Schweiz
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Plastik-Branche verteidigt sich: «Es gibt grössere Umweltsünder»

Eine Branche unter Beschuss. In den letzten Wochen gab es von allen Seiten Haue gegen Plastik. Nun verteidigt der Geschäftsführer des Verbands Swiss Plastics den Kunststoff.



Herr Röschli, die negativen Schlagzeilen über Kunststoff häufen sich – das Plastikmüll-Problem ist in aller Munde. Wie sehen Sie als Geschäftsführer von Swiss Plastics die aktuelle Debatte?
Kurt Röschli: Die Abfälle lassen sich nicht wegreden und es tut mir als Tierfreund weh, wenn ein Wal wegen des Plastiks im Meer stirbt. Doch ganz ehrlich, die emotionale Debatte derzeit stört schon ein wenig. Der Kunststoff ist jetzt der Prügelknabe. Es gibt grössere Umweltsünder. Doch ich will die Plastikabfall-Problematik damit keinesfalls verharmlosen und möchte betonen: Wir als Verband sind klar für nachhaltiges und ressourcenschonendes Handeln, dazu gehört auch das Recycling. Die Nachhaltigkeit gehört neben der Aus- und Weiterbildung zu unseren Kernthemen.

Zwar sind die Schweizer beim Recycling von PET-Flaschen Weltmeister. Beim Recycling des sonstigen Plastiks sind wir aber klar unter dem europäischen Durchschnitt von rund 35 Prozent. 
Der europäische Kunststoffherstellerverband stellt der Schweiz eine Recyclingquote von 99,6 Prozent aus. Damit wären wir auch dort Weltmeister. Doch ein Grossteil davon wird thermisch recycelt und nicht physisch, wie man normalerweise Recycling versteht. Thermisches Recycling heisst, die Kunststoffabfälle gehen in die Kehrrichtverbrennungsanlage und werden dort verbrannt. Aus diesem Vorgang kann Energie gewonnen und somit zum Beispiel Heizöl und Energie (Strom) eingespart werden. Zudem landen diese Abfälle nicht in der Natur.

Also sagen Sie im Klartext: Verbrennen ist besser als recyceln?
Das würde ich so nicht sagen. Aber sehen Sie, beim Recycling muss der Aufwand und Ertrag stimmen. Ich mache ein Beispiel: Eine Familie isst ein Joghurt und will danach den Plastikbecher dem Recycling zuführen. Damit die Sache nicht zu riechen beginnt, wird fein säuberlich abgewaschen. Nur schon das Reinigen des Bechers braucht viel Energie. Und sprechen wir gar nicht erst davon, wenn das dann noch mit einem potenten Sportwagen zur nächsten Plastik-Abgabestelle gekarrt wird! Sprich: Man muss immer den gesamten Energieverbrauch anschauen. Das gilt auch für Lebensmittelverpackungen.

«Auch ich bin gegen unsinnige Verpackungen.»

Wie meinen Sie das?
Es ist erwiesen, dass Lebensmittel wesentlich länger halten, wenn man sie verpackt – zum Beispiel eben mit Kunststoff. Wenn sie Schinken ohne Verpackung kaufen, geht er eher kaputt, bevor Sie ihn essen konnten. Die Energie, die für die Herstellung des Schinkens verbraucht wurde, war somit für nichts. In diesem Fall hätten Sie wesentlich weniger Energie verbraucht, wenn Sie einen Schinken verpackt in Plastik gekauft hätten – er hätte länger gehalten und sie hätten ihn gegessen. Ihr ökologischer Fussabdruck wäre besser.

Zur Person

Kurt Röschli, Geschäftsführer Swiss Plastics

Kurt Röschli ist Geschäftsführer beim Verband Swiss Plastics, der die Interessen der Schweizer Kunststoffindustrie vertritt. Bild: zvg

Somit fordern Sie, noch mehr Lebensmittel in Kunststoff zu verpacken?
Nein, ich glaube wir machen das derzeit gut. Die Schweizer Detailhändler sind nicht einfach Kunststoff-Freunde, sondern sie sind sich der Problematik bewusst und machen sich Gedanken darüber, wie sie das Material sinnvoll einsetzen können. 

Aber Sie verstehen, wenn sich die Leute über das in Plastik eingepackte Gemüse in den Läden aufregen?
Das verstehe ich total. Auch ich bin gegen unsinnige Verpackungen, wie das berühmte Beispiel der in eine Schrumpffolie eingepackten Gurke, die der Kunde zusätzlich noch in ein Plastiksäckli steckt.

Die EU-Kommission hat dem Plastikabfall den Kampf angesagt und strebt das Verbot von Einweg-Plastikprodukten an. Zittern nun Schweizer Kunststoffhersteller vor den wirtschaftlichen Folgen?
Ganz und gar nicht. Die Schweizer Branche wäre kaum betroffen. In der Schweiz produzieren wir verhältnismässig wenig Einweg-Produkte wie Plastikgabeln oder Ballonhalter, welche die EU-Kommission jetzt verbieten will. In der Schweiz werden auch keine Plastiksäckli mehr produziert. Uns drohen also keine wirtschaftlichen Folgen, allerhöchsten den Betrieben, die solche Produkte im Ausland einkaufen und in der Schweiz vertreiben. Doch diese können auf Alternativprodukte umsteigen.

Die Schweizer Kunststoffbranche in Zahlen

14 Millarden Franken werden im Schweizer Kunststoffmarkt pro Jahr umgesetzt und hergestellt. Dies entspricht 2,2 Prozent des Brutto-Inland-Produkts.
35’000 Mitarbeiter sind im Schweizer Kunststoffmarkt tätig.
Rund 800 Schweizer Firmen haben direkt etwas mit Kunststoff zu tun. In dieser Zahl sind auch Zulieferer oder Recycler enthalten.
780'000 Tonnen Kunststoff werden jährlich in der Schweiz verbraucht.

Warum verzichten Schweizer Firmen auf die Herstellung von Einweg-Plastik-Produkten?
Es ist eine Frage des Preises und der Positionierung. Die Schweizer Kunststoffhersteller sind mehr auf hochwertige Kunststoffe spezialisiert. Zudem sind viele Schweizer Unternehmen, die einst Einweg-Produkte in der Schweiz hergestellt haben, entweder ins Ausland abgewandert oder sie gingen Konkurs. In anderen Ländern kann solche Ware viel billiger produziert werden. In der Schweiz bleiben Unternehmen mit cleveren Verpackungen und solche, die Einwegartikel für stark regulierte Anwendungen wie die Medizinaltechnik herstellen.

«Klar ist die Branche in der Vergangenheit, wo die Thematik noch nicht bekannt war, teils leichtfertig mit dem Werkstoff umgegangen.»

Dann haben Sie nichts dagegen, dass Produkte wie Plastikstrohhalme bald der Vergangenheit angehören, wenn es nach der EU-Kommission geht.
Es hilft sicher, die Bevölkerung für das Problem zu sensibilisieren. Aber es ist halt auch ein wenig Pflästerli-Politik, ein wenig zahnlos. Aus unserer Sicht müsste man zuerst bei den Abfalldeponien ansetzen und sie generell verbieten. Dort dafür sorgen, dass weniger Abfall in die Umwelt gerät.

Wer trägt aus Ihrer Sicht die Hauptschuld am jetzigen Plastik-Abfall-Problem?
Wir müssen die ganze Kette anschauen. Es reicht nicht die bösen Kunststoffhersteller jetzt verantwortlich zu machen. Klar ist die Branche in der Vergangenheit, wo die Thematik noch nicht bekannt war, teils leichtfertig mit dem Werkstoff umgegangen. Andererseits tragen die Konsumenten einen Teil der Schuld. Und zwar indem sie die Produkte aus Plastik einfach auf den Boden schmeissen, statt zu entsorgen. Dieses Verhalten hat zum jetzigen schlechten Image von Kunststoff geführt. Dabei geht vergessen, dass wir nicht auf Kunststoff verzichten können.

Warum?
Dafür müssen wir nur einen Blick auf den Medizinalbereich werfen. Ich weiss nicht, wie man dort Kunststoff ersetzen sollte. Stellen Sie sich zum Beispiel einmal vor, Sie brauchen eine künstliche Herzpumpe. Diese kann nicht aus Holz hergestellt werden. Daneben gibt es viele weitere Beispiele für die Unverzichtbarkeit von Kunststoff: Blutbeutel, künstliche Darmausgänge, Insulinpumpen. Kunststoff rettet täglich Menschenleben.

«Life in plastic, it's fantastic» …

... trällerte die Band Aqua 1997 in ihrem Song «Barbie Girl». Gut zwanzig Jahre später steckt das Plastik in einer schweren Image-Krise: Weltweit ergreifen Regierungen und Unternehmen im Kampf gegen Kunststoffmüll drastische Massnahmen. watson beleuchtet in einer sechsteiligen Serie, wie es dazu gekommen ist, und beschäftigt sich mit der Frage: Sind die geplanten Verbote wirksam oder doch blosse Symbolpolitik?

Teil 1: Wie schlimm sind Röhrli und Co. wirklich für die Umwelt?
Teil 2: Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor
Teil 3: So sehen die Regale aus, wenn man Produkte mit Mikroplastik entfernt
Teil 4: Plastik-Branche verteidigt sich: «Es gibt viel grössere Umweltsünder»
Teil 5: An unserem Plastik werden noch unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel «Freude» haben
Teil 6: So viel Plastik verbrauchen die watsons in einer Woche

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wilhelm Dingo 11.06.2018 05:48
    Highlight Highlight „bei den Abfalldeponien ansetzen und sie generell verbieten.“ Danit wäre sicher der grössere Effekt zu erzielen. Warum geht die EU nicht (auch) in diese Richtung?
  • Fly Boy Tschoko 10.06.2018 22:08
    Highlight Highlight So wie er argumentiert ist halt Plastik dann grün wenn es die Leute nicht im Griff habe. Ich bringe mein Material zu Fuas oder mit dem Fahrrad zum Werkhof, meine Eltern sammeln und bringen jeweils grössere Mengen aufs mal mit dem Auto.
    Und das Schinken argument. Kauft man Schinken dann wenn man ihn braucht erübrigt sich das Aufebewahrungsproblem.
  • Mr. Spock 10.06.2018 13:34
    Highlight Highlight Interessantes Interview und sicherlich vertretbare und logische Argumente. Dennoch reduce, reuse (not burn), recycle (wiederverwerten/in den Kreislauf bringen)!

    Zudem wüsste ich dann doch gern die grösseren Umweltsünder...
    • Pafeld 11.06.2018 08:41
      Highlight Highlight Er hat mit dem Verbrennen schon nicht ganz unrecht. Thermoplasten haben ein ähnliches Heizverhalten wie Erdöl. Wenn dies in einer modernen KVA geschieht, ist die Schadstoffproduktion deutlich unterhalb eines aufwendigen Recyclings.
      Auf der anderen Seite ist das Recycling auch oft stark abhängig vom Design einer Verpackung. Und hier wären ganz klar die Hersteller gefragt, die er genauso wie die interessanten "grösseren Umweltsünder" ausgeklammert hat.
      Insgesammt sehr interessant, ein paar handfeste Fakten sind auch dabei, aber die Auswahl derer ist doch sehr selektiv...
  • Walser 10.06.2018 11:13
    Highlight Highlight Wenn Beschuldigte zur Verteidigung erklären es gebe noch schlimmere als sie selber, spricht das Bände! Aber vermutlich haben sie im Parlament genügend Lakaien die dafür sorgen werden dass alles bleibt wies ist. Ich schätze es wird so laufen wie schon so oft. Der Anstoss wird aus dem Ausland kommen.
  • Walser 10.06.2018 10:41
    Highlight Highlight Die Plastikproduzenten werden freiwillig gar nichts ändern. Da braucht’s massiven Druck. Von Konsument und Regierung.
  • patnuk 10.06.2018 09:12
    Highlight Highlight Irgendwo muss man anfangen, immer das Problem und Schuld auf jemand anderen zu verschieben bringt uns der Lösung nicht näher. Dies ist für alle umweltschädliche Produkte der Fall
  • mogad 10.06.2018 09:04
    Highlight Highlight Es wäre schon viel gewonnen, wenn der Plastik nicht massenhaft in die Natur geworfen würde. Viele denken, es kommt dann schon jemand und räumt das Zeug weg. Aber oft ist es der Wind der es dann wegträgt und es landet z.B. in den Gewässern.
  • Stirling 10.06.2018 07:16
    Highlight Highlight Ein gutes sachliches Interview mit Herrn Röschli. Er hat auch recht bei der Medizin.
    Es geht aber mehr um die Produkte Kunststoffen in unserem Alltag, die wir mit kleinem Aufwand durch kompostierbare Materialien ersetzen könnten.
    Es gibt sogar in der Migros Plastiksackrollen zu kaufen die Kompstierbar sind.
    Beim Metzger(Mein Metzger ist echt super) bekomme ich ebenfalls so einen Kompo-Sack, wenn ich was kaufe.
    Wieso geht das nicht gesamtheitlich?
    Ich glaube auch das mittlerweile viele auch bereit wären einen kleinen Aufpreis dafür zu bezahlen.
    • P. Hodel 10.06.2018 14:02
      Highlight Highlight Falscher Ansatz.
      Der Aufpreis sollte für die umweltschädliche Variante verlangt werden.
    • Stirling 10.06.2018 19:50
      Highlight Highlight Ja das wär mir auch lieber, aber ich dachte das wäre zu hart für gewisse leser.
  • DjRedflame 10.06.2018 01:20
    Highlight Highlight Es gibt sachen bei denen geht es nicht ohne Plastik, aber denoch könnten wir einges an Plastik spaaren wen wir ein Teil der Waaren anders verpacken würden. Wir könnten mehr Alu oder Glas verwenden, da diese sich gut Recyclen lassen.
    • Entenmann 10.06.2018 12:27
      Highlight Highlight Ich erinnere mich allerdings noch gut an die achtziger Jahre, als Verpackungen aus Aluminium als DIE grosse Umweltsünde galten...
    • Aladdin 11.06.2018 07:27
      Highlight Highlight Alumniumverpackungen sind immer noch sehr problematisch, da bei der Herstellung sehr viel Energie benötigt wird. Wir haben mittlerweile aber ein Bewusstsein im Umgang mit Aluminium entwickelt (Stichwort: AluMinimum) und gehen sorgfältiger damit um. Schön, dass nun Plastik hinterfragt wird.
    • Pafeld 11.06.2018 08:54
      Highlight Highlight Die Energiemenge für das Recycling von Alu und Glas ist gigantisch. Aber nur eben fast so gigantisch, wie die Neuproduktion.
      Glas ist dafür prädestiniert, dass es vom Kunden mehrmals gebraucht werden kann. Wenn nicht, eine klare Umweltsünde. Alu dagegen ist für viele Dinge komplett ungeeignet.
  • JackMac 10.06.2018 00:40
    Highlight Highlight Nein! Thermisches recycling ist einfach nur falsch. Recycling heisst Wiederverwerten. Mit veebrennen wird aber gar nichts Wiederverwertet. Die KVA Lobby ist der grösste Verhinderer von stofflichem Recycling.
    Das Argument mit dem hinkarren zu den Sammelstelle zieht genau so wenig. Gleichzeitig werden nämlich auch Glas, Papier, Alu und Eisen entsorgt. Niemand fährt nur wegen dem Kunststoff irgend wo hin.
    Wenn schon, können Verpackungen wie Joghurtbecher etc. im gleichen Geschirrspühlvorgang gereinigt werden. Es wird also keine zusätzliche Energie dafür aufgewendet

    Es gibt viel zu tun.
    • Pafeld 11.06.2018 08:59
      Highlight Highlight Hast du überhaupt eine Ahnung, welche Folgen/Aufwand der exessive Gebrauch von Geschirrspühler/Waschmaschine für die Kläranlage bedeutet? Der grosse Phosphatverbrauch (endliche Ressource mit unklarer Restmenge) ist ein Problem, dass noch viel zu wenig bewusst ist.
  • Cooockie 10.06.2018 00:37
    Highlight Highlight So lange jeder dem anderen den schwarzen Peter zuschiebt, wird sich nichts verändern! Wir werden immer gescheiter (sollte man meinen), jedoch ist genau das Gegenteil der Fall, haufenweise sinnlose Plastikverpackungen (Parfum, Elektroartikel, Spielsachen etc.) aber Hauptsache man verbietet den kleinen Leuten das Plastiksäcklein! Ganz schön klug von diesen studierten Leuten.....
    • eysd 10.06.2018 11:16
      Highlight Highlight Verpackungen sind oft überdimeniosniert und wieso die kleinen Leute Plastiktaschen brauchen verstehe ich genauso wenig. Was ist das für eine komische Aussage....
  • manhunt 10.06.2018 00:03
    Highlight Highlight das problem ist weder der kunststoff noch die kunststoffindustrie. das problem ist der konsument, welcher die nachfrage nach immer kleineren verpackungseinheiten generiert. fünf mundgerechte stücke ananas, kaffee latte im plastikbecher, die pastaportion für die mikrowelle aus dem kühlregal. es ist die bequemlichkeit des verbrauchers, welche den ganzen müll verursacht. oder will allen ernstes jemand behaupten, dazu gezwungen zu werden, bspw. die ganzen in kleinstmengen abgepackten lebensmittel zu kaufen?
    aber es halt viel einfacher, die verantwortung auf die industrie abzuschieben.
    • eysd 10.06.2018 11:24
      Highlight Highlight Ja und nein..die die Produzieren sollten eher wissen mit was sie es zu tun haben. Wenn ein Arzt ein Medikament abgibt erwartet man ja auch vom dass er weiss welche Konsequenz er damit eingeht. So erwarte ich auch von Produzenten dass sie als erste ihre Verantwortung wahrnehmen. Besonders sie dürfen nicht daraus genommen werden. Ausserdem hat der Konsument erst dann bedient als der Laden die kleinen Verpackungen verkauft hat. Es kab keine Rebellion, Erpressung oder Streik für kleine Verpackungen.
    • Pafeld 11.06.2018 09:02
      Highlight Highlight Singlehaushalte würden ohne diese abgepackten Kleinstmengen noch viel mehr Foodwaste produzieren, weil es unglaublich schwierig ist, grössere Mengen innerhalb der Verfallszeit aufzubrauchen. Abgepackte Kleinstmengen sind nicht prinzipiell sinnlos.
  • w'ever 09.06.2018 23:19
    Highlight Highlight es geht doch nicht darum, ob es grössere plastiksünder gibt oder nicht. es gibt ja auch leute die mehr oder weniger autofahren als ich. oder mehr oder weniger fleisch essen als ich.
    es geht darum, dass die plastikindustrie ein teil des problems ist, so wie ich auch. schlussendlich ziehen wir alle am gleichem strang.
    also los. besser machen.
  • Olaf44512 09.06.2018 22:04
    Highlight Highlight Plastik in der Umwelt ist schlecht, klar. Aber wenn man Plastik in der KVA verbrennt, ist das ja nicht viel anders wie Öl direkt zu verbrennen. Der durchschnittliche Deutsche produziert 37kg Plastikabfall pro Jahr, verbrennt aber ca 530l Autobenzin im Jahr.
  • 7immi 09.06.2018 21:58
    Highlight Highlight das problem ist relativ komplex, wie röschli richtig sagt. produkte werden transportiert und gelagert, häufig mehrfach. dann werden sie vom kunden betastet, angeniest und angehustet. anschliessend in den einkaufswagen gelegt, es folgt die kasse und dann der transport. all diese einflüsse müssen von der verpackung abgefangen werden. wie er richtig sagt, ist ein defektes produkt schlussendlich schlechter für die umwelt. massvoller umgang ja, zu viel sparen bringt aber eher das gegenteil. es muss mal wieder der mittelweg gesucht werden...
  • meine senf 09.06.2018 21:18
    Highlight Highlight Die grosse Ausreden- und andere-sind-schlimmer-Schlacht beginnt.

    Die Meere sind ja nicht mit künstlichen Herzklappen überfüllt.

    Und Abfalldeponien für normalen Hausmüll sind in Europa mittlerweile schon verboten.

    Bezüglich der Energie hat er zum Teil schon recht. Aber das Hauptproblem beim Plastik sind die Abfälle.

    Ich freue mich schon darauf, wenn man bei den Grossverteilern Bio-Gemüse endlich ohne Zwangsplastik und in selbstgewählten Mengen kaufen kann.
  • Nelson Muntz 09.06.2018 20:23
    Highlight Highlight Die Margen, welche der Schweizer Zwischenhandel an Verpackungsfolien verdient sind bedenklich hoch. Alles kommt aus Italien, Frankreich oder Osteuropa, wird günstig eingekauft und teuer an den Lebensmittelhersteller weiterverkauft.
  • Leider Geil 09.06.2018 20:17
    Highlight Highlight Plastik ist ein wunderbares Produkt. Einfach zu schade, es für Wegwerfartikel zu verwenden.
  • Firefly 09.06.2018 20:04
    Highlight Highlight Ich begreife immer noch nicht, wieso heutzutage jedes einzelne Gemüse separat in Plastik verpackt werden muss. Weil es länger hält? Ja aber umwelttechnisch ist es weniger schädlich wenn man mal ein Ruebli oder eine Gurke in den Kompost wirft und sie so dem natürlichen Kreislauf überführt als wenn man für jede Gurke Plastik entsorgen muss.
    • Djego 09.06.2018 22:08
      Highlight Highlight Fakt oder Bauchgefühl?
    • Firefly 10.06.2018 07:03
      Highlight Highlight Fakt, Gemüse verrottet schon seit jeher und bietet dabei Narung für Leben. Plastik nicht.
    • 7immi 10.06.2018 09:55
      Highlight Highlight @firefly
      bist du dir sicher? ich denke das ist ein bauchgefühl. die ganze energie, die in das rüebli gesteckt wird bis du es zuhause hast ist nämlich nicht kompostierbar. betrachtest du nur das rüebli stimmt deine aussage. betrachtest du das rüebli als produkt mit allen produktionsschritten und transporten siehts wieder anders aus.
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  • williforelle 09.06.2018 19:48
    Highlight Highlight Es ging doch nie um den Medizinalbereich – trotzdem ein gutes, ausgeglichenes Interview.
  • olmabrotwurschtmitbürli #käluscht 09.06.2018 19:33
    Highlight Highlight Es ist ohnehin unverantwortlich diese Ressource in etwas anderes als Lego-Steine zu stecken...
  • salamandre 09.06.2018 19:10
    Highlight Highlight Unsere Erde funktioniert in natürlichen Kreisläufen, was wir vom Menschen weniger behaupten können. Plastik hat unglaubliche Vorzüge, aber es muss, wenn es denn schon produziert wird, in einem künstlichen Kreislauf zurück. Das selbe gilt für jenste andere liebgewonnene synthetische Artikel.
  • biszumbitterenende 09.06.2018 18:55
    Highlight Highlight Viele Leute sehen die Zusammhänge nicht, haben das Gefühl ihr Handeln sei genügend nachhaltig. Sie recyceln Mischkunststoff, aber fliegen dreimal pro Jahr kurz weg. Es ist ganz einfach: Wohnen, Mobilität und Ernährung verursachen mit Abstand die meisten Umweltauswirkungen. Also muss auch da angesetzt werden. Schweizer Plastikverpackungen tragen quasi nichts zu der Problematik in den Weltmeeren bei. Des weiteren müsste man in der CH Quellen wie primärer Mikroplastik aus Kosmetik und Abrieb von Reifen, Farben und Lacken untersuchen. Die Diskussion ist jedoch förderlich für die Sensibilisierung.
  • Denk nach 09.06.2018 18:11
    Highlight Highlight Das mit der Pflästerlipolitik dachte ich auch, als ich die potentiell neuen Regeln der EU hörte. Dass es noch Müllhalden gibt ist ziemlich übel und wird (siehe Kölliken) die Europäer noch verdammt viel Geld kosten um aufzuräumen (was mindestens Griechenland, Italien und Portugal nicht haben). Wieso man da nichts macht, aber Strohhalme verbietet ist absolut peinlich und ein Armutszeugnis!
  • dechloisu 09.06.2018 17:58
    Highlight Highlight Ich als "Kunststoff-Gegner" finde dies ein gutes Interview.
    Die Argumente warum man nicht komplett auf Kunststoff verzichten kann sind einleuchtend, allerdings gehts auch garnicht um dass, sondern um den unnötigen wie Einweggeschirr
    • Chrigu BE 09.06.2018 18:50
      Highlight Highlight Jein.
      Lächerlich ist der Verweis auf Prothesen und prothesenähnliche Medizinaltechnik.
      1. Ist das sicher nicht die Masse
      2. Wird in der Medizintechnik viel mehr Kunststoff als (sterile) Verpackung verbraucht
      3. Nehme ich kaum an, dass wir deren Notwendigkeit bestreiten.

      Ja, der Kunde, wir, sind mit schuldig.

      Ich habe im Interview jedoch nicht den Druck auf die Branche gespürt, etwas ändern zu wollen.
      Was der Kunde an Innovation nicht kennt, kann er auch nicht nachfragen.
  • LarsBoom 09.06.2018 17:45
    Highlight Highlight Da muss ich Herrn Röschli recht geben. Circa einmal im Monat bringe ich die leeren Tetra Pack auf den Recyclinghof (mit dem Velo). Dort stehen die Autos Schlange um teilweise nur ein Bündel Papier oder ein Sack Plasticflaschen zu entsorgen. Da habe ich mich auch schon gefragt ob dies wirklich sinnvoll ist.
    • Jol Bear 09.06.2018 20:16
      Highlight Highlight Ist zwar ein sinnbildlich wirksames Beispiel, aber: die meisten Leute fahren nicht nur vom Haus in den Recyclinghof und zurück. Es gibt auch solche, die mit öV zur Arbeit fahren und alle paar Wochen den im Keller gesammelten recyclierbaren "Abfall" ( Karton, Glas, Metall usw.) in die Sammelstelle bringen und danach mit dem Auto einen Grosseinkauf oder sonstwas erledigen.
    • Crecas 10.06.2018 03:46
      Highlight Highlight Ich weiss nicht, wieso Leute immer mit einem Unrecht ein anderes Unrecht zu legitimieren versuchen. Die schwächste Form aller Argumente.
  • Der Tom 09.06.2018 17:36
    Highlight Highlight Ja stimmt. Man sollte besser mal das Meer und seine seltsamen Kreaturen abschaffen.
    • metall 09.06.2018 18:14
      Highlight Highlight nö, die Deppen die den Müll da reinschmeissen
    • A B Ce min Name chasch nöd gse 09.06.2018 20:03
      Highlight Highlight selten so einen Geistlosen Kommentar gelesen!
    • andrew1 09.06.2018 20:57
      Highlight Highlight Glaube nicht das in der schweiz sachgerecht entsorgter kunstoff einen gewaltigen einfluss auf die kunstoffverschmutzung der meere hat.
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