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Gute Bedingungen, nix draus gemacht: Wir sind Europas Pfeifen bei Wind- und Solarenergie

24.05.2018, 09:3824.05.2018, 09:48
Windenergie-Anlage beim Griessee.
Windenergie-Anlage beim Griessee.Bild: KEYSTONE

Die Schweiz gehört europaweit zu den Schlusslichtern bei der Produktion von Solar- und Windenergie. Trotz stärkerem Ausbau der Photovoltaik in den letzten Jahren bleibt der Gesamtanteil am Stromverbrauch marginal. Eine unmittelbare Besserung ist nicht in Sicht.

In der Schweiz herrschten sowohl für die Solar- als auch für die Windenergieproduktion ideale Bedingungen, schreibt die Schweizerische Energiestiftung (SES) in einer Mitteilung vom Donnerstag. Für einen signifikanten Ausbau erneuerbarer Energien fehlten aber investitionsfreundliche Rahmenbedingungen.

Solarenergie aus dem Veloweg

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Solarenergie aus dem Veloweg
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Gemäss einer SES-Studie produzierten im vergangenen Jahr von insgesamt 29 untersuchten europäischen Ländern nur gerade vier weniger Solar- und Windenergie als die Schweiz. Es waren dies Lettland, die Slowakei, Slowenien und Ungarn.

Gute Voraussetzungen und dennoch abgeschlagen

In der Schweiz wurden 2017 190 kWh Solarstrom pro Kopf und 16 kWh Windstrom pro Kopf produziert. Damit ist die Stromproduktion durch Windenergie kaum nennenswert. Obwohl die Produktion der beiden erneuerbaren Energien seit Jahren kontinuierlich steige, sei ihr Gesamtanteil am Stromverbrauch mit 3 Prozent immer noch gering, moniert die SES.

Sogar Länder mit ähnlichen geografischen Voraussetzungen wie die Schweiz, etwa Österreich (838 kWh, entspricht Rang 10) oder Belgien (821 kWh, Rang 11), würden mit weniger Sonnenstunden signifikant mehr Strom aus Sonne und Wind produzieren.

Unter den Nachbarländern der Schweiz ist Deutschland der grösste Produzent neuer erneuerbarer Energie. In der Statistik der europäischen Ländern liegt Deutschland mit einer Gesamtproduktion von 1755 kWh auf Rang 2 hinter Dänemark (2716 kWh). Ebenfalls deutlich mehr Strom aus Wind und Sonne als die Schweiz produzieren auch Italien (705 kWh) und Frankreich (487 kWh).

Laut der SES ist mit der Annahme der Energiestrategie 2050 durch das Stimmvolk vor einem Jahr der Grundstein für eine erneuerbare Energieversorgung der Schweiz gelegt worden.

Die finanziellen Rahmenbedingungen für den Ausbau von neuen erneuerbaren Energien seien aber schlecht. Damit Investitionen künftig nennenswert anstiegen, brauche es weitere Massnahmen. Für das 2022 auslaufende Einspeisevergütungssystem brauche es dringend ein neues Finanzierungssystem, schreibt die Energiestiftung. (sda)

Die herzigste Solaranlage der Welt steht in China

Video: srf
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84 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Holiduli
24.05.2018 09:49registriert Oktober 2015
Von Windenergie bin ich nicht ganz so ein grosser Fan, aber es gibt meiner Meinung nach keine gute Ausreden um nicht auf der Mehrheit der Dächer Solarzellen zu installieren. Das sollte dringend gefördert werden.
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Ökonometriker
24.05.2018 09:49registriert Januar 2017
Die Schweiz setzt eben mehr auf Wasserkraft. Aussagekräftiger wäre der CO2-Ausstoss pro Kopf bei der Stromproduktion...
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Schnapphahn
24.05.2018 09:55registriert August 2015
"Belgien hat ähnliche geografische Voraussetzungen wie die Schweiz" ?? Solche Berichte kann man doch nicht ernst nehmen..
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84
Wieso der Prämien-Hammer gar nicht so hart zuschlagen müsste
Also doch: Mit zweijähriger Verzögerung wirkt sich die Coronapandemie nun auf die Prämien aus. Doch das ist nicht der einzige Grund, wieso die Prämien im Schnitt 2023 um 25 Franken pro Person und Monat steigen.

Der Prämiensprung ist nicht so schlimm wie angekündigt, nicht 10 Prozent oder mehr. Aber er ist trotzdem happig: Die Krankenkassenprämien steigen im Schnitt um 6.6 Prozent. Im Tessin, in Neuenburg und Appenzell schlagen sie gar mehr als 9 Prozent auf. «Für viele Haushalte ist dieser Anstieg schwer zu ertragen, gerade für Familien und für Personen mit tiefen Einkommen», sagte Gesundheitsminister Alain Berset.

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