Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
The entrance of the University Hospital Zurich, on Sunday, July 22, 2018, in Zurich, Switzerland. Chairman Sergio Marchionne, the CEO of carmaker Fiat Chrysler, was hospitalised at the University Hospital Zurich. Marchionne's health conditions after shoulder surgery prevented him from fulfilling his role as chairman. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Eine junge Frau war am Unispital Zürich vier Tage in Quarantäne. Gestern Nachmittag wurde sie wieder entlassen. Bild: KEYSTONE

So geht es der Coronapatientin aus Zürich heute

Am Sonntag wurde eine 26-jährige Frau am Unispital Zürich unter Quarantäne genommen. Gestern wurde sie entlassen. Wie sich die vier Tage Isolation angefühlt hatten, erzählt sie im Interview.



Anna, wir haben vor drei Tagen bereits miteinander gesprochen, als du noch im Unispital in Quarantäne warst. Wie geht es dir heute?
Anna Meier*
: Viel besser. Ich wurde gestern Nachmittag entlassen und bin nun wieder zu Hause.

Das heisst, du bist auch nicht mehr ansteckend?
Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich bis zum 13. März zu Hause bleiben muss. Laut dem Infektiologen sollte ich 48 Stunden ab dem Moment, ab dem ich mich wieder ganz gesund fühle, nicht mehr ansteckend sein. Als Vorsichtsmassnahme soll ich aber jetzt noch bis Mitte März zu Hause bleiben, damit ich wirklich niemanden anstecke.

Jetzt sitzt du also einfach zu Hause in Quarantäne.
Genau. Aber das ist bereits viel besser als im Zimmer im Unispital. Ich bin extrem froh, endlich wieder in meinen eigenen vier Wänden zu sein. Ich muss mir zwar mein Essen per Kurier bestellen, aber ich kann wenigstens kurz an die frische Luft, da ich im Erdgeschoss wohne und einen kleinen Vorgarten habe.

Wie hast du die vier Tage in Quarantäne erlebt?
Es war anstrengend. Vor allem, weil ich nie raus konnte. Wirklich gut geschlafen habe ich auch nicht, weil die Nachtwache alle zwei Stunden zur Kontrolle vorbeischaute. Ich hab die Tage mit lesen, Englisch lernen, Netflix und viel schlafen verbracht.

Alle aktuellen Entwicklungen im Ticker:

Fandest du die Massnahme übertrieben?
Nein, die Massnahme fand ich nicht übertrieben angesichts der Gefahren. Das Coronavirus hat mein Leben in den letzten Wochen auf den Kopf gestellt. Das Virus kann für ältere und immungeschwächte Personen eine Gefahr sein, deswegen sollte man die Hygienevorschriften befolgen. Aber für mich persönlich hat es sich einfach wie eine normale Erkältung angefühlt. Wäre das Virus nicht gewesen, wäre ich normal zur Arbeit gegangen und meinen regulären Tätigkeiten nachgegangen – und wäre nicht für vier Tage isoliert gewesen.

Wirst du dich, sobald du wieder raus darfst, vorsichtiger verhalten?
Womöglich bin ich nun, da ich das Virus gehabt habe, immun. Aber ich werde mir sicherlich aufmerksamer und gründlicher die Hände waschen. Sonst werde ich aber mein Leben normal weiterleben und Ruhe bewahren.

Wie verbringst du nun noch die Tage bis zum 13. März?
Ich habe mir bereits eine To-Do-Liste geschrieben (schmunzelt). Essen bestellen, Bücher lesen, Rechnungen bezahlen, endlich meinen Kleiderschrank aufräumen, solche Dinge halt. Und dann hoffe ich, dass ich bald wieder unter die Leute darf.

*Name von der Redaktion geändert.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

15 Bilder, die zeigen, was gerade in Wuhan vor sich geht

«Ghen Cô Vy» - Vietnams virales Corona-Lied

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

58
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
58Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • feuseltier 06.03.2020 11:21
    Highlight Highlight Und wie geht es allen anderen Patienten? Haben die nicht auch Anrecht, dass man über diese schreibt & dass sie wieder gesund sind & das Krankenhaus verlassen konnten ???
  • nass 06.03.2020 11:19
    Highlight Highlight Vier Tage Iso bei gutem AZ und das sei schon schwierig gewesen. Mädel, es gibt Leute die sind wochenlang in Iso bei schlechtem AZ mit Therapien und Ungewissheit ob sies überleben.
  • Rethinking 06.03.2020 06:05
    Highlight Highlight Die Glückliche...

    Mein Chef würde von mir erwarten, dass ich während der Quarantäne im Home Office arbeite...

    Nix mit Netflix...
    • Frausowieso 06.03.2020 08:40
      Highlight Highlight Wenn du krank geschrieben bist, dann kann dein Arbeitgeber dies nicht von dir verlangen. Wenn du gesund bist, dann ist es auch ok, im Homeoffice zu arbeiten. Ansonsten wirds eh irgendwann langweilig. Unsere Abteilung ist aktuell noch im Büro am arbeiten, aber wird sind alle darauf vorbereitet ins Homeoffice umzuziehen, sollte es notwendig werden.
  • IchbinmitdenAGBeinverstanden 05.03.2020 21:47
    Highlight Highlight Ich empfehle die Pizza wie der kleine Kevin allein Zuhause zu bestellen, kein Kontakt! 🤙☺️
    • spline 06.03.2020 07:36
      Highlight Highlight Blöd nur wenn man in einem Bergdorf wohnt in das kein Pizzakurier kommt.
    • Crissie 06.03.2020 08:34
      Highlight Highlight @spline: dafür ist die Ansteckungsgefahr in einem kleinen Bergdorf auch eher gegen 0%.....
  • Carry62 05.03.2020 20:06
    Highlight Highlight Essen per Kurier bestellen? 😳

    Nicht mal ein bisschen Pasta, Suppe o.ä. zuhause? 🙄
    • Coffeetime ☕ 05.03.2020 23:11
      Highlight Highlight Sie hatte wohl keine Kenntnis der Hamster 😉
    • ZaZaa 05.03.2020 23:30
      Highlight Highlight Ich hätte auch nicht genügend Essen bis zum 13. zuhause 😅 und Pasta etc. sind ja schön und gut, aber ich würde glaubs schon am zweiten Tag Gemüse vermissen...

      Vllt meint sie auch nur, dass sie bei Coop at home einen Grosseinkauf tätigen muss, das dann per "Kurier" kommt :)
    • nur Ich 06.03.2020 07:43
      Highlight Highlight Ich hatte in dem alter auch nie Vorräte zu Hause, schon gar nicht für 2 Wochen. Mit Familie hat sich das geändert, nur schon, damit was zu essen da ist, wenn hier mal wieder einer nach dem anderen krank wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stargoli 05.03.2020 20:03
    Highlight Highlight So könnte ich das erste mal im Leben die Steuererklärung rechtzeitig abgeben. 😂
  • Heinzbond 05.03.2020 20:00
    Highlight Highlight Wie sieht das den rechtlich aus, krank geschrieben zuhause, was sagt der wenn ich mich richtig erinnere vorsichtige (offenbar zu Recht) Arbeitgeber, ist das eine krankmeldung oder muss sie das als unbezahlten Urlaub nehmen. Ich frage deswegen, weil mein Arbeitgeber ( ein gesundheitsunternehmen der Region) behauptet quarantäne würde als unbezahlter Urlaub gelten...
    • ZaZaa 05.03.2020 23:32
      Highlight Highlight Ich meine, hier auf watson gelesen zu haben, dass es normal bezahlt ist (also als Krankeitstage gilt)... 🤔
    • Lululuichmagäpfelmehralsdu 05.03.2020 23:52
      Highlight Highlight Dein Arbeitgeber liegt falsch
      Benutzer Bild
    • GionBuorno 05.03.2020 23:56
      Highlight Highlight Es ist Urlaub und auszahlen tut es sich nicht wirklich. Technisch also ja.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stiggu LePetit 05.03.2020 19:58
    Highlight Highlight "Aber für mich persönlich hat es sich einfach wie eine normale Erkältung angefühlt. Wäre das Virus nicht gewesen, wäre ich normal zur Arbeit gegangen und meinen regulären Tätigkeiten nachgegangen – und wäre nicht für vier Tage isoliert gewesen."
    Die Dunkelziffer wird unter diesen Umständen riesig sein! Somit aber auch die Sterblichkeitsrate tiefer, denn die harmlosen Fälle würden die Rate nach unten drücken.
    • smoothdude 05.03.2020 23:54
      Highlight Highlight Die Dunkelziffer ist bestimmt höher, aber nicht riesig. Man muss auch bedenken, dass ja zwischenzeitlich mehr als 3000 Tests gemacht wurden und nur ein kleiner Teil fiel positiv aus
    • spline 06.03.2020 07:35
      Highlight Highlight Ja, nimmt man die Dunkelziffer von vielleicht Faktor 10, denn schliesslich haben nicht alle die gleichen Personen in Norditalien besucht und sieht dann die Sterblichkeit, fragt man sich ... wozu die Aufregung und der wirtschaftliche Suizid?
  • cal1ban 05.03.2020 19:46
    Highlight Highlight Irgendwie fahrlässig sie schon zu entlassen. Momentan gibt es ja noch genug Kapazitäten. Im Spital könnte man am schnellsten reagieren, falls der Zustand sich verschlechtert.

    https://www.scmp.com/news/china/society/article/3065091/coronavirus-recovered-patient-dies-china-reports-139-new-cases
    • agustyle 05.03.2020 23:36
      Highlight Highlight Das kommt sehr sehr selten vor was da in diesem link steht..also hört mit der panikmacherei auf..
    • Butschina 06.03.2020 03:03
      Highlight Highlight Wieso fahrlässig? Wenn sie keine Spitalpflege benötigt ist es schlau das Zimmer freizugeben. Die Quarantäne kann sie daheim besser aushalten und kosten tut es so viel weniger. Also für alle eine win-win Situation. Sie verhält sich vorbildlich und ist somit keine Ansteckungsgefahr. Dem Spital geht die Arbeit auch ohne sie nicht aus.
    • Butschina 06.03.2020 10:22
      Highlight Highlight Und falls sich ihr Zustand so verschlechtern würde, dass es zuhause nicht geht, müsste sie halt wieder ins Spital. Das ist zum Glück aber eher unwahrscheinlich.
  • pluginbaby 05.03.2020 19:30
    Highlight Highlight Sorry aber das Gejammere über die 4 Tage Englisch lernen, netflixen und lesen kann ich nicht ernst nehmen... Das ist alles andere als schlimm, vor allem wenn es dir gesundheitlich so gut ging!
    • Perun 06.03.2020 05:54
      Highlight Highlight Sie muss sich doch irgendwie äussern, wenn sie schon interviewt wird, jammern hingegen ist etwas komplett anderes. Was soll sie denn deiner Meinung nach sagen? Das sie die Tage nicht gut schlafen konnte versteht sich von selbst und das sie nicht erwähnen kann das die Tage nicht so schlimm waren weil sie sich dadurch von allem möglichen drückem konnte, geht wohl auch nicht, denn es lesen vielleicht auch Menschen mit die mit ihr zu tun haben.
    • spline 06.03.2020 07:42
      Highlight Highlight 4 Tage geht ja vielleicht noch. Aber glaub mir, bei 14 Tagen Isolierung leidest auch du.

      Man stellt sich das wie ein verregnetes Wochenende vor, schön gemütlich mit Netflix und co.
      Spätestens am 6.Tag leidest du an der sozialen Isolierung und auf Filme hast du auch keinen Bock mehr.
    • nur Ich 06.03.2020 07:46
      Highlight Highlight Ich seh da jetzt nicht wirklich ein gejammere. Sie erzählt hat, wie sie die Zeit verbracht hat.
  • Garp 05.03.2020 19:29
    Highlight Highlight Na vier Tage Quarantäne sind doch eher ein Klacks. Nicht angenehm, aber gut machbar und nicht traumatisch.
    In den eigenen Wänden ist das natürlich besser auszuhalten und ich freu mich für die Patientin, darf sie den Rest zu Hause absitzen.
    Manche sind wochenlang in Quarantäne, die ums überleben kämpfen.
    Und wenn man durch Quarantäne nur ein Menschenleben retten kann, ist das auch etwas Schönes. Auch daran denken, wenn einem die Decke auf den Kopf fällt. Und sich freuen ist man noch jung und gesund.
  • MartinZH 05.03.2020 19:25
    Highlight Highlight Merkwürdig... 🤔

    "Ich hab die Tage mit lesen, Englisch lernen, Netflix und viel schlafen verbracht."

    Aber: "Es war anstrengend. Wirklich gut geschlafen habe ich auch nicht, weil die Nachtwache alle zwei Stunden zur Kontrolle vorbeischaute."

    ...😂👍😉

    OK. Ich war auch einmal wegen einem Verkehrs-Unfall 30 Tage im Triemli. Von der IPS nach 10 Tagen auf die Station. Ich war am Schluss froh, dass ich keine bleibenden Schäden davongetragen habe, obwohl meine Verletzungen lebensgefährlich waren.

    Einen solchen Quarantäne-Aufenthalt als "anstrengend" zu bezeichnen, ist m.E. einfach lächerlich! 😂
    • Maya Eldorado 05.03.2020 19:56
      Highlight Highlight Du vergleichst da eine Mücke mit einem Elefanten. Die Frau hat sich sehr gut gefühlt. Sie hatte eine leichte Erkältung. Wäre da nicht das Coronavirus gewesen, wäre sie arbeiten gegangen. Einen aktiven Mensdhen zum praktisch nichtstun zu zwingen ist für diesen wirklich sehr anstrengend.
      Hatte man, wie Du, einen sehr schweren Unfall, möglicherweise noch mit OP's, dann braucht man schon praktisch alle seine Kraft um nur "da zu sein".
    • P. Meier 05.03.2020 19:59
      Highlight Highlight Wenn man sich eigentlich völlig gesund fühlt ist es etwas anderes, als mit einer schweren Krankheit oder Verletzung.
    • pluginbaby 05.03.2020 20:06
      Highlight Highlight Voll deiner Meinung! Aber so ist sie, meine Generation der ewigen Studenten 😉
    Weitere Antworten anzeigen

Nach 2 Monaten in Isolation: Wie mein Omi ihren Lebensmut verloren hat

Ein Sturz zwang meine 86-jährige Grossmutter in den verhassten Rollstuhl und ins Altersheim. Nachdem sie ihr Leben lang für ihre Selbstständigkeit gekämpft hat, bedeutete das die ultimative Kapitulation. Dann kam der Lockdown.

Ich mache mir Sorgen.

Ich mache mir Sorgen um meine Grossmutter und um ihre Generation. Um fast 100’000 Personen in der Schweiz, die derzeit in einem Alters- oder Pflegeheim leben. Die rund um die Uhr betreut werden, weil die Beine nicht mehr richtig wollen, das Aufstehen Mühe bereitet. Und der Kopf auch. Weil die Erinnerungen kommen und gehen, wie sie wollen.

Seit dem 16. März befinden sich diese Menschen in Isolation. Sie gelten in der Coronakrise als besonders gefährdet. Dringt das Virus in …

Artikel lesen
Link zum Artikel