Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Reiche Witwe um Millionen geprellt – Zuger Ex-Stadtrat zeigt «keinerlei Einsicht und Reue»



Der ehemalige Zuger Stadtrat Ivo Romer begibt sich ins Obergericht Zug zur Urteilsverkuendung, am Dienstag, 7. Februar 2017, in Zug. Das Zuger Strafgericht hat ihn am Dienstag wegen Veruntreuung, ungetreuer Geschaeftsbesorgung und Urkundenfaelschung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Romer hatte von einer wohlhabenden Witwe fast sieben Millionen Franken für eigene Zwecke abgezweigt. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Ivo Romer wurde vor Gericht zu Gefängnis verurteilt. Bild: KEYSTONE

Das Zuger Strafgericht hat Ivo Romer am Dienstag zu 4,5 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, weil er eine wohlhabende Witwe um mehrere Millionen Franken gebracht haben soll. Der frühere FDP-Stadtrat habe keinerlei Einsicht und Reue gezeigt, so das Gericht. 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich Romer an den Millionen der Basler Witwe bedient hatte und verurteilte ihn wegen Veruntreuung, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung. Das Strafgericht blieb mit 4,5 Jahren Freiheitsstrafe unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 10 Monaten gefordert hatte. 

Für eine höhere Strafe fehlten dem Gericht jedoch die Beweise. «Wir haben nur Indizien», sagte die Richterin. Weil die Witwe tot sei und Romer grösstenteils die Aussage verweigert habe, würden als harte Fakten nur Bank-Unterlagen vorliegen. Diese waren auch oft ausreichend für eine Verurteilung. Nicht immer liessen sie jedoch eine Straftat erkennen.

Weil die Witwe lange Zeit noch geistig klar und von Romer tatsächlich begeistert war, lässt sich nicht beweisen, dass er das Geld wirklich erschlichen hat - oder ob sie ihm nicht doch etwas Gutes tun wollte. Die Strafe fällt «im Zweifel für den Angeklagten» deshalb etwas milder aus als von der Anklage verlangt.

Romer muss den Nachkommen der Witwe knapp 2 Millionen zurückzahlen. Der Familienstiftung, die er ebenfalls plünderte, schuldet er nun 1,8 Millionen. Ob er zahlen kann, ist allerdings mehr als fraglich. Das abgezweigte Geld ist nicht mehr auffindbar und sein monatliches Einkommen als Berater bezifferte Romer auf nur 500 bis 1000 Franken. Damit er nicht ins Ausland fliehen kann, bleibt sein Pass eingezogen. Ob der Fall weitergezogen wird, ist noch unklar.

(sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Berset will 1000er-Grenze ab Oktober aufheben

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

20
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Don Alejandro 07.02.2017 14:56
    Highlight Highlight Ein Schelm wer Böses denkt, aber das Thema Geld und die Parteizugehörigkeit scheinen mir symptomatisch zu sein...
    • src 07.02.2017 20:07
      Highlight Highlight gähn...
  • coronado71 07.02.2017 12:13
    Highlight Highlight Hmmm... ich weiss nicht, ob bei dem "Fall Romer" soviel Häme angebracht ist. Bildunterschriften wie "bye bye Ivo" finde ich etwas daneben.

    Der Fall scheint jedenfalls nicht ganz so klar zu sein, wie es die StA Zug (und die Erbgemeinschaft) darstellt. An seiner Stelle würde ich das weiterziehen.
  • Gigi,Gigi 07.02.2017 11:44
    Highlight Highlight Als meine Tante starb, hatte sie zufälligerweise gerade noch soviel, um die Beerdigung zu bezahlen. Keine Uhr mehr, kein Schmuck mehr, keinerlei persönliche Gegenstände von Wert mehr. Der zuständige Vormund (ein sehr angesehener Politiker, Ex-Spitzensportler) hat bis heute keine Schlussabrechnung geliefert. Irgendwie scheint das System zu haben.
    • sheimers 07.02.2017 13:11
      Highlight Highlight In welcher Partei war der?
    • lorenzo_17 07.02.2017 15:54
      Highlight Highlight Gut gibt's heute die KESB und nicht mehr das alte Vormundschaftssystem! :)
  • sheimers 07.02.2017 11:32
    Highlight Highlight Interessant wäre mal eine Kriminalitätsstatistik nach Herkunft der Täter, bei der nicht wie üblich die Anzahl der Fälle, sondern die Schadenssumme verglichen wird. Ich bin mir sicher, dass da Schweizer mit rechtsbürgerlichem Hintergrund weit vorne wären.
  • Hiroto Inugami 07.02.2017 11:01
    Highlight Highlight Dafür werden Vergewaltiger laufen gelassen, momol sehr gut!!
    • Hierundjetzt 07.02.2017 12:19
      Highlight Highlight Sorry, Thema zu 100% verfehlt. Dein "Laufen lassen" zeigt mir, dass Dein Staatskundewissen aufgefrischt werden sollte. Von der Anzeige bis zur Verurteilung verstreicht Zeit. Die wenigsten gehen in den vorzeitigen Straffollzug

      Zudem: Das Dein Freund einen unbedingten kassiert hat, zeigt nur, dass er die Probezeit einer früheren Verurteilung dazu genutzt hat, weiter zu delinquieren.
    • Raembe 07.02.2017 12:33
      Highlight Highlight Äpfel und Birnen......


    • R&B 07.02.2017 12:59
      Highlight Highlight Typisch Hiroto. Voll daneben
    Weitere Antworten anzeigen

13 Fakten über sexuelle Gewalt an Frauen in der Schweiz

430'000 Frauen – ungefähr so viele Menschen wie in der Stadt Zürich leben – wurden in der Schweiz Opfer von sexueller Gewalt. Das zeigt eine neue Studie. Diese 13 weiteren Fakten musst du darüber wissen.

Jüngere Frauen machen sich deutlich mehr Sorgen, sexuell belästigt zu werden, als ältere Frauen. Bei den 16- bis 39-Jährigen sind es 55 Prozent, bei den 40- bis 64-Jährigen 36 Prozent, bei den über 65-Jährigen 23 Prozent.

In der Schweiz kennen fast die Hälfte aller Frauen ab 16 Jahren andere Frauen, die ungewollt sexuelle Handlungen erleben mussten.

Viele Formen der sexuellen Belästigung sind weit verbreitet. Am häufigsten kommen unerwünschte Berührungen, Umarmungen und Küsse vor. 59 Prozent …

Artikel lesen
Link zum Artikel