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Tariq Ramadan: Schweizer Islamforscher gibt sexuelle Kontakte zu

FILE - In this Feb.7 2016 file photo, Muslim scholar Tariq Ramadan delivers a speech during a French Muslim organizations meeting in Lille, northern France. A French judge has decided to keep prominen ...
Tariq Ramadan während einer Konferenz in Lille im Jahr 2016.Bild: AP/AP

Schweizer Islamforscher Tariq Ramadan gibt sexuelle Beziehungen mit Klägerinnen zu

22.10.2018, 18:2623.10.2018, 06:44

Der Schweizer Islamforscher Tariq Ramadan hat erstmals sexuelle Beziehungen mit zwei Frauen zugegeben, die ihn der Vergewaltigung beschuldigen.

Es habe sich aber um «einvernehmlichen» Sex gehandelt, sagte der 56-Jährige nach Angaben seines Anwalts am Montag während einer richterlichen Anhörung in Paris.

Die Verteidigung verweist dabei auf SMS-Nachrichten zwischen Ramadan und den beiden Frauen. Diese zeigten, dass die Klägerinnen «gelogen haben und die sexuellen Beziehungen absolut erwünscht waren», betonte Ramadans Anwalt Emmanuel Marigny.

Medien hatten Ende September Auszüge aus fast 400 Textnachrichten Ramadans an eine der Klägerinnen veröffentlicht. Darin brachte der Islamforscher demnach seine gewalttätigen sexuellen Phantasien zum Ausdruck. «Entschuldigung für meine ‹Gewalt›», soll er zudem einer Frau nach einem Treffen 2009 geschrieben haben.

Der Anwalt Ramadans beantragte erneut die Freilassung seines Mandanten. Drei vorherige Anträge hatte die Pariser Justiz zurückgewiesen.

Ramadan war Anfang des Jahres in der französischen Hauptstadt festgenommen worden, die Justiz leitete ein Strafverfahren gegen ihn ein. Seit vergangenem November ist der Islamforscher von seiner Professur an der englischen Universität Oxford beurlaubt. Ramadan ist in der Schweiz geboren, seine Vorfahren stammen aus Ägypten. (sda/afp)

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Was ein EU-Parlamentarier von der Personenfreizügigkeit hält
Christophe Grudler kommt aus dem französischen Belfort und sitzt für die liberale Modem-Partei im EU-Parlament. Was hält er von der Personenfreizügigkeit?
In ihrer Region leben Grenzgänger im Camper, weil es zu wenige Wohnungen gibt. Sorgt die Personenfreizügigkeit auch auf französischer Seite für Probleme?
Christophe Grudler: Ein intensiver Austausch bringt immer positive und negative Effekte mit sich, das ist normal. Neben den Vorteilen für Wirtschaft und Beschäftigung gibt es immer auch negative Auswirkungen, darunter den Druck auf den Wohnungsmarkt, den wir auch auf französischer Seite kennen. Aber die Bilanz bleibt positiv. Die Schweiz profitiert von den qualifizierten Arbeitskräften. Und die Grenzgänger bringen gute Löhne nach Hause.
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