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Das SBB-Flagschiff «Giruno» verkehrt mit bis zu 250 km/h. Dennoch fährt der Zug von Hersteller Stadler- Rail in Italien nicht auf Hochgeschwindigkeits-Strecken.
Das SBB-Flagschiff «Giruno» verkehrt mit bis zu 250 km/h. Dennoch fährt der Zug von Hersteller Stadler- Rail in Italien nicht auf Hochgeschwindigkeits-Strecken. bild: keystone

Neuer SBB-Hochgeschwindigkeitszug umfährt italienische Highspeed-Strecke

Bald locken die Sommerferien: Nach der Corona-Baisse fahren die SBB die Eurocity-Verbindungen gen Süden wieder hoch. Der Direktzug nach Bologna fährt aber nicht auf der schnellsten Route. Das steckt dahinter.
01.06.2021, 10:1501.06.2021, 14:54

Ob zum Canale Grande nach Venedig oder an den Strand nach Ligurien: Nachdem Italien die Corona-Einreisebestimmungen gelockert hat, zieht es Schweizerinnen und Schweizer Richtung Süden. Und schon bald stehen die Sommerferien vor der Türe. «Die Nachfrage steigt deutlich», sagt Liliane Rotzetter, Sprecherin des Bahnreisespezialisten Railtour. Gerade am Montag habe die weltberühmte «Arena di Verona» angekündigt, dass im Sommer wieder Opern-Aufführungen stattfinden.

Voraussichtlich ab 13. Juni fahren Trenitalia und die SBB die Eurocity-Verbindungen in das südliche Nachbarland weiter hoch. Bereits jetzt sind die Direktverbindungen von Zürich nach Genua oder von Genf nach Milan wieder im Programm, wie ein Blick in den Online-Fahrplan der SBB zeigt.

Die SBB fahren wieder direkt von Zürich nach Genua.
Die SBB fahren wieder direkt von Zürich nach Genua. Bild: Shutterstock

SBB-Hochgeschwindigkeitszug nimmt Bummelstrecke

Wegen Corona fielen in den letzten Monaten die meisten Eurocity-Züge nach Italien aus. So etwa die im Dezember 2020 lancierte Direktverbindung Zürich-Bologna. Diese Strecke bedient der neue SBB-Paradezug «Giruno», der für Tempo 250 km/h zugelassen ist. Dennoch umfährt das als Hochgeschwindigkeitszug angepriesene SBB-Flagschiff von Zugbauer Stadler Rail die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Mailand und Bologna. Der Giruno braucht darum für die Route fast doppelt so lange wie die italienischen Hochgeschwindigkeitszüge «Frecciarossa». Diese bewältigen die gut 200 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsstrecke in 64 Minuten. Warum nehmen die SBB die langsamere Route? «Der SBB-Eurocity verkehrt über die Stammstrecke, da dies zusätzliche Halte an Umsteigebahnhöfen wie Modena und Parma ermöglicht», so die SBB. Auch der Eurocity nach Venedig verkehrt nicht über die andere Neubau-Hochgeschwindigkeitsstrecke Mailand-Brescia.

Es lockt weiter die einmalige Gelegenheit, die noch fast leeren Städte zu entdecken.»
Liliane Rotzetter

Ob mit Highspeed oder nicht: Laut Rotzetter sind derzeit besonders Angebote für Ligurien, am Gardasee und Südtirol oder in die Toskana gefragt. Ebenso Reisen in die kleineren Städte wie Parma, Stresa oder Venedig. «Es lockt weiter die einmalige Gelegenheit, die noch fast leeren Städte zu entdecken», so Rotzetter.

Trenitalia kündigt weitere Italien-Verbindungen ab 13. Juni an.
Trenitalia kündigt weitere Italien-Verbindungen ab 13. Juni an. bild: zvg

Laut Informationen von Railtour/Frantour plant Trenitalia, die Italien-Verbindungen per Ende Juli weiter auszubauen. Dies, wenn die Pandemie-Lage stabil bleibe. Die SBB halten sich über die im Sommer geplanten Eurocity-Verbindungen nach Italien noch bedeckt. Man werde zu «gegebener Zeit» darüber informieren, lässt die Medienstelle verlauten. Wann der Giruno also wieder nach Bologna fährt, ist weiter ungewiss.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Wer in den Sommerferien mit dem Zug nach Italien reisen möchte, dürfte ausreichend Verbindungen zur Auswahl haben. Aktuell seien auch genügend Sitzplätze vorhanden, so die SBB weiter. Railtour-Sprecherin Rotzetter empfiehlt dennoch, baldmöglichst zu buchen. Je nach Entwicklung mit weiteren Lockerungen und der voraussichtlichen Einführung der «EU-Impf-Greencard »ab Anfang Juli, steige die Nachfrage für Italien aber nun auch aus ganz Europa an. «Es lohnt sich daher, die Buchung für Italien bald vorzunehmen.»

Ab Dezember fährt Direktzug nach Cinque Terre

So oder so wollen die SBB das Italien-Ausgebot weiter ausbauen. Bereits ab Fahrplanwechsel im Dezember soll ein Direktzug von Zürich bis nach Sestri Levante verkehren, wie chmedia berichtet. Die Stadt liegt nur 40 Kilometer von der Cinque Terre entfernt, eines der Lieblingsziele von Schweizer Touristen.

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73 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Joe Smith
01.06.2021 11:27registriert November 2017
Das ist eben der Unterschied: Resteuropa versteht unter einem guten ÖV prestigeträchtige Punkt-zu-Punkt-Verbindungen von ausgewählten Grossstädten, und der Rest des Landes muss schauen, wo er bleibt; die SBB versteht unter einem guten ÖV ein flächendeckendes Netz mit funktionierenden Anschlüssen.
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Maon
01.06.2021 10:50registriert September 2014
Der Zug kann auch auf der hälfte der "alten" Strecke 200km/h fahren, auf der andern Hälfte "nur" 180km/h. Weiss nicht was das gemotze soll. Freut euch doch einfach über die vielen neuen Direktverbindungen ab der Schweiz.
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Philguitar
01.06.2021 10:25registriert Dezember 2018
Tja der Weg ist das Ziel! 😉
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