Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Der Nationalrat debattiert an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Donnerstag, 14. Juni 2018 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Hauchdünn entschied sich heute der Nationalrat für einen Geschlechterrichtwert.  Bild: KEYSTONE

Nationalrat sagt Ja zu Frauenquoten in grossen Unternehmen



Mehr Frauen in Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten: Der Nationalrat befürwortet einen Geschlechterrichtwert für grosse börsenkotierte Unternehmen. Sind zu wenig Frauen an der Spitze, muss sich das Unternehmen erklären.

Der Nationalrat sprach sich am Donnerstag mit hauchdünner Mehrheit für die Geschlechterrichtwerte aus: mit 95 zu 94 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Dagegen waren die SVP und die FDP. Letztere stimmte aber nicht geschlossen.

Im Rahmen der Aktienrechtsrevision beschloss der Rat folgende Richtwerte: Im Verwaltungsrat börsenkotierter Gesellschaften mit mehr als 250 Mitarbeitenden sollen mindestens 30 Prozent Frauen sitzen, in der Geschäftsleitung mindestens 20 Prozent.

Keine Sanktionen

Sanktionen sind nicht vorgesehen: Erfüllt ein Unternehmen die Richtwerte nicht, muss es sich lediglich erklären. Im Vergütungsbericht müssen die Gründe sowie Massnahmen zur Verbesserung dargelegt werden, nach dem sogenannten Comply-or-explain-Ansatz. Aus Sicht der Befürworterinnen und Befürworter ist es deshalb falsch, von einer Quote zu sprechen.

Die Regeln sollen fünf Jahre nach Inkrafttreten des neuen Rechts gelten. Die vorberatende Kommission wollte eine befristete Regelung: Nach zehn Jahren sollten die Bestimmungen ersatzlos aufgehoben werden. Der Rat sprach sich aber mit 97 zu 94 Stimmen bei 1 Enthaltung für eine unbefristete Regelung aus.

«Wir tun den Frauen keinen Gefallen»

Die SVP will wegen der Geschlechterrichtwerte die gesamte Aktienrechtsrevision ablehnen. Natalie Rickli (SVP/ZH) warf die Frage auf, wie es möglich sei, dass ein bürgerlicher Bundesrat eine Frauenquote befürworte.

Für die Geschäftsleitung grosser börsenkotierter Unternehmen brauche es wirkliche Qualifikationen, stellte Rickli fest. Sie selbst würde diese nicht mitbringen. «Ich frage mich, ob gewisse Frauen sich nicht überschätzen», sagte Rickli. Natürlich gebe es auch Männer, die sich überschätzten, fügte sie an. Die Politik tue den Frauen indes keinen Gefallen, wenn sie eine Quote festlege.

Natalie Rickli, SVP-ZH, links, und Ulrich Giezendanner, SVP-AG, rechts, sprechen miteinander an der Sommersession der Eidgenoessischen Raete, am Dienstag, 12. Juni 2018 im Nationalrat in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Natalie Rickli und Ulrich Giezendanner: Die SVP spricht sich gegen einen Richtwert aus. Bild: KEYSTONE

«An Harmlosigkeit nicht zu überbieten»

Martin Naef (SP/ZH) stellte fest, er komme ob des Widerstandes gewisser Herren und auch Damen nicht aus dem Staunen heraus. Dass gemischte Teams erfolgreich seien, stehe fest. Ebenso klar sei, dass in der Schweiz Handlungsbedarf bestehe. «Das ist nicht nur peinlich, sondern volkswirtschaftlich schädlich», sagte Naef. Ausserdem sei die Regelung an Harmlosigkeit nicht zu überbieten.

«Ich verstehe die ganze Aufregung nicht», sagte Bernhard Guhl (BDP/AG). Es gehe um fünf oder sieben Jahre, in denen die Unternehmen einen Passus in den Vergütungsbericht schreiben müssten. «Wo ist denn das Problem?», fragte Guhl. Beat Flach (GLP/AG) empfahl den Gegnern, durchzuatmen. Es handle sich um eine weichgewaschene Regelung.

abspielen

Andrea Gmür mit einem Gedicht zur Frauenquote. Video: YouTube/CVP PDC PPD

«Von Fortschritt keine Spur»

Justizministerin Simonetta Sommaruga stellte fest, es gebe viele bestens qualifizierte Frauen, die gute Arbeit leisteten. Dort, wo es um viel Geld und viel Macht gehe, seien die Frauen aber praktisch abwesend. In den Verwaltungsräten der grössten Unternehmen seien acht von zehn Mitgliedern Männer, in den Geschäftsleitungen neun von zehn. Der Männeranteil sei in letzter Zeit sogar noch gestiegen. «Von Fortschritt keine Spur.»

Unter diesen Bedingungen sei der Bundesrat zum Schluss gekommen, dass er Transparenz schaffen wolle, sagte Sommaruga. Etwa 200 Unternehmen seien betroffen. Und kein Unternehmen werde mit dieser Bestimmung gezwungen, eine Frau oder einen Mann anzustellen. Die Justizministerin erinnerte auch an den Verfassungsauftrag zur Gleichstellung von Mann und Frau. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Panne im System: Kein Handel an Tokios Börse

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

46
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Slupp80 16.06.2018 21:26
    Highlight Highlight Das ist so eine Art planwirtschaftlicher Eingriff... ich denke es sollten die Fähigkeiten entscheiden, wer wo in den Führungsgremien sitzt und nicht das Geschlecht. Frau Ruoff ist schlussendlich auch eine „sehr fähige“ Quotenfrau...oder?
  • Husar 15.06.2018 08:20
    Highlight Highlight Geschlechterquoten sind geschlechterdiskriminierend.
    Der Nationalrat hat Verfassungsbruch begangen.
  • Der Rückbauer 15.06.2018 08:14
    Highlight Highlight Eine Diskriminierung aller NICHT-Quotenfrauen und ein Affront. - Wie muss sich eine Quotenfrau, die es aufgrund ihrer Leistung geschafft hat, gegenüber einer NICHT-Quotenfrau fühlen, die von Gesetzes wegen raufgespült wurde? Schlimmer geht's nimmer.
    • Der Rückbauer 15.06.2018 09:12
      Highlight Highlight Sorry, aber da ist etwas verdreht, richtig ist das Gegenteil: Wie muss sich eine NICHT-Quotenfrau, die es aufgrund ihrer Leistung geschafft hat, gegenüber einer Quotenfrau fühlen, die von Gesetzes wegen raufgespült wurde?
  • slooper 15.06.2018 07:55
    Highlight Highlight Ich freue mich schon jetzt auf die Quotenfrauen. Die werden den Ruf der Frauen nicht gerade verbessern. Wer einen Job nur aufgrund seines Geschlecht oder Rasse bekommt und nicht aufgrund seiner Fähigkeiten, schadet langfristig dem System. Sie Südafrika. Wenn es genügend Frauen gibt, die in solche Positionen wollen, dann schaffen sie das. Da gibt es andere Wege dies zu fördern. Zwang ist an dieser Stelle der falsche Ansatz. "Don't fight forces, use them." - R. Buckminster Fuller
  • Jein 15.06.2018 07:36
    Highlight Highlight So was bringt doch niemandem was, weder Frau noch Mann. Weder der Kaderfrau die sich durch harte Arbeit eine Rolle in der GL erkämpft hat und nun als Quotenfrau abgestempelt wird, noch der Frau die lohndiskriminiert wird.

  • Blitzesammler 15.06.2018 06:40
    Highlight Highlight Fürt doch ein Gesetz ein, welches die Bewerbungsunterlagen anonymisiert. Darauf soll ein Code den Namen, das Foto und das Geschlecht ersetzen (vieleicht braucht es auch noch mehr, habe es nicht zu ende gedacht) So würden nur die Qualifikationen und die Motivation zählen.
    • MacB 15.06.2018 08:50
      Highlight Highlight Bringt nur mehr Arbeit in der Selektion. Wenn mir jemand nicht passt, weil er ein zerzauster Mensch ist und ich Qualität brauche, stell ich ihn nicht ein.

      Manchmal erkennt man es schon am CV, manchmal aber erst im Gespräch.

      Dein Ansatz löst gar nichts, denn nioemand wird dadurch einen JOb bekommen, den er sonst nicht bekommen hätte...oder sie natürlich :)
    • Blitzesammler 15.06.2018 11:25
      Highlight Highlight wer weiss, es war ja nur ne spontane Idee. Ich persönlich schaue nicht nur auf die Kompetenzen sondern auch ob mir jemand sympatisch ist. So arbeitet mein Team besser. Abe vieleicht hast du ja auch recht?
  • Süffu 15.06.2018 05:55
    Highlight Highlight Ist halt einfacher als endlich einen angemessenen Vaterschaftsurlaub einzuführen, welcher das ewige "Frauen und die Familienplanung / Arbeit" geleier entschärfen würde. Auch einfacher, als Teilzeitarbeit von Männern, welche sich um ihre Kinder kümmern wollen, zu entstigmatisieren und fördern.
    • sowhat 15.06.2018 09:04
      Highlight Highlight Sinnvoller wäre alles von dem was du schreibst, aber etwas nicht tun, weil nicht alles geht, macht auch keinen Sinn
    • PrincessCrazy 15.06.2018 14:59
      Highlight Highlight Genau! Das grösste Problem ist nämlich nicht, dass Frauen weniger gut behandelt werden - sondern, dass die Männer oft gar nicht die Möglichkeit haben, etwas an dieser Situation zu ändern! Wenn z.B. ein Mann seine Frau im Haushalt oder bei der Kindererziehung unterstützen will, ist es kaum möglich, sein Pensum zu reduzieren (und wenn, dann höchstens auf 80%). Und jetzt stellt euch vor, jemand macht es tatsächlich und geht auf 50% - ich höre schon jetzt die doofen Sprüche von allein Seiten. Die Probleme gehen viel weiter - Sexismus gegen Frauen ist nur die Spitze des Eisberges.
  • rundumeli 15.06.2018 05:05
    Highlight Highlight vermutlich werden die gleichstellungsbüros nun aufgestockt und dürfen sich mit drolligen erklärungen der firmen rumschlagen dann:

    "Erfüllt ein Unternehmen die Richtwerte nicht, muss es sich lediglich erklären"

    ... huch ;-)

  • Ökonometriker 15.06.2018 01:01
    Highlight Highlight Quoten sind nur Symptombekämpfung. Warum wählen Frauen heute nur zu einem kleinen Teil anstrengende Studiengänge? Warum müssen sie zwischen Familie und Karriere wählen? Warum sieht man sie in der Schweiz nur als schützenswerte kleine Tierchen?
  • N. Y. P. D. 14.06.2018 23:45
    Highlight Highlight Was ist ein Pyrrhussieg ?

    Ein Pyrrhussieg ist ein Sieg, der nur ein scheinbarer Erfolg ist, stattdessen ist er mit Nachteilen (oder Verlusten) verbunden. Als Sieg, der teuer erkauft ist, wird er häufig bezeichnet. Ein Pyrrhussieg ist also mehr eine Niederlage als ein Sieg.
  • Asmodeus 14.06.2018 23:04
    Highlight Highlight Ich bin eigentlich gegen Frauenquoten, da das Geschlecht nicht als Qualifikation dienen sollte.

    Aber ohne geht es leider scheinbar nicht.
  • DunkelMunkel 14.06.2018 22:54
    Highlight Highlight Mehr fähige Menschen (inkl. Frauen) im Management: ja.

    Frauenquote: Keinesfalls.

  • w'ever 14.06.2018 22:31
    Highlight Highlight dann bestehe ich aber auch darauf, dass es eine quote für menschen gibt, die nicht ganz alle so weiss sind wie personen im nationalrat und ständerat.
  • The Snitcher 14.06.2018 22:28
    Highlight Highlight Damit wird genau das Gegenteil erreicht: Frauen werden sich künftig mehr beweisen müssen um nicht den Quotenstempel abzukriegen... und bei der jungen, tolleranten, aufgeklärten und modernen Männergeneration wird so nur Missgunst geschürt. Bravo...
    • Herr Ole 15.06.2018 09:03
      Highlight Highlight Wer Frauen als Quotenfrauen abstempelt, ist ohnehin ein Lappen.
    • sowhat 15.06.2018 09:06
      Highlight Highlight Wo hast du bitte eine junge, tolerante, aufgeklärte und moderne Männergeneration ausgemacht?
  • mukeleven 14.06.2018 22:04
    Highlight Highlight powerfrauen brauchen keine quote - das ist diskriminierung und ein ineffizienter papiertiger obendrauf!
  • Alnothur 14.06.2018 21:38
    Highlight Highlight "Dass gemischte Teams erfolgreich seien, stehe fest." - gut, dann wird es sie von ganz alleine geben.
    • Juliet Bravo 14.06.2018 23:22
      Highlight Highlight Nein eben nicht. Das passiert nicht von alleine.
      „..aha, sie sind also verheiratet... Wie siehts denn mit Kindern aus?“ Antworte darauf in einem Assessment ehrlich, wenn du schon gerne Kinder in den nächsten 3 Jahren hättest!
    • Ökonometriker 15.06.2018 08:35
      Highlight Highlight Juliet Bravo, wie viele Quotenfeauen im VR werden wohl im gebärfähigen Alter sein? Bei den VR-Leuten stellt sich wohl eher die Frage nach Grosskindern...
    • Juliet Bravo 15.06.2018 13:43
      Highlight Highlight Also kommt mal nicht mal so weit hoch, da Kinderwunsch vorher schon ein Hindernis ist.
  • N. Y. P. D. 14.06.2018 20:47
    Highlight Highlight Ernsthafte Frage :

    Wenn man jetzt offiziell von Frauenquoten spricht, so darf man jetzt also Frauen in der Führung von Grossunternehmen als Quotenfrauen bezeichnen ?
    • Juliet Bravo 14.06.2018 23:30
      Highlight Highlight Wenn du sicher bist, dass die 1 Frau von 5 GL Mitgliedern nur wegen der Quote dort sitzt darfst du das.
      Aber come on, die (jetzt beschlossene) Quote von 20% ist doch lächerlich niedrig. Das sollte heute einfach selbstverständlich sein in einer GL. Und ich bin auch überzeugt, schon in 5 Jahren wird dich diese Frage auch gar nicht mehr umtreiben.
  • royal 14.06.2018 19:55
    Highlight Highlight Liebe unternehmen, für nur 750.- pro monat übernehme ich gerne eine positionen in ihrer geschäftsleitung - ohne rechte und pflichten versteht sich.

    Meinen position auf linkedin wechsle ich dann zu quoterin.
    Das influencen wurde eh öde ¯\_(ツ)_/¯
  • Tornado 14.06.2018 19:51
    Highlight Highlight Man man man, wie absurd ist das denn? Ein Papiertieger wie er ihm Bilderbuch steht und dafür werde die Parlamentarier auch noch bezahlt.
    Wenn das so ein wichtiges Anliegen ist, wie wäre es damit endlich Rahmenbedingungen zu schaffen die Familie und Karriere für beide Geschlechter ermöglichen? Viele Kaderjobs lassen sich in unserem aktuellen System nunmal nur mit einem 100% oder mindestens 80% Pensum erledigen. Viele Mütter wollen dies aber nicht wohl einer der Hauptgründe warum so wenig Frauen vertreten sind.
    • kettcar #lina4weindoch 15.06.2018 07:29
      Highlight Highlight Hmmm, was ich beobachte ist nicht ein staatlich-strukturelles Problem sondern eine gesellschaftliche Stigmatisierung. Erklär als Frau mal, dass du nach 3 Monaten Mutterschaftsurlaub wieder 100% arbeiten gehst und dein Kind in eine Kita geht. Sofort kommt: ja, wieso willst du dann überhaupt Kinder? Noch nie hab ich gehört: ja, wieso wollte dein Mann denn Kinder, wenn er trotzdem 100% weiterarbeitet.
    • sowhat 15.06.2018 09:09
      Highlight Highlight @kettcar, agree, aber sowas von!
    • G-Man 15.06.2018 13:42
      Highlight Highlight @Kettcar ich bevorzuge da wieso wollt ihr denn überhaupt kinder... und ja das frage ich mich oft bei diesen eltern.
  • Spektor 14.06.2018 19:23
    Highlight Highlight «Ich frage mich, ob gewisse Frauen sich nicht überschätzen», sagte Rickli. Natürlich gebe es auch Männer, die sich überschätzten, fügte sie an.

    Grad noch so gerettet Frau Rickli. Oder eben grade nicht. Klar gibt es Menschen die sich im Beruf überschätzen. Genauso gibt es Männer und Frauen die sich unterschätzen oder einfach keine Ambitionen haben. Es sollten einfach alle die gleichen Chancen haben, bei geeigneter Qualifikation einen entsprechenden Posten einzunehmen. Die Aussage von Frau Rickli finde ich hier einfach nur deplatziert und lässt tief blicken.
    • sowhat 15.06.2018 12:47
      Highlight Highlight Der Satz davor ist viel heftiger; sie glaubt, weil sie es nicht kann, kann es Keine.... Einbildung ist auch eine Art Bildung!
  • 97ProzentVonCH68000 14.06.2018 18:57
    Highlight Highlight Die Diskriminierung der Männer wird immer absurder: Militär, Pension, Witwenrente, jetzt auch noch Erklärung - aber natürlich nur falls Frauen weniger vertreten. Müssen sich auch alle Gleichstellungsbüros erklären, die klar in Frauenhand sind?
    Müssen sich auch alle Gymnasien und Unis erklären, die klar mehr Schülerinnen und Studentinnen haben?
    Müssen sich auch alle Schulen erklären, die klar mehr Lehrerinnen haben?
    GleichbeRECHTigung ist nicht Gleichmacherei. Es wäre aber schön, wenn Männer nicht schon gesetzlich benachteiligt würden!
    • Nocciolo 14.06.2018 19:57
      Highlight Highlight Mimimimimi... Dieses Gejammer meiner Geschlechtsgenossen ist kaum mehr auszuhalten. Vor was habt ihr eigentlich angst? Habt ihr den alle für die Abschaffung der Whrpflicht gestimmt? Kämpft ihr den für eine höhere Wittwerrente? Wahrscheinlich nicht, sonst wären gewise Abstimmungen anders ausgegangen. Als hört auf zu jammern und macht etwas, und zwar vorwärts nicht rückwärts, zum Beispiel mit dem Vaterschaftsurlaub oder noch besser, einem Elternurlaub.
    • Knety 14.06.2018 20:06
      Highlight Highlight Wenn du dir solche Fragen stellen musst, dann hast du den Feminismus nicht begriffen. Es ist nur schlimm wenn irgendeine Statistik eine scheinbare Benachteiligung von Frauen aufzeigt. Das viele hochgebildete Frauen -aus absolut verständlichen Gründen- keine Karriere machen wollen wird auch ignoriert.
    • Alnothur 14.06.2018 21:43
      Highlight Highlight Es ist doch ganz klar, warum die Gleichstellungsbüros von Frauen dominiert sind: denen muss man 17% weniger Lohn zahlen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • raphe qwe 14.06.2018 18:43
    Highlight Highlight Gut für die Statistik, möglicherweise gut für die weitere Entwicklung der Situation, schlecht für die beförderten Frauen.
  • jdd2405 14.06.2018 18:42
    Highlight Highlight War nicht auch noch eine Diskussion eines dritten bzw. die Abschaffung der Geschlechter? Was dann, frag ich mich.
    • Husar 15.06.2018 08:26
      Highlight Highlight @kleiner_Schurke
      Aha. Aber keine Männerquote?
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 14.06.2018 18:42
    Highlight Highlight Typisch SVP, wegen einer solchen winzigen Einzelheit macht sie totalopposition und will das gesamte Packet zurückschicken.
    Selbst ich, der auch hier in der Kommentarspalte mich immer gegen Quoten aufgrund jedes (!) unveränderlichen Kriteriums einsetzte, hätte dieser Regulierung zugestimmt.
    Gerne würde ich sehen, wie sich diejenige, die sich immer für Quoten bei attraktiven Jöblis an der Spitze von grossen Unternehmen einsetzten, auch bei anderen Themen wie dem Militär und der AHV für Gleichberechtigung einfordern würden. Zumal dort die Einflussmöglichkeit als Politiker viel grösser ist...
    • sowhat 15.06.2018 09:19
      Highlight Highlight Sowas nennt sich Kompromiss, das kommt im Vokabular der SVP nicht vor

Interview

«96 Prozent der Frauen in unseren Zentren auf Lesbos sind Opfer sexueller Gewalt»

Raquel Herzog ist Gründerin einer NGO, die auf Lesbos und in Athen ein Tageszentrum für Frauen auf der Flucht betreibt. Im Interview erklärt sie, wieso Frauen, die im Lager Moria lebten, besonders auf Unterstützung angewiesen sind und wie es um die aktuelle Lage auf Lesbos steht.

Frau Herzog, vor ein paar Wochen erreichten uns Bilder vom brennenden Camp Moria. Wie ist die Situation auf Lesbos jetzt? Raquel Herzog: Im neu aufgebauten Lager sind bereits 9000 Menschen untergebracht. Währenddessen ist die schweizerische humanitäre Hilfe vor Ort. Sie sorgt sich um die Trinkwasserversorgung.

Wie sind die Bedingungen in den neuen Lagern? Es gibt 37 Toiletten. Ich bezweifle, dass es im neuen Lager ein Abfallkonzept gibt. Zudem …

Artikel lesen
Link zum Artikel