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Wir haben alle Fussgängerunfälle seit 2011 ausgewertet – hier ist es am gefährlichsten

Bild: shutterstock
Wo und wann leben die Fussgänger in der Schweiz am gefährlichsten? Wir haben die Unfalldaten seit 2011 ausgewertet.
16.08.2018, 08:5916.08.2018, 22:42
Marius Egger
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Jedes Kind weiss es: Das Leben im Verkehr ist gefährlich. Das gilt nicht nur für die Teilnehmer mit fahrbarem Untersatz. Sieben Grafiken, die die Situation für Fussgänger in der Schweiz zeigen.

Die ausgewerteten Unfalldaten mit Koordinaten stammen vom Bundesamt für Strassen (Astra). Dieses sammelt jeden gemeldeten Unfall mit Personenschaden, an dem mindestens ein Fussgänger beteiligt war. Die aktuellsten Daten beziehen sich auf die Jahre 2011 bis 2017.

Gemeinden mit den meisten Fussgängerunfällen pro 1000 Einwohner

Die gefährlichste Gemeinde der Schweiz ist gemäss dieser Statistik Bister im Kanton Wallis knapp gefolgt von Schelten im Kanton Bern. Das ist allerdings nicht ganz so überraschend, da es sich um sehr kleine Gemeinden handelt.

Umgerechnet auf Unfälle pro 1000 Einwohner sieht die Schweizkarte wie folgt aus:

So viele Unfälle mit Fussgängerbeteiligung ereigneten sich von 2011 bis 2017 in den Schweizer Gemeinden.

Vorsicht ist bei dieser Grafik natürlich bei kleineren Ortschaften geboten. So weist Bister VS mit 31,25 Unfällen pro 1000 Einwohner den höchsten Schnitt aus. Im Walliser Nest leben allerdings nur 32 Einwohner und es ereignete sich im beobachteten Zeitfenster ein einziger Unfall mit Fussgängerbeteiligung. Der Faktor Zufall ist bei solchen Mini-Gemeinden nicht zu unterschätzen.

Die «Top Ten» der Gemeinden mit mindestens 2500 Einwohnern

Wir haben deshalb für unsere «Top Ten»-Liste sämtliche Kleinstgemeinden weggelassen und nur Gemeinden berücksichtigt, in denen mindestens 2500 Einwohner leben. In all diesen Ortschaften ereigneten sich in den letzten sieben Jahren mindestens zwei Unfälle mit Fussgängerbeteiligung:

  • 1. Adelboden BE: 7,12 (Unfälle pro 1000 Einwohner)
  • 2. Muralto TI: 6,26
  • 3. Agno TI: 5,58
  • 4. Murgenthal AG: 5,15
  • 5. Interlaken BE: 5,01
  • 6. Porrentruy JU: 4,70
  • 7. Kloten ZH: 4,59
  • 8. Chiasso TI: 4,52
  • 9. Locarno TI und Cadenazzo TI: 4,43
  • 10. Zürich: 4,26

Gemeinden mit den meisten Unfällen insgesamt

Werfen wir einen Blick auf die absoluten Zahlen. Logischerweise sind hier vor allem die grösseren Zentren auf den ersten Plätzen anzutreffen. 

Die 10 Gemeinden mit den meisten Fussgängerunfällen

  • 1. Zürich (409'120 Einwohner): 1743 Unfälle
  • 2. Genf (200'485): 831
  • 3. Lausanne (138'861): 527
  • 4. Basel (171'433): 515
  • 5. Bern (133'759) 382
  • 6. Luzern (81'388): 325
  • 7. St.Gallen (75'508): 287
  • 8. Winterthur (110'871): 257
  • 9. Biel/Bienne (54'609): 209
  • 10. Lugano (63'482): 181

Kantone mit den meisten Unfällen pro 10'000 Einwohner

Weiten wir das Ganze auf Kantonsbasis aus, übernimmt etwas überraschend Glarus die Spitzenposition – allerdings ziemlich dicht gefolgt von den einwohnerstarken Kantonen Zürich, Genf und Basel-Stadt.  

Vergleichsweise wenig Unfälle mit Fussgängern ereignen sich dagegen im Kanton Obwalden.

Die gefährlichsten Verkehrspunkte der Schweiz

In den fünf Städten Zürich, Genf, Lausanne, Basel und Bern existieren überall «Hotspots», wo es auffallend häufig zu Unfällen mit Fussgängerbeteiligung kommt. Mal bildet diesen Unfallschwerpunkt eine Kreuzung, mal eine ganze Strasse.

Quelle und Methodik
Die genauen Unfalldaten mit Koordinaten stammen vom Bundesamt für Strassen (Astra).

– Jeder Punkt auf der Karte stellt einen Unfall mit Fussgängerbeteiligung im Zeitraum von 2011 bis 2017 dar.

– Sind im Umkreis von 80 Metern weitere Unfälle passiert, verfärbt sich der Punkt von grün bis orange.

– Mit 0 bis 5 Unfällen in der Nähe bleibt der Punkt grün.

– Bei 20 oder mehr Unfällen wird der Punkt komplett orange.

Unfallschwerpunkte Zürich

Total Fussgängerunfälle seit 2011: 1743

Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.
Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.bild: watson

Gefährlichster Ort in Zürich: Die Langstrasse mit 61 Unfällen seit 2011

Bild: watson

Unfallschwerpunkte Genf

Total Fussgängerunfälle seit 2011: 831

Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.
Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.bild: watson

Einer der drei Hotspots in Genf: Place de Bel-Air mit 13 Unfällen

Bild: KEYSTONE

Unfallschwerpunkte Lausanne

Total Fussgängerunfälle seit 2011: 527

Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.
Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.bild: watson

Gefährlichster Platz in Lausanne: Place Chauderon mit 48 Unfällen

Der Place Chauderon in Lausanne.
Der Place Chauderon in Lausanne.Bild: google street view

Unfallschwerpunkte Basel

Total Fussgängerunfälle seit 2011: 515

Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.
Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.bild: watson

Hotspot Nummer 2 in Basel: Der Claraplatz mit 15 Unfällen

Fussballfans bevölkern den Claraplatz in Basel.
Fussballfans bevölkern den Claraplatz in Basel.Bild: EPA/KEYSTONE

Unfallschwerpunkte Bern

Total Fussgängerunfälle seit 2011: 382

Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.
Erklärung zu den verschiedenfarbigen Punkten in der obenstehenden Infobox.Bild: Watson

Gefährlichster Ort in Bern: Der Bahnhofplatz mit 33 Unfällen

Der Bahnhofplatz in Bern.
Der Bahnhofplatz in Bern.Bild: KEYSTONE

Gefährlichster Monat für Fussgänger

Der Ferienmonat Juli ist für Fussgänger am wenigsten gefährlich. Fast 750 Unfälle weniger passierten im Schnitt seit 2011 im Vergleich mit dem gefährlichsten Monat, dem November.

grafik: watson / daten: astra

Gefährlichste Tageszeit für Fussgänger

Am meisten Fussgängerunfälle passieren unter der Woche während des Feierabendverkehrs. Die Spitze bildet dabei die Stunde zwischen 17 und 18 Uhr mit einem knappen Höchstwert am Mittwoch. Am Freitag ereignen sich zwar insgesamt die meisten Unfälle, sie verteilen sich jedoch mehr auf den Nachmittag und Abend. 

grafik: watson / daten: astra

Ebenfalls auffällig ist der Peak in der Nacht von Samstag auf Sonntag, wo zwischen 3 und 4 Uhr morgens in den vergangenen Jahren 46 Mal Fussgänger in einen Unfall verwickelt waren. 

Good news: Es werden jedes Jahr weniger Unfälle

Seit 1975 hat sich die Zahl der verunfallten Fussgänger mehr als halbiert.  2017 waren es noch 2315.

Ebenfalls positiv: Unfälle mit Fussgängern als Todesopfer nehmen auch ab. Kamen 1975 noch 309 Personen ums Leben, sind es 2017 rund sechsmal weniger, nämlich deren 47.

grafik: watson / daten: bfs

Diese Erfindung soll die Anzahl Fussgängerunfälle verringern

Video: srf

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Uf em Berg
16.08.2018 09:52registriert Juli 2017
Die Statistik ist auf Einwohner gerechnet. Dass in touristischen Gemeinden, wie z.B. Adelboden jeweils bis zum dreifachen der Einwohner an Touristen zugegen sind, wurde leider nicht berücksichtigt.
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Burri Hanspeter
16.08.2018 09:50registriert August 2018
Bei der ersten Grafik gibt es auch noch den Effekt, dass in den Gemeinden mit hoher Unfallzahl pro Einwohner oft viele Menschen unterwegs sind, die eben nicht zur Einwohnerzahl zählen. In Zürich und Genf sind es Pendler, in Zermatt, Adelboden, Interlaken, St.Moritz sind es Touristen. Z.B. kommen in St.Moritz im Winter zu den 5000 Einwohnern 15-20000 Touristen hinzu, die allesamt auch angefahren werden können.
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Alpaka 8
16.08.2018 09:49registriert April 2018
Naja, der Vergleich Unfälle pro Einwohner ist sehr unsinnig. Dörfer mit vielen Besuchern (Adelboden) oder mit Autobahn-Anstoss (Murgenthal) haben nun mal mehr Unfälle. Trotzdem lässt sich noch lange nicht sagen, dass diese Dörfer weniger sicher sind.
Aber eben, Statistik ist ein hoch komplexes Fach. Fehlt nur noch ein Watson-Vergleich der Unfallzahlen mit den Höchst-Geschwindigkeiten der jeweiligen Strasse. Mit dem Fazit, dass Strassen mit höherer Geschwindigkeit (=Autobahnen) für Fussgänger sicherer seien. ;-)
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