Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Pierre-Yves Maillard, Praesident Stiftung Swisstransplant, zeigt das Online-Formular waehrend einer Medienkonferenz ueber das Nationale Organspenderegister, lanciert von Swisstransplant, am Montag, 1. Oktober 2018, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Pierre-Yves Maillard stellt am Montag in Bern das neue Organspendenregister vor.  Bild: KEYSTONE

Ab sofort kannst du dich online als Organspender registrieren – und zwar auf dieser Seite



Die Hälfte der Angehörigen wissen hierzulande nicht, ob der Verstorbene einer Organspende zugestimmt hätte. Das will Swisstransplant ändern und hat ein Organspenderegister lanciert. Darin können Menschen festhalten, ob sie ihre Organe spenden wollen oder nicht.

Steht bei einem Todesfall auf einer Intensivstation die Frage nach einer Organspende im Raum, kennen mehr als die Hälfte der Angehörigen den Wunsch des Verstorbenen nicht. Auf 100 Verstorbene würden lediglich fünf Spendekarten gefunden, erklärte Pierre-Yves Maillard, Präsident der Stiftung Swisstransplant, am Montag vor den Medien in Bern.

In dieser schwierigen Situation müssten die Angehörigen stellvertretend im Sinne des Verstorbenen entscheiden. Damit künftig Gewissheit besteht, hat Swisstransplant ein nationales Organspenderegister entwickelt. Darin können ab heute Montag alle Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind, ihren Entscheid für oder gegen eine Organ- oder Gewebespende festhalten.

abspielen

So funktioniert das neue Register. Video: YouTube/Swisstransplant

Den Entscheid abfragen können nur Fachpersonen im behandelnden Spital, nachdem bei einer aussichtslosen Prognose der Therapieabbruch entschieden wurde und die Frage nach der Organspende im Raum steht. Ist ein Eintrag vorhanden, stellt Swisstransplant dem anfragenden Spital das hinterlegte Datenblatt mit dem Entscheid zu.

Das weitere Vorgehen wird mit den Angehörigen besprochen. Dadurch erhielten sie wie auch das Spitalpersonal die Sicherheit, im Sinne der verstorbenen Person zu handeln, betont Swisstransplant.

Ein Eintrag erfolgt über diese Website.

Künftig soll dies auch in ausgewählten Spitälern und Gemeindeverwaltungen möglich sein. Swisstransplant ist nach eigenen Angaben mit interessierten Kreisen im Gespräch.

Schweiz bleibt hinter Zielen zurück

Die Zahl der Organspender hat 2017 einen neuen Höchststand erreicht. So stieg die Spendenzahl pro Million Einwohner von 13.7 im Jahr 2013 auf 17.2 im vergangenen Jahr. Transplantiert wurden insgesamt 461 Organe von Verstorbenen.

Die Zunahme führt der Bund auf den Aktionsplan zur Organspende zurück. Dieser wurde im Mai bis 2021 verlängert. Ziel ist es, die Zahl der Organspender auf 20 Spender pro Million Einwohner zu steigern.

Im europäischen Vergleich bleibt die Organspende hierzulande im unteren Drittel. Daran würde auch das anvisierte Ziel nichts ändern. Länder wie Frankreich, Portugal oder Italien weisen alle Werte von weit über 20 auf. Spanien hat sogar 35.9 Spender pro Million Einwohner.

Initiative will Widerspruchslösung

Einen anderen Weg will die Bewegung Jeune Chambre Internationale (JCI) Riviera gehen. Sie hat eine eidgenössische Volksinitiative zur Förderung der Organspenden lanciert, die auch von Swisstransplant unterstützt wird. Jede verstorbene Person soll zum potenziellen Spender werden, wenn sie dies zu Lebzeiten nicht ausdrücklich ablehnt.

Derzeit benötigen Organspender in der Schweiz eine Organspendekarte und erklären so ihre Zustimmung zur Entnahme von Organen gegenüber Familienangehörigen. Theoretisch sind damit alle ab dem Augenblick der geäusserten Zustimmung potenzielle Spender.

In der Praxis wendet man sich im Todesfall an die Angehörigen. In 60 Prozent der Fälle führt dies nach Angaben der Initianten aber zu einer Ablehnung der Organspende, obwohl eigentlich 85 Prozent der Bevölkerung die Organspende befürworten. (sda)

Ab dem 1. Oktober können sich Organspender online registrieren

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Führende Hafen-Vertreter in Beirut festgenommen

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

31 Szenen, die uns den Glauben an die Menschheit zurückgeben

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

5
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maya Eldorado 01.10.2018 11:49
    Highlight Highlight Kommt mir grad in den Sinn.
    Man könnte sich seinen Entscheid auch tätowieren lassen. So wäre eine Verwechslung und und falsche Handlung definitiv ausgeschlossen.
    • Daniel Caduff 01.10.2018 13:03
      Highlight Highlight https://www.20min.ch/schweiz/news/story/-Nicht-wiederbeleben--Tattoo-gilt-hier-nicht-12700205?httpredirect

  • Daniel Caduff 01.10.2018 11:44
    Highlight Highlight Da wir eh alle mit Smartphones rumlaufen, gibt es dafür auch Apps:


    Die Echo 112 App erlaubt es einem, bei Notrufen an Polizei, Feuerwehr, REGA gleich die eigenen GPS-Koordinaten mitzusenden.

    Die Medical ID App beinhaltet Informationen über die Blugruppe, den Organspendestatus, Medikamente, Angehörige, etc. und kann im Spital auch bei gesperrtem Handy ausgelesen werden.

    Links für Android:
    http://bit.do/exT4d
    http://bit.do/exT4h

    Links iOS:
    http://bit.do/exT4o
    http://bit.do/exT4q

    Beide Apps werden von den Schweizer Blaulichtorganisationen sowie von Swisstransplant offiziell unterstützt.
    • Nicci92 01.10.2018 21:46
      Highlight Highlight Cool! Danke :-)
    • Daniel Caduff 02.10.2018 13:05
      Highlight Highlight Gerne, nichts zu danken! 😃

Kommentar

SwissCovid ist ein Intelligenztest – und die Zwischenresultate sind, nun ja...

Wie überzeugt man Menschen, etwas freiwillig zu tun, von dem sie fälschlicherweise glauben, es bringe ihnen keinen Nutzen? Und was braucht es, damit Jung und Alt in Krisenzeiten solidarisch sind?

Die Corona-Krise spaltet das Land. Und lässt viele kalt.

Wie sonst ist zu erklären, dass Millionen Bürgerinnen und Bürger bewusst auf die nationale Warn-App verzichten, die zur Eindämmung der Seuche lanciert wurde?

Erhebungen des Bundes zeigen, dass die im Juni lancierte SwissCovid-App inzwischen auf 1,2 Millionen Smartphones läuft. Das ist wenig für ein aufgeklärtes, wohlhabendes Land mit über 6 Millionen kompatiblen iPhones und Android-Smartphones. Viel zu wenig.

Dem Bundesamt für Gesundheit …

Artikel lesen
Link zum Artikel