Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bilder-Fail bei der Pnos – die «Partei der Eidgenossen» wirbt mit Dorf in Bayern



Gerade einmal 30 Personen waren am Samstag dem Aufruf der Partei national orienterter Schweizer (Pnos) und anderen rechtsextremen Organisationen gefolgt, auf dem Basler Messeplatz gegen den Uno-Migrationspakt zu demonstrieren. Die Zahl der Gegendemonstranten hingegen lag bei über 1000.

Bei ihren öffentlichen Auftritten versuchen sich die Rechtsextremen als heimatverbundene Patrioten zu inszenieren, denen Schweizer Familien und die Natur am Herzen liegen. Doch weit her scheint es mit der Heimatverbundenheit nicht zu sein. Das zeigt ein Blick auf das Bildmaterial auf der Website der Pnos.

Bild

Bild: screenshot pnos

Ihren Claim «Die Partei der Eidgenossen» illustriert die Partei mit dem Bild eines verschneiten Bergdorfs, inklusive Kirche. Blöd nur: Es handelt sich um die berühmte Pfarrkirche Sankt Sebastian in der bayrischen Gemeinde Ramsau bei Berchtesgaden.

Einem aufmerksamen Twitter-User war dies aufgefallen ...

Auch andere Bilder auf der Pnos-Website sind alles andere als eidgenössischer Herkunft. Das Bild der vierköpfigen Familie, mit dem die Pnos für «soziale Familienpolitik» wirbt, ist ein Stockphoto. Eine Google-Bildersuche ergibt, dass mit der gleichen Familie unter anderem auch ein Foto-Fachgeschäft im US-Bundesstaat Minnesota und ein Online-Kalenderanbieter in der kanadischen Provinz Quebec werben. 

Bild

Bild: screenshot pnos

Sowieso bekommt die Partei, die vom wegen Landfriedensbruchs* verurteilten Rechtsextremen Dominic Lüthard präsidiert wird, kaum etwas auf die Reihe. Bei den letzten nationalen Wahlen 2015 trat sie lediglich im Kanton Waadt an, wo sie 0,4 Prozent der Stimmen holte. Bei den Berner Grossratswahlen holte sie im Frühling 2018 im Bezirk Oberaargau, wo viele Pnos-Mitglieder leben, 1,8 Prozent der Stimmen.

Die Pnos ist in keinem einzigen kantonalen oder kommunalen Parlament vertreten. Sie stellt einen einzigen Amtsträger, ein Exekutivmitglied der Berner Gemeinde Inkwil. Dieser wurde allerdings als Parteiloser gewählt und trat der Pnos erst nach seiner Wahl bei. (cbe)

* In einer ersten Version dieses Artikels stand, Pnos-Parteipräsident Dominic Lüthard sei wegen Körperverletzung verurteilt worden. Das ist nicht korrekt. Lüthard wurde wegen Landfriedensbruch verurteilt. Wir entschuldigen uns für den Fehler.

Sieg Fail: So doof sind Nazis

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Warten auf Bond... James Bond

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Bundesrat lehnt Verhüllungsverbot ab und unterstützt Gegenvorschlag

Für den Bundesrat ist die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» unnötig. Die Gesichtsverhüllung sei in der Schweiz ein Randphänomen, argumentierte Justizministerin Karin Keller-Sutter. Ein Verbot beschneide die Rechte der Kantone, schade dem Tourismus und helfe den Frauen nicht.

Die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» verlangt, dass schweizweit niemand sein Gesicht verhüllen darf. Das Verbot würde an allen Orten gelten, die öffentlich zugänglich sind - so zum Beispiel auf den …

Artikel lesen
Link zum Artikel