Schweiz
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Totgeburt einer Syrerin – Grenzwächter hat Situation nicht als Notfall erkannt



Der Schweizer Grenzwächter, der wegen einer Totgeburt bei einer syrischen Flüchtlingsfrau in Bern vor Gericht steht, hat am Donnerstag erklärt, dass er die Situation der Schwangeren nicht als Notfall erkannt habe.

Die Syrerin war zusammen mit ihrem Mann und weiteren Flüchtlingen im Juli 2014 unterwegs von Italien nach Frankreich. An der schweizerisch-französischen Grenze wurde die aus 30 Personen bestehende Gruppe gestoppt. Schweizer Grenzwächter sollten sie von Vallorbe VD über Brig VS nach Domodossola (I) zurückführen.

In Brig musste die Gruppe auf einen Zug warten, der sie nach Domodossola bringen würde. Die Schwangere klagte über Schmerzen und Blutungen. In einem Warteraum der Grenzwache in Brig legte sie sich auf eine Holzpritsche. Ihr Mann und eine weitere Angehörige machten Grenzwächter auf die Frau aufmerksam und verlangten nach einem Arzt.

Unauffällig und ruhig

Der zuständige Einsatzleiter, der heute auf der Anklagebank sitzt, liess aber keine medizinische Hilfe kommen, sondern brachte die Gruppe am frühen Abend in einen Zug nach Domodossola. Dort wurde die Frau sofort hospitalisiert. Im Spital brachte sie ihr Kind tot zur Welt.

Selbstverständlich müsse man im Notfall medizinische Hilfe anfordern, betonte der Angeklagte vor Gericht. Aber man müsse auch merken, dass es sich um einen Notfall handle.

Der Ehemann der Schwangeren sei zwar an ihn herangetreten, aber es habe nicht gewirkt, als sei der Fall dringend. Auch im Raum, in dem die Schwangere gelegen habe, umstanden von Angehörigen, sei alles unauffällig und ruhig gewesen. Er habe kein Weinen, keine Schmerzenslaute gehört.

Ob er denn gedacht habe, die Frau sei eine Simulantin, wollte das Militärgericht wissen. Nein, antwortete der Grenzwächter bestimmt, denn Simulanten «machen immer viel mehr Lärm und Theater».

Erst als die Schwangere beim Einsteigen in den Zug von Angehörigen habe getragen werden müssen, habe er realisiert, dass es ein Problem gebe, sagte der Mann. Er habe die italienischen Behörden verständigt, damit der Syrerin dann in dem eine gute halbe Zugstunde entfernten Domodossola geholfen werde.

Zeitdruck angesprochen

Der Grenzwächter sprach auch von einem gewissen Zeitdruck, unter dem man bei solchen Rückschaffungen stehe. Diese müssten innerhalb eines Zeitfensters erfolgen. Wenn die Gruppe über Nacht hätte in Brig bleiben müssen, hätte man Unterkunft und Bewachung organisieren müssen.

Ob er denn das Einhalten des Zeitplans über die Gesundheit der Schwangeren gestellt habe, wollte die Anwältin der Opferfamilie wissen. Der Angeklagte überlegte lange und sagte dann, dass das Vorgehen damals für ihn gestimmt habe.

Er habe nicht wissen können, dass die Frau auf der anderen Seite der Grenze in Domodossola eine Totgeburt erleiden werde. «Ich habe die Lage falsch eingeschätzt», räumte der Angeklagte ein. Das was in Domodossola passiert sei, habe er ganz sicher nicht gewollt.

Am Donnerstag schilderten auch ein weiterer an der Rückschaffung beteiligter Grenzwächter das Erlebte. Auch er gab an, er habe keinen medizinischen Notfall erkannt.

Urteil im Dezember

Unterwegs sei ihm gemeldet worden, einer Frau gehe es wegen der Hitze nicht so gut. So habe man angehalten und auf einer Raststätte Pause gemacht. Dass die Frau schwanger war, habe er nicht erkannt.

Die Flüchtlinge seien seit 5 Uhr früh an dem heissen Julitag auf den Beinen gewesen. Da habe er es durchaus für realistisch gehalten, dass sie müde seien und unter der Hitze litten. Am Donnerstagnachmittag stehen vor dem Militärgericht die Plädoyers an. Das Urteil in dem Fall wird am 7. Dezember eröffnet. (sda)

Ein Happy End nach über 2 Jahren

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    Alle Leser-Kommentare
  • pedrinho 24.11.2017 14:48
    Highlight Highlight In einer situation immer "richtig" reagieren kann keiner, gaebe es sonst unfaelle ?. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der grenzwaechter mit absicht jemandem zu schaden gehandelt hat, vermutlich war er zu diesem zeitpunkt ueberzeugt das richtige zu tun.

    Richtig ist die untersuchung, aus fehlern, auch wenn diese fuer beteiligten schlimm sind kann/muss gelernt werden, damit diese in zukunft vermieden werden koennen.

    Ihm aus seinem handeln (einzelne kommentare) nun einen strick zu drehen halte ich fuer sehr bedenklich.

    man haette doch .....ist hinterher immer einfach, zu einfach.
    • Fabio74 24.11.2017 16:30
      Highlight Highlight Man hat generell zu helfen. Das it allererste Pflicht.
      Alles andere sind Ausreden
  • atomschlaf 24.11.2017 08:07
    Highlight Highlight Ich finde es ungeheuerlich, wie dieser Grenzwächter jetzt in die Pfanne gehauen wird.
    Sein oberste Pflicht ist, das Land und die Grenze zu schützen, da kann es ja wohl nicht sein, dass er wegen einer banalen Fehleinschätzung in den Knast wandert!
    • Fabio74 24.11.2017 08:51
      Highlight Highlight Die oberste Pflicht eines MENSCHEN ist zu helfen in einem Notfall!
      Unterlassene Hilfe ist zum Glück strafbar in diesem Land!
    • öpfeli 24.11.2017 09:33
      Highlight Highlight banal? wirklich? Die Frau gebar ein totes Kind. Wegen seiner "banalen Fehleinschätzung". Es ist nicht annähernd nachvollziehbar wie dies sein muss für eine Frau.
  • Spiessvogel 23.11.2017 21:51
    Highlight Highlight Die Haltung des Vollzugsbeamten, nichts vom Notfall mitbekommen zu haben, deckt sich mit der grassierenden Abstumpfung weiter Kreise der Bevölkerung gegenüber dem Leid von Flüchtlingen. Dazu gesellt sich die Aggressivität wie Flüchtlingsprobleme im gesellschaftlichen Diskurs zirkulieren. Dass Vollzugsbeamte in dieser Großwetterlage die notwendige Empathie in Notsituationen vermissen lassen, verwundert nicht. Das Vollstreckungsorgan des „Volkes“ kann in der konkreten Situation in vorauseilendem Gehorsam zum gesellschaftlich opportunen Autismus in Flüchtlingsfragen nicht anders. Oder doch?
  • Rubby 23.11.2017 16:57
    Highlight Highlight Ich kann nicht glauben, dass jetzt diesem grenzbeamten eine schuld zu gewiesen wird...diese frau befand sich mit ihrer familie doch schon länger auf der flucht, das ist oder kann für eine schwangere ganz bestimmt nicht gut sein. Zur flucht hat sich diese frau selbst entschieden....das jetzt jetzt diesem grenzbeamten irgend eine schuld zugewiesen wird ist die höhe und eine absolute frechheit...diese leute nutzen gnadenlos jede situation aus um ohne !!..arbeit schnell an geld zu kommen...ich bin entsetzt!!!
    • Enzasa 23.11.2017 20:08
      Highlight Highlight Ich bin entsetzt, dass Sie Ihnen unbekannte Menschen, soviel Egoismus und Kaltblütigkeit unterstellen.
      Die Frau hat ein totes Kind zu beklagen und die Frage ist, woran erkennen Grenzbeamte, dass ein Notfall vorliegen? Warum werden hochschwangere Frauen von 5:00 Uhr morgens an, an einem heißen Tag durch die Gegend geschickt? Aber Ihnen ist es anscheinend egal ob es wieder passiert.
    • öpfeli 23.11.2017 20:10
      Highlight Highlight Ich bin auch entsetzt, jedoch über deinen anmassenden Kommentar.
    • Brainwash 23.11.2017 22:41
      Highlight Highlight Ich kann ebenfalls nicht glauben mit welcher Kaltschnäuzigkeit sie über diese ihnen unbekannte Menschen und deren Verlust urteilen.
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