Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV - ZUM VORGEHEN DES PREISUEBERWACHERS GEGEN BOOKING.COM STELLEN WIR IHNEN DIESES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - A person visits the website of the online travel agency Booking.com on an ipad, pictured in Zurich, Switzerland, on March 10, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die Verantwortlichen bei booking.com wollten sich nicht mit dem Preisüberwacher an einen Tisch setzen. Bild: KEYSTONE

Booking.com bezieht Stellung zu den Vorwürfen des Preisüberwachers

Der Preisüberwacher hat ein Verfahren gegen Booking.com eingeleitet. Bei einer Untersuchung fand er Hinweise auf einen Preismissbrauch bei den Kommissionen, welche die Online-Buchungsplattform in der Schweiz verlangt. Booking.com wehrt sich.



Die Suche nach einer einvernehmlichen Lösung mit Booking.com sei gescheitert, schreibt der Preisüberwacher am Dienstag. Die Hotelbuchungsplattform habe sich nicht mit ihm an den Verhandlungstisch setzen wollen.

Stelle er einen Preismissbrauch fest, sei der Preisüberwacher von Gesetzes wegen verpflichtet, mit dem betroffenen Unternehmen ein Gespräch zu führen, mit dem Ziel, eine einvernehmliche Lösung zu erzielen. Da das Vorgehen in diesem Fall gescheitert sei, habe man am 8. September als logische Folge ein Verfahren eröffnet.

«Von Gesprächsverweigerung keine Rede»

Die Untersuchung gegen Booking.com hatte Preisüberwacher Stefan Meierhans im Februar bei der Präsentation seines Jahresberichts publik gemacht. Man überprüfe, ob es sich um ein «marktmächtiges» Unternehmen handle, wie viel ein Hotelier bezahle, damit er auf der Plattform aufgeschaltet sei, wo er aufgeführt werde und wie viel Kommission ihn das koste, hiess es damals.

Booking.com machte geltend, von einer Gesprächsverweigerung könne keine Rede sein. Nach einem Treffen am 13. Juni lägen dem Preisüberwacher alle Daten und Fakten vor. Booking.com habe Beweismaterial zum Funktionieren des Marktes vorgelegt. Die Kommissionen seien im Konkurrenzvergleich und jenem mit anderen Ländern angemessen.

Erfolgreich und umstritten

Online-Buchungsplattformen sind wegen ihrer einschränkenden Teilnahmebedingungen umstritten. Die Plattformen machen den Hotels unter anderem Preisvorschriften, die es ihnen untersagen, ihre Betten auf anderen Verkaufskanälen günstiger anzubieten. Die Hotels und ihr Verband sehen darin einen Eingriff in die Unternehmensfreiheit.

Dennoch gewinnen die Plattformen bei Hotels immer stärker an Bedeutung: Laut Zahlen des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis in Siders stieg ihr Anteil 2016 bei Buchungen in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 6,7 Prozent auf rund 27 Prozent.

Das Geschäft würden die drei Plattformen Booking, Expedia und HRS beherrschen, die zusammen 93 Prozent der Direktbuchungen generierten. Der Löwenanteil entfalle dabei auf Booking.com, das zur US-Gruppe Priceline gehört.

Die Fachhochschule schätzt den Gesamtumsatz von Booking, Expedia und HRS auf mehr als 1 Milliarde Franken. Die von den Hotels an die Plattformen bezahlten Kommissionen beliefen sich auf 150 Millionen Franken. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Swiss hat noch kein Geld vom Bund erhalten

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Video der Woche: 29 Wörter, die auf St.-Galler-Deutsch herrlich klingen

Video: watson/Emily Engkent, Lena Rhyner

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
16
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ivolution 12.09.2017 23:49
    Highlight Highlight Ich möchte jetzt nichts schönreden, aber die Leistung, welche eine Buchungsplattform wie booking sollte nicht verkannt werden. Seit ich über booking buche hatte ich praktisch nur noch Top Hotels und kann diese mit relativ wenig Aufwand buchen. Wenn ich die Recherche nach einem guten Hotel über die hoteleigenen Websiten machen würde, hätte ich viel mehr Aufwand.
  • Pitsch Matter 12.09.2017 22:37
    Highlight Highlight Komisch finde ich, dass die booking.com Preise zum Teil massiv günstiger sind, als wenn man direkt beim Hotel bucht, schon mehrere Male erlebt. Kann mir das nicht erklären...?
    • welefant 13.09.2017 06:23
      Highlight Highlight Also in der Schweiz sind die Preise teils günstiger - massiv wäre mir neu. Ein Grund dafür sind jedoch gewissr Deals/Promotionen welche von booking.com gefordert werden. Z.b. Ab 2 nächten 8%, für businesskunden welche ein account haben 10% und und und. Ebenfalls sind die Buchungsmaschinen der Hotels eigentlich gut, nur werden diese nicht immer auf den gleichen Stand gebracht. Im grossen und ganzen sollte man jedoch nicht jammern, die Mehr-Buchung schätzt jedes Hotel. Ansonsten steckst du dieses Geld in Marketing/Printwerbung/Messebesuche im Ausland.
    • welefant 13.09.2017 06:24
      Highlight Highlight Ich empfehle dir sowiso kurz im Hotel anzurufen oder eine Mail zu machen. Es sind ja alles Menschen und wir haben den Vorteil, dass wir miteinander kommunizieren können ;) Man kann ebenfalls gut auf Wünsche eingehen.
  • Caturix 12.09.2017 15:00
    Highlight Highlight Uns bringt Booking fast 80% der Gäste aver 12% weniger Einnahmen als früher ohne diese Platform. Die Menschen reservieren nur noch per Booking, fast keiner ruft merh an, schreibt eine Mail oder kommt einfach vorbei. Wenn wir bei Booking weg gehen haben wir einfach 80% weniger Gäste.
    Man könnte die Preise einfach erhöhen aber auch dann kommen weniger Gäste.
    Es wäre gut wenn man auf der eigenen Homepage billigere Preise anbieten dürfte, aber das wird den Hoteliers ja verboten von Booking und Co.
    • Flint 12.09.2017 19:19
      Highlight Highlight Interessant. Dürfen Hotels zumindest denselben Preis auf der eigenen Homepage anbieten?
    • Butzdi 12.09.2017 20:39
      Highlight Highlight @ Flint: ja das dürfen sie, aber da sie Bruttopreise anzeigen müssen kommt es vornedurch auf dasselbe raus. Trotzdem bei Hotels buchen, die sparen sich 10% bis 35% - in Asien sah ich schon 45% - und man kann Sympathiepunkte bekommen, die manchmal in besseren Zimmern resultieren. Booking.com Kunden bekommen meist die schlechtesten Zimmer bei run of the house als Direktbucher.
    • Madison Pierce 12.09.2017 22:21
      Highlight Highlight @Butzdi: Mache ich genauso. Auf booking.com suchen, weil es komfortabel ist, dann aber über die Website des Hotels buchen oder gleich persönlich vorbeigehen, wenn man schon im Ort ist.

      Das wurde immer sehr geschätzt. Ich habe manchmal Rabatt bekommen und auch schon mal ein kostenloses Upgrade auf ein Zimmer mit Balkon.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Takapuna 12.09.2017 13:34
    Highlight Highlight Preismisbrauch?
    Gut zu wissen.
    Das mindert mein schlechtes Gewissen wenn ich auf booking.com ein Hotel suche und dann direkt beim Hotel selber anrufe um zu buchen.
    • Balikc 12.09.2017 18:15
      Highlight Highlight Wird dir und dem Hotel aber nichts bringen, da booking.com die Hotels vertraglich verpflichtet, selbst zu den selben (oder höheren) Preisen anzubieten.
  • Rotbeisser 12.09.2017 12:53
    Highlight Highlight Der Preisüberwacher sitzt auf dem falschen Dampfer.
    Statt für die wenigen aber privilegierten Hoteliers noch mehr Profit rauszuschlagen, sollte der Preisüberwacher sich für die Millionen von Konsumenten einsetzen und dafür kämpfen, dass z. B. die Preise von Markenartikeln von schamlos überrissenen Schweizerpreisen runter kommen auf Deutschlandpreise, oder tiefer.
    • infomann 12.09.2017 19:12
      Highlight Highlight Ist doch beides möglich und macht er übrigens auch.....
    • Rotbeisser 13.09.2017 00:34
      Highlight Highlight @infomann
      Klar ist beides möglich.
      Aber nicht beides nötig, oder richtig.
      Der Preisüberwacher soll nicht seine Ressourcen verschwenden, um die fantastisch hohen Preise der Hoteliers zu verteidigen.
      Er soll Büezern dienen und nicht Bonzen.

Der Vermieter der Zürcher «Gammelhäuser» steht heute vor Gericht

Weil er heruntergekommene Mini-Wohnungen für mehr als 1000 Franken pro Monat an Randständige vermietete, muss sich am Mittwoch ein 53-jähriger Immobilienbesitzer und Unternehmensberater vor Gericht verantworten. Ihm drohen eine bedingte Freiheitsstrafe und hohe finanzielle Forderungen.

Die drei Liegenschaften im Langstrassenquartier sorgten 2015 schweizweit für Schlagzeilen und erhielten den Übernamen «Gammelhäuser».

Für die kleine, spärlich ausgestattete Einzimmerwohnungen in schlechtem Zustand …

Artikel lesen
Link zum Artikel