Schweiz
Durchsetzungsinitiative

BDP-Präsident Landolt über seinen Tweet : «Ich entschuldige mich bei den Juden, aber nicht bei der SVP»

BDP-Präsident Landolt über seinen Tweet : «Ich entschuldige mich bei den Juden, aber nicht bei der SVP»

21.02.2016, 05:3421.02.2016, 11:12
Martin Landolts Tweet eines Anti-DSI-Plakats sorgte vergangene Woche für Empörung. (Bild: 2015)
Martin Landolts Tweet eines Anti-DSI-Plakats sorgte vergangene Woche für Empörung. (Bild: 2015)
Bild: KEYSTONE

BDP-Präsident Martin Landolt twitterte ein Bild, in welchem die Schweizerfahne zum Hakenkreuz verkommt – und warnte so vor der SVP-Vorlage. Im Interview mit dem «SonntagsBlick» stellt Landolt klar: «Ich hätte das Bild nicht kommentarlos posten sollen. Aber ich stelle mich der Diskussion und stehe hinter der Botschaft, sofern sie auch präzise interpretiert wird.»

Landolt betont, dass er die Durchsetzungs-Initiative nicht mit dem Hitler-Regime oder dem Holocaust verknüpfen wolle. Aber: «1933 legte man den Grundstein für eine Entwicklung, die später völlig aus dem Ruder lief. Ich sage keinesfalls, dass wir im Begriff sind, bewusst in diese Richtung zu marschieren oder dass jemand dies beabsichtigt. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass ein Ja am 28. Februar in einem gewissen Masse eine vergleichbare Ausgangslage schafft wie Deutschland 1933 oder Südafrika 1948.»

Dass Menschen jüdischen Glaubens dem Glarner vorwerfen, die Verbrechen der Nationalsozialisten zu verniedlichen, bedauert Landolt: «Es tut mir unheimlich leid, dass mich diese Menschen so verstanden haben. Dafür entschuldige ich mich.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
75 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Lowend
21.02.2016 12:54registriert Februar 2014
Auch die NSDAP war vor ihrer Machtergreifung eine demokratische Partei, die sich als Volksbewegung begriff und der Aufstieg dieser Partei wird auch öfters als Aufstand des Kleinbürgertums bezeichnete und darum hat Herr Landolt mit seinem Bild-Vergleich leider zu 99% recht.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
Utopiot
21.02.2016 10:13registriert Januar 2016
Wieso sollte der Vergleich zu weit hergeholt sein? Damals wurde eine Weiche nach der anderen gestellt. Jede wirkte so wie sie verpackt und verkauft wurde, als würde sie zum Wohle des Landes und dem Volkes dienen. Man fragt sich ja immer, wieso damals niemand was gemacht hat oder? Die hätten nicht gedacht, dass am Schluss so was passieren würde. DAS ist der Zusammenhang, die DSI ist eine Weiche die gestellt wird und am Schluss wird es (vielleicht) schlimmer sein, als die Ja-Stimmer gedacht haben.
00
Melden
Zum Kommentar
avatar
*sharky*
21.02.2016 07:22registriert Oktober 2014
00
Melden
Zum Kommentar
75
Wie dieser Zürcher den Ersten Weltkrieg verhindern wollte
Gemeinsam versuchten Heinrich Angst, der erste Direktor des Landesmuseums, und der deutsche Sozialist August Bebel den Ersten Weltkrieg zu verhindern. Vergebens.
Wo Grossmächte mit Krieg drohen, gibt es immer auch jene, die versuchen, das Unheil aufzuhalten. Heinrich Angst hat in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg diese Rolle gespielt, zumindest was die Rivalität Deutschlands mit dem britischen Empire betraf. Der Zürcher Grossbürger war ein Mann mit mehreren Gesichtern: als erster Direktor des Schweizerischen Landesmuseums eidgenössischer Beamter, zugleich aber als Generalkonsul Vertreter der britischen Krone in der deutschsprachigen Schweiz. Dazu pflegte er eine enge Freundschaft mit August Bebel, dem deutschen Sozialdemokraten und «Kaiser der Arbeiter».
Zur Story