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epa08633429 Thousands of people protest at Trafalgar Square against the Coronavirus lockdown in London, Britain, 29 August 2020. Protesters demonstrated against the wearing of masks, government proposed vaccines, and lockdowns. Protesters claim that Covid-19 is a hoax enabling governments to exert control over the masses.  EPA/ANDY RAIN

Falschmeldungen verbreiten sich zunehmend und treiben Corona-Verharmloser auf die Strassen. Hier im August 2020 in London. Bild: keystone

Interview

«Seit Corona haben Fake News massiv zugenommen» – wie eine Faktencheckerin Lügen aufspürt

Die Flut an Falschnachrichten hat in der Coronakrise massiv zugenommen. Faktencheckerin Uschi Jonas sagt, wie das ihren Job verändert hat und was hilft, um Fake News zu erkennen.



Frau Jonas, Sie sind Faktencheckerin beim Recherchebüro Correctiv in Berlin. Wie hat sich Ihre Arbeit seit der Corona-Pandemie verändert?
Uschi Jonas: Schon vor der Coronakrise war die Zahl an kursierenden Falschmeldungen gross. Jetzt hat sie nochmals stark zugenommen. Die WHO spricht von einer «Infodemie». Zudem beobachten wir, dass sich Desinformation zunehmend im privaten Bereich ausbreitet. Seit März gibt es mehr Leserinnen und Leser, die sich direkt an unsere Redaktion wenden und Meldungen weiterleiten, die sie per WhatsApp geschickt bekommen haben. Sie erhalten Nachrichten von Freunden oder Bekannten und wissen nicht mehr, was sie glauben sollen.

Warum nehmen Fake News zu?
Zu Themen wie Migration oder Klimawandel werden seit Jahren Falschmeldungen im Netz verbreitet. Aber vieles davon versteckte sich an bestimmten Stellen im Netz, auf einschlägigen Blogs, in geschlossenen Gruppen in den Sozialen Netzwerken. Der Grossteil der Menschen hat davon nichts mitbekommen. Als Corona zu diesem alles bestimmenden Alltagsthema für die Menschen wurde, hat das die Verbreitung von Falschnachrichten sehr befeuert. Sie konnten sich in Gesellschaftskreisen ausbreiten, die bisher nicht so anfällig dafür waren. Und wenn sie erst mal dort angelangt sind, verbreiten sie sich auch viel schneller.

Bild

Zur Person:

Die Journalistin Uschi Jonas arbeitet als Faktencheckerin beim Recherchebüro Correctiv in Berlin. Das Projekt wird über Stiftungsgelder finanziert und führt Faktenchecks unter anderem in einer Kooperation mit Facebook durch. Bestimmte Beiträge, die von Nutzern als Fake News gemeldet werden und sich stark verbreiten, werden von Correctiv überprüft. Viele Recherchen werden gemeinsam mit Zeitungen, Magazinen oder Radio- und Fernsehsendern vorgenommen. Die Faktenchecks werden primär auf der eigenen Webseite publiziert.

«Die Menschen beginnen sich mit Dingen zu beschäftigen, die man als normaler Bürger kaum begreifen kann.»

Die Coronakrise hat die Menschen verunsichert. Sie suchen nach Antworten.
Wir befinden uns in einer Situation, die es so noch nie gab. Die medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Lage verändern sich ständig. Entsprechend kursieren auch immer wieder neue Falschmeldungen. So verbreitete sich zu Beginn der Pandemie die Behauptung, die Einnahme von Chlordioxid helfe gegen das Coronavirus und Ibuprofen würde dessen Ausbreitung verschlimmern. In den vergangenen Wochen gab es hingegen immer wieder Falschnachrichten darüber, dass das Tragen einer Stoffmaske die Gesundheit gefährde. Es gibt aber auch Falschbehauptungen, die sich seit Beginn der Krise hartnäckig halten. Beispielsweise wird schon seit Januar behauptet, dass das Coronavirus in einem Labor in China entwickelt wurde und nicht auf natürliche Weise entstanden sei. Obwohl es dafür keinen Beleg gibt und die Wissenschaft dagegen spricht, gibt es heute noch immer Leute, die das behaupten.

Nebst der auffällig hohen Dichte an Falschmeldungen – haben sich diese auch inhaltlich verändert?
Ja, sie sind komplexer geworden. Zu recherchieren, ob ein Politiker irgendetwas gesagt hat oder nicht, falsche Behauptungen zu Migrationszahlen zu entkräften oder manipulierte Fotos zu identifizieren, ist einfacher. Jetzt geht es um medizinische Studien, um die Entwicklung eines Impfstoffs, um hochkomplizierte, wissenschaftliche Themen. Auch diese inhaltliche Verschiebung ist Grund für die vermehrte Verbreitung von Desinformation.

Warum?
Die Menschen beginnen sich mit Dingen zu beschäftigen, die man als normaler Bürger kaum begreifen kann. Wie ein Impfstoff hergestellt wird, zum Beispiel. Jeder von uns ist von Gesundheitsfragen betroffen, aber die wenigsten haben die Expertise, um diese medizinischen Details zu verstehen. Ob eine Information wahr oder falsch ist, können wir nicht mehr selber einschätzen, wir müssen auf Experten vertrauen.

«Wir alle können Desinformation und Falschmeldungen aufsitzen und tun es wohl auch immer wieder mal.»

Wie entstehen denn solche Fake News?
Wenn Falschbehauptungen in Sozialen Netzwerken geteilt werden, verbreiten sie sich sehr schnell. Wer der Urheber solcher Falschmeldungen ist und warum er sie verbreitet, ist oft sehr schwierig herauszufinden. Aber es gibt auch Webseiten, Blogger und User mit grosser Reichweite, die bekannt dafür sind, immer wieder Falschbehauptungen aufzustellen und Desinformation zu verbreiten. Manchmal ist es Absicht, manchmal einfach Unwissen.

Mit welchem Ziel werden Falschmeldungen verbreitet?
Das ist nicht immer klar erkennbar. Natürlich gibt es Fälle, in denen eine politische Motivation im Hintergrund steht. Zudem lässt sich mit der Verbreitung von Desinformation auch Geld verdienen. Manche Webseiten mit grosser Reichweite schalten Anzeigen von Werbekunden. Auch auf YouTube können Verbreiter von Falschmeldungen mit Werbung Geld verdienen. Fake News können aber auch aus persönlichem Interesse verbreitet werden. Angenommen, jemand war vom Lockdown stark betroffen, geriet in finanzielle Schwierigkeiten und liest immer häufiger, dass die Massnahmen Quatsch seien und das Virus überhaupt nicht gefährlich. Der beginnt sich dann dafür einzusetzen, dass gegen diese Massnahmen vorgegangen werden muss. Das können ganz normale Bürger sein, die sich sicherer fühlen, wenn sie eine einfache Erklärung für komplexe Dinge finden.

Welche Klientel fällt eher auf Falschmeldungen herein?
Wir alle können Desinformation und Falschmeldungen aufsitzen und tun es wohl auch immer wieder mal. Natürlich sind manche davon gravierender und extremer als andere. Fest steht, wer verunsichert ist, vor etwas Angst hat oder sich etwas nicht erklären kann, ist auch anfälliger dafür, einer Falschbehauptung Glauben zu schenken. Und: Wir neigen alle dazu, etwas eher zu glauben, wenn es unser Weltbild und unsere Meinung bestätigt.

Sind Sie auch schon mal auf Fake News hereingefallen?
Dass mir das in letzter Zeit passiert ist, daran erinnere ich mich nicht bewusst. Aber ich weiss noch, dass ich beim Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 anfällig war für Verschwörungserzählungen. Ich war damals ein Teenager und habe vieles geglaubt, was rumerzählt wurde oder was ich in manipulativen Videos gesehen habe.

Sie haben gesagt, in der Corona-Pandemie wurden die Falschmeldungen inhaltlich komplexer. Heisst das, Sie als Faktencheckerin müssen schon eine halbe Epidemiologin sein, um Fake News enttarnen zu können?
Ich würde niemals sagen, dass ich durch meine Arbeit irgendeine medizinische Expertise erlangen würde. Das ist nicht unser Job. Ich bin diejenige, die den richtigen Experten aufsucht, um ihm die richtigen Fragen zu stellen. Aber ich weiss, auf was Sie hinaus wollen und es ist tatsächlich so: Ich habe mich in den letzten Monaten viel in Studien eingelesen, die sich mit hochkomplexen medizinischen Themen befassen, von denen ich vorher nicht so viel wusste. Unsere Arbeit ist komplizierter geworden. Manchmal arbeiten wir mehrere Tage an einem Faktencheck. Einfach auch, weil es inhaltlich häufig sehr komplex ist und wir mit mehreren Experten sprechen müssen.

«Oft ist es schon hilfreich, sich auf sein Gefühl zu verlassen. Hat man eine starke Gefühlsreaktion auf eine Meldung, sollte man in Erwägung ziehen, dass es eine Falschmeldung ist.»

Wie gehen Sie vor, wenn Sie Fakten überprüfen?
Zuerst schaue ich, was ich da überhaupt vor mir habe. Handelt es sich bei einer Meldung um vermeintliche Fakten, die angebracht werden? Oder tut da nur jemand seine Meinung kund? Sind es Zukunftsprognosen? Oder irgendein Verschwörungsmythos? Solche Aussagen sind nicht prüfbar. Ich kann nur Fakten checken, wenn auch Fakten behauptet werden.

Wenn es sich also um eine Tatsachenbehauptung handelt, was tun Sie dann?
Ich stelle Detailfragen: Wer hat die Nachricht verfasst? Lässt sich der Urheber identifizieren? Was für eine Webseite verbreitet die Nachricht? Ich werfe einen Blick ins Impressum, schaue mir den Rest der Seite an. Vielleicht werden da öfter Falschmeldungen verbreitet. Dann suche ich nach Primärquellen zu diesem Thema und befrage Experten, Wissenschaftler und Behörden. Aufschlussreich können auch die in der Behauptung verwendeten Quellen sein. Oft gibt es diese gar nicht, oder aber sie sind dubios. Was ebenfalls vorkommt, ist, dass eine Quelle angegeben wird, diese aber auf etwas ganz anderes hinweist als in der Falschmeldung beschrieben.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Häufig passiert das, wenn Studien oder Aussagen von Behörden zitiert werden oder eben vermeintlich zitiert werden. Beispielsweise wurde in einer Falschmeldung behauptet, die US-Gesundheitsbehörde habe angegeben, dass nur sechs Prozent aller Coronatoten auch wirklich am Virus gestorben seien. Verlinkt wurde in der Meldung die Seite der amerikanischen Gesundheitsbehörde. Faktisch stand da aber, dass sechs Prozent der Coronatoten keine weiteren Vorerkrankungen hatten, 94 Prozent aber schon. Sie sehen: Die Aussage wurde komplett verdreht.

Auch mit Fotos oder Videos können Fake News verbreitet werden. Wie überprüfen Sie die?
Ich schaue, was da genau gezeigt wird, was erkennbar ist und in welchem Kontext das Bildmaterial gebraucht wird. Manchmal ist ein Foto viel älter als angegeben. Gerade kürzlich wurde ein Bild von einem vermeintlichen Geflüchteten verbreitet, der vor einer brennenden Barrikade posiert und ein Selfie von sich schiesst. Das Foto wurde im Zusammenhang mit dem Brand in Moria verbreitet, um Empörung darüber zu schüren, dass die Migranten das Camp möglicherweise selber angezündet haben. Mit einer einfachen Google-Bilder-Rückwärtssuche findet man heraus, dass das Bild aus dem Jahr 2015 aus Slowenien stammt und folglich ursprünglich in einem anderen Zusammenhang veröffentlicht wurde.

Die Expertin erklärt dir, wie du Fake News erkennst

💡 Auf das eigene Gefühl verlassen: Hat man eine starke Gefühlsreaktion auf eine Meldung, sollte man in Erwägung ziehen, dass es sich um eine Falschmeldung handelt.

💡 Geht es in der Meldung überhaupt um vermeintliche Tatsachen? Oder tut jemand einfach seine Meinung kund?

💡 Überprüfen, ob der Titel mit dem Inhalt des Textes korreliert. Wird im Titel eine Behauptung aufgestellt, auf die im Artikel selbst gar nicht eingegangen wird?

💡 Sich fragen: Wer verbreitet diese Behauptung? Steckt eine dubiose Webseite dahinter? Ein unbekannter Facebook-Account?

💡 Quelle checken: Gibt es eine Quellenangabe für die Behauptungen? Sind diese seriös?

💡 Das Thema plus «Faktencheck» googeln.

💡 Bei Fotos eine Google-Rückwärtssuche machen und schauen, ob das Bild schon früher mal in einem anderen Kontext aufgetaucht ist.
💡

Sie sind ein Faktencheck-Profi. Wie können normale Leserinnen und Leser Meldungen auf Fake News überprüfen?
Das mag nun sehr simpel klingen: Oft ist es schon hilfreich, sich auf sein Gefühl zu verlassen. Hat man eine starke Gefühlsreaktion auf eine Meldung, sollte man in Erwägung ziehen, dass es eine Falschmeldung ist. Dann kann man sich fragen: Wer verbreitet diese Behauptung? Weiss ich, wer hinter einer Facebook-Seite oder einem Twitter-Account steckt? Oder wenn man eine Meldung von Bekannten per WhatsApp zugeschickt bekommen hat, kann man beim Versender nachfragen, ob er die Quelle der Meldung eigentlich kennt.

«Vermeintliche Experten, darunter Wissenschaftler und Mediziner, schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden.»

Und wenn man nichts herausfindet?
Kann man selbst etwas recherchieren. Zum Beispiel indem man nach dem Thema plus «Faktencheck» googelt. Wenn es nichts auf Deutsch gibt, dann vielleicht auf Englisch. Manchmal hilft es auch, bei unglaubwürdigen Artikeln auf die Überschrift zu achten. Passt diese zum Inhalt? Oder geht es im Text um etwas anderes, als im Titel suggeriert wird? Bei Bildern kann man eine Rückwärtssuche machen. Häufig ist es zudem der Fall, dass Falschmeldungen keine oder unseriöse Quellen enthalten.

Aber wie weiss man, was eine seriöse Quelle ist?
Vermeintliche Experten, darunter Wissenschaftler und Mediziner, schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Zu erkennen, wer recht hat und wer nicht, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. Wir befinden uns in einer Situation, in der noch keiner auf der Welt zuvor war. Viele Menschen sind verunsichert. Auf vieles, was mit dem Coronavirus zusammenhängt, gibt es noch keine abschliessenden Antworten. Am ehesten vertrauen die Menschen dann Experten. Deshalb ist es für vermeintliche Corona-Experten derzeit einfacher, Leute zu erreichen. Aber nur weil jemand Arzt ist, heisst das nicht zwingend, dass er Ahnung von Virologie hat. Oder gar mehr Ahnung als Wissenschaftler, die explizit zum Coronavirus forschen.

Ich sehe Ihren Punkt. Wie verhindern wir, solchen Personen auf den Leim zu kriechen?
Indem man nach diesen Personen googelt oder einen Faktencheck konsultiert. Häufig existieren über solche angeblichen Experten bereits kontroverse Artikel. Schwierig wird es, wenn jemand nicht ausschliesslich falsche Dinge verbreitet, sondern Spekulationen und viel Meinung in Behauptungen einfliessen lässt. Wenn jemand sagt, die Lockdown-Massnahmen seien ein Fehler gewesen, dann ist das seine Meinung, aber keine Tatsache, die man überprüfen könnte. Behauptungen werden mit Meinung und Empörung vermischt. Aber ein solches Vorgehen ist auch immer ein Hinweis darauf, dass man das kritisch hinterfragen sollte.

Frau Jonas, Sie haben es am Anfang gesagt: Die Flut an Desinformation wächst, so auch die Bewegung jener, die sich von solchen Falschmeldungen auf die Strasse treiben lassen. Was macht das mit unserer Gesellschaft?
Ich finde es beunruhigend, was gerade passiert. Die Anti-Corona-Bewegung trägt meiner Ansicht nach dazu bei, die Gesellschaft zu spalten. Gerade während der Pandemie zeigt sich, dass sich Falschmeldungen hervorragend dazu eignen, politisch zu mobilisieren. Narrative, die im März gesetzt wurden, sind bis heute bei Corona-Demos auf der Strasse zu hören. Die Aufmerksamkeit für Desinformation ist seit der Corona-Krise immens gewachsen.

Was ist zu tun?
Ich kann nur dazu anregen, Personen, die Falschbehauptungen verbreiten, darauf anzusprechen. Egal ob es die eigenen Eltern sind, Bekannte in der Verwandtschaft oder die Nachbarin. Wir können jemanden fragen, woher er die Information hat und warum er denkt, dass sie stimmt. Man kann auf Widersprüche und Absurditäten aufmerksam machen. Ich denke, es ist zielführender, wenn wir unsere Mitmenschen zum Nachdenken auffordern und mit ihnen in einen Dialog treten, ohne sie zu kritisieren und zu verurteilen. So lassen wir ihnen immer noch die Türe offen, in einen offenen Dialog zu treten und selbst zu merken, ob sie falschen Behauptungen aufgesessen sind.

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Bilder der Corona-Demo in Berlin

Diese Verschwörungstheorien sind wirklich wahr. So wirklich wirklich. Wirklich.

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79
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79Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • NAC72 05.10.2020 08:38
    Highlight Highlight "Experten sind nichts anderes als trainierte Hunde"
    Albert Einstein
  • roger_dodger 05.10.2020 07:46
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht dass man Falschmeldungen nicht erkennen könnte sondern dass viele Personen gezielt danach suchen um Ihre Weltanschauung zu rechtfertigen weil Ihnen die geltenden Massnahmen nicht passen. Letztes Beispiel dass in Österreich die Zählweise angepasst wird und Verstorbene die in den letzten 28 Tagen Corona positiv waren als Corona Tote gezählt werden. In den Fake News wurde dann dazu gedichtet dass 700 Tote dazugezählt wurden, tatsächlich waren dazumal 700 Tote insgesamt in Österreich gemeldet und nur 9 zusätzlich, Verkehrstote würden auch gezählt, was auch inkorrekt ist.
  • Zeit_Genosse 04.10.2020 20:16
    Highlight Highlight Ich habe mich eine zeitlang um evidenzbasierte Information und Wissen gekümmert, weil ich das von Medien und den vielen Experten nicht einfach nur aus einer Quelle geprüft haben wollte. Ich habe also selber Fakten gecheckt.

    Das ist brutal aufwändig, wenn man sich ziemlich sicher sein möchte. Die Zeit kann man kaum aufbringen. So versuche ich den sogenannten seriösen Quellen und Medien nachzugehen, die mir vorgefiltert, aber weitgehend geprüftes Material bieten. Nur bin ich jetzt in deren Bubble, da Medien und Quellen Haltungen zu Themen haben und so sortieren. Es ist immer ein Algoritmus da.
    • CalibriLight 04.10.2020 22:16
      Highlight Highlight Spannendes Argument und durchaus korrekt. Mit der Zeit hat man aber meiner Meinung nach gelernt, welche Medien "faktengenauer" sind als andere.
    • Zeit_Genosse 05.10.2020 00:59
      Highlight Highlight CalibriLight

      Ja. evtl. aber auch mehr akzeptiert statt gelernt. Was einmal gut ist muss nicht immer gut sein. Qualität ist bei Medien ein Prozess.
    • CalibriLight 05.10.2020 06:01
      Highlight Highlight @Zeit_Genosse -- was Sie da sagen ist ganz wichtig und gehört beim kritischen Lesen/Sehen/Hören unbedingt dazu. Und wie Sie oben auch erwähnten, eine Haltung oder Einstellung ist immer mit dabei. Das zeigt sich deutlich in der Geschichtsschreibung, die im Beschreiben der Ereignisse den Zeitgeist der jeweiligen Epoche spiegelt.
  • Fact checker 04.10.2020 16:18
    Highlight Highlight Faktenchecks für Facebook, passt ja bestens...
    • Juliet Bravo 04.10.2020 16:40
      Highlight Highlight Dort ist es ja auch nötig. Also falls man als Facebook nicht nur noch als Fakenews-Schleuder gelten will und mehr und mehr User verlieren will.
    • Juliet Bravo 04.10.2020 22:02
      Highlight Highlight Telegram könnte das ja auch unterstützen und dagegen vorgehen. Tun sie aber nicht.
  • Hades69 04.10.2020 15:51
    Highlight Highlight Es ist höchste Vorsicht geboten, wenn ein abhängiges Newsportal vorgibt Fakten zu checken.
    • Juliet Bravo 04.10.2020 15:58
      Highlight Highlight Kannst ja recherchieren, was Correctiv ist. Im Interview geht es ja genau darum, seine Quellen kritisch zu checken 😉
    • landre 04.10.2020 18:59
      Highlight Highlight @Juliet

      Wenn wir als LeserInnen/ EmpfängerInnen also aufgefordert sind die Quellen stets kritisch zu checken, dann stellt sich aber automatisch die Frage für was es dann "FaktencheckerInnen" überhaupt braucht?

      Dies als Grundsatzfrage und unabhängig vom nicht nebensächlichem Fakt dass "FaktencheckerIn" keine anerkannte Qualifikation/ Kompetenz, sondern eben nur eine ambige Selbstzertifizierung ist (die in extremen Fällen auch in die Selbstinszenierung driften kann).
    • Juliet Bravo 04.10.2020 21:48
      Highlight Highlight zur Qualifikation: ja klar, da gebe ich dir sicher Recht. Das ist wie bei Journalisten. Ihre Glaubwürdigkeit ergibt sich daraus, ob sie sorgfältig und schlüssig nachvollziehbar arbeiten. Wenn das, was sie liefern nicht Hand und Fuss hat, leidet ihre Glaubwürdigkeit. Und so einer will keiner lesen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeit_Genosse 04.10.2020 15:43
    Highlight Highlight Ich wünschte mir das Medien ihre Rolle anpassen und Fakten checken. Doch meist verbreiten sie zu wenig geprüft oder geben selbst keine Fakten weiter oder weisen zu wenig auf die Sicherheit des publizierten Materials hin. So sind sie Steigbügelhalter von Geschichten, die sie ddurch länger bewirtschaften können. Früher wurden Informationen erst geprüft, bevor gedruckt. Online wird mal einfach was rausgehauen, damit man schnell ist und dann erst präzisiert und angepasst. Dafür zahle ich nicht mehr, weil ich selbst über mehrere Quellen die Evidenz herstellen muss. Der Zukunftsjob für Medien?
    • Juliet Bravo 04.10.2020 16:02
      Highlight Highlight Wer “die Medien” als Gesamtheit beschreiben will, ist mE meistens auf dem Holzweg. Es gibt viele “Medien”, auf welche würdest du denn genau deine These verwenden? Da gibts mE riesige Unterschiede zwischen “den” Medien.
  • what's on? 04.10.2020 15:26
    Highlight Highlight Schön, dass hier nun jemand die absolute Wahrheit gefunden hat. Und erst noch eine Plattform erhält. Passt irgendwie zusammen.
    • P. Meier 04.10.2020 17:45
      Highlight Highlight Da habe ich wohl den Artikel nicht verstanden. Es wird mehrheitlich auf die Problematik von Fake-News eingegangen. Zudem werden mögliche, recht einfache Massnahmen erwähnt um selber die Story abzuchecken. Im Weiteren gibt es noch Beispiele, wie Zahlen falsch interpretiert und verbreitet werden können. Zusammenfassend heisst das: eigenes Hirn einschalten und selber etwas recherchieren, bevor man eine Story weiter verbreitet.
  • 8bit 04.10.2020 15:19
    Highlight Highlight Das Problem geht viel, viel, ja, sehr viel weiter als „Gibt es Corona - Ja/Nein“. Jeder Nutzer von Social Media bekommt seine eigenen News vorgesetzt - und keiner die gleichen. Ganz egal, ob wahr oder falsch. Hauptsache die Tech-Konzerne machen Kohle mit den dazwischen platzierten Werbungen. Bürgerkriege sind nur eine höchstwahrscheinliche Folge davon.

    Hier eine gute Doku dazu auf Netflix:

    „Das Dilemma mit den sozialen Medien“

    https://www.netflix.com/title/81254224
  • CalibriLight 04.10.2020 14:52
    Highlight Highlight Es geht schlussendlich um Quellenüberprüfung und das Filtern von nicht faktenbasierten Interpretationen. Das kostet halt je nachdem ein bisschen Aufwand. Aber eigentlich sollten wir das alle im Lauf unserer schulischen Ausbildung gelernt haben, beim Schreiben einer Arbeit.
    • Wiesler 04.10.2020 17:18
      Highlight Highlight Du kommentierst aus einer Bubble heraus. Bei weitem nicht alle, ich behaupte sogar, mehr als die hälfte in unserem Land, hat noch nie eine Arbeit mit eigenem Quellverzeichniss geschrieben. Buchzusammenfassungen zählen in diesem Kontext nicht.
    • CalibriLight 04.10.2020 21:59
      Highlight Highlight Es geht nicht um ein Quellenverzeichnis im universitären Sinn.
      Aber jede verantwortungsvolle Lehrkraft überprüft bei einer Arbeit/ einem Vortrag, woher die SchülerInnen ihr Wissen haben und gibt entsprechende Rückmeldungen.
      Möglich, dass Sie das nicht kennen (Buchzusammenfassungen).
  • Fairness 04.10.2020 13:41
    Highlight Highlight Das Virus Covid-19 gibt es definitiv.
    Der Nutzen von Masken ist eine erwiesene Tatsache.
    Wer die aktuell milden Massnahmen, um das Virus einzudämmen nicht akzeptiert, ist ein grosser Egoist. Punkt.
    • Dr. Unwichtig 04.10.2020 18:19
      Highlight Highlight Krass. Eine objektiv falsche Aussage, eine richtige Aussage, die aber viel zu unspezifisch ist, um relevant zu sein und eine persönliche Einschätzung als Tatsache dargestellt.

      Besser kann man das Wesen von Fake-News fast nicht darstellen...
    • Juliet Bravo 04.10.2020 20:42
      Highlight Highlight „Das Virus Covid-19 gibt es definitiv.“ - Was ist daran Fake news, Dr. Unwichtig?
    • Dr. Unwichtig 05.10.2020 08:34
      Highlight Highlight Juliet Bravo: Es gibt keinen Virus, der Covid-19 heisst. Es gibt den Virus SARS-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann. Dies ist keine Haarspalterei. In der Virologie wird seit jeher zwischen Krankheit und Infektion unterschieden. Eine Krankheit definiert sich IMMER über mehr oder weniger spezifische Symptome. Erst mit "Corona" wurde diese Trennschärfe auf Anregung der WHO aufgelöst. Aktuell gilt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, als an "Covid-19" erkrankt. Eines der (vielen) Dinge, die aktuell nicht wirklich nachvollziehbar sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • So oder so 04.10.2020 13:36
    Highlight Highlight Das Grösste Problem sind die Querfront Medien die haben schon vor Corona Virus Massiv Propaganda gegen Staat, Medien/Journalisten und die Westliche Demokratie gefahren. Umso mehr wird die Desinformation Forciert - gerade wegen Corona hat es viele Menschen die verunsichert sind, das wird Schamlos ausgenützt.
  • easy skanking 04.10.2020 13:07
    Highlight Highlight 'Ich bin diejenige, die den richtigen Experten aufsucht, um ihm die richtigen Fragen zu stellen'
    Keine weiteren fragen, euer ehren
    • Juliet Bravo 04.10.2020 16:04
      Highlight Highlight Ich finde die Checks von Correctiv meistens recht schlüssig. Ich finde, es werden durchaus die “richtigen” Fragen gestellt und die “richtigen” Experten dazu konsultiert.
    • Juliet Bravo 04.10.2020 16:27
      Highlight Highlight Ein Beispiel: vor einigen Wochen tauchte auf Social Media die Behauptung auf, Masken würden dazu führen, dass man zu viel CO2 einatme. (Das wurde auch hier auf Watson diskutiert.)

      Zur Untermauerung der CO2-These wurde eine einzige Doktorarbeit aus 2005 herangezogen. Correctiv hat nun wie es sich gehört Quellenkritik betrieben und Experten und aktuelle Erkenntnisse konsultiert. Ergebnis: die Studie behauptet das nicht, und es gibt (Stand heute) keine wissenschaftliche Evidenz, die die CO2-These stützen würde.
    • easy skanking 04.10.2020 17:07
      Highlight Highlight na und?
      ich meinte die kernaussage und nicht correctiv an sich..
      aber wie in der politik, wird auch in der privaten meinungsbildung über emotionen statt fakten entschieden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Smokey 04.10.2020 12:32
    Highlight Highlight Die ganzen Heikos und Attilas wollen hauptsächlich ihre Schund Bücher verkaufen, ihnen ist egal was drin steht.
    • Basti Spiesser 04.10.2020 13:04
      Highlight Highlight Also Attila seine Kochbücher?
  • Korrektur 04.10.2020 12:25
    Highlight Highlight Hab mal einen Interessanten Artikel von Kurt W. Zimmermann in der WW gelesen.
    Er wies nach, dass gerade bei dem zu Zeit gerade so hipen „Faktencheck“, höchste Vorsicht geboten ist.
    Meisten halten sich diese Faktenchecker selbst nicht an die Fakten. 🙈
    • Adam Gretener 04.10.2020 12:45
      Highlight Highlight In der WW, ist klar.
    • LeChef 04.10.2020 12:46
      Highlight Highlight Absolut. Allerdings sind sie vermutlich im Schnitt schon glaubwürdiger, als irgendeine weitergeleitete Nachricht auf Whatsapp. Immerhin geben sie jeweils Quellen an, die man selber überprüfen kann. Aber eben, ums selber Denken kommt man leider auch bei Fact Checkern nicht herum, zumal auch bei ihnen im Hintergrund oft eine (möglicherweise unbewusste) politische Agenda steht.
    • NathanBiel 04.10.2020 12:51
      Highlight Highlight Das ist genau so. Bei einem deutschen Faltencheck (MDR oder so) wurde eine Information gecheckt bei der jemand sagte, dass der PCR Test von Drosten falsch positive Fälle ergeben würde. Der Faktencheck bestand darin, Drosten zu fragen ob das stimme was der natürlich verneinte.
    Weitere Antworten anzeigen
  • RicoH 04.10.2020 12:16
    Highlight Highlight Wenn jemand Antworten sucht, die er in den Zeitungen nicht findet, sucht man im Internet, bis man sie findet.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Menschen an Fakten interessiert sind.
    Daher sind die gutgemeinten Ratschläge nutzlos, da sie die betroffen Menschen schlichtweg nicht erreichen.
    • landre 04.10.2020 12:46
      Highlight Highlight Und was soll nun falsch daran sein nach Antworten usw im Internet zu suchen?

      ...Der entscheidende Aspekt ist doch wie man es tut und dies bezüglich können Ratschläge wie hier oben durchaus sinnvoll und hilfreich sein.

      (Was bei mir aber nicht bedeutet dass ich den läufig sogenannten "FaktencheckerInnen" vertraue...Erstens weil diese keine anerkannte Qualifikation, sondern nur eine ambige Selbstzertifizierung ist und zweitens weil diese "CheckerInnen" oftmals bzw zu oft sich selber und/ oder unter sich widersprechen...)
  • banda69 04.10.2020 12:11
    Highlight Highlight Falschaussagen haben massiv zugenommen seit der umwelt- und menschenfeindliche Rechtspopulist Donald Trump an der Macht ist.
    • Diavolino666 04.10.2020 13:17
      Highlight Highlight Da wäre jetzt aber noch etwas mehr Platz gewesen für weitere Adjektive...
  • Locutus70 04.10.2020 12:05
    Highlight Highlight Um Fakten zu checken brauch ich mit Sicherheit nicht Correctiv ^^
    • dmark 04.10.2020 13:33
      Highlight Highlight Ach, der gute alte Geldsack George... er mal wieder.
    • Juliet Bravo 04.10.2020 13:49
      Highlight Highlight Wieso?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Forest 04.10.2020 11:40
    Highlight Highlight "Wenn jemand sagt, die Lockdown-Massnahmen seien ein Fehler gewesen, dann ist das seine Meinung, aber keine Tatsache, die man überprüfen könnte. "

    Sofern man es nicht überprüfen kann bleibt es nicht eine Meinung von Befürworter und Gegner? Womit man wieder am Anfang der Diskussion wäre.
    • freeLCT 04.10.2020 12:54
      Highlight Highlight @Forest:
      An diesem Punkt müsste man die Verhältnismässigkeit klären, welche nach meiner Auffassung nur subjektiv deutbar ist.

      Auf der anderen Seite, müsste man sich hier fragen, ob der Bund darauf angewiesen sein sollte, eine Verhältnismässigkeit erweisen zu können, um der Bevölkerung die Massnahmen aufzuerzwingen;

      oder ob es wirklich an der Bevölkerung liegen sollte, die Verwendung dieser Massnahmen anhand einer Verhältnismässigkeit zu prüfen.
    • skisandtrail 04.10.2020 15:28
      Highlight Highlight Wir können aber auch nicht überprüfen, ob der Lockdown eine soooo grosse Wirkung hatte wie propagiert wird. Wir haben ja auch keine Vergleichsmöglichkeit.
    • Juliet Bravo 04.10.2020 20:55
      Highlight Highlight wiebitte? Du unterschläst gekonnt, dass viren mit anderem Schleim ausgestossen wird und das Gemenge eben sehr wohl zum grossen Teil durch den einfachen Spuckschutz (Maske) zurückgehalten wird.
  • du_bist_du 04.10.2020 11:14
    Highlight Highlight Spannendes Interview, sympathische Dame.
    Allerdings frage ich mich bei Stiftungen auch, was steckt dahinter? Von wo kommen die Gelder usw.? Sind die wirklich unabhängig?
    Ihr hättet allen einen Gefallen getan, wenn ihr das in der grauen Box sauber aufgezeigt hättet, sorry.
    • braunovic 04.10.2020 13:12
      Highlight Highlight Berechtigte Frage, hab schnell nachgeschaut.
      Hier aufgelistet :) https://correctiv.org/ueber-uns/
    • So oder so 04.10.2020 13:47
      Highlight Highlight Wau - unglaublich viel Geld die 100.000 Euro. Und dann bringt das auch noch der Spiegel !
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Apple verkauft nun alle iPhones ohne Ladegerät und Kopfhörer. Die Reaktionen sind köstlich

Apple hat das iPhone 12 vorgestellt und es erinnert frappant an die iPhones 4 und 5. Die neuen Modelle kosten 779 bis 1589 Franken. Netzteil und Ohrhörer müssen neu separat gekauft werden – auch bei älteren Modellen. Die Reaktionen.

Apple verkauft ab sofort alle iPhone-Modelle ohne Netzteil und Ohrhörer in der Verpackung, also auch ältere Modelle wie das iPhone 11, XR oder SE. Auf der Webseite schreibt der Konzern: «Als Teil unserer Bemühungen, unsere Umweltziele zu erreichen, kommt das iPhone ohne Netzteil und EarPods. Verwende bitte ein vorhandenes Apple Netzteil und vorhandene Kopfhörer oder kaufe dieses Zubehör separat.»Apple sagt, das schone die Umwelt, weil Apple-User bereits zwei Milliarden alte Netzteile …

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