetragen. Polizeikommandant Adi Achermann und Kripochef Daniel Bussmann wurden trotz des laufenden Strafverfahrens nicht dispensiert, dies um den Grundsatz der Unschuldsvermutung nicht zu verletzen. Sie dürfen aber keine heiklen Einsätze leiten.

Die Rentnerin, eine 65-jährige Frau, hatte der Polizei den Zutritt zur Wohnung ihres Sohnes verwehrt. Dieser befand sich im Kanton Zürich wegen möglichen Drogendelikten in Untersuchungshaft. Die Polizei vermutete in der Wohnung eine illegale Hanfplantage.

Die Luzernerstrasse in Malters wurde von der Polizei gesperrt, am Mittwoch, 9. Maerz 2016. Eine 65-jaehrige Frau hat sich seit Dienstag in einem Haus in Malters verschanzt. Die Polizei hat das Haus umstellen muessen. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Die Polizei riegelte ein ganzes Quartier in Malters ab.  Bild: KEYSTONE

Häuser evakuiert

Nach Darstellung der Polizei gab die Frau mehrere Schüsse in der Wohnung und aus dem Fenster ab. Die Polizei evakuierte darauf Nachbargebäude und sperrte zeitweise die Kantonsstrasse.

Nach 17 Stunden entschied die Polizei, die Wohnung durch die Sondereinheit Luchs stürmen zu lassen. Die Frau habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, sagte der Polizeikommandant nach dem Einsatz. Sie habe keine Einsicht gezeigt und mit Suizid gedroht.

Den Suizid konnte die Polizei nicht verhindern. Als die Polizisten das Haus stürmten, erschoss die Frau zunächst ihre Katze und dann sich selbst.

Geldstrafe beantragt

Der Sohn der Verstorbenen reichte eine Anzeige ein, weil die Polizei unverhältnismässig vorgegangen sei. Der Kanton Luzern setzte für die Untersuchung den Aargauer Christoph Rüedi als ausserordentlichen Staatsanwalt ein.

Rüedi wirft dem Polizeikommandanten und dem Kripochef fahrlässige Tötung vor. Er will dem Gericht eine Geldstrafe beantragen, wie er Anfang Jahr bei der Anklageerhebung erklärt hat.

Rüedi war zum Schluss gekommen, dass sich die beiden Beschuldigten für eine Intervention entschieden hätten, ohne ausreichend Alternativen zu prüfen oder wahrzunehmen. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass die Intervention so nicht hätte durchgeführt werden dürfen. Sie sei unverhältnismässig gewesen.

Die beiden beschuldigen Polizeioffiziere haben mit «Unverständnis» auf die Anklageerhebung reagiert. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärten sie damals, dass sie nach «besten Wissen und Gewissen» gehandelt hätten und es als ihre Aufgabe ansähen, «in einer analogen Situation wieder gleich vorzugehen».

Der Prozess vor dem Bezirksgericht Kriens ist auf zwei Tage angesetzt. Wegen des zu erwartenden grossen Interesses findet er nicht in Kriens, sondern im Kantonsgericht in der Stadt Luzern statt. (sda)

Aktuelle Polizeibilder: 21-jährige Fahrerin gerät von der Fahrbahn

1 / 95
Aktuelle Polizeibilder: Lagergebäude durch Brand beschädigt
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Schweizer Grenzsoldaten wegen Totgeburt nach Rückschaffung verurteilt

Die Militärjustiz hat drei Grenzsoldaten zu bedingten Geldstrafen verurteilt, nachdem eine Syrerin bei einer Abschiebung im Sommer 2014 eine Fehlgeburt erlitten hatte. Sie hätten Zivilcourage zeigen und gegen den Willen ihres Vorgesetzten eine Ambulanz rufen müssen, urteilten die Richter.

Zwei Strafbefehle seien am 22. Februar und einer am 25. März von der Militärjustiz erlassen worden, sagte ein Sprecher der Institution am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Den drei …

Artikel lesen
Link zum Artikel