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Wolkenbruch

Joel Basman spielt im Film Mordechai «Motti» Wolkenbruch – und verliebt sich in die Nichtjüdin Laure (gespielt von Noémie Schmidt)   Bild: dcm

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Im Kinohit «Wolkenbruch» löst sich ein junger Jude (gespielt von Joel Basman) von seiner orthodoxen Familie. Wie läuft es im echten Leben? Ein Realitätscheck in Zürich-Wiedikon.

Pascal Ritter / ch media



Von der Synagoge bis zur Leinwand sind es nur 500 Meter. Im Kino Houdini im Kreis 4 lachen die Stadtzürcher in vollen Sälen über den Juden Mordechai «Motti» Wolkenbruch, der sich in eine Schickse, eine Nichtjüdin verliebt. Der Regisseur Michael Steiner erspart den Zürchern mit der Komödie «Wolkenbruch» den Weg zur Synagoge auf der anderen Seite der Bahngleise. Denn die Welt der ultraorthodoxen Juden ist zwar nahe und doch sehr weit weg von der Lebenswelt der meisten Menschen.

Die Männer tragen lange Bärte, schwarze Gewänder, auffällige Hüte oder Kippas. Weisse Schnüre baumeln über ihren Hüften, Locken über ihren Schläfen. Die Frauen tragen Röcke und Perücken und irgendwie alle die gleichen Daunenjacken.

«Das kommt gar nicht vor!»

Im Film sorgt Motti Wolkenbruch mit seiner Liebschaft für Aufruhr in der Gemeinschaft. Seine Mutter versucht ihn mit arrangierten Treffen (Schiduch) weg von der Schickse Laura und hin zu einem jüdischen Mädchen zu lotsen. Regisseur Steiner zeichnet das Bild einer Parallelgesellschaft, die den Kontakt nach aussen meidet. Was stimmt an der Komödie, die als solche übertreiben muss?

Für den Realitätscheck muss man die 500 Meter gehen. Denn für ein Gespräch mit konservativen Juden eignet sich kein Ort besser als die Kreuzung von West- und Erikastrasse mitten im Herzen von Zürich-Wiedikon. Hier steht die Synagoge Agudas Achim. Während andere orthodoxe Juden zusammen mit liberalen in Verbänden und Synagogen zusammenkommen, bleiben die Mitglieder dieser Gemeinschaft meist unter sich. Ihre Mitglieder leben nach einer besonders konservativen Auslegung des jüdischen Glaubens. Misch-Ehen sind verpönt, und manch ein Mitglied arbeitet nicht, um sich ganz dem Studium der fünf Bücher Mosis, der Tora zu widmen. Die vielleicht 2000 Ultraorthodoxen sind unter den 18 000 meist liberalen oder säkularen Juden, die in der Schweiz leben, eine Minderheit.

Wolkenbruch

Wolkenbruchs Mutter versucht ihn mit arrangierten Treffen (Schiduch) weg von der Schickse Laura und hin zu einem jüdischen Mädchen zu lotsen. Bild: dcm

Gleich gegenüber der Synagoge bietet der Supermarkt Koscher City nach jüdischen Vorschriften produzierte Lebensmittel an. Das Fleisch etwa stammt von geschächteten Tieren und kommt nie mit Milchprodukten in Berührung.

Judith Rubinstein überquert die verkehrsberuhigte ehemalige Transitstrasse. Um sie herum kurvt einer ihrer Söhne mit dem Kickboard. Den Film «Wolkenbruch» hat die 46-Jährige nicht gesehen. «Wenn wir Orthodoxen Filme schauen, sind es unsere eigenen», sagt Rubinstein, die eigentlich anders heisst, aber wie alle befragten orthodoxen Juden nicht will, dass ihr Name in der Zeitung steht. Einer Schickse oder einem Schegez, wie nichtjüdische Männer auf Jiddisch genannt werden, ist noch keines ihrer zwölf Kinder verfallen. Fünf davon fanden bereits einen Partner innerhalb der Gemeinschaft. Die Übrigen sind zum Heiraten noch zu jung. «Ich möchte, dass meine sieben Buben und fünf Töchter eine Jüdin oder einen Juden heiraten», sagt sie. Es gelte, das jüdische Volk am Leben zu halten. Wer wie Rubinstein den jüdischen Glauben streng auslegt, glaubt, dass nur Jude sein kann, wer eine jüdische Mutter hat. «Letztlich», sagt Rubinstein, «müssten die Kinder aber selber entscheiden.»

Children and grownups celebrate Purim in the Wiedikon district of Zurich, Switzerland, pictured on Thursday, March 5, 2015. Purim is a festival commemorating the deliverance of the Jewish people from the threat of annihilation in the ancient Persian Empire. During the festival processions take place with people dressing up in masks and costumes, all in an exuberant mood. Gifts and sweets constitute an essential part of Purim as well. (KEYSTONE/Ennio Leanza)....Kinder und Erwachsene feiern im Stadtviertel Wiedikon in Zuerich das Purimfest, aufgenommen Donnerstag, am 5. Maerz 2015. Purim ist ein Fest, das an die Errettung des juedischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora erinnert. Im Mittelpunkt steht das Verkleiden mit bunten Trachten und das Veranstalten von Umzuegen. Die Stimmung ist ausgelassen. Es werden Geschenke ausgetauscht und grosse Mengen hauptsaechlich suesser Festspeisen verzehrt. (KEYSTONE/Ennio Leanza)..

Ein traditionell gekleideter Jude begegnet im März 2015 in Zürich einem Kind, das sich für das Purim-Fest verkleidet hat. Bild: KEYSTONE

Als es eindunkelt, treffen Männer in schwarzen Mänteln bei der Synagoge ein. Das zweite von drei täglichen Gebeten steht an. Manche tragen die Kippa, andere die etwas auffälligeren schwarzen Filzhüte. Auf den Film angesprochen, verwirft ein Mann mit langem weissem Bart die Hände: «Der ist schlimm, der ist nicht objektiv», sagt er. Ein jüngerer Mann stimmt ihm zu. «Man zeigt Juden mit unseren Kleidern, erzählt aber die Geschichte von einem, der vom Glauben abgefallen ist.» Es komme nur sehr selten vor, dass ein ultraorthodoxer Jude wegen einer Schickse die Gemeinschaft verlasse. Mit ihrer Kritik bestätigten sie gerade, was der Film zeigt: Es ist schwer für junge Leute, aus der Gemeinschaft auszutreten.

Den Schritt gewagt haben Samuel Friedman und Samuel Cohen. Die beiden jungen Männer haben die Hüte abgelegt und die langen Schläfenlocken abgeschnitten. Sie leben zwar immer noch in Zürich-Wiedikon, aber nicht in einer Ehe mit vielen Kindern, sondern zusammen in einer Wohngemeinschaft. Gestern waren sie in Leverkusen, als der Fussballclub Zürich dort gegen den FC Bayer spielte. Fussball schauen: Das ist auch so etwas, was sie als Buben nicht durften. Cohen hat Regisseur Steiner bei den Dreharbeiten beraten und spielt selbst im Film mit. Nicht als Orthodoxer, sondern als Kellner in der Kneipe, wo sich Motti mit Schickse Laura trifft.

Hotline für Aussteiger

Friedman und Cohen sind gerade dabei, eine Plattform für die Beratung von Aussteigers aus dem orthodoxen Judentum zu gründen. «Es braucht viel Kraft, seinen eigenen Weg zu gehen», sagt Cohen. Per Telefon und via Website wollen sie zweifelnden jungen Leuten das Gespräch anbieten. Die Plattform heisst Derachim, was Weg bedeutet. Die Botschaft: Jeder soll seinen eigenen Weg gehen.

Das Nachmittagsgebet ist zu Ende. Der 18-jährige Benjamin tritt aus der Synagoge. Mit seinem lichten, aber wuchernden Bart sieht er fast aus wie Motti Wolkenbruch. Im Gegensatz zur Filmfigur hat Benjamin nur einen einzigen Schiduch erlebt. «Ich heirate in zwei Wochen», sagt er und strahlt.

Der berühmteste Wachmann der Welt entschuldigt sich

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • happybeast 12.11.2018 13:32
    Highlight Highlight Der Film ist herzig, lustig und herrliche Unterhaltung,,,,und bedient das Cliche. Wer sich wirklich für die ultraorthodoxe Gesellschaft interessiert, dann bitte die Bücher über diese aus Osteuropa stammende Kultur lesen. Einzig der Rabbi, der in Israel eine neue Form "buddhistisches orthodoxentum" lehrt, empfand ich als realistisches Bild. Es gibt orthodoxe Rabbis, die gras als Lehrmittel legalisieren etc. herrliche auswüchse teilweise... :)
  • Lululuichmagäpfelmehralsdu 12.11.2018 12:55
    Highlight Highlight der genau gleiche artikel steht online im st. galler tagblatt. das irritiert mich leicht.
  • Schigi 11.11.2018 21:16
    Highlight Highlight Hat Freude gemacht diesen Film zu schauen. Gute Schauspieler, feine Kamera, getimte Regie. Sehr unterhaltsam.
  • Zurichda 11.11.2018 19:25
    Highlight Highlight Warum sollte ich mich schämen, orthodoxer Jude zu sein? Wir leben genau wie alle anderen Menschen der Welt. Suchen das gleiche: Halt. Liebe. Familie. Job. Kultur. Musik. Dass dies derart negativ dargestellt wird liegt daran, dass der “Ausreisser” als Motiv immer spannender ist, als das Kollektiv. Aber es ist und bleibt einfach ein Film. In der Realität ist das Leben anders.
    • Ataraksia Eudaimonia 11.11.2018 21:24
      Highlight Highlight Liebe/r Zuerichda, vielleicht liegen falsche Annahmen darin begründet dass man euch nicht persönlich kennt. Wirklich kennen lernen kann.
      Mich persönlich fasziniert alles was von der Norm'abweicht'(sofern es niemandem schadet).
      Hätte gerne Bekanntschaft mit einer jüdischen Familie/Person gemacht, weiß nur nicht wie...(
      Um mein Horizont zu erweitern, durch wahre Erfahrung Vermutungen/Interpretationen zu ersetzen. Haste ein Tipp??
    • amRhein 12.11.2018 05:25
      Highlight Highlight @Zuerichda: schämen braucht sich niemand. Aber muss man gut finden, wie aus der Geschichte, oder aus Gesellschaft Gefallene oder andere Exoten ihr Leben leben? Punktuell hat das vielleicht seinen Reiz, ja vielleicht sogar seine Berechtigung oder Notwendigkeit, aber diese „Andersartigkeit“ muss man weder gut noch in Ordnung finden. Man kann diese Lebensart kritisieren oder ablehnen. Oder belächeln. Oder auch grossartig finden und gutheissen.
  • Smeyers 11.11.2018 19:03
    Highlight Highlight Man sollte es als das sehen was ist, ein unterhaltsamer Film der Klischees spielt.
  • Nelson Muntz 11.11.2018 18:50
    Highlight Highlight Leben und leben lassen...

    Der Hauptgrund für die steigende Judenfeindlichkeit liegt vorallem an den intoleranten Migranten mit Wurzeln im Maghreb und Nahem Osten.
    • Zauggovia 11.11.2018 22:06
      Highlight Highlight Kommen die Blitzer alle aus dem Maghreb und Nahen Osten?
    • Mutzli 11.11.2018 22:47
      Highlight Highlight Jo, weil Europa ja bekannt ist für seine historische judenfreundlichkeit.../i mal die videos z.b. aus den USA der alt-right gesehen, oder die ethnie und politische ausrichtung des täters in pittsburgh?

      Es ist unbestritten, dass es in den von ihnen erwähnten regionen probleme mit antisemitismus gibt, aber denen alle schuld zuschieben, heisst “einheimische“ täter zu entschuldigen und sich aus unserer kollektiver verantwortung zu ziehen.
    • In vino veritas 12.11.2018 00:49
      Highlight Highlight Ich möchte nicht verleugnen, dass manche muslimische Migranten klare antisemitische Tendenzen haben, aber das Problem der Judendfeindlichkeit besteht in Europa schon seit dem Mittelalter und gipfelte im 3. Reich. Auch danach war Antisemitismus immer wieder ein Thema...
      Play Icon
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  • Genital Motors 11.11.2018 15:42
    Highlight Highlight Zug um Zug wird hier das ultraorthodoxe Judentum auseinander genommen.. ;-)
  • DerRabe 11.11.2018 14:08
    Highlight Highlight Der Titel des Artikels suggeriert, dass der Film nicht korrekt wäre. Im Interview mit den orthodoxen Männern und der Frau „Rubinstein“ kommt aber raus, dass es wohl genau so wie im Film ablaufen könnte.
    Mir erschliesst sich somit die Aussage des Artikels nicht ganz. Das einzige, was ich mit Sicherheit aus dem Artikel mitnehme, ist dass es diesen Film gibt. Geht es also nur um Werbung?
  • dä seppetoni 11.11.2018 14:02
    Highlight Highlight Meine Schwester hat bei einer Israelreise mit jungen Israelis gesprochen. Offenbar nerven sich zumindest einige darüber, welche Sonderrechte sich orthodoxe Juden rausnehmen können.
    Vor allem müssen sie keinen Militärdienst leisten und arbeiten ebenfalls nicht. Dä wäre ich auch süderig
    • wädenswiler 11.11.2018 14:33
      Highlight Highlight Wichtiges Detail: Es geht hier um die ultraorthodoxen und nicht die orthodoxen Juden.
    • Royeti 12.11.2018 00:27
      Highlight Highlight Hat sich mittlerweile geändert - viele gehen ins Militär, jedoch oftmals kein Dienst mit Waffe....
  • RAZZORBACK 11.11.2018 13:48
    Highlight Highlight Wer mag schon die Ultra Orthodoxen Juden?
    Alle Nicht Juden denke ich, denn wir verstehen die überhaupt nicht. Sie grenzen sich ja auch komplett von anders gläubigen ab.
    Schade denn jede extrem gelebte Religion finde ich schlecht und führt immer zu Kriegen und Auseinandersetzungen.

    Darum bin ich Atheist.
    Leben und leben lassen!
    • Smeyers 11.11.2018 19:05
      Highlight Highlight Wie Mönche und Nonnen auch und deshalb sollten wir Sie auch nicht mögen. Religion führt nicht zu Krieg sondern deren Missbrauch!
    • AndreasK 11.11.2018 23:34
      Highlight Highlight Heutzutage werden aber nicht mehr Erstgeborene in Klöster abgeschoben, damit diese Mönch werden. Es ist also ein frei gewählter Lebensweg – etwas, das geschlossene Communities wie die Gemeinde Agudas Achim mit ihren ausgesprochen traditionellen Riten eher ablehnen.
  • Angelo C. 11.11.2018 13:22
    Highlight Highlight Rabbi Jussuf :

    Deine Insideransichten sind gefragt - bitte melden 😅 !
    • Fabio74 11.11.2018 19:51
      Highlight Highlight Es kommen keine Moslems im Film vor. Daher Falsches Thema
    • Asmodeus 12.11.2018 05:48
      Highlight Highlight Jussuf ist kein Jude. Hat er selber mal zugegeben.

      Er betreibt hier seine rechte Hetze nur mit dem Namen.
    • Angelo C. 12.11.2018 13:52
      Highlight Highlight Asmodeus :

      Tatsächlich 🤔 ?! War und ist mir unbekannt....

      Habe ihn bisher nur wahrgenommen, wenn er einerseits teils über Juden und deren habitus, andererseits teils über Islamisten und deren Scharia, aber auch über deren Inkompatibilität mit unseren demokratischen Rechtsnormen dozierte.

      Jedenfalls meldet er sich erstaunlicherweise nicht zum aktuellen Film und dessen Aussagen....
    Weitere Antworten anzeigen
  • dääd 11.11.2018 13:07
    Highlight Highlight Ich habe den Film gesehen und bin ein Goi (Nichtjude). Ich finde, er endet nicht mit einer klaren Message "hier die Engstirnigen und Fundamentalen und dort die Freien und Offenen". Die Welt der Laura, in die sich Motti unsterblich verliebt, ist labil und dynamisch. Lauras Gefühle sind nicht so stark, dass sie sich festlegen und Optionen einschränken möchte. (Ende Spoiler)

    Aber bei Humor und Satire kommen alle dran und das soll in einer liberalen Gesellschaft, in der alle das Anderssein Anderer aushalten müssen, richtig sein.
    • felixJongleur 11.11.2018 20:45
      Highlight Highlight "Ende Spoiler" bringt jetzt nicht mehr soo viel wenn dessen Beginn nicht angekündigt wurde ;)
  • Hiker 11.11.2018 12:45
    Highlight Highlight Religionen quälen die Menschheit seit es Menschen gibt. Es sind Machtstrukturen wie man man sie in jeder Diktatur wiederfindet. Es scheint im Wesen der Menschen verankert zu sein sich über andere erheben zu wollen. Religion ist eines der perfideren Mittel zum Zweck. Dabei spielt es keine Rolle ob sich diese Systeme den Namen Katholiken, Juden, Buddhisten, Jslamisten, Scientology oder was auch immer geben. Zugrunde liegt immer die Macht der einen auserwählten über den Rest. Und alle die nicht mittmachen wollen sind zu verdammen. Die Juden sind da kein bisschen anders als alle anderen.
    • Garp 11.11.2018 13:29
      Highlight Highlight Weisst Du, wenn es keine Religionen sind, sind es andere Machtstrukturen. Nur die Religionen zu verdammen, führt nirgendwohin.
    • durrrr 11.11.2018 14:02
      Highlight Highlight "Religionen quälen die Menschheit seit es Menschen gibt."

      Nein. Menschen unterdrücken/quälen andere Menschen. Religion ist keine Macht von aussen, sie ist Menschen gemacht.
      Das bedeutet, solange sie individuell und frei gelebt wird, die "Menschheit" nicht negativ beeinflusst wird. Sobald sie jedoch politisch in die Gesellschaft eingreift, wie in der jüdischen/christlichen Orthodoxie oder im Islam, wird die Freiheit beschnitten und eine (Parallel-)Gesellschaft in geistige Ketten gelegt.
      Leider wird gerade dies in der westlichen Welt, unter falsch verstandener "Religionsfreiheit", toleriert.
    • FrancoL 11.11.2018 18:55
      Highlight Highlight @durrr; Einmal mir Dir einverstanden, was Dienen ersten Abschnitt betrifft.
      Bei der Aufzählung der Religionen hat Dir aber wohl dein Gedächtnis einen Streich gespielt oder es widerspiegelt eine "gelenkte" partielle Sicht.
  • René Obi (1) 11.11.2018 12:45
    Highlight Highlight Tja, jedes extreme Ausleben welcher Religion auch immer, hat immer etwas krankhaftes an sich. Und ist genau genommen äusserst schädlich für das Zusammenleben und das Lösen der wirklichen Probleme.
  • AlteSchachtel 11.11.2018 12:26
    Highlight Highlight Irgendwie finde ich es schade, dass diese Geschichte so auseinandergenommen wird.

    Ich hatte das Buch gelesen und mich über den Witz in der Geschichte köstlich amüsiert. Ein charmanter Einblick in eine Gemeinschaft in Zürich, die man täglich sieht, von der man aber relativ wenig weiss.

    Daraus jetzt ein "Politkum" oder eine Religionsfrage zum machen, finde ich nicht nötig, denn - Hand aufs Herz -: Es gibt auch katholische oder andere Mütter, die mit Engagement versuchen, das "Heiratsglück" ihrer Kinder zu lenken.
    • balzercomp 11.11.2018 15:20
      Highlight Highlight Das Problem ist, dass sich eine Parallelgesellschaft entwickelt hat, die, zumindest teilweise, ihre eigenen Regeln und Gesetze hat und lebt. Parallelgesellschaften sind aus meiner Sicht immer abzulehnen. Ganz gleich ob sie auf religiösen Gründen oder aufgrund nationaler Abstammung entstanden sind. Wenn es muslimisch begründete Parallelgesellschaften sind gibt es einen Aufschrei. Warum sollte es bei jüdischen oder auch christlichen Gruppierungen besser sein?
    • AlteSchachtel 11.11.2018 16:23
      Highlight Highlight @balzercomp

      Über das Problem lässt sich durchaus diskutieren, aber deswegen muss nicht diese liebevolle und geniale Komödie herangezogen werden.

      Diese Parallellgesellschaft ist überhaupt nichts Neues, sie war in Zürich lange genauso problemlos, wie die 1963 vom Stapi eingeweihte Mahmud-Moschee und deren Anhänger.

      Heute ist man heikler - teilweise zu recht, vorallem bei denen die missionieren und im Alltag intolerant gegenüber Andersdenkenden sind. Und klar ist es für Aussteiger schwierig.

      Mich stört die Verbindung mit der äusserst humorvollen Geschichte von Meyer.
    • Asmodeus 12.11.2018 05:51
      Highlight Highlight Ohne diese Parallelgesellschaft gäbe es den Film nicht.

      Es ist schön wenn Du bei der Geschichte diesen ernsthaften Teil ausblenden möchtest.

      Wir nicht.
  • malu 64 11.11.2018 12:02
    Highlight Highlight Religion ist Opium für das Volk!
    • Fumia Canenero 11.11.2018 14:03
      Highlight Highlight Opium kann in tiefe Abhängigkeit führen, man kann daraus aber auch wertvolle Medikamente herstellen. Böse Menschen finden viele Wege um andere zu knechten, Religion ist nur eine Möglichkeit. Andere sind z.B. Geld, Gewalt oder Politik.
  • Eskimo 11.11.2018 12:01
    Highlight Highlight Jeder Nichtjude mit der selben Einstellung würde man wohl als Rassist bezeichnen...
    • weachauimmo 11.11.2018 13:06
      Highlight Highlight Rassismus bleibt Rassismus, egal unter welchem Vorwand oder höheren Zweck er daherkommt. Traditionalismus, Nationalismus, Zionismus und Rassismus überlappen sich mancherorts, sind jedoch nicht zwingend und in allen Fällen identisch. Der evolutionär durchaus gewollte Trieb zur Erhaltung der Eigenart eines Volkes, einer Kultur, einer Art und Weise des Zusammenlebens, etc. schließt nicht automatisch Rassismus mit ein.
    • River 11.11.2018 13:47
      Highlight Highlight Das ist falsch. Religion hat nichts mit Rasse zu tun. Du kannst als Nichtjude den jüdischen Glauben annehmen und Teil der Gesellschaft werden. Bei Rassisten ist diese aufnahme in ihre "Gesellschaft' nicht möglich.
  • Loeffel 11.11.2018 11:48
    Highlight Highlight Ich bin täglich in Zürich Wiedikon unterwegs. Ich habe viele jüdische (säkulare) Freunde. Erwische mich aber jedesmal dabei, wenn ich die orthodoxen Juden durch die Strassen huschen sehe, alle gleich aussehend, mit gleich hektischem Schritt und grimmigen Gesicht, dass ich mich etwas „grusle“... hat was Zombie-artiges. Nicht mal böse gemeint, sondern besorgt, wir haben diese Menschen an „etwas“ verloren.
    • Garp 11.11.2018 15:26
      Highlight Highlight Ich habe lange im Haus mit ultraorthodoxen zusammengelebt. Sie waren durchaus lebensfroh und hatten nichts von Zombies. Ein Kontakt war aber kaum möglich, obwohl ich offen dafür war.
    • Smeyers 11.11.2018 19:13
      Highlight Highlight @garp: vor 50 Jahren waren Beziehungen zwischen Katholiken und Protestanten in der Schweiz gesellschaftlich verboten oder verpönt. Man bleibt unter seinesgleichen.
    • Garp 12.11.2018 11:36
      Highlight Highlight @Smeyers Ich habe vor 50 Jahren schon gelebt. 😉 Ich war als Evengelische sogar im katholischen Jugendchor, das gab keine Probleme. Auf dem Land hat das noch anders ausgesehen, klar. Ich kenn viele Geschichten von meiner Mutter. Sie selbst durfte ihre erste grosse Liebe nicht heiraten. Seine Eltern waren dagegen.
  • amRhein 11.11.2018 11:44
    Highlight Highlight Warum diese Gräben, Vorschriften und Denkverbote?!
    • Baba 11.11.2018 12:42
      Highlight Highlight Weil halt doch nicht alles Gold ist, was glänzt und wer fragt, deckt auf...

      Ein 18 jähriger wird verheiratet. Seine Frau wird wohl auch erst 18 oder gar noch jünger sein. Und das heutzutage, in der Schweiz. Mir stehen die Haare zu Berge.

      Tolles Buch über eine Frau, die dem Käfig des orthodoxen Judentums entronnen ist: Deborah Feldman "UnOrthodox"
    • amRhein 11.11.2018 13:47
      Highlight Highlight Das Buch ist erschütternd, nicht toll. Was bitte glänzt da?
    • Baba 11.11.2018 14:06
      Highlight Highlight Es ist ein berührendes, starkes, erschütterndes, grossartiges, tolles Buch. Es passen viele Adjektive. Ich habe mich nun mal kurz und knapp für 'toll' entschieden.

      Glänzen tut für jene, die drin sind und nicht hinterfragen wohl ganz viel. Ich bin überzeugt, der in Kürze heiratende 'Benjamin' sieht seine Gemeinschaft sehr positiv.
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 11.11.2018 11:44
    Highlight Highlight Ich bin ehrlich gesagt ziemlich verwundert darüber, eass in der Beschreibung steht "orthodoxer Jude", obwohl das Buch von einem Juden geschrieben wurde und genug Juden am Film mitgearbeitet haben, um zu erkennen, dass Motti und seine Familie KEINE orthodoxen Juden sind. Das erkennt man ja schon an der Kleidung.

    Sie sind strenggläubige Juden. Der Ausstieg wird auch nicht einfach sein (zumal er aus orthodoxer Sicht gar nicht möglich ist), aber nichtsdestotrotz finde ich es halt wichtig, die richtigen Bezeichnungen zu verwenden, sonst entstehen falsche Vorstellungen.
    • Garp 11.11.2018 12:06
      Highlight Highlight Es gibt orthodox und ultraorthodox. Orthodox passt schon.
    • FrancoL 11.11.2018 12:09
      Highlight Highlight Richtig! Ich kenne genügend nicht orthodoxe Juden, die in ähnlicher Form und Strenge ihre Kinder erziehen und deren Verheiratung ausserhalb der Gemeinschaft nicht dulden.

      So wie übrigens vor weniger als 100 Jahren die Katholiken dies mit ihren Kindern auch taten.
    • yanoi 11.11.2018 12:48
      Highlight Highlight danke lillie für diese richtigstellung.
      als sakulär jüdisch aufgewachsener weiss ich um die vorurteile der gojs, und es wäre wünschenswert, wenn die begriffe korrekt verwendet werden.
      tatsächlich bleibt ein kind einer jüdischen mutter jüdisch, bedingungslos.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lina-Lou 11.11.2018 11:43
    Highlight Highlight Der Film ist ein Meisterwerk! Ich hatte die Ehre, zusammen mit meinem Vater an einer Vorpremiere dabei sein zu können!

    Mein Vater, aufgewachsen in Zürich in einer streng jüdischen Familie. Verheiratet mit einer Schickse, meiner lieben Mama.
    Der Film war für ihn nochmals, nach all den Jahren, eine Heilung und Befreiung.
  • kerZHakov 11.11.2018 11:31
    Highlight Highlight Der Film auf jeden Fall ist herrlich! Habe mich köstlich amüsiert. Ob die jüdische Gemeinschaft realitätsnah dargestellt wird, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall wird sie sehr schalkhaft, sympathisch gezeigt. In Zeiten, in welcher Antisemitismus wieder salonfähig wird, ein Aufsteller.
  • flying kid 11.11.2018 11:18
    Highlight Highlight Willkommen im Jahr 2018, wo es immer noch Religionsgemeinschaften gibt, welche Aussteiger oder Personen, die nicht innerhalb ihrer Gemeinschaft heiraten, ächten.

    Aber dann immer nach Toleranz für ihren Lebensstil und ihre Religion schreien.
    Ich glaube der Film zeigt die Realität zu genau, deshalb mögen ihn die ultra-orthodoxen Juden nicht.

Kassenschlager «Wolkenbruch» erhitzt Gemüter – ein jüdisches Paar erzählt, wie sie leben

Das orthodox-jüdische Paar Ilana und Chaim Lipschitz haben sich an einem arrangierten Treffen kennengelernt. Wo der Film «Wolkenbruch» ins Schwarze getroffen hat und wie es ist, sich zwei Wochen nach dem ersten Date zu verloben, haben sie watson im Gespräch erzählt.

Der Kinofilm «Wolkenbruchs wundersame Reise in die Arme einer Schickse» ist der Kassenschlager schlechthin. Drei Wochen nach seiner Premiere haben bisher über 130'000 Zuschauer die Geschichte vom orthodoxen Juden Motti Wolkenbruch mitverfolgt, der sich in die Schickse (Nichtjüdin) Laura verliebt.

Der Film sorgt schweizweit für Gesprächsstoff. Orthodoxe Juden würden sich stören an der Aussage des Films, liest man in der «Aargauer Zeitung». «Spassiges Juden-Bashing», schreibt die NZZ. Und …

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