Schweiz
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A child draws on the blackboard in an almost empty classroom as he attends a school childcare service at the school

Zurück an die Wandtafel? Für manchen Schüler könnte das Homeschooling weitergehen. Bild: KEYSTONE

Eltern, die Kinder aus Angst nicht in die Schule schicken, droht eine Busse

Manche Eltern atmen auf: Ab dem 11. Mai findet in der Volksschule wieder Präsenzunterricht statt. Es gibt aber auch Väter und Mütter – etwa mit Vorerkrankung –, die sich fürchten, ihr Kind könnte das Coronavirus von der Schule in die Familie einschleppen. Was darf man, was darf man nicht?

Kari Kälin / CH Media



Daniel Koch, Delegierter des Bundes für die Coronaepidemie, betont es immer wieder: Die Kinder seien nicht Treiber der Covid-19-Krankheit. Darum gehen die Schulen in knapp drei Wochen wieder auf. Dagegen gibt es Widerstand – aus Elternkreisen. Der Mediziner Adriano Aguzzi kündigte in den sozialen Medien an, er schicke seine Kinder nicht in die Schule, was immer Koch sage. Der Neuropathologe des Unispitals Zürich beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Viren und wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als er in einem selbstgedrehten Video eindringlich den Lockdown forderte.

Weshalb gibt es Widerstand gegen die Wiederöffnung der Schule?

Wissenschaftlich ist immer noch nicht geklärt, was für eine Rolle die Kinder bei der Übertragung des Coronavirus spielen. Philippe Eggimann, Infektiologe und Präsident der Waadtländer Ärztegesellschaft, taxiert deshalb den Entscheid zur Wiederöffnung der Schulen als politisch und nicht wissenschaftlich. Wenn die Kinder die Vorsichtsmassnahmen nicht umsetzen könnten, bestehe die Gefahr, neue Infektionsketten zu entfesseln.

Was passiert, wenn Eltern aus Angst vor dem Virus ihre Kinder von der Schule fernhalten?

Wie die Schulpflicht durchgesetzt werde, sei grundsätzlich geklärt, sagt der Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss: «Die Kinder sind schulpflichtig, eine Wahlfreiheit zwischen Präsenz- und Fernunterricht gibt es nicht.» Wer aus gesundheitlichen Gründen – weil das Kind oder ein Elternteil gefährdet ist – nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könne, müsse dies mit Arztzeugnis belegen. Und: «Wer seine Kinder ohne Arztzeugnis zu Hause behält, riskiert eine Busse.» Schleiss hofft, dass der Bund noch mehr Vertrauen schaffen kann, am liebsten durch solide wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Wiederöffnung der Schulen verantwortungsvoll ist.

Die Bussen können einige Tausend Franken betragen. Werden die Behörden hart durchgreifen?

Das weiss man nicht. Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung im Kanton Luzern, möchte abwarten, ob allenfalls der Bund oder die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren Empfehlungen abgeben. Er persönlich plädiert für ein zurückhaltendes Vorgehen und schlägt vor, in einer ersten Phase auf Bussen zu verzichten. «Wenn zum Beispiel Eltern zur verletzlichen Personengruppe gehören und sich berechtigterweise Sorgen machen, wäre es nicht opportun, sofort rigoros mit Strafen zu reagieren», sagt Vincent.

Wie beurteilt die Fachstelle Schulrecht AG diese Frage?

Geschäftsführer Peter Hofmann, Jurist und Pädagoge, lehrt an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen Schulrecht. Er fände es unverhältnismässig, unter den aktuellen Umständen Eltern zu büssen. «Zum Themenkomplex Coronavirus und Kinder sind noch sehr viele Fragen offen. Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, um strenge Sanktionen zu erlassen», sagt er. Hofmann erwartet nicht, dass die Behörden Eltern strafen, die ihre Kinder vom Unterricht fernhalten. Und: «Solange die Eltern nicht überzeugt sind, dass die Sicherheit genügend gewährleistet ist, werden diese auch nicht durch die Androhung von Bussen ihre Kinder wieder der Schule anvertrauen.»

Wie sehen die Lehrer die geplante Schulöffnung?

Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbandes der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, sagt. «Viele Lehrpersonen die zur Risikogruppe gehören, sind im Hinblick auf die Wiederöffnung der Schulen besorgt um ihre Gesundheit», sagt sie. Dies treffe vor allem auf Personen mit Vorerkrankungen zu, aber auch auf Pädagogen, die trotz Erreichen des Rentenalters weiterhin unterrichteten. Rösler fordert, dass nun in interkantonaler Zusammenarbeit ein Schutzkonzept ausgearbeitet wird, das der Realität in den Klassenzimmern Rechnung trage und in der Praxis umsetzbar sei. Samuel Rohrbach, Präsident des Westschweizer Lehrerverbandes, hält eine Schulöffnung nur dann für realistisch, wenn die Sicherheitsmassnahmen eingehalten werden können. Er sagt aber: «Wie die Distanzregeln mit 20 Schülern in einer Klasse eingehalten werden sollen, ist ein grosses Rätsel.»

Ist sich die Wissenschaft in der Frage der Schulöffnung einig?

Unter den Wissenschaftern gibt es bezüglich der Schulöffnung Skeptiker und Befürworter. Zu letzteren zählt Beda Stadler. Der emeritierte Professor für Immunologie an der Universität Bern verweist auch auf die Erkenntnis bis jetzt vorliegender Studien, wonach der Krankheitsverlauf bei Kindern mild verläuft. Für Stadler ist allerdings klar, dass gesundheitlich vorbelastete Kinder und Lehrer zu Hause bleiben müssen. Der Schutz der Risikogruppen reiche aus, um die Spitäler vor einer Überbelastung zu bewahren. Das habe der bisherige Verlauf der Ansteckungen gezeigt. Die Wiederöffnung der Schulen erachtet Stadler als wichtigen Schritt zum Erreichen der Herdenimmunität. Wenn die Ansteckungskurve so flach verlaufe wie bisher mit den strengen Massnahmen, daure es dafür sonst drei Jahre. So lange könne man die Risikopersonen und die Senioren aber nicht einsperren.

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94Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Faktenchecker 21.04.2020 13:33
    Highlight Highlight Koch wird hoffentlich verantwortlich gemacht werden im Nachhinein wenn sich Eltern mit Vorerkrankungen durch die Kinder angesteckt haben und gestorben sind.
  • Lowend 21.04.2020 12:19
    Highlight Highlight Was sind schon ein paar tote Eltern, wenn dafür die Wirtschaft brummt!

    Wir leben in der Schweiz, wo sich die Forderungen der Wirtschaft dank der bürgerlichen Politik durchsetzen und die Fragen der Gesundheit in Zukunft hintenanstehen müssen.
    • PaLve! 22.04.2020 08:41
      Highlight Highlight Was ist denn die Alternative zur Schulföffnung?
    • Lowend 22.04.2020 12:27
      Highlight Highlight Schulferien
  • mon tuno 21.04.2020 11:48
    Highlight Highlight „Das Virus ist während des Lockdown sicherlich verschwunden. Oder tut es noch. Wir müssen uns nur anstrengen“ *IronieOff

    Eine schrittweise Lockerung ist ein Zugeständnis an wirtschaftliche Interessen welche überwiegen. Also macht Schulöffnung auch nur in diesem Zusammenhang einen Sinn. Mit dem Virus hat das nichts zu tun.
  • Plat0n 21.04.2020 11:45
    Highlight Highlight Als Primarschullehrer an der Volksschule kann ich mit Sicherheit sagen: es ist unmöglich, die Hygienebestimmungen umzusetzen. Kinder haben schlicht nicht das Bewusstsein über Nähe und Distanz und die Räume sind viel zu klein... sollte das Virus doch von Kindern übertragen werden können, wird die Schule zum Haupttreiber der Ausbreitung...
  • Füürtüfäli 21.04.2020 11:37
    Highlight Highlight In Geschäften 1 Person mit Maske / 20 m² In den Schulen ...... na da bin ich neugierig; ist ja ein anderes Virus 🤔
  • Everyday Robot 21.04.2020 11:36
    Highlight Highlight Bedauerlich. Somit würden Eltern bestraft, die mit Home Schooling offenbar zurecht kamen und die ihre Kinder nicht möglichst schnell wieder in der Schule sehen möchten. Eltern also, die nicht sofort überfordert waren und die Kinder des Familienlebens wegen haben und nicht als Statussymbol, aus religiösen Gründen o.ä.
  • Kauz 21.04.2020 11:09
    Highlight Highlight Bemerkenswert ist der hohe Anteil von asymptomatischen oder milden Symptome bei Kindern, die vermutlich gar nie bemerkt werden. (Je nach Studie zwischen 47 – 56 %.

    Der Prozentsatz der schweren Fälle bei erkrankten Kleinkindern gemäss Studie bei Kindern unter einem Jahr 10.6 %. Bis 5 Jahre: 7.3 %, 6-10 Jahre: 4.2 %, 11 – 15 Jahre: 4.1 %, ab 16 Jahre: 3 % . Spätfolgen Kinder?

    https://pediatrics.aappublications.org/content/early/2020/03/16/peds.2020-0702.1

    Schule als Versuchsfeld für Herdenimmunität mit dem Risiko einer zweiten Welle mit fatalen Folgen für die Gesundheit und Wirtschaft?




  • Carry62 21.04.2020 10:31
    Highlight Highlight Die angesteckten Kinder werden kaum krank... wird wohl stimmen.

    Die angesteckten Kinder geben den Virus nicht weiter? Warum dürfen sie dann die Grosseltern nicht besuchen? Aha... alles klar 🙄
  • Norman Sutter 21.04.2020 09:45
    Highlight Highlight Ich zitiere aues einem Bericht eines deutschen Nachrichtenportals:
    "Der Fall eines neunjährigen französischen Kindes, das trotz einer Coronavirus-Infektion niemanden ansteckte, beschäftigt die Wissenschaft: Einer kürzlich in der US-Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlichten Studie zufolge fielen Coronavirus-Tests bei allen 172 Kontaktpersonen des Kindes negativ aus. Den Forschern zufolge könnte der Fall darauf hindeuten, dass Kinder bei der Verbreitung von Sars-Cov-2 keine wichtige Rolle spielen."
    • Olifant 21.04.2020 11:06
      Highlight Highlight Wow, ein Kind! Klare Datenlage:-)
    • Norman Sutter 21.04.2020 11:35
      Highlight Highlight Hab ich das irgendwo gesagt? Hab einzig und alleine eine Studie zitiert, nicht mehr und nicht weniger. Meine Güte, einige Leute hier scheinen echt ein Problem zu haben.
    • DocHoliday 21.04.2020 12:25
      Highlight Highlight Hey hey, eine "Beobachtung" ist mindestens genauso viel Wert wie die Aussage eines Schwurbelarztes :D
  • bonpris 21.04.2020 09:39
    Highlight Highlight Jeder Bürger schuldet dem Staat bedingungslosen Gehorsam. So verlangt es das Gesetz.

    Das ist bei der allgemeinen Wehrpflicht so und das ist bei Covid19 so.

    Es spielt keine Rolle, wenn der Bundesrat per Dekret Tausenden die Existenzgrundlage zerstört. Die Betroffenen müssen das hinnehmen, sogar dann, wenn sie deshalb verhungern.

    Es spielt keine Rolle, wenn die Schulpflicht in den Augen gewisser Eltern ein zu grosses Risiko ist. Sie müssen die Kinder zu Schule schicken, koste es was es wolle.

    So ist das halt nun einmal in einem Rechtsstaat.

    • ChlyklassSFI 21.04.2020 10:07
      Highlight Highlight Wer verhungert?
    • barbablabla 21.04.2020 12:17
      Highlight Highlight @bonpris wen du die Schweiz als Rechtsstaat empfindest empfiehlt sich evt. auswandern. Türkei Nord Korea China..nur so als Beispiel.
    • Lowend 21.04.2020 12:21
      Highlight Highlight Wenn Nationalisten wie Sozialisten sprechen und sich als Partei der Arbeiter ausgeben, ist höchste Vorsicht angebracht!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Saerd neute 21.04.2020 09:37
    Highlight Highlight Ich staune immer wieder wie hier auf Watson die Angst herumgeht.
    Ansonsten zeigen sich alle immer so Statistik- und Faktenorientiert, und doch machen alle auf Panik vor einer Grippe.
    • Barbärner 21.04.2020 09:57
      Highlight Highlight scheint wohl noch immer nicht bei allen angekommen zu sein, dass Covid19 n i c h t s mit einer Grippe zu tun hat....
    • ChlyklassSFI 21.04.2020 10:08
      Highlight Highlight Viel mehr Leute staunen über dich und deine Faktenresistenz. Es ist keine Grippe. Wie kommst du darauf?
    • fidget 21.04.2020 10:19
      Highlight Highlight Covid19 ist keine Grippe. Das sollten mittlerweile alle verstanden haben. Bei einer Grippe ist bekannt, wie sie abläuft und es gibt Impfstoffe und Medikamente. SARS-CoV-2 hingegen ist neuartig und die Wissenschaft ist dabei dieses Virus zu verstehen. Würde man das Virus einfach grassieren lassen, was wir bei der saisonalen Grippe mehr oder weniger tun, wäre es verheerend.
  • Simaina 21.04.2020 09:30
    Highlight Highlight 2) ... mit Sommerhitze rollende Planung für meinen Unterrichtmachen kann. Kann ich mich darüber beklagen? Nein, weil die ganze Schweiz zu rollender Planung verdammt ist.

    Daher bis am 29. April ist alles Kaffeesatz lesen! Die Experten sollen dem Bund und den Kantonen ihre Hilfe anbieten, aber wir Normalos können einfach daraufvertrauen, dass schon was "Gschiedes" entschieden wird.
  • Barbärner 21.04.2020 09:29
    Highlight Highlight Kinder und Masken....hier versagen sowohl BAG wie auch der Bundesrat kläglich! Unsere Tochter ist Asthmatikerin und ich werde mich einen Deut darum scheren ob sie in den Kindergargen gehen "muss", solange mir nicht zu 100 Prozent versichert werden kann, dass sie A) sicher ist und B) das Virus nicht nach hause bringen kann, wo eine weitere Risikoperson lebt.
  • Alix Oswald 21.04.2020 09:28
    Highlight Highlight Darf ich wenigstens mein Kind im Abc Schutzanzug in die Schule schicken? Das Gesicht der Lehrer würde ich dann gern sehen!
    • Shura 21.04.2020 11:03
      Highlight Highlight Du weisst schon, dass wir Lehrpersonen auch nicht gefragt werden? Wir müssen uns wie die Eltern einfach an die Vorgaben halten.
    • Vintage 21.04.2020 11:32
      Highlight Highlight Mässig witzig 👎
  • Simaina 21.04.2020 09:27
    Highlight Highlight 1) Mir fehlt, dass nirgends der 29.4. erwähnt wird. Koch und Berset haben am 16. ungeschickt kommuniziert, dass die Schulen wieder öffnen. Punkt. Wie sie öffnen, wird der Bundesrat mit BAG und EDK Richtlinien erarbeiten. Dann verkünden sie das am 29. und die Schulen und Gemeinden haben noch 1.5 Wochen Zeit das Konzept umzusetzen.

    Bin ich glücklich damit? Jein, ich bin froh, dass ich klar, weiss zwei Wochen Fernunterricht noch und dann wird etwas geändert. Es stresst mich aber, dass ich jetzt in den Frühlingsferien das längste Quintal (12 Wochen) nicht gut vorbereiten kann und dann...
  • Klirrfactor 21.04.2020 09:22
    Highlight Highlight `Eine Busse von mehreren Tausend Franken! ` - Gibt es da nicht andere Delikte die zu Büssen wären?
  • Antichrist 21.04.2020 09:12
    Highlight Highlight Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist riesig. So lange man zu Hause bleiben kann fühlen sich alle wohl. Jeder ist auch dafür, dass der Nachbar wieder seinen Job aufnehmen soll, damit man wieder Einkaufen oder sonst was kaufen kann. Wenn es um die eigene Sicherheit geht, ist man aber zurückhaltend. Aktuell sind die Aussagen der Wissenschaft, Politiker und Länder einfach völlig widersprüchlich und unklar. Alle sind im Blindflug und verordnen irgendwelche Dinge. Solange es keine wissenschaftlichen Beweise gibt, wird eine Schulbehörde keinen Schulzwang durchsetzen können.
  • Kong 21.04.2020 09:03
    Highlight Highlight Meine Frau unterrichtet an der Oberstufe. Wir befürworten generell die Rückkehr zur Normalität. Aber es ist erstaunlich, dass der Schulleiter offen zugibt nicht die kleinste Ahnung zu haben wie er die Regeln umsetzen soll. Nur schon baulich. Hinzu kommt die berechtigte Frage wie begeistert Arbeitgeber sind. Die versuchen mit diversen Aktionen die Rate intern tief zu halten und nun könnten Kids wieder zur Verbreitung mehr beisteuern.
    Aber ich gebs zu, eine bessere Lösung hab ich nicht zu bieten. Also werde ich in den sauren Apfel beissen und die BAG Richtlinien versuchen einzuhalten.
    • Itschy 21.04.2020 10:18
      Highlight Highlight Meine Meinung Kong. Ich bin selbst Oberstufenlehrer und wir haben an der Schule dasselbe Problem. Nämlich noch keine Ahnung, wie wir das umsetzen müssen. Schau ma mal!
    • Gigi,Gigi 21.04.2020 12:02
      Highlight Highlight Ich habe schon vor dem Homeschooling versucht an einer Sek die Vorgaben mit Social Distancing etc. umzusetzen. Fazit: Es geht nicht. Ausgeschlossen.
  • Faceoff 21.04.2020 08:57
    Highlight Highlight Das Ziel ist nicht, dass sich niemand ansteckt, sondern so wenige, dass die Kapazität der Spitäler ausreicht. Null Ansteckung erreichen wir nicht. Die Schulen sind dabei nun mal ein kleinerer Risikobereich als beispielsweise Grossveranstaltungen und sind für das Funktionieren der Gesellschaft ungleich systemrelevanter.

    Die Öffnung ist ein Hochseilakt.
  • passiver Überströmer 21.04.2020 08:52
    Highlight Highlight Ich muss arbeiten, in einem nicht systemrelevanten Beruf. Private Betreuung kann ich mir nicht leisten. Homeoffice und die beiden Jungs selbst betreuen geht nicht zusammen. Darum bin ich froh wenn die Schulen wieder öffnen, am besten schon 2 Wochen vorher. Die Arbeitgeber sollen Verantwortung übernehmen, viele Grossfirmen in Zürich haben nicht das minimalste Betreuungsangebot noch leisten sie einen Beitrag zur Finanzierung.
    • bonpris 21.04.2020 09:42
      Highlight Highlight Kinderbetreuung ist nicht die Aufgabe der Unternehmen, ausser es handelt sich um eine Kita, o. ä.

      Die Kinderbetreuung ist die Aufgabe der Eltern.
    • passiver Überströmer 21.04.2020 10:00
      Highlight Highlight Natürlich meine ich Kitas, in Grossfirmen gleich am Arbeitsplatz, oder wie stellst du dir Geld verdienen und Kinderbetreuung gleichzeitig vor?
    • bonpris 21.04.2020 14:42
      Highlight Highlight @Überströmer

      Ich mach das so, dass ich meinen Ehemann die Kinder betreuen lasse, damit ich mit vollem Einsatz Geld verdienen kann.

      Kinder haben ist ein ganz privates Vergnügen. Wie man das mit dem Beruf in Einklang bringt, ist sicher genau so wenig die Sorge des Arbeitgebers, wie die Frage, wer während des Urlaubs den Hund füttert, die Blumen giesst, oder den Pferdestall ausmistet.

      Wer Kinder haben will, muss auch in Eigenregie für sie sorgen wollen.
  • Qui-Gon 21.04.2020 08:35
    Highlight Highlight Daniel Koch, Delegierter des Bundes für die Coronaepidemie, betont es immer wieder: Die Kinder seien nicht Treiber der Covid-19-Krankheit.

    Ich mag ja kein Koch-Bashing. Aber die obligatorische Schule geht 9 Jahre und 9. Klässler sind 15/16 Jahre alt. Dazu sagt er nie was.
  • Zat 21.04.2020 08:29
    Highlight Highlight Wenn doch wenigstens mal etwas über das ominöse Schutzkonzept bekannt gegeben würde. Aber wenn sogar Frau Rösler scheinbar noch keinen Entwurf kennt, dann weiss ich auch nicht.
  • Hoci 21.04.2020 08:25
    Highlight Highlight Was mir immer wieder auffällt ist, wie undifferenziert und zu einfach die Massnahmen des Bundesrates sind. ist doch eigentlich logisch, dass Lehrer und Kinder mit Vorerkrankungen oder solche, die zuhause Risikogruppen haben, nicht zur Schule gehen sollten????
    Genauso logisch wäre es je nach Situation im Kanton zu reagieren, also früherer Lockdown und Grenzschliessungen zb Tessin...
    Es fällt schon auf, dass alle Südkantone hohe Infekrions- und Todesraten haben. Ich nehme an wegen der Nähe zu Italien und Frankreich. Da ist es eigentlich und offensichtlich wichtig differenziert zu handeln...
  • Spellbinder 21.04.2020 08:00
    Highlight Highlight Herdenimmunität

    Unwort des Jahres 2020!

    Gemäss den Berechnungen die ich gesehen habe dauert es sowieso mehrere Jahre wenn wir unser Gesundheitssystem nicht überlasten wollen.
    Eine Trennung der Risikogruppen ist unrealistisch. Mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf, Diabetes, Alter usw. wäre das wohl > 1/4 der Gesellschaft ( Bitte macht mal einen Artikel )
    Man sieht auch wie schwer es uns Fällt den Virus aus Pflegeeinrichtungen Fernzuhalten.

    Und das Wort umfasst ausser mit Impfung immer Tausende weiterer toter!
    • PaLve! 21.04.2020 08:49
      Highlight Highlight Was ist deine Lösung, anstatt die Herdenimmunität?
    • lilie 21.04.2020 09:02
      Highlight Highlight @Spellbinder: Es ist nicht nur ein Unwort, sondern bisher auch eine Utopie: Wir wissen immer noch nicht, wie lange die Immunität nach einer Erkrankung mit Covid-19 anhält. Andere humane Coronaviren machen nur für wenige Wochen immun.

      Ist das mit dem neuen Coronavirus ähnlich, erreichen wir die Herdenimmunität nie, und die Impfstoffe können auch eingestampft werden.

      Bin ehrlich gesagt entstetzt, dass Beda Stadler dies als Immunologe nicht bedenkt und auch kommuniziert.
    • lilie 21.04.2020 09:42
      Highlight Highlight @PaLve!: Das Konzept unserer Regierung (und sämtlicher unserer Nachbarländer) heisst "Containment": Die Fallzahlen werden mit geeigneten Massnahmen so tief gehalten, dass das Gesundheitssystem langfristig funktionsfähig bleibt.

      Dies macht man so lange, bis man mehr über das Virus weiss, es mutiert oder die Aliens uns retten kommen. 💁‍♀️
    Weitere Antworten anzeigen
  • Inspiration 21.04.2020 07:57
    Highlight Highlight Ich bin froh über die Schulöffnungen. Der 11. Mai ist noch weit weg und Corona haben wir bereits jetzt gut im Griff. Alles wird gut.
  • Cpt. Jeppesen 21.04.2020 07:51
    Highlight Highlight Bis 11. Mai sind es noch 3 Wochen. Die Ansteckungsrate ist von Tag zu Tag fallend und die Menge an neuen Fällen kann vom medizinischen System gut aufgefangen werden. Es gab niemals das Versprechen, dass der Virus ausgerottet werden kann (jedenfalls jetzt noch nicht). Aber bei solch niedrigen Infektionsraten bringen die Kinder eher andere Krankheiten von der Schule mit nach Hause als den Corona Virus. Auch sehr vorsichtige Eltern haben zu akzeptieren, dass das Leben Risiken beinhaltet und sie ihre Kinder nicht ewig vor äusseren Einflüssen "schützen" können.
    • Aurum 21.04.2020 08:12
      Highlight Highlight Das ganze kann sich sehr sehr schnell wieder ändern.
    • Ian 21.04.2020 08:16
      Highlight Highlight Das schreibt nur jemand der keine Eltern hat!
    • Cpt. Jeppesen 21.04.2020 09:58
      Highlight Highlight @SwissWitchBitch: Immer mehr Studien kommen zu dem Schluss, dass die Sterbewahrscheinlichkeit für Covid-19 hier in Mittel-Europa ca. 0.3 - 0.5 ist. Für die Saisonale Grippe ist der Wert 0.1 - 0.2. Somit ist Covid doppelt so tödlich wie die Grippe und der Virus verteilt sich schnell. Das tönt erst mal schlimm.
      Jedoch hast du eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit anderweitig zu sterben. Haushaltsunfälle sind sehr beliebt ;-)

      Was ich damit sagen will: Entweder wir akzeptieren das neue zusätzliche Lebensrisiko oder wir geben unsere freie Gesellschaft auf. Nichts weniger steht auf dem Spiel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • plaga versus 21.04.2020 07:48
    Highlight Highlight Der Kontrast zwischen Schlagzeile und Text ist grotesk. Ein bisschen mehr Nüchternheit wäre angebracht. Wissenschaft und Schule sind sich eins und machen sich Gedanken, wie das gehen könnte. Und ihr schreibt von riesigen Bussen für unsichere Eltern?
    • COVID-19 ist Evolution 21.04.2020 08:13
      Highlight Highlight Wissenschaft und Schule sind sich keineswegs eins. Beide machen mitunter auch mal Fehler.

      Deutschland geht bei der Schulöffnung einen komplett anderen Weg und öffnet zuerst für die Abschluss-Jahrgänge, da diese sich bewusst an die Social Distancing Regeln halten können.

      Die BAG Entscheidung beruht offensichtlich auf einer fehlerhaften Studie aus Island.

      Ich bin gespannt auf die Fehlerkultur des BAG.
  • koalabear 21.04.2020 07:46
    Highlight Highlight Ich kenne einige Eltern und Lehrpersonen, die zur Risikogruppe gehören. Die haben sich bis zum Lockdown nicht um die eigene Gesundheit geschert. Trotz Fällen in der Schweiz haben sie in grossen Gruppen gefeiert oder waren wie gewohnt im Ausgang. Sogar noch am Freitag Abend, als der Bundesrat diesen bekannt gab. Seit dem Lockdown jedoch herrscht bei ihnen Angst, obwohl sich an der Gefährlichkeit nichts geändert hat seit Anfang März.
    • COVID-19 ist Evolution 21.04.2020 08:10
      Highlight Highlight Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Namaste.
  • COVID-19 ist Evolution 21.04.2020 07:46
    Highlight Highlight Der gestrige Coronavirus-Update Podcast von Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Charité, hat den Fehler aufgezeigt:

    Die eine zeitlang populären Island Studie, welche Kindern attestierte nicht die Treiber von COVID-19 zu sein, enthält systematische Fehler. Die Ergebnisse aus der Untersuchung in Vo, Italien, zeigen, dass Kinder in genau gleichem Masse die Infektion verbreiten wie Erwachsene.

    Das BAG orientiert sich offenbar weiter an der Island Studie. Der Weg Deutschlands zur Schulöffnung scheint der richtigere.

    Play Icon
  • WatsonUser451 21.04.2020 07:34
    Highlight Highlight Die Wiedereröffnung der Schulen sollte meiner Meinung nach besser durchdacht werden. Meiner Erfahrung nach sind nicht einmal die Lehrpersonen richtig sensibilisiert, da wird in kleinen Zimmern als Team ohne Abstand gearbeitet, man verwendet die gleichen Geräte ohne Desinfektionsmittel zur Verfügung zu haben. Wenn die Lehrer nicht Mal die Hygienemassnahmen einhalten, wie soll es mit vollen Klassen von Kindern aussehen, wo die jüngsten 4-jährige sind. In anderen Berufen gelten strickte Auflagen, warum hier nicht? Man kann sich schon Mal auf ein erneutes Steigen der Kurve vorbereiten...
    • Pisti 21.04.2020 11:35
      Highlight Highlight Die Schulen sind noch gar nicht geöffnet, du weist aber schon wie der Unterricht ablaufen wird.
      Leihst du mir deine Glaskugel?
    • WatsonUser451 21.04.2020 20:39
      Highlight Highlight Lehrspersonen müssen vorbereiten lieber Pisti und auch wenn die Schulen zu sind, arbeiten sie trotzdem und das machen sie zu einem Teil im Schulhaus. Ich will nur damit darauf aufmerksam machen, dass hier noch was passieren sollte, damit ein Schulöffnung wirklich geschehen kann, ohne Lehrpersonen, Kinder oder Eltern zu gefährden.
  • Toerpe Zwerg 21.04.2020 07:32
    Highlight Highlight "Eltern, die Kinder aus Angst nicht in die Schule schicken, droht eine Busse"

    Dann ist ja gut. Ich schicke sie nicht, weil sie keine Lust haben.
    • bonpris 21.04.2020 09:54
      Highlight Highlight Gilt dann ein anderer Bussentarif?
  • Leica 21.04.2020 07:08
    Highlight Highlight Es ist bei dieser Diskussion immer von 'Kindern' die Rede, ohne Altersgabe nach oben. Was ist eigentlich mit Teenagern? Die Schüler der 9. Klasse sind 15 -16 Jahre alt. Ich habe dazu bisher keine Informationen gefunden. Weiss jemand vielleicht mehr dazu?
    • lilie 21.04.2020 09:09
      Highlight Highlight @Leica: Es gibt kein Infos dazu, weil man es schlichtwegs noch nicht weiss.

      Sicher ist, dass nicht einfach irgendwo beim x. Geburtstag plötzlich ein Schalter umgelegt wird - der Prozess ist schleichend.

      Auch geht man ja davon an, dass junge Leute bis ca. 30 Jahre umgekehrt starke Treiber der Pandemie sind, weil sie selten krank werden, aber viel unterwegs/unter Leuten und die Massnahmen nicht immer diszipliniert umsetzen.

      Da muss noch sehr viel geforscht werden, um das genau zu untersuchen.
  • Eyeore 21.04.2020 07:07
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass die Aussagen ziemlich widersprüchlich sind. Ich denke der Bund hat bis jetzt einen guten Job gemacht. Die verwirrende "Notlüge" bzgl. Kinder hätte jedoch nicht gemacht werden dürfen ohne einen wissenschaftlichen Beleg.
    Wenn es kein Risiko durch Kinder gibt, können sie auch zu den Grössten aber das sollen sie ja trotzdem nicht. Es braucht viel mehr Transparenz in der Kommunikation mit entsprechenden Fakten. Auch wenn die Wirtschaft drückt, der Mensch ist wichtiger.
    • lilie 21.04.2020 09:13
      Highlight Highlight @Eyeore: Das war keine Notlüge, sondern wohl eher eine Fehlleistung. Jeder kann selber auf der Website des BAG nachsehen, wieviele Kinder unter 10 Jahren derzeit positiv auf das Virus getestet und wieviele gerade hospitalisiert sind.

      Woher die Infos stammen, hat Herr Koch im übrigen transparent dargelegt: Es handelt sich um Erkenntnisse aus noch unveröffentlichten Studien mit Wissenschaftlern, mit denen er im Austausch steht.

      Aber entweder hat er was falsch verstanden oder hat sich in der Hitze der Diskussion verstrickt oder sonstwas. Jedenfalls ist klar, dass es eine Fehlinformation war.
  • Olifant 21.04.2020 06:59
    Highlight Highlight Es ist wohl richtig, dass der Verlauf bei Kindern meist sehr mild ist. Es gibt aber bisher keine Studie die nachweist, dass Kinder das Virus, falls sie infiziert sind, auch schlechter weitergeben. Gemäss Christian Drosten gibt es Hinweise, dass Kinder die gleiche Attack Rate haben wie Erwachsene. Daher finde ich die Öffnung der Schulen, grade auf tiefer Stufe (Kindergarten, 20 Kinder spielen zusammen in einem Raum), ein hohes Risiko.
    • COVID-19 ist Evolution 21.04.2020 08:06
      Highlight Highlight Die vom BAG oder "seinen Kinderärzten" (Koch's Quellenangabe hat mich enttäuscht) referenzierte Studie ist offenbar die populäre Island Studie.

      Die dortige Erkenntnis, wonach Kinder nicht die Treiber von VOVID-19 Verbreitung sind, wurde auf Grund systematischer Fehler mittlerweile widerlegt.
    • Roland Greter 21.04.2020 08:38
      Highlight Highlight Nun, die Frage ist dann, wie sicher muss alles sein, bis die kleinen Kinder wieder in die Schule dürfen? Jeder Virologe weiss es besser als der andere, von denen erhalten wir also nie grünes Licht. Wenn man seriöse Studien zu Corona macht, dauert es jedoch noch Jahre bis ein überprüfbares Ergebnis vorliegt. Wollen Sie wirklich noch solange warten oder wollen wir das kleine Risiko in Kauf nehmen und den Weg in den normalen Alltag wieder aufnehmen? Ich bin für die Rückkehr in den "normalen Alltag"
    • Ruffano 21.04.2020 08:43
      Highlight Highlight Genau und warum sollen sich Kinder weiterhin von den Großeltern fern halten? Bei Kinder ist der Verlauf milder oder sie sind nur Träger können es aber an Erwachsene weitergeben. Es gibt auch Kinder mit Krankheitsverlauf sicher wenige aber es gibt Sie.
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Ein Intensivmediziner zieht Bilanz: «Eine Patientin ist schon seit 77 Tagen bei uns»

Peter Steiger, stellvertretender Institutsdirektor Intensivmedizin am Unispital Zürich, hat noch keine Monate wie die letzten beiden erlebt.

«Wir sahen die Welle kommen von China via Italien. In die Intensivstationen im Tessin, im Welschland und auch besonders Zürich kamen immer mehr Covid-­19-Patienten. Wir fürchteten die Überlastung.

Am Unispital Zürich schufen wir zwei separate Corona-Intensiv­stationen. Wir konnten schliesslich genug Beatmungsgeräte beschaffen, aber der Knackpunkt blieb gut ­geschultes Personal. Wir waren erleichtert, als das Operationsprogramm eingeschränkt wurde, sodass wir weniger Patienten als sonst auf …

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