Schweiz
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Einigkeit: Alle Kantone haben die Initiativen abgelehnt und die Gesetzesvorlagen angenommen, ausser die beiden Appenzell und Obwalden. (Violett: Nein-Mehrheit, Grün: Ja-Mehrheit) Karten: bfs

Das sind die Streber- und Abtrünnigen-Bezirke der Abstimmung vom Sonntag

Die Karten der Abstimmung vom Sonntag zeigen ein einheitliches Bild der Schweiz. Fast alle Kantone haben gleich über die Vorlagen befunden: Nein zu den Initiativen, Ja zu den Gesetzesvorlagen. Doch auf der Bezirksebene zeigen sich Unterschiede.



«Die Streber» und «die Abtrünnigen» wurden ermittelt, indem die jeweiligen Ja-Anteile aus den Bezirken mit denjenigen der Gesamtschweiz (siehe Kasten) verglichen wurden. Der Unterschied wird somit in Prozentpunkten angegeben. Hier die Resultate:

Pro «Service Public»
Endresultat
32.5%
67.5%
Stände
23
Am Ständemehr gescheitert
BGE
Endresultat
23%
77.0%
Stände
23
Am Ständemehr gescheitert
Milchkuh
Endresultat
29.2%
70.8%
Stände
23
Am Ständemehr gescheitert
PID
Endresultat
62.4%
37.6%
Stände
21.5
1.5
Ständemehr nicht relevant
Asylgesetz
Endresultat
66.8%
33.2%
Stände
23
Ständemehr nicht relevant

Die Streber:

Platz 5: Uster
Der Zürcher Bezirk Uster liegt nur 6,8 Prozentpunkte neben dem Schweizer Durchschnitt. Besonders bei der «Pro Service Public»-Initiative liegt Uster (32 Prozent Ja) nah beim Schweizer Schnitt (32,4 Prozent Ja).

Uster

Das Zürcher Städtchen Uster. Hier lebt der Schweizer Durchschnitt. 
bild: wikipedia

Platz 4: Olten
Noch näher an der Allgemeinheit liegt der Bezirk Olten.
Er weicht nur 6,7 Prozentpunkte vom Durchschnitt ab. Allein beim Fortpflanzungsmedizingesetz (PID) liegt Olten 6 Prozentpunkte daneben, die restlichen 0,7 Punkte teilen sich auf die anderen vier Vorlagen auf. 

Bild

Manche würden Olten als Loch bezeichnen. bild: wikipedia

Platz 3: Liestal
Der Bezirk des Hauptortes vom Kanton Baselland war noch näher dran. Gerade 6,3 Punkte trennen die Baselbieter vom Gesamtschweizerischen Durchschnitt. Das Asylgesetz wurde hier mit einer grösseren Mehrheit (69 Prozent Ja) angenommen als in der Schweiz im Allgemeinen (66,8 Prozent Ja).

Carnival revellers carry burning wooden sticks as they take part in the traditional Swiss Chienbaese celebration in Liestal near Basel February 22, 2015. REUTERS/Ruben Sprich (SWITZERLAND - Tags: SOCIETY)

In Liestal ist nur im Februar bei der Fasnacht der Teufel los, ansonsten ist die Stadt ziemlich Durchschnitt.
Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Platz 2: Sion
Was, die Walliser sind Schweizer Durchschnitt? Kaum zu glauben, aber was die Abstimmung vom Sonntag angeht, stimmt das: Nur 5,3 Punkte Unterschied zu den schweizweiten Zahlen. Einziger stärkerer Unterschied: Nur das PID-Gesetz wurde mit einer grösseren Mehrheit angenommen.

SIon

Die Sittener Altstadt. Gesitteter als gedacht. bild: wikipedia

Platz 1: Arlesheim
Ebenfalls im Kanton Baselland liegt der Bezirk Arlesheim, der grösste Normalo von allen. Er liegt 5 Prozentpunkte neben dem Schweizer Schnitt, der grösste Unterschied bestand darin, dass die Asylgesetzrevision mit grösserer Mehrheit angenommen wurde (70,5 Prozent).

Arlsheim

Die Sonne der Schweizer Demokratie geht über Arlesheim auf.
bild: wikipedia

Die Abtrünnigen:

Platz 5: Kulm
Auf der anderen Seite der Tabelle macht der Aargauer Bezirk Kulm den Anfang: 48 Prozentpunkte neben dem Durchschnitt. Der Grund: Das PID-Gesetz wurde hier knapp abgelehnt (48,1 Prozent Ja-Stimmen) und das Asylgesetz wurde «knapp» (54,2 Prozent Ja) angenommen.

Unterkulm

Der Hauptort des Bezirkes Kulm: Unterkulm.
bild: wikipedia

Platz 4: Lavaux-Oron
Auch im Kanton Waadt tummelt sich ein «abtrünniger» Bezirk. 52 Prozentpunkte trennen Lavaux-Oron vom Schweizer Schnitt. Der grössten Unterschied zeigt sich darin, dass die beiden Gesetzesvorlagen (PID: 85,2 Prozent Ja, Asylgesetz: 76 Prozent Ja) mit überwältigender Mehrheit angenommen wurden. 

Pully

Die Altstadt von Pully, dem Hauptort des Bezirkes.
bild: wikipedia

Platz 3: Obersimmental-Saanen
Der Berner Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen liegt mit 53 Prozentpunkten daneben. Bei jeder Vorlage, ausser der «Pro Service Public»-Initiative, unterscheiden sich die Berner mindestens um 10 Punkte. Der PID-Gesetzesentwurf wurde auch hier knapp abgelehnt (49,4 Prozent Ja). 

Saanen

Das beschauliche Saanen. Hier war man mit dem PID-Gesetz mehrheitlich nicht einverstanden.
bild: wikipedia

Platz 2: Lausanne 
Auch in der welschen Stadt Lausanne wurden die beiden Gesetzesvorlagen mit überwältigender Mehrheit angenommen. Weiter waren ein Drittel der Bevölkerung für die Einführung des BGE. Alles Zusammen macht 58 Punkte aus. 

St. Laurent square and church in Lausanne in the canton of Vaud, Switzerland, pictured on November 27, 2007. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

St. Laurent-Kirche und Platz in Lausanne im Kanton Waadt, aufgenommen am 27. November 2007. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

L'eglise et la place Saint-Laurent a Lausanne dans le canton de Vaud, photographies le 27 novembre 2007. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Stadt im Welschland war mit den beiden Referenden nicht einverstanden.  Bild: KEYSTONE

Platz 1: Entlebuch
Der kurioseste Bezirk liegt in Luzern. Im Entlebuch wurde das PID-Gesetz klar abgelehnt (40,1 Prozent Ja), das Asylgesetz nur knapp angenommen (51,7 Prozent Ja) und das BGE wollten auch nur etwa 10 Prozent der Stimmenden. Alles Zusammen: 60,7 Punkte.

Die Aelpler der Alp- und Erlebnisskaeserei Schlacht von Soerenberg zieht am Samstag 26. September 2015 mit ihrem Vieh ins Tal zur Entlebucher Alpabfahrt nach Schuepfheim im Kanton Luzern wo tausende von Besuchern die Aelpler erwarten. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Cows are driven down to the valley during the traditional

Sieht zwar sehr schweizerisch aus, hat jedoch eine ganz andere Meinung: Das Entlebuch in Luzern. Bild: KEYSTONE

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