Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Anonymer Mann sitzt vor dem Computer

Pädophile suchen im Netz nach Opfern. symbolBild: KEYSTONE

Warum Facebook Mitschuld trägt, dass Minderjährige Opfer von Sexting werden

Unvorsichtige Minderjährige seien zu wenig geschützt, warnen Experten. Facebook widerspricht, doch die Algorithmen, welche individuelle Vorschläge aus dem analysierten Nutzerverhalten generieren, können im menschlichen Sinne versagen.

Patrick Züst / Nordwestschweiz



Das Profil der minderjährigen Melanie wird den interessierten Männern in einem Experiment praktisch auf dem Silbertablett serviert. Im Hintergrund wirken Facebook-Algorithmen: Die streng geheimen Funktionen analysieren automatisch das Verhalten aller Facebook-Nutzer und generieren daraus individuelle Vorschläge: «Personen, die du vielleicht kennst» nennt sich die Funktion, welche auf dem sozialen Netzwerk täglich Millionen Freundschaften knüpft.

Wie Männer auf «Melanie» reagiert haben, kannst du hier nachlesen

Das falsche Profil von Melanie erhält so innerhalb einer Woche über 350 Freundschaftsanfragen. Und das aus der ganzen Welt. Dass ausgerechnet im grössten sozialen Netzwerk der Welt eine solche Entwicklung möglich ist, ist bezeichnend. CEO Mark Zuckerberg und sein Team setzen alles daran, dass die 1,7 Milliarden Facebook-User untereinander möglichst gut vernetzt sind. Denn je mehr Freunde ein Nutzer hat, desto mehr Zeit verbringt er auf Facebook und desto mehr Werbeeinnahmen bringt er dem Grosskonzern — das zumindest ist die simple und doch äusserst treffende Überlegung der Firma.

Das Netz im Netzwerk

«Im konkreten Fall von Melanie scheinen die Facebook-Algorithmen versagt zu haben», findet Laurent Sédano. Er ist Fachexperte für Medienkompetenz bei Pro Juventute Schweiz und setzt sich für die Sicherheit von Jugendlichen im Netz ein. Dieselbe Aufgabe hätte im Fall der fiktiven Melanie auch Facebook wahrnehmen müssen, sagt Sédano: «Auf die Schutzmechanismen der Plattformen darf man aber nicht vertrauen. Es sollte nicht sein, dass Minderjährige so aktiv als potenzielle Freundin präsentiert werden. Und schon gar nicht derart international.»

Aber genau so läuft es im konkreten Fall ab. Melanie wird denjenigen Personen als Freundin vorgeschlagen, die Interesse an der Bekanntschaft mit einem unvorsichtigen Mädchen haben könnten. Wer als normaler Nutzer nach dem Profil der Minderjährigen sucht, wird es nicht finden – das ist einer der wenigen Facebook-Schutzmechanismen, die auch tatsächlich funktionieren.

Wenn aber die Algorithmen merken, dass ein User vorwiegend Freundschaftsanfragen und Nachrichten an junge Frauen verschickt, vereinfacht Facebook automatisch den Zugang zu jenen Personen. Dieser Mechanismus führt dazu, dass potenzielle Sexualstraftäter fast schon automatisch zu Profilen wie dem von Melanie geführt werden.

 

So wurde «Melanie» kontaktiert: 

Und wenn sich diese jungen Mädchen nicht aktiv gegen solche Anfragen wehren, setzt sich das Ganze innerhalb des Netzwerks viral fort. Genau das zeigt sich auch auf den Profilen von Melanies «Freunden». Ein Grossteil dieser Männer ist mit erstaunlich vielen Frauen befreundet — viele davon überdurchschnittlich gut aussehend und noch sehr jung. Gleichzeitig sind diese Männer auch untereinander sehr gut vernetzt: Bis zu zwölf gemeinsame Freunde hat die fiktive Melanie mit einzelnen Personen. Melanie ist also kein Einzelfall — dahinter steht ein System.

Gewarnt, aber nicht geschützt

Zum konkreten Fall von Melanie will Facebook keine Stellung nehmen. Ein Sprecher betont, dass es durchaus Schutzmechanismen und Richtlinien für minderjährige Nutzer gäbe. Wenn jedoch Jugendliche diese kategorisch nicht beachten oder umgehen, sei es nicht die Schuld von Facebook, dass Männer Kontakt mit einer Minderjährigen aufnehmen.

Damit entzieht sich die Firma aus der Verantwortung, die sie eigentlich für ihre Kunden hätte. Auch für jene, die unvorsichtig sind. Das wirkt für Beobachter insbesondere deshalb problematisch, weil die erwähnten Schutzmechanismen keineswegs halten, was sie versprechen. Konkret handelt sich dabei vor allem um eine eingeschränkte Suchfunktion und eine gelbe Box, welche Nutzer dazu auffordert, keine Freundschaftsanfragen von Fremden anzunehmen. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Danach suchen Schweizer und Schweizerinnen auf Pornhub am meisten

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

«14 Uhr: Claras Haut ist rot»: Kitas informieren Eltern neu per Liveticker über ihre Kids

Link to Article

Selbst Trump spricht nun von einem Impeachment

Link to Article

«Hi-Tech-Roboter» in russischer Fernsehshow entpuppt sich als verkleideter Mensch

Link to Article

Tumblrs neuer Pornofilter ist ein riesiger Fail – wie diese 19 Tweets beweisen

Link to Article

Netflix' zweite deutsche Original-Serie ist da – und ein riesiger Fail

Link to Article

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt Viren-Drohnen

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kstyle 02.11.2016 18:28
    Highlight Highlight Löscht einfach facebook und der spuk hat ein ende habe facebook vor 4 jahren gelöscht, freunde habe ich dadurch nicht verloren und ich fühle mich freier. Facebook ist kein muss man kann super ohne.
  • Bijouxly 02.11.2016 18:24
    Highlight Highlight Watson, könnt ihr denn den Artikel der Nordwestschweiz auch verlinken? Würde den eigentlich gerne lesen.
    • Lukas Blatter 02.11.2016 19:11
      Highlight Highlight @Bijouxly: Welchen Artikel meinst du?
    • Bijouxly 02.11.2016 20:54
      Highlight Highlight Im Hauptartikel ist erwähnt, dass der Journalist von der Nordwestschweiz war..?
    • Lukas Blatter 06.11.2016 18:35
      Highlight Highlight Ach so 😅 wir von watson haben diesen Artikel im Zuge einer Partnerschaft mit der AZ Nordwestschweiz so übernommen. Mit dem angesprochenen Artikel ist also wohl genau dieser hier gemeint.
  • Tilman Fliegel 02.11.2016 18:19
    Highlight Highlight Ich kriege seit c. 2 Wochen fast täglich Freundschafts Anfragen von jungen, leicht bekleideten Frauen aus Adliswil auf Facebook. Ich melde die immer und Facebook sagt zu meinem Ärger, die würden nicht im Widerspruch zu den Gemeinschaftsstandards stehen. Ziemlich sicher ist das auch nur ein Algorithmus, der das antwortet, denn das sieht ein Blinder, dass das Fakes sind. Scam, Sextortion irgend sowas. Dann werde ich nach meiner Benutzererfahrung gefragt, gebe die schlechteste Note und zunehmend ungehaltene Kommentare.
  • Der Zahnarzt 02.11.2016 16:26
    Highlight Highlight Der Algorithmus von Facebook wählt Männer aus und macht sie auf "Melanie" aufmerksam, mit dem Ziel schlussendlich Herrn Zuckerberg noch reicher zu machen.
    Der Algorithmus wurde von Menschen geschaffen, er kann männlich und weiblich unterscheiden, er kann das Alter erkennen etc.

    Natürlich sollte Facebook bzw. Herr Zuckerberg dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
  • Karl33 02.11.2016 16:18
    Highlight Highlight Wer Facebook nutzt, ist schuld.
  • Kronrod 02.11.2016 16:15
    Highlight Highlight Dass Melanie sämtliche Anfragen akzeptiert und beantwortet hat, hat Facebook möglicherweise als Interesse an solchen Kontakten interpretiert. Ich frage mich, wie das ganze ausgegangen wäre, wenn sich "Melanie" nicht wie ein Journalist auf der Suche nach einem Skandal, sondern wie ein typisches 15-jähriges Mädchen verhalten hätte.
    • Kstyle 03.11.2016 18:27
      Highlight Highlight Eben das ist typisches 15jähriges verhalten mit 15 ist man in der pubertät hat das gefühl die weisheit mit suppenlöffel gefuttert zu haben. Aber im grossen und ganzen sind sie einfach dumm und unerfahren. Das soll jetzt kein vorwurf sein ich war genau gleich.
  • Bijouxly 02.11.2016 16:05
    Highlight Highlight Man kann jede Freundschaftsanfrage ablehnen. Diese simple Tatsache erübrigt eigentlich den gesamten Artikel.
    • Wehrli 02.11.2016 16:43
      Highlight Highlight .. irgendwer muss ja an irgendwas schuld sein um unsere Dauerempörung hart zu halten ...
    • Gelegentlicher Kommentar 02.11.2016 17:20
      Highlight Highlight Wenn du darauf hinaus willst, dass Facebook nicht so einfach die Verantwortung zu zuschieben ist, gebe ich dir Recht.

      Trotzdem heisst das nicht, dass man von Minderjährigen einfach so erwarten kann, dass sie in der digitalisierten Welt alle Gefahren selbst erkennen können. Sie lernen von früh an, wie wichtig es heute ist, überall und mit jedem vernetzt zu sein.

      Schuld an Geschichten wie diesen ist nicht Facebook. Das heisst aber auch nicht, dass die minderjährigen Opfer selbst schuld sind.
    • Bijouxly 02.11.2016 18:23
      Highlight Highlight Ich denke nicht, dass sie selbst "schuld" sind, sie brauchen natürlich Aufklärung, am besten an solchen praktischen Beispielen, nicht nur in der Theorie. Aber ich halte auch FB definitiv nicht für schuldig, weil, wie gesagt, man jede Freundschaftsanfrage ablehnen kann und nicht zum Kontakt gezwungen wird.
  • Summerweid 02.11.2016 16:03
    Highlight Highlight Mal angenommen dein Kind steigt freiwillig bei einem Fremden ins Auto, ist dann der Eigentümer der Strasse schuld?
    • Gelegentlicher Kommentar 02.11.2016 17:16
      Highlight Highlight Nein.

      Ganz klar der Hersteller des Autos.
    • Wehrli 02.11.2016 17:18
      Highlight Highlight Der Junge der den Asphalt gemixt hat ist schuld.
    • Nevermind 02.11.2016 17:40
      Highlight Highlight Vielleicht auch die Eltern, die den Fremden auf das eigene Privatgrundstück gelassen haben.
      Und natürlich das Navi, dass ihm den Weg dorthin gezeigt hat.
  • Calvin Whatison 02.11.2016 16:02
    Highlight Highlight Jaja, das Leben ist ein Ponyhof, und Schuld sind immer andere aber ich ganz sicher nicht. So und jetzt Dreh ich noch ne Runde mit meinem lila Einhorn. Tschüss 😂🦄
  • Fumo 02.11.2016 15:42
    Highlight Highlight "Warum unfähige Eltern den anderen die Schuld dafür geben dass sie ihren Kindern keine Vorsicht beibringen konnten." Wäre ein passender Titel.
    Facebook ist kein Gesetzgeber oder sonst irgendwas dass uns zeigen muss was richtig und was falsch ist. Wer das nicht einsieht hat selbst Probleme Entscheidungen zu treffen und dann ist es praktisch wenn man bei Fehler wem anderes die Schuld dafür geben kann.
    Schafe kritisieren die Weide weil der Hirtenhund nicht alle Wölfe erwischen kann.
  • zombie woof 02.11.2016 15:14
    Highlight Highlight Facebook hat eigene Gesetze, gegen die Rechtlich kaum vorgegangen werden kann. Solange sich die Justiz auf der Nase rumtanzen lässt, solange wird Facebook leere Versprechungen machen und gleichzeitig den Mittelfinger zeigen. Jeder selber Schuld, der da mitmacht. An die Facebook Nutzer, geht wieder raus in die reale Welt und redet miteinander.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

Artikel lesen
Link to Article