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Eine FFP2-Maske schützt besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus als eine herkömmliche Chirurgie-Maske.
Eine FFP2-Maske schützt besser vor einer Infektion mit dem Coronavirus als eine herkömmliche Chirurgie-Maske.Bild: imago

Experten empfehlen FFP2-Masken für Kinder – doch viele sind ungeeignet

Die dickeren Masken schützen besser gegen eine Ansteckung mit Omikron. Ob sie aber für den Schulalltag auch geeignet sind, ist umstritten.
08.01.2022, 16:1109.01.2022, 13:27
pascal ritter/ ch media

Wenn am Montag vielerorts die Schule beginnt, müssen je nach Kanton auch Primarschüler eine Maske tragen, um sich gegen das Coronavirus zu schützen. Die Nachfrage nach Kindermasken ist darum in den letzten Tagen und Wochen gestiegen. «Pro Tag werden 1500 Masken bestellt. Ein grosser Teil davon für Kinder», sagt Cindy Boccia von Juststyle.ch, einem Online-Modeladen aus dem Kanton Aargau, der seit Beginn der Coronakrise auch Masken verkauft. «Am Anfang war es sehr schwierig, Kindermasken zu bekommen, wir mussten sie selber nähen. Mittlerweile beziehen wir sie von verschiedenen Anbietern», sagt sie.

Lauterbach empfiehlt FFP2-Masken für Kinder

Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach würde seinen eigenen Kindern FFP2-Masken empfehlen. Dies sagte er in einem Interview mit dem Sender ZDF. Diese dickeren Masken filtern stärker als die gängigen, meist hellblauen Chirurgiemasken. Lauterbach bemängelt gleichzeitig, dass es für kleinere Kinder nicht genügend passende Grössen gebe. Gegenüber dieser Zeitung beschreibt ein Vater eines Schulkindes ähnliche Beobachtungen. Trotz Bezeichnung als Kindermaske passten gekaufte Produkte nicht auf das Gesicht des Kindes.

Nicht nur die Passform macht Probleme. Die deutsche Stiftung Warentest testete verschiedene FFP2-Kindermasken und kam zu einem ernüchternden Resultat. «Alle geprüften FFP2-Kindermasken halten wir für wenig kindergeeignet. Ihr Atemwiderstand ist hoch, der Komfort beim Atmen gering», schreibt die Stiftung. Einzig das Erwachsenenmodell «Aura 9320+» von 3M eigne sich für Kinder.

Der Befund deckt sich nicht mit den Rückmeldungen, die Cindy Boccia von ihren Kunden erhält. Was das Atmen durch die Maske betrifft, habe sie noch nie eine negative Rückmeldung erhalten. Boccia möchte keine generelle Empfehlung abgeben. «Die Eltern müssen selber abwägen, was ihnen wichtig ist. Je mehr Schutz die Maske bietet, desto schwieriger fällt in der Regel das Atmen durch die Maske», sagt sie. Eltern, die sich nicht sicher seien, rät sie, sowohl FFP2- als auch die dünneren Hygienemasken zu kaufen. So könne man wechseln, falls es Probleme gebe. Der deutsche Gesundheitsminister Lauterbach betonte im Fernsehinterview, dass auch chirurgische Masken gut schützten.

Keine Gefahr für die Kinder

Peter Wick von der eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt weist darauf hin, dass es nicht nur auf die Beschaffenheit der Maske ankommt, sondern auch auf die Art, wie man sie trage. Sitze die Maske nicht richtig, nütze sie wenig. Zudem gelte es auch, die anderen Vorsichtsmassnahmen wie Hygiene und Abstandhalten einzuhalten.

Mögen Masken auch unangenehm oder lästig sein, eine Gefahr für Kinder geht von ihnen nicht aus, wie das Kinderspital Zürich in einem Merkblatt festhält: «Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, dass das Tragen einer Maske zu einer gesundheitlichen Gefährdung führen könnte.»

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