Schweiz
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epa05796979 Taxi drivers protest in front of Turin Municipality against the government in Turin, Itraly, 16 February 2017. Taxi drivers in Rome, Milan and Turin protested on 16 February 2017 ahead of a Senate vote on a package of measures which they say could favour smartphone app-based car transport company Uber. The protest was said to have also spread to Rome's Fiumicino and Ciampino airports, where only very few official white cabs were reported to be in service.  EPA/Alessandro Di Marco

«go!»: Die Taxifahrer in der Schweiz erhalten ihre eigene App. Bild: EPA/ANSA

Kann die neue Schweizer Taxi-App «go!» Uber das Wasser reichen? – Der Vergleich

Die neue «go!»-App soll den Taxifahrern im Kampf gegen Uber gleich lange Spiesse verschaffen. Gelingt das? Die Apps im Vergleich.



Der Kampf der Taxifahrer gegen Uber geht in eine nächste Runde: Seit Donnerstag steht das neue App «go!» des Taxiverbandes Taxisuisse zum Download bereit. Damit soll wie bei der Uber-App ganz einfach ein Taxi bestellt und per Kreditkarte bezahlt werden können. Die Preise werden jeweils vor Antritt der Fahrt angezeigt. Aber anders als bei Uber müssen die Fahrer offiziell bei einem lizenzierten Taxiunternehmen der Schweiz angestellt sein.

Bisher mit an Bord sind 7x7 Fahrdienste in Zürich, Taxis-Fribourg und Badener Taxi. Ziel ist es, das Angebot auf alle Kantone der Schweiz auszubreiten. Auch die SBB will mit der neuen Taxi-App zusammenarbeiten. Die Taxi-App soll in die SBB-App integriert werden. Damit soll das SBB-Angebot um einen Tür-zu-Tür-Service erweitert werden. 

Doch kann die neue Taxi-App Uber das Wasser reichen? Wir haben die beiden verglichen. Hier sind die Resultate:

Was «go!» kann:

+ App-Funktionen: Bei einer Bestellung sieht man nicht nur den Fixpreis, sondern auch eine Einschätzung, wie lange die Fahrt etwa dauert. Ein solches Feature gibt es bisher bei Uber nicht. Weiter kann man auf seinem Profil Favoriten, wie zum Beispiel seine Heimadresse oder den Arbeitsort, speichern.*

+ Bezahl-Optionen: Neben den Kreditkarten kann bei der Taxi-App auch per Postcard bezahlt werden. Dies ermöglicht es auch Personen die App zu nutzen, die keine Kreditkarte besitzen. Bei Uber kann man dafür über PayPal bezahlen.

+ App-Design: Die neue Taxi-App kann, was das Interface angeht, mit Uber mithalten. Die Funktionen sind übersichtlich dargestellt und als Benutzer findet man sich schnell zurecht.

Bild

So sehen die beiden Interfaces im Vergleich aus. bild: uber/go!

Was «go!» nicht kann:

- Preis: Das Hauptproblem der Taxi-Gesellschaften bleibt bestehen: Die Angebote der Taxi-App können preislich nicht mit Uber mithalten. Bei kürzeren Fahrten (unter 20 Franken) ist der Preisunterschied zwar noch klein. Bei längeren Fahrten (über 30 Franken) ist das Taxi teils aber sogar doppelt so teuer wie die Alternative. Zum Vergleich sind alle folgenden Anfragen zur gleichen Zeit (11.00 Uhr) gemacht worden:

Kurze Fahrten in der Stadt:

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Bei kurzen Fahrten zeigt sich noch kein deutlicher Preisunterschied: UberX fährt die Strecke für 14–19 Franken, «go!» für 19 Franken. bild: watson

Längere Fahrten in die Stadt:

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Bei längeren Fahrten ist Uber jedoch billiger: Die Strecke vom Flughafen in die Stadt Zürich kostet 22–30 Franken, während «go!» dafür 40 Franken verlangt.  bild: watson

Lange Fahrten ausserhalb der Stadt:

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Bei längeren Fahrten ausserhalb der Stadt zeigt sich der Preisunterschied noch deutlicher: Die Strecke Otelfingen – Niederweningen kostet mit UberX 26–35 Franken, mit «go!» jedoch 65 Franken. bild: watson

- «No Show»-Gebühr: Hat ein Fahrer die Fahrt bereits bestätigt, du willst sie aber stornieren, wird dir eine «No Show»-Gebühr von zehn Franken verrechnet. Sollte aber ein Fahrer die Fahrt stornieren, werden dem Fahrgast zehn Franken gutgeschrieben. Ausserdem kann man seine Stornierung begründen und erhält damit bei einem Versehen die Chance, der Gebühr zu entgehen. Bei Uber wird bei Absagen länger als fünf Minuten nach Bestellung des Fahrzeugs eine Storno-Gebühr von 6 Franken erhoben.**

Fazit:

«go!» ist einfach zu bedienen, man braucht keine Kreditkarte dafür und es bietet einige App-Funktionen, die bei Uber fehlen. Sollte die App wie versprochen von den SBB integriert werden, entstünden dadurch auch tatsächlich Vorteile gegenüber Uber. Doch auch eine Einbindung von Uber soll bei den SBB diskutiert werden.

Der grosse Nachteil ist weiterhin der Preisunterschied. Trotz der neuen App ist man kostentechnisch mit Uber besser unterwegs, besonders über grössere Distanzen. Der Preisunterschied ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Uber-Fahrer anders als Taxi-Fahrer nicht für die Stehzeit, sondern nur für die Fahrt bezahlt werden. Weiter sind Uber-Fahrer laut Mediensprecher Ali Yeganeh Azimi stärker ausgelastet als ihre Kollegen. 

Was die Verfügbarkeit angeht, konnte zur Testzeit (11.00 Uhr) kein Unterschied festgestellt werden. Bei beiden Anbietern war die Wartezeit in allen drei Versuchen etwa gleich lang. Wie das allerdings zu Randzeiten und in ländlicheren Gebieten aussieht, ist fraglich. Taxis sind in der Nacht besonders unter der Woche und auf dem Land öfters verfügbar als Uber-Fahrzeuge.

* In einer früheren Version dieses Artikels stand, bei Uber könne man die Heimadresse nicht speichern. Das ist falsch, auch Uber verfügt über diese Funktion.

**In einer früheren Version dieses Artikels hiess es, Stornierungen bei Uber seien grundsätzlich kostenlos, ausser bei sehr kurzfristigen Absagen. Das ist richtig, aber etwas ungenau formuliert: Ab 5 Minuten nach Bestellung des Fahrzeugs wird eine Gebühr verrechnet.

Welche App würdest du eher verwenden?

Der Fahrdienst Uber:

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