Schweiz
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ARCHIVE --- VOR 200 JAHREN AM 20. FEBRUAR 1819 WURDE ALFRED ESCHER GEBOREN, DER SCHWEIZER POLITIKER, WIRTSCHAFTSFUEHRER UND EISENBAHNUNTERNEHMER --- Der Escher-Brunnen vor dem Hauptbahnhof in Zuerich, aufgenommen im Jahr 1980. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Soll das Standbild von Alfred Escher vor dem Zürcher Hauptbahnhof verschwinden? Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Kommentar

Geschichte ist kein «Safe Space» – warum wir Escher nicht vom Sockel stürzen sollten

«Black Lives Matter» hat die Schweiz erreicht – und damit auch die Frage, ob Standbilder von Männern, die vom Sklavenhandel profitiert haben, geschleift werden sollen. Das prominenteste Beispiel ist die Statue von Alfred Escher in Zürich.



Alfred Escher soll weg. Das Standbild des Schweizer Wirtschaftsmagnaten und Eisenbahnpioniers, das vor dem Zürcher Hauptbahnhof thront, soll aus dem öffentlichen Raum verschwinden – es soll abgerissen oder in ein Museum verbannt werden. Denn Eschers Aufstieg wäre ohne den Reichtum seiner Familie, der unter anderem auf der Arbeit von Sklaven beruhte, kaum möglich gewesen.

Die Forderung, Eschers Statue zu entfernen, hat ihr Gutes. Sie ruft die unrühmliche, aber wenig bekannte Verwicklung der Schweiz in Kolonialismus und Sklavenhandel in Erinnerung. Und sie konfrontiert uns mit der unangenehmen Frage, wie viel Rassismus in unserer Vergangenheit und Gegenwart steckt. Wenn wir jedoch Denkmäler wie jenes von Escher einfach aus dem öffentlichen Raum verbannen, leisten wir dieser Diskussion einen Bärendienst – wir entfernen Symbole, die uns an eine peinliche Vergangenheit erinnern und an denen sich Fragen und Widerspruch entzünden.

Eine solch radikale Flurbereinigung, wie sie nun im Fall von Escher verlangt wird, schiesst übers Ziel hinaus. Sie zeugt von einem Geschichtsverständnis, das letzten Endes in Geschichtslosigkeit mündet. Für den politischen Diskurs ist Geschichtslosigkeit Gift. Sie spielt jenen Rechtspopulisten in die Hände, die an einem überholten mythischen Geschichtsbild festhalten wollen und am liebsten jede Debatte darüber beenden möchten.

Von der Gegenseite her unterminiert die aus den USA importierte Identitätspolitik den politischen Diskurs. Sie will spezifischen benachteiligten Gruppen mehr gesellschaftliche und politische Anerkennung und Mitwirkung verschaffen – und diese Gruppen konstituieren sich entlang kultureller, ethnischer oder sexueller Differenzen.

Problematisch ist dabei vor allem die Sichtweise, dass letztlich nur Mitglieder einer solchen Gruppe aufgrund ihrer Diskriminierungserfahrung dazu legitimiert seien, kompetent über diese spezifische Diskriminierung zu diskutieren. Wenn nur noch der Status als Opfer einer Diskriminierung, sei sie selbst erlebt oder ererbt, Glaubwürdigkeit verleiht, kommt es im Extremfall zu faktischen Sprechverboten für Mitglieder der privilegierten Mehrheit. Weisse etwa sollten sich bei Wortmeldungen über Rassismus zurückhalten, weil sie aufgrund ihres «White Privilege» alltägliche Diskriminierung gar nicht erkennen könnten.

Zu Ende gedacht führt dies zu einer Aufspaltung des universalen Diskurses – er wird gleichsam «atomisiert», wenn jede Gruppe nur noch für sich selbst sprechen darf, nur noch ihre eigene Perspektive kennt, nur noch ihre eigene, von anderen unhinterfragbare Wahrheit besitzt. Wenn Glaubwürdigkeit zu einer tribalen Angelegenheit geworden ist, profitieren jene, die sich eh darum foutieren – Demagogen wie Donald Trump zum Beispiel.

Auf der Strecke bleibt dabei die differenzierte Sicht auf den einzelnen Fall. Eine Statue von Escher ist nicht dasselbe wie ein Standbild eines konföderierten Generals in den Südstaaten der USA.

Lassen wir also Escher auf dem Sockel – aber bringen wir auf diesem eine Plakette an, die darauf hinweist, dass dieser Mann nicht zuletzt dank der Arbeit und dem Leid von Sklaven da oben steht. Vergangenheit lässt sich nicht rückwirkend ändern, nur unser Blick darauf. Geschichte ist kein «Safe Space» – sie ist voller Gräuel, voller Zumutungen. Die wahre Zumutung aber sind die realen diskriminierenden Verhältnisse in der Gegenwart. Diese sollten wir abschaffen, nicht die Standbilder.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Maesonator 21.06.2020 10:35
    Highlight Highlight Als privilegierter, weisser Mann kann ich nur theoretisch nachvollziehen, in welcher Form eine ständige, rassistische Diskriminierung sich prägend auf das Leben einer betroffenen Person auswirkt. Ich muss also Betroffene befragen und kann dann höchstens Schlussfolgerungen aus diesen Erzählungen ziehen. Wieso sollten die Betroffenen nicht gleich für sich selbst sprechen können?
    Bei einer Plakette käme es meiner Ansicht sehr darauf an, wie sie präsentiert würde. Man könnte daraus einen Kunstwettbewerb machen, mit dem Ziel, die Information unübersehbar und trotzdem ästhetisch zu vermitteln.
  • endolex 20.06.2020 19:02
    Highlight Highlight Ja, Veränderung zu akzeptieren fällt manchmal schwer. Aber Statuen sind kein geschichtliches Dokument, keine Notwendigkeit um detailliert festzuhalten, was genau wann und wo passiert ist. Das erledigen Forschungsarbeiten und Geschichtsbücher weit besser. Ein fadenscheiniges Argument also, wenn behauptet wird, es wäre notwendig für die Erinnerungskultur, denn Statuen sind, wenn sie gebaut werden, meist ein Symbol der kulturellen Verehrung. Niemand stellt Statuen von Leuten auf, die er für problematisch hält. Und die Umdeutung von einer einst verehrten Figur zu einem 'Mahnmal' - wer's glaubt.
    • Einhorn2.0 21.06.2020 09:59
      Highlight Highlight 😍

      Wir haben Statuen, Denkmäler etc. die uns die Vergangenheit und dann auch noch verzerrt stets vor Augen halten. Mich würde es im Sinne einer positiven Entwicklung freuen, wenn wir Statuen, Denkmäler etc. hätten, die zukunftsgerichtet sind. Das wären spannende Debatten. Wo wollen wir hin? Anstatt unsere Zukunft an die Vergangenheit zu knüpfen und dadurch den Blick für die Möglichkeiten per se zu verengen, sich die Frage stellen, wo stehen wir jetzt und wie soll unsere Zukunft aussehen? Denn Veränderung ist die einzige Konstante. Wir können sie aktiv gestalten und uns selbst entwickeln.
  • Jacob Crossfield 20.06.2020 18:09
    Highlight Highlight Escher ist Geschichte und seine Statue gehört ins Landesmuseum, wo sie eine Dauerausstellung zum Thema "Schweiz und Kolonialismus" machen sollten. Im heutigen Stadtbild hat er nichts mehr verloren. No condition is permanent!
    Auch das Stadtbild von Zürich. Eine Stadt darf und soll sich andern können.
  • Demetria 20.06.2020 17:50
    Highlight Highlight Sprechverbot für die priviligierten Eliten? Schön wärs, besonders für Historiker: dann würden sie einem an der Uni nicht mehr ins Gesicht sagen, dass die Unterschicht genetisch minderwertig ist und daher schon aus Prinzip zu dumm um Geschichte zu studieren. Aber ok, lassen wir halt den Escher, aber es mindestens so viele Statuen von Putzfrauen, Krankenschwestern und Handwerkern und Gewerkschaftern geben. Ehren wir doch mal die Helden der Unterschicht. Geschichte gehört uns allen und ist nicht dazu da das Ego von ein paar elitären Familien zu polieren. Auch kleine Leute leisten Grosses.
    • bebby 20.06.2020 18:47
      Highlight Highlight Wann hattest Du denn zum letzten Mal Geschichtsunterricht? In den letzten 30 Jahren hat definitiv kein Historiker oder Geschichtslehrer solchen genetischen Unsinn verzapft.
      Bereits vor über 30 Jahren gab es Ausstellungen zum Leben der Arbeiter/innen.
  • Loerobe 20.06.2020 12:33
    Highlight Highlight Wer auf dem Sockel steht, wird uns als Identifikationsfigur präsentiert, ein Schildchen ändert nichts daran.
    Der Punkt ist: Mit wem wollen wir weiter gehen? Was oder wer ist unser Kompass?
  • pamayer 20.06.2020 11:18
    Highlight Highlight Genau wegen solchen fundierten und differenzierten Artikeln lese ich Watson.

    Vergleichbares liefert in der Schweiz nur noch die WOZ.
  • Eistgleichemcequadrat 20.06.2020 09:58
    Highlight Highlight Bin im Grundsatz einverstanden. Ganz Allgemein: In solchen Fällen das Denkmal lassen, aber ein "Denk mal!" daraus machen. Nicht, irgendwo versteckt eine Plakette mit ein Bisschen Hintergrund-Info, sondern ganz klar und eindeutig eine Aufforderung zum Hinterfragen! Bitte um Vorschläge! Z.B. einen Zaun um ein Denkmal herum, und auf diesem Zaun in geeigneter, haltbarer Form die möglichst umfassende Geschichte zur Person.
  • Madame Mau 20.06.2020 06:46
    Highlight Highlight Ganz deiner Meinung. Es ist besser Aufklärung zu betreiben, als die Geschichte zu „unterdrücken“ und zu vergessen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Aufklärung zwar viel anstrengender ist, als ignorieren und verbieten. Letzen Endes wird jedoch nur Aufklärung ein mehr Verständnis für einander bringen.
  • blueberry muffin 20.06.2020 02:47
    Highlight Highlight Ja, ein update der Plakete. Die liesst eh keiner, funktioniert bestens.

    Nein, das sind nicht die einzigen zwei Optionen. Abreissen oder quasi so weiter wie vorhin Escher als den Helden darstellen. Und genug Unternehmer sehen ihn als Helden und Vorbild.

    Gebt ein Kunstprojekt in Auftrag, das die Statuen "defaced" und die Problematik grafisch auf der Statue und ihrem Sockel behandelt. Zb. koennte man den ganzen Sockel mit Grabsteinen verzieren - 1 pro Person die starb im Gotthard bau.

    Oder man gibt Statue plus Sockel einfach fuer Streetart frei. Dann liest vielleicht auch jemand die Plakete.
  • E.Simonik 20.06.2020 02:07
    Highlight Highlight Faszinierend - alle haben plötzlich Geschichte studiert.

    Wenn die Informationstafel grösser wird als die Statue an sich, dann wird daraus wohl besser ein Mahnmal. (Bei Escher gäbe es genug zu notieren) Man kann sich dann durchaus fragen, ob es das Mahnmal hier braucht oder in einem Museum besser aufgehoben wäre.

    Huber hat zwar interessante Ideen aber wohl zu wenig Wissen, was Statuen und Manhmale betrifft.
    • E.Simonik 20.06.2020 18:20
      Highlight Highlight An alle Blitzer - macht euch mal schlau über Erinnerungskultur und kulturelles Gedächtnis.

  • Swen Goldpreis 20.06.2020 00:46
    Highlight Highlight Wenn die "privilegierte Mehrheit" nicht mehr mitreden darf, wird sie sich nicht einfach der Minderheit beugen, sondern Parteien wählen, die der "privilegierten Mehrheit" verpricht, wieder gehört zu werden.

    Der Erfolg von SVP, AFD, Trump und Co. ist meiner Meinung nach die direkte Folge der Identitätspolitik der Linken, die Rassismus zu einer Art "Selbstverteidigung" macht.

    Wir brauchen heute mehr denn je eine Diskussion über die Gruppen hinweg, wie wir für eine gerechte Gesellschaft sorgen können, mit der sich auch die "privegierte Mehrheit" einverstanden erklären kann.
  • SeboZh 20.06.2020 00:22
    Highlight Highlight Sehr gut geschriebener Text. Ich finde, es lässt sich vereinfacht sagen dass Geschichte halt auf Fakten beruht und nicht auf Gefühlen.
  • Cameltoe 20.06.2020 00:17
    Highlight Highlight ....ausführliche Infos zu den damals leider kaum nachvollziehbaren üblichen grausamen Gepflogenheiten" kann man aber bei den Statuen anbringen. Wie hält ihrs eigentlich z.B. mit der Musik von Pädo-Michael Jackson? Ist ja auch nicht geil für Pädo-Missbrauchsopfer....
  • Cameltoe 20.06.2020 00:14
    Highlight Highlight Ich habe mir sowas auch schon gedacht. Ich denke wichtig dabei ist, wofür die Person gefeiert wird (oder welche Hinterlassenschaft für wieviel Menschen der Nachwelt). Es ist wohl eher die Ausnahme, dass Menschen der Vorzeit den heutigen Normen/Werten 100% entsprechen. In 100 Jahren wird man sich fragen, warum die Helden der Gegenwart gefeiert wurden, obwohl sie z.B. Fleischfresser/Tierhalter (mögliches geächtetes No-Go in der Zukunft) waren. Soll man auch die KZs verschwinden lassen, als wären sie nie passiert? Genau dann vergisst man was schon alles in der Geschichte schief gegangen ist...
  • FrancoL 19.06.2020 19:21
    Highlight Highlight Das Problem ist nicht die Statue, sondern der ehrliche Umgang mit der Geschichte und Aufarbeitung auch der Schandtaten aus der Vergangenheit. Die Stauen verhindern diese Aufarbeitung nicht, diese Aufarbeitung wird schon eher von all denen be- und verhindert, die diese Stauen ohne Vorbehalte verherrlichen und damit die Geschichte verfälschen.
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 20.06.2020 05:13
      Highlight Highlight Was nichts anderes als ein fliessender Übergang in die Gegenwart darstellt. Denn bei genauer Betrachtung hat sich überhaupt nichts geändert. Denn zu schön sind die Steuermilliarden von Glencore und Co.

      Ermotti: «Die Schweiz ist reich geworden durch Schwarzgeld. Wenn wir überall einen Schwarzen Peter verteilen würden, wo unversteuertes Geld drin ist, wäre die ganze Bahnhofstrasse voll von Schwarzen Petern. In Zukunft wird sich das ändern.»

      Er hat absolut ins Schwarze getroffen. Nur der letzte Satz stimmt nicht.

      BTW: Sind Ausdrücke wie "Schwarzgeld" und "ins Schwarze getroffen" noch legitim?
    • redeye70 20.06.2020 05:19
      Highlight Highlight Gute Argumentation. Bin überrascht über die vielen Daumen runter. Nur kenne ich hier eigentlich niemanden, der Statuen verherrlichen würde. Im Gegenteil, es interessiert eigentlich kaum jemand wer all diese Personen waren. Es wäre jetzt eigentlich die Chance die Geschichte objektiv zu betrachten. Ohne Pathos, ohne Polemik.
  • Nausicaä 19.06.2020 19:06
    Highlight Highlight Zum Punkt der Identitätspolitik:
    Warum sind die Schwarzen in den USA so versessen darauf, die Einzigen zu sein, die das Narrativ ihrer Unterdrückung gestalten können? Weil sie eben tatsächlich seit Hunderten von Jahren unterdrückt und gar getötet wurden / werden, weil sie in der Vergangenheit eben nicht gehört wurden.
    Da hat sich (berechtigterweise) eine Menge Wut angestaut.
    Hier wäre ein Kompromiss angebraucht mMn. Im Sinne von: Das Wort der Schwarzen hat bei diesem Thema mehr Gewicht und ihre Expertise / ihr Vorrang wird respektiert, doch die Weissen sollen mitreden dürfen.
    • Rolf Neeracher 19.06.2020 19:56
      Highlight Highlight Fragen sie mal die in Reservaten lebenden Indianer, was diese wohl zu ihrem Post meinen würden?
    • Nausicaä 19.06.2020 21:56
      Highlight Highlight @Rolf: Was willst du mit deinem Post sagen ausser einen Whataboutism reinwerfen?
      Ist doch irgendwie selbsterklärend, dass ich allen Unterdrückten das leitende Narrativ ihrer Unterdrückung zugestehe...
    • SeboZh 19.06.2020 22:04
      Highlight Highlight Aber trotzdem schrieben sie:

      Zum Punkt der Identitätspolitik:
      Warum sind die Schwarzen in den USA so versessen darauf, die Einzigen zu sein, die das Narrativ ihrer Unterdrückung gestalten können?

      Dann schreiben sie doch auch was sie meinen. Und nein, sie sind wirklich nicht die einzigen Unterdrückten in den USA....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Glenn Quagmire 19.06.2020 19:05
    Highlight Highlight Immerhin einer, der nicht jede importierte Hysterie mitmacht und die Sachlage nüchtern und mit der dringend benötigten Vernunft betrachtet.
  • Nausicaä 19.06.2020 18:58
    Highlight Highlight Warum sollgdie Entfernung eines Denkmals in Geschichtslosigkeit münden? Ich bin ja ein Fan von Ihnen Herr Huber, aber hier scheint es mir, als schiessen eher Sie mit dieser Formulierung über das Ziel heraus.
    Man plant hier ja keine Bücherverbrennung. Es handelt sich um ein Denkmal. Darum ist es heikel. Es soll eine neue Zeit anbrechen, darum wollen wir nicht solcher zwielichtigen Typen gedenken. Die Geschichte wird deswegen nicht vergessen. Die wird eher vergessen, weil die meisten Menschen viel zu wenig lesen. Ein Denkmal allein hilft hinsichtlich Geschichtsbewusstsein wohl so gegen null...
    • Hierundjetzt 19.06.2020 19:15
      Highlight Highlight Escher hat die

      Credit Suisse
      ETH
      Swiss Re

      gegründet

      ...und baute die Gotthard-Eisenbahn

      Sein Vater hat scheinbar (!) Geld mit Plantagen gemacht auf denen Sklaven arbeiteten

      Das ist hingegen nicht belegt. Es gibt nur Indizien.

      Und jetzt nochmals: warum genau soll Escher verschwinden?

      Weil der Vater krumme Geschäfte gemacht hat? Sippenhaftung 2.0?
    • Nausicaä 19.06.2020 19:23
      Highlight Highlight Siehe z.B. Sweetwater weiter unten.
    • Rabbi Jussuf 19.06.2020 21:04
      Highlight Highlight Nausicaä
      Die Bücherverbrennungen sind wesentlich näher als du denkst. Es wurden schon manche Bücher auf PC umgeschrieben, ohne das sie nicht mehr verkauft werden könnten.
      Dann die Genderitis, die sogar bei Doktorarbeiten, wenn nicht vorhanden dazu führen kann, dass sie abgelehnt werden.
      Wir sind den finsteren Zeiten wesentlich näher, als so mancher denkt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • CheshireCat2020 19.06.2020 18:43
    Highlight Highlight Äh, Nein. Geschichte ist ja genau dann ein Safe Space, wenn wir Statuen abbauen die mit der modernen Geschichte nichts mehr zu tun haben. Safe Space für Statuen sozusagen.
  • Turicum04 19.06.2020 18:24
    Highlight Highlight Escher muss weg - dafür Karl Marx auf den Sockel! Escher war immer für den Kapitalismus (CS, Verkehr Gotthard-Bahn etc.). Deshalb war Escher für mich auch ein Rassist.
    • SeboZh 19.06.2020 22:05
      Highlight Highlight Daher werden solche Aspekte der Geschichte halt durch Fakten bestätigt und nicht durch Gefühle...
    • stefan reiser 20.06.2020 16:33
      Highlight Highlight Turikum04
      Karl Marx dürfen Sie gerne Lesen .
      Für Zürich wäre Emilie Lieberherr 1924-2011
      naheliegender .
      Kapitalismus und Rassismus gehen oft
      Hand in Hand , demohngeachtet
      gebührt dem Kapitalisten mehr Respekt als
      dem schäbigen Rassisten .
      Nicht jeder Kapitalist ist in gleichem Masse verantwortlich
      für Hunger und Umweltzerstörung.



  • soulpower 19.06.2020 18:21
    Highlight Highlight Wer hat's auch bemerkt? Heute werden viel weniger Statuen erschaffen um Menschen zu "ehren". Ich finde diese Entwicklungen vor allem deswegen gut, weil die Helden von heute vielleicht schon in ein paar Jahren vom Sockel gerissen werden müssten, sobald irgend ein "unschönes" Detail aus deren Geschichte veröffentlicht wird und ein Shitstorm entsteht. Bitte keine neuen menschlichen Statuen von Politikern oder andern VIPs mehr erschaffen. Das kann man eigentlich gerade aus diesen jetzigen Diskussionen lernen!
    • SeboZh 20.06.2020 00:16
      Highlight Highlight Stimmt so nir bedingt.... Bei uns ja, aber reisen sie mal nach Asien. Da wurden in den letzten 20 jahren einige der grössten Statuen erbaut. Die dürfte man auch nicht so leicht vom Sockel kriegen.

      https://www.welt.de/reise/Fern/article185463306/Die-groessten-Statuen-New-Yorks-Freiheitsstatue-ist-nur-ein-Zwerg.html
    • stefan reiser 20.06.2020 09:05
      Highlight Highlight Statuen stehen für die Leistungen einer Person
      und nicht für ihre Verbrechen .

      Somit könnte man eine Statue für
      zB. Julian Assange zB. Roman Polanski rechtfertigen .
      Er war vielleicht kein Kavalier, Schande , aber er hat Grosses geleistet .

      Es ist gut zu wissen , dass Martin Luther
      ein Judenhasser war , aber beinträchtigt das
      sein Ansehen ?

      Ich könnte eine solche Spannung ertragen .
      Menschen sollen ja keine Götter sein .

      Wir sind in einem Zeitalter der Heuchelei .
  • roger_dodger 19.06.2020 18:20
    Highlight Highlight Bevor wir diese Statue abreissen soll jeder der dass befürwortet alle seine Sachen aus China (Handy, Kleider etc.) und anderen Billiglohnländern abgeben und lebenslang auf alle Produkte von da verzichten. Ebenso nur noch Produkte die garantiert Fairtrade sind konsumieren. Den Produzenten dort geht es oft nicht besser als den Sklaven früher.
  • fiodra 19.06.2020 18:15
    Highlight Highlight Ich pflichte bei. Escher ist nicht wegen der Sklavenhaltung seiner Familie auf dem Sockel, sondern weil er für Zürich und die Schweiz sehr viel getan hat. Er hat die die Eisenbahn gefördert, die ETH, die Kreditanstalt, die Rentenanstalt und die Rückversicherung gegründet. Zürich wäre ohne Escher ganz wo anders. Darum ist er auf dem Sockel auf zentralem Platz. Er ist zentral.
  • Stambuoch 19.06.2020 17:55
    Highlight Highlight Ich unterstelle mal, dass die Denkmalstürmer in der Schweiz vorwiegend aus dem linken Lager sind.
    Ich hoffe, sie unterhalten sich bald auch um folgende Personen und Themen:

    - Lenin, seine Verbrechen und seine Plaketten in Zürich.

    - Marx und seinen Antisemitismus, v.a. in seinem Werk "Zur Judenfrage". (Hannah Arendt z.B. stuft das Werk als antisemitisch ein)
  • Ich-meins-doch-nicht-so 19.06.2020 17:47
    Highlight Highlight Trocken, präzise auf den Punkt gebracht. (gucke stolz aufs ‚What would Huber do’ Armbändeli), freue mich schon auf meine Niederlage am Sonntag.
  • destin 19.06.2020 17:19
    Highlight Highlight Ich bin ja grundsätzlich einverstanden. Allerdings könnte man zusätzlich eine Skulptur der ausgebeuteten Italiener aufstellen, die den Gotthardtunnel unter brutalsten Bedingungen gebaut haben (mit dem dazugehörigen Text); auch das wäre geschichtsträchtig. Sonst bleibt einzig die mystifizierte Geschichtsdarstellung von einzelnen "Supermännern" als Treiber der Geschichte. Und das führt zwangsläufig zu einem völlig verzerrten Geschichtsbild, wie wir es schon lange kennen.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 21:10
      Highlight Highlight Voll einverstanden damit.
    • Nausicaä 19.06.2020 22:21
      Highlight Highlight @destin. Gute Idee aber nicht "könnte", sondern muss. Wenn Escher stehenbleiben soll, dann muss die Skulptur der ausgebeuteten Italiener dahin.
      Es ist höchste Zeit für eine Zäsur!
    • SeboZh 20.06.2020 00:30
      Highlight Highlight Und neben die Eisenbahn in den USA bitte überall Statuen der chinesischen Arbeiter welche sie mehrheitlich gebaut haben. Oder neben Statue X noch eine für Y ... Das Spiel würde endlos so weitergehen.

      Wie bei den Skalven welche in Ägypten die Pyramiden erbaut haben, wir wissen es ja. Sogar noch tausende Jahre später, denke ich, genauso wissen wir Schweizer zumindest dass dieser Tunnel ohne die Italiener nicht möglich gewesen wäre.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 19.06.2020 16:25
    Highlight Highlight Ich geh mit Dir einig Dani. Statuen etc. sind auch immer eine Form von Kunst. Nur durch Bildung kann man Denkmäler ins rechte Licht rücken.
    Nur mit viel Bildung und Beachtung der Zusammenhänge, können Denkmäler auch anders betrachtet werden. Seine Vergangenheit einfach zu beerdigen, bringt nichts, es gilt sie kritisch zu betrachten.

    Bringt es etwas die Pyramiden zu schleifen, weil sie an die Macht gewisser Pharaonen erinnern? Sie waren schlimme Sklaventreiber. Die Kunst der Pyramiden, kann man trotzdem bewundern, statt den Pharao bewundern und erschauern über die brutale Zeit, gleichzeitig.
  • Nik G. 19.06.2020 16:24
    Highlight Highlight Schön gesagt. Geschichte ist kein Safe Space. Wir können sie nicht Rückgängig machen. Geschichte muss immer Alles Platz haben um eine Diskussion führen zu können. Es istauch ein Mahmal um bestimmte Gräueltaten zu verhindern. Siehe 2. Weltkrieg. Wichtig ist darüber zu sprechen. Viel gutes hat auch eine schlechte Vergangenheit. Wenn aber das Schlechte überwiegt soll man es in ein Museum stecken und nicht verherrlichen. Den eine Statue hat auch eine Symbolik. Ob Escher mehr gutes als schlechtes getan hat kann ich zuwenig beurteilen.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 20.06.2020 07:22
      Highlight Highlight Aber dann das Problem: Ab wann überwiegt das Schlechte? Und welches Schlechte? Und wer bestimmt das?
  • Stefan Morgenthaler-Müller 19.06.2020 16:05
    Highlight Highlight "Unser Land ist zugleich den europäischen Werten und der völkerrechtlichen Neutralität verpflichtet. Wir haben keine koloniale Vergangenheit und gehören in der neuen multipolaren Welt keinem Machtzentrum an."

    Bundesrat Didier Burkhalter, 27.04.2016
    • reactor 19.06.2020 18:03
      Highlight Highlight Dann fragen wir uns doch mal woher im 20. Jhdt. der Aufstieg vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan kam. An den Rohstoffen kann es nicht gelegen haben.
    • spiffslady 20.06.2020 00:02
      Highlight Highlight Unter anderem an der im 19. Jahrhundert einsetzenden Industrialisierung - die in der Schweiz sehr früh begann und durch Männer wie Escher entscheidend vorangetrieben wurde. Woher die Baumwolle für die Textilindustrie kam, ist wieder ein anderes Kapitel. Geschichte ist kompliziert.
    • Stefan Morgenthaler-Müller 20.06.2020 05:58
      Highlight Highlight @Reactor. Ein Bundesrat stellt auf Durchzug, Sie stellen eine gute Frage.
  • The Destiny // Team Telegram 19.06.2020 15:58
    Highlight Highlight "Geschichte ist kein «Safe Space» – warum wir Escher nicht vom Sockel stürzen sollten"

    Social media übrigens auch nicht.
  • Florian Sieber 19.06.2020 15:46
    Highlight Highlight Geschichte ist halt auch kein safe space für die Erzählweise aus dem 19. Jahrhundert, die uns Escher als mächtigen Bahnpatron und nicht sonst präsentiert. Ich habe Geschichte studiert und dieses Reduzieren von Geschichte auf ein paar Tonnen totes Metal finde ich weird. Geschichte ist ein bewegter Prozess und wenn politische Statuen aus politischen Gründen gestürzt werden, dann ist das ein Ausdruck historischer Prozesse - kurz, ein Ausdruck von Geschichte...
    • one0one 19.06.2020 17:01
      Highlight Highlight Yes, lassen wir nur den Sockel als Mahnmal das die "Helden" von damals heute keine mehr sind und wir unsere heutigen "Helden" differenziert betrachten.
    • dä seppetoni 19.06.2020 17:22
      Highlight Highlight "und dieses Reduzieren von Geschichte auf ein paar Tonnen totes Metal finde ich weird"

      Wikipedia: "Für die Durchführung dieses ambitionierten Vorhabens warf Escher seine gesamten wirtschaftlichen und politischen Machtmittel in die Waagschale."

      M. M. n kann man den Pioniergeist von Escher am Gotthard für die Entwicklung der Schweiz gar nicht hoch genug einschätzen.

      Rein technisch ist die Gotthardstrecke ein unglaubliches Werk. Mit primitivsten Mitteln präzise Kehrtunnels in den Berg bohren, welche für viel schnellere als damals mögliche Geschwindigkeiten konstruiert wurden.
    • thzw 19.06.2020 17:38
      Highlight Highlight Ich bin grundsätzlich einverstanden. Jedoch muss man sich als Historiker auch fragen, wie denn Geschichte in der Gesellschaft überhaupt zur Kenntnis genommen wird. Und da spielen Denkmäler meines Erachtens eine wichtige Rolle. Bestenfalls dienen sie als "Ankerpunkte" der Geschichte in der Gegenwart, auch wenn ich den Verdacht hege, dass sie diese Rolle immer schlechter erfüllen. Steht dieses Escher-Denkmal nicht einfach nur noch im Weg? Letztlich zeigen aber die Diskussionen, die nun aufflammen, dass Denkmäler doch noch Bedeutung haben – und wenn sie Geschichte nur kristallisieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • reactor 19.06.2020 15:33
    Highlight Highlight Nur zur Erinnerung, von wegen Geschichte und so. Die Diskussionen um Escher sind nicht neu. Die haben wir schon vor 40 Jahren geführt.
  • DieRoseInDerHose 19.06.2020 15:14
    Highlight Highlight Also man soll nun Escher dafür verantwortlich machen, dass auf den Familienplantagen Sklaven beschäftigt waren?

    Natürlich ist das Geschehene eine Sauerei. Für mich aber doch ein wenig weit hergeholt bei dieser Statuendebatte - vor allem weil Escher auch viel für die Schweizer Wirtschaft getan tat und nichts direkt am Hut hat damit.

    • Liselote Meier 19.06.2020 16:07
      Highlight Highlight Der ist nicht nur deswegen umstritten. Befass dich mal gründlich mit König Alfred (wie er damals genannt wurde).

      Der Arbeiterschinder wurde nicht mal beim Tunnelbruch des Gotthards eingeladen. Was bei der Einweihung der Statue passierte hat es weiter unten auch eine schöne Anekdote.


  • 155West 19.06.2020 15:02
    Highlight Highlight Es ist ja wirklich faszinierend, wie viele Menschen hier vorgeben wollen, dank einer Statue in Zürich – von der sie bis vor zwei Wochen gar nicht wussten, wo sie überhaupt steht – etwas über den Gotthardtunnel gelernt zu haben.

    Eine Statue ist ein Stück Geschichte. Das, was die Statue ehrt, wird aber nicht aus der Geschichte gelöscht, wenn die Statue ihren Standort wechselt oder wenn sie ins Museum gestellt wird.

    Wir brauchen keine Statue von Escher, um etwas über Rassismus zu lernen. Wir brauchen ja auch keine Statue von Hitler, um etwas über den Holocaust zu lernen.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 21:28
      Highlight Highlight Ha! Ich hab nachgeguckt - Hitler wollte gar keine Statuen von sich. Ihm ging es um die Idee des NS und das Überdauern der "Bewegung". Insofern ist zumindest das Hitler-Statuen-Argument nicht valide. Man kann bei älteren öffentlichen Gebäuden übrigens noch die Schatten sehen, wo die Hakenkreuze früher hingen, z. B. in Freiburg / D vor dem KG IV an der Uni. Sie sind entfernt, aber man sieht sie wie als Schatten. Ich finde, dieses Palimpsestartige trifft es ganz gut.
  • Mardoché Kabengele 19.06.2020 15:00
    Highlight Highlight Da Muss ich wiedersprechen. Ich zeige dabei gerne auf das Beispiel Deutschland und ihren Umgang mit ihrer Geschichte auf. Wie Sie, Herr Daniel Huber, es richtig framen: "Geschichte ist kein Safe Space"- eine Plakette wird absolut nichts Ändern, aussert, dass Leute mit der gleichen Meinung wie Sie, sich nicht mehr damit befassen müssen.

    Die Geschichte *muss* konserviert werden Man ist sich uneinig und das ist richtig so. Ich schlage vor, man erschafft einen Raum mit diesen Relikten aus der Vergangenheit. Ein Raum wo man sich informieren, reflektieren und hinterfragen kann. Kein Safespace eben.
    • Vecchia 19.06.2020 16:55
      Highlight Highlight "Ich zeige dabei gerne auf das Beispiel Deutschland und ihren Umgang mit ihrer Geschichte auf."

      ? Wie bitte?

      bis mind. Mitte 70er hatte Deutschland NULL Geschichte von 1933-45 in der Schule - wurde einfach ausgelassen - , während wir in der CH nicht nur Weltkriege, sondern auch Sklaverei inkl. Mission, Arbeiterausbeutung inkl. Gotthard bis ins Detail durchgehen "mussten". Bilder, die wir alle nicht mehr vergessen werden.

      Aktuell ist es leider hierzulande auch nicht mehr weit her mit Geschichtsunterricht, weil die Fächer, die der Wirtschaft nutzen viiiiel wichtiger sind...
    • reactor 19.06.2020 18:09
      Highlight Highlight Also da wurde bei dir ja richtig was vermittelt Vecchia, wir kamen kaum über Willhelm Tell hinaus, wobei ich erst später erfahren hab, dass die Story eigendlich von Schiller kam. Meine Kinder hingegen haben in Geschichte immer engagierte Lehrerinnen und Lehrer gehabt.
    • Vecchia 19.06.2020 22:18
      Highlight Highlight @reactor
      Ja, ist aber lange her. Damals waren ja auch Henri Dunant, Albert Schweitzer etc. keine Gutmenschen sondern Helden.
      Allerdings muss man sagen, dass wir als Teenies das Fach nicht so geschätzt haben, wie heute ;-)
  • You will not be able to use your remote control. 19.06.2020 14:59
    Highlight Highlight Hier ein Beispiel, wie untypischerweise wenig sie in diesem Artikel etwas zu ende gedacht haben:

    > Geschichte ist kein «Safe Space»

    Aber vielleicht gibt es den Wunsch, dass der Bahnhof einer ist? Immerhin sind die ETH und der Gotthardtunnel auch «Safe Spaces» oder steht da ganz gross angeschrieben: "Dies wurde mit Sklavengeldern finanziert"?

    Am besten versuchen sie es nochmals neu :)
    • Hierundjetzt 19.06.2020 21:37
      Highlight Highlight Der Vater von Escher hatte vielleicht mit Sklaven zu tun. Nur Indizien.

      Nicht Escher selber 🙄
    • You will not be able to use your remote control. 20.06.2020 14:11
      Highlight Highlight Du diskutierst ganz weit an meinem Argument vorbei, ausserdem versuchst du bewiesene Tatsachen zu leugnen.
  • Geo1 19.06.2020 14:58
    Highlight Highlight Ich hätte von DH eigentlich etwas tiefergehende Reflexion erwartet. Was er sagt ist nicht falsch, aber die Argumentation selektiv. Statuen sind Repräsentanten der Geschichte und tragen zur Beschäftigung mit ihr bei. Gleichzeitig sind es aber auch Ehrerbietungen an die dargestellten Personen, die es durchaus im heutigen Kontext zu hinterfragen gilt. Bei Denkmälern von aus heutiger Sicht problematischen Persönlichkeiten ist deshalb abzuwägen, ob eine angemessene geschichtliche Einordnung an einem öffentlichen Standort möglich ist.
  • taxandi 19.06.2020 14:56
    Highlight Highlight zwischen marignano und dem reduit liegen viereinviertel jahrhunderte terra incognita. escher wäre ein guter einstieg ins "abenteuer schweiz" - ein generationenprojekt.
  • Sweetwater 19.06.2020 14:49
    Highlight Highlight Bei Alfred Escher darf zusätzlich erwähnt werden, dass er eine Art Oligarch war. Er hat seine politische Macht uneingeschränkt für seinen wirtschaftlichen Profit eingesetzt und umgekehrt. Volksdemokratie war nicht gerade sein Steckenpferd.
    Interessanterweise ist das jedoch kaum ein Thema.
    Das Denkmal kann ruhig bleiben aber bitte auch mit der Nennung der weniger positiven Seiten Escher‘s.
  • TRL 19.06.2020 14:45
    Highlight Highlight „Die wahre Zumutung aber sind die realen diskriminierenden Verhältnisse in der Gegenwart. Diese sollten wir abschaffen, nicht die Standbilder.„ „nicht die Standbilder“ streichen und ersetzen mit: „und dass tun wir, in dem wir alte Statuen nicht unsichtbar machen, sondern mit dem Hinweis versehen, dass wir klüger geworden sind.“ Sonst bleibst du deinem Vorschlag nicht ganz treu. Sollte aber ne ganz schön auffällige Plakette sein.

    Abgesehen davon: Statuen sind eigentlich sowieso doof.
  • Balikc 19.06.2020 14:40
    Highlight Highlight Im Sinne eines gutschweizerischen Kompromisses gefällt Banksys Vorschlag zur entfernten Statue des Sklavenhändlers Edward Colston in Bristol:

    What should we do with the empty plinth in the middle of Bristol?

    Here’s an idea that caters for both those who miss the Colston statue and those who don’t.
    We drag him out the water, put him back on the plinth, tie cable round his neck and commission some life size bronze statues of protestors in the act of pulling him down. Everyone happy. A famous day commemorated. https://edition.cnn.com/style/article/banksy-edward-colston-statue-intl-hnk/index.html?fbclid=IwAR0MkPpTTTn9WQyEYNPMHN_wCOIJse_JcDOw3kcXMhHs7k-nmzPYloJKNaU
    Benutzer Bild
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 20.06.2020 07:29
      Highlight Highlight Leider geil. Bin einverstanden. 😂
  • Dani B. 19.06.2020 14:37
    Highlight Highlight Ich bin für den Rückbau. In der Jetztzeit, in welcher alles dokumentiert wird, ist das keine Geschichtsverfälschung.
    ... am Rande: Anfänglich hat die Bronze auf den Hauptbahnhof "geschaut", um "sein" Werk zu bewundern. Es hat der Bahnhofsstrassengesellschaft nicht gepasst, dass er sein Hinterteil... So hat man ihn um 180° gedreht.
  • ChiliForever 19.06.2020 14:37
    Highlight Highlight In Deutschland hat es sich seit ein oder zwei Jahrzehnten eingebürgert, Straße umzubenennen, wenn deren Namensgeber auch nur im entferntesten nicht unseren heutigen moralischen/ethischen/sonstigen Anforderungen entsprechen. Und das betrifft nicht nur Personen, die eventuell nicht vollumfällig gegen die Nazis opponiert haben sondern auch aus diversen anderen historischen Zeiten.

    Doch wie sollen wir aus der Geschichte lernen bzw. unseren Kindern etwas darüber beibringen, wenn wir eben diese Geschichte ausmerzen?
    • BrüederVomPana 19.06.2020 16:23
      Highlight Highlight Also Geschichte habe ich bisher aus Büchern, Film-Dokumentationen oder Artikeln im Internet gelernt. Aber ein Strassenname oder eine Statue sagen nicht viel aus.
    • ChiliForever 19.06.2020 19:27
      Highlight Highlight Wieso, beschäftigst du dich nicht mit den Kulturgütern deiner Region? Interessiert es dich nicht, nach wem dein Straße benannt ist, was der gemacht hat, was den zum Teil der Geschichte macht? Zu deiner Geschichte?
      Ich finde so etwas spannend, das ist Geschichte zum Erleben, nicht nur graue Theorie in Büchern.
  • Gnargl 19.06.2020 14:34
    Highlight Highlight Die Geschichte verändert sich nicht, wenn mann ein Denkmal abreisst. Es verändert sich höchstens unsere Wahrnehmung davon. Mir wäre es lieber, wenn wir vor dem Hauptbahnhof ein Denkmal für alle "Gastarbeiter" aufstellten, die beim Bau der Schweizer Eisenbahntunnels ums Leben kamen.
    • Gnargl 19.06.2020 16:15
      Highlight Highlight äh, man. Nöd mann. Wichtig.
  • Randalf 19.06.2020 14:33
    Highlight Highlight

    Das Wissen, dass Schweizer von der Sklaverei profitierten ist nicht neu. Erst das Interesse daran.
    Hätte man schon früher erfahren können, wenn man denn gewollt hätte.
    Das hätte vielleicht bei einigen schon früher etwas verändert. Jaja, hätte, hätte...
    Beim Escherdenkmal kommen mir nicht Menschenhandel (welcher heute noch hohe Gewinne bringt) in den Sinn sondern ein gut auffindbarer Treffpunkt für Verabredete.
    Danke Dani für Deinen Kommentar.

  • Maracuja 19.06.2020 14:27
    Highlight Highlight Grundsätzlich finde ich es gut, wenn Statuen von Diktatoren nach deren Sturz zertrümmert werden. Massenmörder, Sklavenhändler/-halter u.Ä. gehören nicht in den öffentlichen Raum, sondern in Geschichtsbücher/Museen (Kapitel/Abteilung Verbrecher). Den Fall Escher soll man diff. betrachten, da geb ich Herrn Huber recht. Es handelt sich weder um einen Täter/Befürworter der Sklaverei, sondern um einen Profiteur. Da er systemrelevante Gesellschaften gründete gehört Zürich bzw. CH zu den Mitprofiteuren. Eine Verschwindenlassen der Statue schafft keine Gerechtigkeit, es bleibt Frage der Entschädigung.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 15:13
      Highlight Highlight Museen sind aufgrund der Bezahlschranke aber kein barrierefreier Raum. Geschichte sollte ftei zugänglich bleiben.
    • The Destiny // Team Telegram 19.06.2020 16:04
      Highlight Highlight @Maracuja, Entschädigung an wen und von wem?
    • Maracuja 19.06.2020 16:33
      Highlight Highlight @Zerpheros: Museen sind aufgrund der Bezahlschranke aber kein barrierefreier Raum. Geschichte sollte ftei zugänglich bleiben.

      Ich sprach von Massenmördern und dgl. Denen gebührt definitiv kein Andenken im öffentlichen Raum. Statuen von Stalin und dgl. werden wohl weniger von historisch Interessierten besucht als von unbelehrbaren Anhängern - darum gehören sie entfernt. Zum Glück hat Deutschland den Dreck aus der NS-Zeit zum grössten Teil weggeräumt. Geschichte wird deswegen nicht unzugänglich.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stambuoch 19.06.2020 14:23
    Highlight Highlight Bravo. Wichtiger, richtiger und guter KOmmentar, welchen ich so zu 100% unterschreiben kann.

    Auch die Gefahren, auf die sie hinweisen, halte ich so für real und sind zu verhindern.
  • irgendwie so: 19.06.2020 14:22
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel.
    Escher gilt ja auch nicht als Symbol von Sklaverei und wird auch nicht als solches missbraucht (zumindest hätte ich ie davon gehört).Da müsste man schon eher Reformator Martin Luther vom Sockel stossen...
    Auch unsere Zeit wird Denkmäler hinterlassen, die in naher oder fernerer Zukunft sehr zweischneidig erscheinen werden, gerade auch was 'Rassismus' betrifft.
    Die wirkliche Arbeit ist nicht das kämpfen gegen Symbole sondern gegen den eigenen latenten Rassismus, der sich kaum fassen lässt.
    Werden wir je farbenblind werden, was die Hautfarbe von Menschen anbelangt?


  • Kleinaberdoktor 19.06.2020 14:19
    Highlight Highlight Der Huber hat wieder mal absolut recht........

    Gewisse rechte Kreise haben schon dafür plädiert dass KZ abgerissen werden denn es sei ja denn mal gut wir wissen was geschehen ist.

    Würde dies gemacht wären traurige Mahnmale was Menschen einander antun können verschwunden und schnell vergessen.

    Es gäbe sicher auch noch welche die in 20 Jahren behaupten würden was KZ, wo, gabs doch nie?????
    Gefundenes fressen für Leugner der Geschichte.

    Geschichte sollte erhalten bleiben egal ob negativ oder positiv.
    Man kann nur daraus lernen und hoffen dass sich traurige Geschichte nicht wiederholt.😏
    • smartash 19.06.2020 14:46
      Highlight Highlight Es gibt aber ein Unterschied zwischen einem Mahnmal das mahnt, und einem Denkmal das ehrt...
    • MeinSenfHierUndJetzt 19.06.2020 16:51
      Highlight Highlight @ Kleinaberdoktor: Dieser Vergleich "verhebt" nicht. Es käme ja keiner auf die Idee, die Existenz Eschers anzuzweifeln und sich dann aufgrund der Statue in Zürich doch vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Sie smartash sagt: Die Statue ehrt. Und die Frage die man sich stellen kann ist schon, ob man diesen Mann heute noch ehren möchte.
    • soulpower 19.06.2020 21:42
      Highlight Highlight Verstehe zwar nicht warum so viele kommentieren, die Statuen seien zum "ehren" da. Das waren sie wohl ursprünglich sicher. Kann mich aber nicht erinnern während meine relativ langen Leben jemals eine Statue "geehrt" zu haben. Kann mir kaum vorstellen dass heutzutage solchen Statuen noch viel "Ehre" erwiesen wird. Wenns Rassisten oder Sklavenhändler oder Kriegsverbrecher waren, dann aber sicher weg damit. Gut dass man irgenwann damit aufgehört hat, neue Statuen zu erstellen um damit Menschen zu ehren...Wir sind in dem Bereich schlauer geworden.
  • Knety 19.06.2020 14:19
    Highlight Highlight Einfach nur Merci!
  • drüber Nachgedacht 19.06.2020 14:15
    Highlight Highlight Grundsätzlich eine Super Stellungsnahme.

    Aber leider für die Gruppierungen, die sie lesen sollten viel zu hochstehend geschrieben.

    So erreicht man die Menschen nie, die den Zusammenhang nicht verstehen und einfach den Massen nachschreien.

    • smartash 19.06.2020 14:49
      Highlight Highlight Dass es Menschen gibt, die den Text durchaus verstehen, aber anderer Meinung sind, kommt dir nicht in den Sinn?

      Verdammt arrogante Haltung zu meinen, jeder der anderer Meinung sei, habe dein Argument einfach nicht verstanden
  • radical 19.06.2020 14:10
    Highlight Highlight Verherrlichung von Personen nicht notwendig im öffentlichen Raum, ab in das Museum und die Geschichte den Kinder in der Schule beibringen inkl. Der schlechten Taten dieser Leute..
    Monumente für Gruppen wie die Leute die die Eisenbahn den Gotthartunnel etc gebaut haben.
    • grumpygirl 19.06.2020 14:39
      Highlight Highlight Sehe ich auch so, auch wenn wir mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehen.
      Statuen haben eine andere Bedeutung als ein Gebäude, auch wenn es mit dreckigem Geld erbaut wurde.
      Die Geschichte zu verleumden ist falsch, aber aufarbeiten sollte man sie und zwar im Museum. Man könnte die Statue entfernen und auf eine Tafel schreiben, wieso man sich dafür entschieden hat.

      Stell dir vor, es würde noch eine Statue von Hitler herumstehen. Wäre da auch jemand dafür, dass man sie dort lässt?
    • P. Meier 19.06.2020 14:46
      Highlight Highlight Dann listen Sie doch bitte die schlechten Taten von Alfred Escher auf. Aber bitte nur von ihm und nicht noch von all seinen Vorfahren.
    • Ursus der Rächer 19.06.2020 15:18
      Highlight Highlight Das Escher-Denkmal steht ja nicht aus Zufall vor dem Bahnhof. Es soll seine Bedeutung für den schweizerischen Eisenbahnverkehr auszeichnen. Dass da noch anderes war, das weniger rühmlich ist, stellt doch die positiven Leistungen für die Bahn, die Banken und die Schweiz nicht in Frage. Nach meiner Meinung würde es reichen, wenn sein Denkmal mit einer Tafel mit seinen schlechten Seiten ergänzt würde. Aber seine grosse Bedeutung für die Schweiz ist unbestritten. Oder müssen wir uns abschaffen?
  • Tommyboy Jones 19.06.2020 14:10
    Highlight Highlight Einmal mehr auf den Punkt gebracht Herr Huber. Wie aktuell mit solchen Denkmälern umgegangen wird erinnert mich irgendwie an 1984 von Orwell. Man kann Geschehenes nicht ungeschehen machen, aber man sollte sich damit auseinandersetzen. http://ÜÜ
    • MeinSenfHierUndJetzt 19.06.2020 16:57
      Highlight Highlight @ Tommyboy: Niemand behauptet, man kann Geschehenes ungeschehen machen. Aber man kann sich überlegen, welche Personen man mit einer Statue ehren will. Und wenn sich die gesellschaftliche Antwort dieser Frage über die Zeit ändert, dann kann man mMn eine Statue auch einmal abbauen und durch eine andere ersetzen. (In Bezug auf Escher hab ich keine Meinung, aber grundsätzlich geht ja weder die Geschichte noch das Geschichtsbewusstsein verloren, wenn so ein Anpassungsprozess geschieht.)
  • joevanbeeck 19.06.2020 14:10
    Highlight Highlight Solange in Zürich in der Spiegelgasse und im Volkshaus die Gedenktafeln von Massenmörder Wladimir Iljitsch Lenin zu sehen sind ist diese Denkmal Diskussion eher peinlich als zielführend.
    Benutzer Bild
    • Hillary Clinton 19.06.2020 14:44
      Highlight Highlight Zu dieser oder einer ähnlichen "Ideologie" wollen gewisse Kreise ja zurück....
    • P. Meier 19.06.2020 14:47
      Highlight Highlight Auch dieser Herr gehört zur Geschichte.
    • supremewash 19.06.2020 18:02
      Highlight Highlight Eine Tafel wie diese nennt bloss Fakten über eine Person mit diskussionslos grossem Einfluss auf die neuere Geschichte. Es darf sich jeder selbst über diesen Herrn, den Sozialismus sowie die russische Revolution und ihre Folgen informieren und eine Meinung bilden.
      Gleiches gilt für Escher und die Schweiz.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Clank 19.06.2020 14:06
    Highlight Highlight Ich bin da anderer Meinung. Eine Statue hat wenig mit dem Geschichtsverständnis zu tun. Würde man vor paar Wochen eine Umfrage an der Bahnhofstrasse machen, wer diese Statue ist, könnten die wenigsten den Namen nennen, geschweige seine Taten erläutern. Im Gegenteil, die Leute würden vor lauter Ignoranz trotzdem die Person verehren nach dem Motto "Der hat ja eine Statue bekommen, also muss er wichtig und ehrenhaft sein". Und genau, das ist das Problem bei solchen öffentlichen Statuen. Die dienen nicht der Aufklärung, sondern in erster Linie der Glorifizierung. Im Museum ist die Wirkung anderst.
    • smartash 19.06.2020 14:51
      Highlight Highlight sehr gut auf den Pubkt gebracht 👏
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 15:18
      Highlight Highlight Und wer geht ins historische Museum? Die mit genug Geld für die Bezahlschranke. Also für missliebige Geschichte gilt: aus den Augen, aus dem Sinn. Darf ich ein Schäufelchen Sand reichen? Da könnte man den Kopf reinstecken, während man sich für die grosse antirassistische Leistung auf die Schulter klopft. Herzlichen Glückwunsch.
    • smartash 19.06.2020 15:41
      Highlight Highlight @Zerpheros Wie wäre es wenn wir missliebige Geschichte in der Schule im Geschichtsunterricht lehren würden?
      Wäre das nicht der klügste Umgang mit Geschichte?

      Eine Statue, selbst mit Plakette, wird niemals der ganzen Geschichte gerecht
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triple A 19.06.2020 14:06
    Highlight Highlight Das ist wohl das Klügste und Reflektierteste, das ich seit langem über dieses Thema gelesen habe!
  • Dario4Play 19.06.2020 14:04
    Highlight Highlight Also, früher haben doch fast alle die reich waren von sklaverei profitiert:
    Lasst uns alle statuen abreissen von personen die in 2ter generation reich sind!

    So interpretiere ich das...
  • Albert Olter 19.06.2020 14:04
    Highlight Highlight Was in der ganzen Diskussion vielleicht auch noch wichtig ist: Als 1889 die Escher-Statue am Bahnhofsplatz eingeweiht wurde, musste die Polizei und sogar die Armee die Festivitäten und das Denkmal selbst vor der aufgebrachten Arbeiter*innenschaft beschützen. Das Denkmal Eschers galt als riesige Provokation und schon kurz nach der Enthüllung wurde prophezeit, dass es womöglich bald wieder abgetragen werden müsse. Es gibt also auch bei Statuen sowas wie eine Geschichte, und die ist eben auch zu berücksichtigen. Wer baut eine, in welcher Erinnerung? Und wer wird damit unsichtbar gemacht?
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 15:20
      Highlight Highlight Aber genau das gehört auf eine Informationstafel mit kritischer Einordnung der Person!
  • Albert Olter 19.06.2020 13:56
    Highlight Highlight Diese Haltung ist doch absurd. Eine Statue abzutragen bedeutet doch nicht, in der Geschichtslosigkeit zu versinken. Die Colston-Statue in Bristol hat in der Stunde, in der sie gestürzt und ins Meer geworfen wurde, unendlich viel mehr zu einem reflektierten Umgang mit Geschichte und der Aufarbeitung derselben beigetragen, als sie dies die vorherigen 150 Jahre ihres Daseins auf dem Betonsockel tat. Und das Plaketten-Argument kommt auch ständig: Wie sähe wohl Deutschland aus, wenn man nicht mit einigen sichtbaren Repräsentationen von Vergangenheit aufgeräumt hätte?!
    • Shabaqa 19.06.2020 16:17
      Highlight Highlight Vielen Dank für deine beiden sehr gescheiten Kommentare. Ich bin nicht der Meinung, dass Eschers Denkmal entfernt werden muss - im Gegensatz zu andern Denkmälern. Aber die Argumente, die für den Verbleib dieses und anderer Denkmäler vorgebracht haben, sind wirklich grösstenteils absurd, auch die Argumentation von D. Huber.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 16:19
      Highlight Highlight  "Die Colston-Statue in Bristol hat in der Stunde, in der sie gestürzt und ins Meer geworfen wurde, unendlich viel mehr zu einem reflektierten Umgang mit Geschichte und der Aufarbeitung derselben beigetragen, als sie dies die vorherigen 150 Jahre ihres Daseins auf dem Betonsockel tat."
      Inwiefern? Und woran könnte man diese Reflexion erkennen?
    • MeinSenfHierUndJetzt 19.06.2020 17:04
      Highlight Highlight @ Albert Olter: Danke für diesen Kommentar. Ich denke es ist auch normal, dass in verschiedenen Zeiten verschiedene Aspekte im Leben einer historischen Person unterschiedlich beurteilt werden, und dass sich daher auch die Beurteilung, ob eine Person ein Denkmal verdient, ändern kann.
  • Scrat 19.06.2020 13:56
    Highlight Highlight Danke für diesen guten Bericht, Dani Huber! Ich sage immer, der Begriff «Denkmal» kann man auch in zwei Silben teilen und als Aufforderung nehmen: «Denk mal»! Mit anderen Worten: jedes Denkmal soll kritisch betrachtet und auch hinterfragt werden, man soll sich mit der Geschichte dahinter befassen. Wenn dies geschieht, dann ist ein Denkmal gleichzeitig ein Mahnmal und führt dazu, dass wir uns unserer Vergangenheit und Geschichte stellen.
  • Hirngespinst 19.06.2020 13:50
    Highlight Highlight Absolut treffend geschrieben !
  • Hamudi Dudi 19.06.2020 13:47
    Highlight Highlight Wieso wird immer Escher in den Fokus gerückt? Wer, ausser dem einen Historiker, wünscht sich wirklich die Entfernung dieser Statue?
  • Schumi-sf 19.06.2020 13:43
    Highlight Highlight Huebi:

    Nur ein Wort für Deinen Kommentar:

    Sackstark!
  • leed 19.06.2020 13:42
    Highlight Highlight Verstehe ich das richtig, man will Escher entfernen, weil seine Eltern dreck am Stecken hatten? Das ist doch etwa gleich, wie wenn man ein Deutsches Kleinkind für den Aufstieg der NSDAP verantwortlich macht.

    Sowas ist kein Kampf gegen Rasissmus, das ist heuchelei und eifersucht. Wenn die Privilegien einzelner das Problem ist, dann seit doch so ehrlich und fordert die Abschaffung von Erbschaften, anstatt grosse töne mit BLM zu rufen.
    • Rundlauf 19.06.2020 14:09
      Highlight Highlight Eigentlich geht's ja um die Erbschaften bzw. um die nicht möglichen Erbschaften durch Rassismus diskriminierter Bevölkerungsteile. Darin manifestiert sich doch das "white privilege".

      Aus diesem Blickwinkel ist die ganze aktuelle Empörung tatsächlich eine Neiddebatte. Allerdings eine gerechtfertigte. BLM täuscht aber darüber hinweg, dass solche Ungleichheiten durch Erbschaften auch nach der Überwindung des Rassismus erhalten bleiben.
  • Kain E. Ahnung 19.06.2020 13:38
    Highlight Highlight Diese Diskussion hatten wir im Berner Oberland schon wegen dem Agassizhorn. Agassiz war nicht nur ein Natur- und Gletscherforscher, sondern auch ein bekennender Rassist. Hier hat schlussendlich dann aber doch die Vernunft gesiegt und man hat den Berg stehen gelassen.
  • Alnothur 19.06.2020 13:38
    Highlight Highlight Das Einzige, das ich an diesem Artikel nicht mag ist der Vorschlag, dass da eine Plakette hinsoll, dass Escher "nicht zuletzt dank der Arbeit und dem Leid von Sklaven da oben steht". Die Plakette können wir sonst überall anbringen.

    Ansonsten, danke. Toller Artikel.
  • Relativist 19.06.2020 13:33
    Highlight Highlight Sendet das nicht die Message, dass der Escher zwar vom Leid anderer profitiert hat, aber er trotzdem eine Statue verdient hat?
    Extrem Beispiel: wir bringen Fakten über den Holocaust auch nicht bei, indem wir Hitler-Statuen aufstellen mit einer Plakette: Er hat auch ein paar Millionen Leute umgebracht.
    Und bevor geblitzt wird: nein, Hitler ist nicht gleich Escher. Das Beispiel soll nur illustrieren, dass wir diese Lösung in anderen Fällen nie als akzeptabel einstufen würden. Das führt dann zur Frage: denken wir bei Escher nur so, weil er ein Schweizer war?
    • Hierundjetzt 19.06.2020 14:04
      Highlight Highlight Holcoaust MahnmalE oder StolpersteinE vergessen?

      Es wird zurecht überall erinnert.

      Hitler hat sich am letzten Kriegstsg selbst getötet, daher gibts keine Statue, die gibts nur für Tote, nicht Lebende Personen. Stalin-Statuen gibts immer noch en masse

      Dein Geschichtsbewusstein scheint mir ein wenig unterentwickelt
    • Kaspar Floigen 19.06.2020 14:46
      Highlight Highlight Ein paar Kommentare weiter unten von Antiypanikmacher trifft es glaubs am besten: Es kommt drauf an, wofür die Person ihre Statue bekommen hat. Eine Hitlerstatue wurde erstellt, um etwas unverteigbares zu huldigen.

      Wo wir schon bei der Hitlerkeule sind (wir sind jetzt denkbar weit von Alfred Escher): Vor einigen Jahren wurde es sogar bei diesem Extrembeispiel als angemessen empfunden, Mein Kampf wieder zu veröffentlichen, aber nur mit Kommentar. Das Buch/das Symbol muss nicht verbannt werden, wenn es mit dem nötigen Kontext kommt.
    • Relativist 19.06.2020 14:55
      Highlight Highlight @Hierundjetzt
      1. 'Stolpersteine' zeigt sehr klar, was Du davon hälst.
      2. Lies bitte meinen Kommentar bevor Du schreibst. Er handelt nicht über Holocaust-Mahnmale, sondern um Statuen im Allgemeinen. Statuen dienen grundsätzlich der Huldigung einer Person. Sie haben geringen Wert die Bevölkerung zu bilden. Das gibt Herr Huber in seinem Artikel eigentlich selbst zu. Was ich sage ist, dass niemand Hitler-Statuen akzeptabel fände, selbst wenn wir eine Plakette dran hängen würden.
      https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/alfred-eschers-erbe-gruendet-auf-sklavenarbeit/story/19408220
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ueli der Knecht 19.06.2020 13:31
    Highlight Highlight "Lassen wir also Escher auf dem Sockel – aber bringen wir auf diesem eine Plakette an, die darauf hinweist, dass dieser Mann nicht zuletzt dank der Arbeit und dem Leid von Sklaven da oben steht."

    Das macht den angerichteten Schaden nicht wieder gut. Wir müssten auch über Reparationszahlungen diskutieren, ähnlich die Schweiz nach erheblichem Widerstand auch Reparationen an Holocaust-Opfern leisten musste.

    Frägt sich auch, wie es so weit kommen konnte, und was wir daraus gelernt haben, bzw. wie wir verhindern, dass das künftig nicht mehr geschieht.

    Daher: Konzernverantwortungsinitiative JA!
    • Hierundjetzt 19.06.2020 14:04
      Highlight Highlight Nö. Müssen wir nicht.
    • CapD17 19.06.2020 14:12
      Highlight Highlight Und an wenn bezahlen? An die afrikanischen Regierungen? Bitte nicht!
    • bruuslii 19.06.2020 14:46
      Highlight Highlight ueli: vielleicht solltest du reparationszahlungen durch reparationsleistungen ersetzten.

      geld irgendwohin "schicken" macht es nicht besser.

      fairer handel und dafür sorgen, dass die arbeitenden (in diesem fall in afrika) ihren gerechten anteil am gewinn ihrer arbeit erhalten und ihre kinder durch bildung(saustausch) eine faire chance für die zukunft erhalten, fände ich gerechtfertigt.

      von daher: konzernverantwortungsinitiative: JA
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stefan Morgenthaler-Müller 19.06.2020 13:27
    Highlight Highlight "Für den politischen Diskurs ist Geschichtslosigkeit Gift."

    Die meisten Schweizer hatten während ihrer Schulzeit vielleicht 50 Lektionen Geschichte über die Schweiz, davon 10 Lektionen die Geschichte von Wilhelm Tell.

    Im Kindes- oder Jugendalter versteht man noch nicht die Zusammenhänge und da muss man sich nicht verwundert die Augen reiben, wenn die meisten Schweizer nicht einmal wissen, dass auch die Schweiz eine koloniale und Vergangenheit hat, man sich daran reich verdient hat und man auch hierzulande vor nicht einmal all zu langer Zeit Schwarze in Menschenzoos vorgeführt hat, usw.
    • Hillary Clinton 19.06.2020 14:00
      Highlight Highlight 50 Lektionen?
      Welche Schule haben sie bitteschön besucht? CH Geschichte und die Weltkriege wurden endlos behandelt.
    • CapD17 19.06.2020 14:13
      Highlight Highlight Hat die Schweiz eine koloniale Vergangenheit oder einzelne Schweizer?
    • Stefan Morgenthaler-Müller 19.06.2020 14:33
      Highlight Highlight @C17.Es gab Überlegungen der Schweizer Regierung, eine eigene Kolonie gründen zu wollen. Aus verschiedenen Gründen hat man sich dagegen entschieden und eine Strategie angestrebt, die Kolonien der anderen ökonomisch für sich nutzen zu können, d.h. man hatte keine Kosten für das Militär, welches ein kolonisierte Gebiet unterwerfen muss und konnte sich den Kolonialisierten als "fairer, neutraler Geschäftsmann" für "saubere" Geschäfte anbieten.

      Ich müsste recherchieren, wann genau diese Gespräche in der Regierung geführt sowie der Beschluss eine "innovative Strategie" zu fahren festgelegt wurden.
  • Majoras Maske 19.06.2020 13:27
    Highlight Highlight Herr Huber spricht mir aus der Seele.
  • rodolofo 19.06.2020 13:15
    Highlight Highlight Zwischen Idealisierung und Dämonisierung gibt es einen Mittelweg: Den Realismus.
    Ich meine allerdings keinen sozialistischen Realismus, denn dieser war auch idealisierende Propaganda.
    Vielleicht sollten wir "moderne Kunst" nehmen!
    Da kann JedeR hinein interpretieren, was ihm/ ihr passt!
  • Antiypanikmacher 19.06.2020 13:13
    Highlight Highlight Aus meiner Sicht bringt es dieser Artikel auf den Punkt, warum ich bei den Demonstrationen in USA ein gutes Gefühl habe das sich etwas ändert und hier nicht. Bei einem Denkmal geht es darum für was es steht. Escher bekam sein Denkmal nicht dafür dass er die Sklaverei verteidigte sondern für die Gründung der ETH, Eisenbahnprojekte und vieles mehr. Ja man soll auch kritische Fragen stellen. Aber verleugnen? Ist das der richtige Umgang mit der Geschichte? Dann müssten wir die Geschichte der Schweiz im WW2 gar nicht mehr weiter erforschen, löschen reicht. Soll so der Umgang mit Geschichte sein?
  • Kaspar Floigen 19.06.2020 13:07
    Highlight Highlight Die meisten Leute wissen gar nicht, wer da vor dem HB steht. Da würde sich eine Erklärtafel mit Errungenschaften und der Kehrseite sowieso nicht schlecht machen.
  • Luki Bünger 19.06.2020 13:05
    Highlight Highlight Geschichte ist kein «safe space» - seh' ich auch so.

    Wenn also ein Sklaventreiber denkt, er könne die Erzählart der Geschichte beeinflussen, indem er sich möglichst breitenwirksam als Held aufspielt, muss trotzdem damit rechnen, dass das irgendwann halt auffliegt, die Geschichte anders erzählt wird und sein Heldenprojekt gestorben ist.

    • Snowy 19.06.2020 13:49
      Highlight Highlight Alfred Escher war aber kein Sklaventreiber.

      Sein Vater hat in Industrien investiert, welche auch Sklavenarbeit unterhielten - nicht Alfred Escher selber!
    • Vecchia 19.06.2020 14:10
      Highlight Highlight "...und sein Heldenprojekt gestorben ist"

      Konsequenterweise müsste dann der Gotthardtunnel abgebrochen werden.
      Und der neuere Basistunnel gleich mit, weil die aktuelle Gesellschaft sich auch nicht rühmen kann, Mineuren angemessene Löhne und optimale Arbeitsbedingungen zu bieten.

      https://www.handelszeitung.ch/konjunktur/aus-dem-leben-eines-gotthard-mineurs-1095658

      Aber der Rückbau der Tunnels wäre nicht so bequem, wie eine Statue vom Sockel zu stürzen...
    • Luki Bünger 19.06.2020 18:58
      Highlight Highlight @Snowy:

      Ich meinte damit mehr, dass Escher ein Ausbeuter allererster Güteklasse war. Ungeschickt gewählt, der Ausdruck, da entschuldige ich mich.

      Bliebe aber trotzdem noch der Umstand, dass er wohl den Tunnelbau finanziell nie hätte stemmen können, wenn nicht sein Vater vorgesorgt hätte.

      @Vecchia:

      Die Statue ist eine Glorifizierung einer höchst zwiespältigen Figur. Der Tunnel ist ihr Lebenswerk.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pidemitspinat 19.06.2020 13:02
    Highlight Highlight Stellt doch neben Escher eine größere Statue von Toussaint Louverture auf.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Haitianische_Revolution
  • Super 19.06.2020 13:02
    Highlight Highlight Guter Versuch Huber, leider lässt sich diese Büchse der Pandora nicht mehr schliessen, wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung.
    Durch virtuelle Fackeln und Heugabeln wird noch einiges in Stücke gerissen und in Flammen aufgehen.
  • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 13:01
    Highlight Highlight Danke! Ich halte das Schleifen historischer Zeugnisse für einen ebenso gefährlichen wie nutzlosen Weg, um Rassismus zu bekämpfen. Habe ich einen Anspruch darauf, dass Geschichte oder generell Quellen mich schonen? Nein, verdammt. Tut es weh, manchmal? Ja. Aber das bringt mich zum Nachdenken. Ich will keine weichgespülte Geschichte, deren Zumutungen in Keller gesperrt werden, denn was ich sehen kann, kann ich auch benennen. Was entfernt wird, gärt dagegen im Verborgenen. Stimmen ergänzen, nicht Stimmen entfernen sollte das Ziel sein, sonst haben wir nur noch historische Partikularinteressen.
  • Jojoeffekt 19.06.2020 12:58
    Highlight Highlight Interessanter Kommentar, bin aber nicht einverstanden.

    1. Wird eine Plakette nichts ändern. Der öffentliche Raum muss sich mit der Gesellschaft ändern können. 2. Wir betreiben in der CH mit messbaren strukturellen und institutionellen Ungerechtigkeiten auch eine Art Identitätspolitik, wir nennen es einfach nicht so. 3. Wir können erst zufrieden sein, wenn Menschen egal welcher Hautfarbe ein stinknormales Leben nach meritokratischen Prinzipien führen können. Das impliziert auch, dass sie nicht automatisch irgendwelchen Gruppen zugerechnet werden, wie dies auch oben im Artikel geschieht.
    • reactor 19.06.2020 18:27
      Highlight Highlight Danke!
  • Abnaxos 19.06.2020 12:57
    Highlight Highlight Sorry, aber das Geschichtsargument kann ich nicht gelten lassen.

    Eine Statue ist eine Ehrung einer Person. Wenn man die Person nicht mehr ehren will, sollte man Statue entfernen. Man sie gerne durch ein Mahnmal ersetzen, z.B. eine Skulptur, die Herrn Escher zeigt, wie er mit der Peitsche Sklaven antreibt. Und nein, eine Information-Plaquette ändert nichts an der ehrenden Natur so einer Statue.

    Es geht mir nicht darum, ob Escher "entehrt" werden muss oder nicht, die Frage lasse ich mal offen. Es geht mir darum, dass das Geschichtsargument heuchlerisch ist. Sucht euch ein echtes Argument.
    • Marko_32 19.06.2020 19:48
      Highlight Highlight Genau, man sollte zuerst mal den Grundsatz diskutieren bevor man sich auf einen spezifischen Fall fokusiert.
      Eine Plakette halte ich für einen Witz: diese Statue ist zu Ehren von XY, ps. er war ein Arsch
  • Amateurschreiber 19.06.2020 12:54
    Highlight Highlight Ich habe generell Mühe mit solchen nachträglichen Verurteilungen:
    - Es ist eine Anklage, bei der sich der/die Beschuldigte sich nicht mehr wehren kann.
    - Man wendet moderne moralische Vorstellungen an. Früher galten aber andere Werte und Ansichten. Was für uns heute undenkbar ist (z.B. Todesstrafe) war früher eine Selbstverständlichkeit.
    - Wir sind nicht besser als die Menschen von damals. Wir kaufen Spielzeug aus China, Textilien aus Bangladesh, Palmöl aus Indonesien etc., obwohl wir genau wissen, dass diese Produkte nur unter Ausbeutung von Mensch und Natur hergestellt werden.
    • Koboi 19.06.2020 15:33
      Highlight Highlight @Amateurschreiber:
      Danke, das ist wohl das intelligenteste was ich bisher zu dem Thema gelesen habe.
      Das ist alles so furchtbar inkonsequent: Man demonstriert für BLM, merkt nicht dass "every life matters", kauft billige Kleider und Schuhe, Chinaschrott en masse, lässt sich das Studium oder die Weltreise finanzieren von den reichen Eltern, und hinterfragt nicht von wo das Geld herkommt. Könnte ja unangenehm werden wenn man bei sich anfangen müsste.
    • soulpower 19.06.2020 22:08
      Highlight Highlight Amateurschreiber: dein Kommentar...brilliant...danke
  • Liselote Meier 19.06.2020 12:53
    Highlight Highlight Na deiner Logik folgend wärst du auch dafür in Zimmerwald eine Leninstatue zu bauen?

    Wenn Statuen so historisch relevant sind, gehört da eine hin, alles andere würde ja in Geschichtslosigkeit münden.


    • Albi Gabriel 19.06.2020 13:05
      Highlight Highlight Für den Massenmörder Lenin gibt es ja schon ein Schild an der Spiegelgasse 14 in Zürich und auf dem wird auch nicht an seine Untaten erinnert...
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 13:09
      Highlight Highlight Das ist doch Quatsch: Keiner fordert, Sklavenhalter, Diktatoren, Spin Doctors oder Kriegstreiber neu aufzustellen. Es geht darum, wie wir heute mit vorhandenen, nicht genehmen Zeugnissen vergangener Epochen umgehen.
    • yoh 19.06.2020 13:12
      Highlight Highlight Who cares... es geht in der Debatte doch schon lang nicht mehr um Logik.

      Am Schluss hat sich nichts geändert, Sklavenhalter-Statuen, Mohrenköpfe und Stereotypen auf Wappen.

      Es ist für die meisten Schweizer zu trivial um drüber Reden zu wollen, gleichzeitig zu wichtig (aus verschiedensten herbeigewünschten Gründen) um wirklich was zu ändern...

    Weitere Antworten anzeigen
  • Luki Bünger 19.06.2020 12:51
    Highlight Highlight Der Grund für die aktuelle Tendenz, den Privilegierten, unabhängig vom Problem, den Mund zu verbieten – so mein Geschichtsverständnis – ist, dass die Privilegierten nun schon seit einiger Zeit die Diskussion bestimmen, mit dem Resultat, dass sich wenig bis gar nichts ändert.

    Die Chance, dass Mami/Papi dem Kind den Mann vor dem Hauptbahnhof trotz deiner gutgemeinten Alibi-Plaquette wohl eher als Erbauer des GH-Tunnels denn als Sklaventreiber vorstellt, ist intakt.
    Symbole wirken auf eine Gesellschaft, mehr als man denkt, gerade wer hier mit Geschichtsverständnis kommt, sollte das wissen.
    • Pidemitspinat 19.06.2020 13:04
      Highlight Highlight Dann sollte man die Statue halt mit mehr einer Plakette kennzeichnen. Z.B. mit einer Statue von Toussaint Louverture. Oder Sitting Bull neben Johann August Sutter.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Haitianische_Revolution
    • sirlurkalot 19.06.2020 13:09
      Highlight Highlight Es ändert sich also wenig bis nichts? War mir gar nicht bewusst, das Unverheiratete immer noch nicht zusammen wohnen dürfen. Das Schwarze immer noch jederzeit einfach von jedem "Neger" genannt werden. Das Homosexualität immer noch strafbar ist. Das Kinder aus armen Familien immer noch verdingt werden. Das wir den Jenischen immer noch ihre Kinder wegnehmen. Das Männer immer noch bestimmen dürfen, ob ihre Ehefrau arbeiten darf oder nicht.
      Es hat sich verdammt viel geändert. Man hat sich nur schon daran gewöhnt. Was nicht heisst, das alles Gut ist. Aber auch das wird sich ändern.
    • Schmiegel 19.06.2020 13:14
      Highlight Highlight Wer hier mit Geschichtsverständniss kommt, sollte wissen, dass wenn schon, dann Kaspar Eschers Vater der Sklaventreiber war. Aber eben. Heute wird schnell geurteilt, man fühlt sich dann halt so schön moralisch überlegen..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Denk Mal 19.06.2020 12:49
    Highlight Highlight Den Respekt und die Berechtigung, als Statue präsent zu bleiben hätte er meiner Meinung nach, wenn die Erben einen Teil des Reichtums denen zurückgeben, dank denen Sie so reich wurden. Wäre doch mal eine versöhnliche Geste.
  • LisaSimpson 19.06.2020 12:45
    Highlight Highlight Irgendwie schon ironisch, wir lesen diesen Bericht auf einem Handy mit seltenererde und gold, tragen Kleider und Schmuck , bestellen bei AliExpress, essen Produkte aus Massentierhaltung, fahren und heizen mit fossilen Brennstoffen oder elektrisch.....
    Das meiste kommt nicht aus der Schweiz 🇨🇭 sondern von China, Vietnam, Konko, Russland, Südamerika, etc... und wird von Billigarbeitern und Kindern produziert und abgebaut. Nun diskutierten wir über die Fehler unsere Vorfahren im Bezug auf Slaven...
    irgendwie total abstrus.
    • bbelser 19.06.2020 13:44
      Highlight Highlight Geht nicht eine ziemlich gerade Linie von den damaligen Profiteuren der Sklavenausbeutung zu den heutigen Profiteuren eines ausbeuterischen Konsumismus? Wir setzen immer noch auf Lohnsklaverei, Verweigerung von Rechten, Kinderarbeit etc. für unseren Wohlstand. Diese Blindheit ist nicht abstrus, sondern eine logische Fortsetzung des verwerflichen Handelns gewisser Vorfahren.
    • PC Principal 19.06.2020 13:58
      Highlight Highlight Dank unserer ach so bösen Konsumlust sind eine Milliarde Chinesen der Armut entkommen. Dasselbe passiert jetzt gerade in Indien und vielen anderen Ländern. So gesehen sind wir doch nicht ganz so schlimm wie unsere Vorfahren.
    • bruuslii 19.06.2020 15:21
      Highlight Highlight pc principal: genau! was sollen denn die kids in den armen ländern sonst tun als arbeiten? die sind doch froh, dass wir ihnen arbeit geben. sonst hätten die gar keine arbeit und zu essen. zur schule können die ja nicht, weil sie ja so arm sind. deshalb ist es wichtig, dass wir diese billigprodukte kaufen. zum wohle der ärmsten.

      /sarkasmus off
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  • Piwi 19.06.2020 12:44
    Highlight Highlight Ein wohltuender Artikel mit humanistischem Standpunkt, vielen Dank dafür.

    Die ganze Woke-Bewegung, die aus den Vereinigten Staaten überschwappt, will die Interpretationshoheit an sich reissen. Der Versuch, die Sprache und Geschichte zu kontrollieren und umzuschreiben nimmt langsam totalitäre Züge an - hoffen wir, dass wir zumindest dort aus der Geschichte des 20sten Jahrhunderts gelernt haben, um dem entgegenzuwirken...
    • Luki Bünger 19.06.2020 13:10
      Highlight Highlight Ist schon scheisse, wenn man die Interpretationshoheit verliert gell.

      Nun stell dir einfach mal vor, du hättest sie nie gehabt.
    • Hierundjetzt 19.06.2020 13:37
      Highlight Highlight Lukas, wir sind nicht auf Deinem Kanti-Pausenplatz.

      Piwi: so weit gehts schon nicht. Ein Diskurs ist wünschenswert und anfebracht aber in der europäischen Fassung und nicht als schon wieder aufgezwängter US-Kulturimport.

      Ich bin zuversichtlich, dass wir auch noch im 2021 darüber sprechen und nachhaltige Lösungen finden.

      In den USA sind in 120 Tagen Wahlen, im November ist das dort ein Kein-Thema mehr. Wie immer

    • bbelser 19.06.2020 13:59
      Highlight Highlight Piwi hat auch schon die neue Sprachkeule "Woke" entdeckt, bravo!
      Was ist eigentlich in euren Augen so problematisch an Anstand, Korrektheit, Respekt, Güte, Sensibilisierung für Minderheitsinteressen, Wachheit und Aufmerksamkeit für Missstände in unserer Gesellschaft?
      Du ortest ernsthaft totalitäre Täter bei denen, die nun endlich mal den Hauch einer Chance haben, mit ihrer Diskriminierungsgeschichte gehört zu werden? Und schämst dich nicht, dazu auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu verweisen? Wurden die Juden ausgelöscht, weil sie so "woke" waren und die Interpretationshoheit besassen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • soulpower 19.06.2020 12:43
    Highlight Highlight Betreffend USA kann man den Wünschen Verständnis entgegenbringen, gewisse ehemalige Sklavenhalter und Rassisten vom Sockel zu bringen. Diese Idee nun 1:1 auf die Schweiz zu übertragen macht keinen Sinn, denn von einer Statue eines solchen ist mir in der Schweiz nichts bekannt. Wieso sollte man nun jeden vom Sockel herunterreissen, der für die Schweiz jemals im Krieg war oder sich damals noch nicht für Frauenrechte einsetzte oder sonst was anstellte. Die Geschichte verändert sich, aber wir können die Geschichte nicht einfach "verschwinden lassen", sondern sollten uns damit auseinandersetzen!
    • palümpalüm 19.06.2020 13:27
      Highlight Highlight @swisswitchbitch. Auch die gibt es... siehe Denkmal in Airolo.
    • purpletrain 19.06.2020 13:39
      Highlight Highlight @swisswitch so was wie ‚le vittime del lavoro‘ in airolo?
    • bbelser 19.06.2020 14:04
      Highlight Highlight Wer vom Sklavenhandel profitierte, war Täter und wusste sehr genau, unter welchen Bedingungen sein Reichtum erschuftet wurde. Da geht's nicht darum, dass er noch nichts von irgendwelchen späteren Bewegungen wissen konnte. Schade, soulpower, du relativierst die Tätergeschichte ein wenig zu salopp.
    Weitere Antworten anzeigen
  • insert_brain_here 19.06.2020 12:42
    Highlight Highlight Ich finde hier muss man zwei Themen einzeln betrachten.
    1. Ist die Person Alfred Escher problematisch? Ich denke nicht wirklich, er kann nichts dafür wie sein Vater sein Geld verdient hat und seine Verdienste sind so weit mir bekannt unumstritten.
    2. Wie soll mit Statuen von Personen - wie de Pury . umgegangen werden deren Machenschaften tatsächlich höchst unmoralisch waren? Eine Statue an einem prominenten Platz hat nichts mit Geschichte zu tun, sie dient einzig und allein der Huldigung einer Person. Darum haben sie im Ostblock die Stalinstatuen abgerissen und keine Plaketten rangemacht.
    • Pukelsheim 19.06.2020 12:57
      Highlight Highlight Genau, vor allem kann eine Statue auch in einem Museum Platz finden.
    • P. Meier 19.06.2020 15:08
      Highlight Highlight @Pukelsheim: dann bitte auch überprüfen welche Strassen- und Platzschilder ins Museum gehören.
    • Shlomo 19.06.2020 16:32
      Highlight Highlight Im historischen Kontext waren die Taten von de Pury nicht unmoralisch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skeptischer Optimist 19.06.2020 12:40
    Highlight Highlight Es geht hier nicht um Geschichte, sondern um die Frage, ob es zu unserer Zeit passt einen Oligarchen zu zelebrieren.

    Ich denke nein. Allenfalls könnte eine Plakate darauf verweisen an welchem Ort die Escher Statue in die Limmattal geworfen wurde.

    Mit dem Hans Waldmann Kitsch habe ich übrigens auch Mühe.
    • PC Principal 19.06.2020 14:09
      Highlight Highlight Was heisst zelebrieren? Geschichte war immer problematisch und wenn wir etwas aus der Geschichte zeigen könnte man das immer als zelebrieren bezeichnen. Wenn wir im öffentlichen Raum gar nichts geschlichtliches mehr zeigen können, dann ist das durchaus eine Ausradierung der Geschichte.
    • Skeptischer Optimist 19.06.2020 16:38
      Highlight Highlight "Was heisst zelebrieren? "

      Eine Statue aufstellen. Offensichtlich.

      "Wenn wir im öffentlichen Raum gar nichts geschlichtliches mehr zeigen können, dann ist das durchaus eine Ausradierung der Geschichte."

      Eine Statue ist nicht Geschichte, es ist eine Botschaft für die Gegenwart.

      Hast du dir überlegt, wieso keine Hitler Statuen rumstehen? Oder ist der nicht Geschichte?
    • PC Principal 19.06.2020 17:32
      Highlight Highlight @Skeptischer Optimist: Wegen der Ideen die Hitler im Verleich zu Alfred Escher repräsentiert?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Andi Weibel 19.06.2020 12:39
    Highlight Highlight Die Vorstellung, dass nur People of Color sich vorstellen können, was Rassismus ist, scheint mir ebenfalls ein wenig seltsam, weil das ja jede Möglichkeit von Empathie verneint.

    Gleichzeitig sollten alte weisse Männer wie wir darauf achten, dass wir bei dem Thema vielleicht mitdiskutieren, aber vor allem zuhören, und ganz sicher nicht den Schwarzen erklären wollen, was sie zu denken haben.
    • smartash 19.06.2020 13:04
      Highlight Highlight Und das überfordert dich, oder wo liegt genau das Problem?
    • Andi Weibel 20.06.2020 01:02
      Highlight Highlight Ich komme mir nicht überfordert vor, weshalb auch?

      Aber ich sehe, dass es hierzulande weiterhin sehr viele (weisse) PolitikerInnen gibt, welche den People of Color erklären, dass es keinen Rassismus gebe. Anstatt dass sie zuhören und lernen würden, so dass man die Problem nachher angehen könnte.
  • BoomBap 19.06.2020 12:39
    Highlight Highlight Super Artikel Herr Huber!
  • Sven O 19.06.2020 12:38
    Highlight Highlight So langsam reicht es mir mit den 'BLM'. War immer auf der Seite der Schwarzen bloss jetzt geht es mir zu weit. Wenn ich höre dass wenn man Schwarze nach der Herkunft fragt, die sich schon diskriminiert fühlen, gehts noch. Es zeigt nur das Intresse an einem Menschen! Wenn ich in Asien bin was ist die 2. Frage die mir gestellt wird? Wo ich herkomme. Alle sollen sich bei uns wohlfühlen und in Frieden mit uns leben können bloss jetzt macht es den Anschein, in der CH passt es denen nicht!Wenns euch hier nicht gefällt..die Welt ist gross! Wir Schweizer sind alles andere als rassistisch.
    • Majoras Maske 19.06.2020 13:38
      Highlight Highlight Kommt ja vielleicht auf drauf an wie man fragt. Wenn man in der CH geboren ist und ständig gefragt wird woher man denn "wirklich" kommt, dann glaube ich schon dass es nervt und man sich ausgeschlossen fühlt. Andererseits gibt es auch Weisse, die Afrika schätzen und etwas darüber smaltalken wollen und das gar nicht böse meinen.
    • bbelser 19.06.2020 14:14
      Highlight Highlight Oops, die unaussprechlichen Leiden des Sven O an Zeitungsartikeln? 3 Wochen mit BLM konfrontiert und schon überfordert?
      Dann denk mal kurz über die nach, die 400 Jahre mit Sklaverei, Ausbeutung, Rassismus, Rechtlosigkeit und Verachtung konfrontiert waren und immer noch daran sterben?
      Relativiert das dein Lamento ein wenig?
    • P. Meier 19.06.2020 15:12
      Highlight Highlight @Majoras Maske / bbelser: Also müsste ich mich zu Recht auch jedes Mals beleidigt fühlen, wenn mich eine Person fragt ob mein Name (nicht Nickname hier) aus Holland stammt? Ich bin in der Schweiz geboren und aufgewachsen und die Familie hat keinerlei Verbindung zu den Niederlanden!
    Weitere Antworten anzeigen
  • JaAber 19.06.2020 12:33
    Highlight Highlight Sehr guter Kommentar, danke!

    „Wenn Glaubwürdigkeit zu einer tribalen Angelegenheit geworden ist, profitieren jene, die sich eh darum foutieren – Demagogen wie Donald Trump zum Beispiel.“

    Die Wirkung wäre wohl noch drastischer: Wenn es Mode würde, nur noch dem eigenen „Stamm“ zu glauben, wäre Rassismus auf einem neuen Level.
    • P. Meier 19.06.2020 15:14
      Highlight Highlight Das mit dem Stamm wird ja auf dem südlich von uns gelegenen Kontinent noch oft zelebriert. Aber das Thema lassen wir wohl lieber.
  • bruuslii 19.06.2020 12:31
    Highlight Highlight "...wenn jede Gruppe nur noch für sich selbst sprechen darf,..."

    dieser satz und die ableitung daraus kann ich nicht gut heissen. dies wäre "bevormunding".

    für eine andere gruppe zu sprechen, finde ich aussschliesslich legitim, wenn diese sonst keine chance hat, gehört zu werden.
    in einer demokratie darf das gar nicht nötig sein.

    ich entgegne: jede gruppe darf ausschliesslich für sich sprechen!
    deshalb muss auch jede gruppe ihre eigene stimme haben!
    (natürlich der grösse und relevanz im kontext entsprechend. ehepaar "binggeli" gilt schwezweit nicht als eigene relevante gruppe 😉)
    • zaphod67 19.06.2020 14:05
      Highlight Highlight "ich entgegne: jede gruppe darf ausschliesslich für sich sprechen!"

      Warum sprechen dann nicht-alte nicht-weisse Nicht-Männer ständig über alte weisse Männer?
    • bruuslii 19.06.2020 14:31
      Highlight Highlight zaphod67: ich glaube es sind schon weisse, vielleicht nicht alte weisse männer.

      dieser vorwurf kommt hier meist als selbstkritik. selten von andersfarbigen.

      aber du hast recht. der ausdruck "alter weisser mann" ist wohl nicht sehr hilfreich in der disskusion.
  • Hillary Clinton 19.06.2020 12:28
    Highlight Highlight "Geschichte ist kein «Safe Space» – sie ist voller Gräuel, voller Zumutungen."

    Erklären sie das mal den Leuten die für die Entfernung sind.

    1. Mit Argumenten und Fakten können diese Leute nicht umgehen - emotionale Babys im Körper eines Erwachsenen.

    2. Was denken sie alter, weisser überpriviligierter Mann eigentlich? Meine Genderstudies Professorin mit violeten Haaren hat uns beigebracht, dass dies klassisches Mainsplaining ist.
    • Mrlukluk 19.06.2020 12:56
      Highlight Highlight O nein. Ein emotionales Thema wird emotional diskutiert.

      Und es geht darum, das nicht betroffene Personen vielleicht mal zuhören. Und wenn wir uns dabei schlecht fühlen weil wir mal nicht mitreden, können wir ja fragen und Mitgefühl zeigen. Ist das so schwierig?
    • Hillary Clinton 19.06.2020 13:09
      Highlight Highlight Wer emotionale Themen emotional disskutiert und die Fakten weg lässt, kommt nie auf einen grünen Zweig...

      Niemand sagt mir ich solle zuhören oder meine Meinung nicht kund tun.

      Aufgrund der Hautfarbe pauschal Leute aus der Disskusion auszuschliessen ist, welch ein Wunder: RASSISMUS.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 18:39
      Highlight Highlight @mrlukluk
      Moment, du willst aber nicht gerade sagen, dass nur ein bestimmtes Segment über die Escher-Statue reden darf, oder? Ab wann ist man dann diskussionsberechtigt? Und sagt man rechterseits nicht etwas ganz Ähnliches - "wenn du Ausländer bist, darfst du nicht mitreden, sonst chasch ga!"?
  • Trinitrotoluol 19.06.2020 12:27
    Highlight Highlight "Plakette an, die darauf hinweist, dass dieser Mann nicht zuletzt dank der Arbeit und dem Leid von Sklaven da oben steht."

    Absolut daneben. Man kann praktisch alle Statuten mit solchen Plaketten versehen. Es geht darum, dass wir bestimmte Personen für deren aussergewöhnlichen Leistung ehren. Diese Leistung soll im Fokus stehen.



  • smartash 19.06.2020 12:27
    Highlight Highlight Dieser Kommentar ist doch Quatsch.
    Niemand lernt Geschichte von Statuen. Statuen sind da um Personen zu ehren, nicht um Geschichte zu vermitteln.
    Wir stellen schließlich auch keine Hitlerstatue mit einer Plakette, die auf seine Verbrechen verweist, auf.

    Also, wieso sollten wir solche Leute wie Escher mit einer Statue ehren?
    Gibt bestimmt andere Schweizer, die eine solche Ehrung viel eher verdient haben

    • Snowy 19.06.2020 13:10
      Highlight Highlight Quatsch ist es vor allem Hitler und Escher zu vergleichen.

      Alfred Escher ist einer der verdienstvollen Schweizer Persönlichkeiten überhaupt.
      Eschers Vater hat möglicherweise Investments in Industrien getätigt, welche auch Sklavenarbeit beinhaltete. Alfred Escher selbst hat nichts dergleichen getan.

      Hitler ist zusammen mit Mao Zedong, Josef Stalin und Pol Pot der grösste Massenmörder der Geschichte.
    • Nerthu 19.06.2020 13:19
      Highlight Highlight das problem ist doch das kein mensch ohne fehl und tadel ist. jeder hat in seinem leben bewusst oder im nachhinein schlehtes getan. die berühmten griechischen philosophen hatten z.b. sex mit kindern. das war damals völlig normal. genauso wie auch sklavenhandel, nicht nur mit schwarzen, über jahrhunderte normal war. weiter wird auch jegliche erinnerung an diese zeiten mit der entfernung von allem entfernt.
    • Snowy 19.06.2020 13:19
      Highlight Highlight Challenge accepted:

      Nennen Sie mir einen anderen Schweizer, der sich für die Schweiz verdienter gemacht hat als Alfred Escher.

      Ich bin gespannt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • John Galt 19.06.2020 12:21
    Highlight Highlight Vielen Dank für den Artikel!
    Unter den Teppich kehren (abreissen) bringt nichts. Die Leute informieren, und ihnen die Probleme bewusst machen, das ist der richtige Weg.
    • smartash 19.06.2020 13:02
      Highlight Highlight Dann sollten wir vieleicht die koloniale Vergangeheit der Schweiz in der Schule lernen und nicht solche Leute mit Statuen ehren. Wäre doch nachhaltiger, oder etwa nicht?
  • Fairness 19.06.2020 12:20
    Highlight Highlight Hört doch einfach auf, die Geschichte vergessen machen zu wollen und sie umzuschreiben. So Manches, ob Verdingkinder oder Holocaust etc. ist geschehen und war, je nachdem was davon es war, zu jener Zeit, so. Damals hätte es korrigiert werden sollen. Heute ist es viel zu spät und nützt gar nichts mehr. Ausser ein paar Franken auf dem Konto der Betroffenen vielleicht. Die flicken aber die Seele nicht!
  • 1of8mio 19.06.2020 12:20
    Highlight Highlight Entfernen führt zu vergessen, vergessen zur Wiederholung des Fehlers. Die Menschheit lernt erfahrungsgemäss zu wenig aus ihrer Geschichte und aus bereits gemachten Fehlern, also ist entfernen die denkbar schlechteste Idee. Bildung, Information und Diskussion löst fast jedes Problem. Dort sollten wir ansetzen - nicht bei der Entfernung von Unliebsamen, sondern bei der Kontextualisierung und Aufklärung! Sehr guter Text!
  • Snowy 19.06.2020 12:19
    Highlight Highlight Danke!

    Welch wohltuend nüchterner, kluger und auf Schweizer Verhältnisse adaptierte Artikel innerhalb der entgleisten Rassismusdebatte.
  • Gipfeligeist 19.06.2020 12:18
    Highlight Highlight Ich schliesse mich dieser aufgeklärten Meinung an. Wir sollen unsere Statuen nicht verehren, sondern ihren historischen Kontext im Bewusstsein behalten.

    Wenn wir Escher aus unserer Geschichte radieren, vergessen und ignorieren wir auch unsere Vergangenheit der Kolonienherrscher/Gotthard-Leiharbeiter/Judengold Beschützer usw...
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 19.06.2020 12:26
      Highlight Highlight Da stimme ich dir absolut zu.
      Die Erinnerungen an diese Menschen zu zerstören, bedeutet, sich nicht mehr an die Fehler der Vergangenheit zu erinnern.

      Vollkommen egal, wie wir es tun. Wir dürfen niemals vergessen.
    • loquito 19.06.2020 13:28
      Highlight Highlight Ok, dann will ich eine Statue einer Pestratte... Begründung genau wie bei dir, damit wir nicht vergessen was die Pest war... Für Geschichte gibts Gwschichtsbücher, eine Statue ist doch nun nicht wirklich nötig...
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 19.06.2020 14:17
      Highlight Highlight Für was?
      Loquito, ich mag ja deine Beiträge, aber dein Vergleich mit der Pestratte hinkt extrem.

      Menschen können sich entscheiden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hallwilerseecruiser 19.06.2020 12:18
    Highlight Highlight Eine Plakette am Escher-Denkmal ist sinnlos. Falls nämlich jemand sie lesen will, muss er damit rechnen, von einem Tram überfahren zu werden.
  • Borki 19.06.2020 12:17
    Highlight Highlight Wie Huber würde ich die Statue von Escher unbedingt am Ort lassen. Escher hat unseren Staat wesentlich mitgeprägt und mit-aufgebaut. Dem gegenüber steht eine unrühmliche Verstrickung seiner Familie (nicht von ihm selber!) in die Sklaverei.

    Bei David de Pury habe ich nach kurzem Nachlesen meine Meinung geändert. Das war eine ganz zentrale Figur im Sklavenhandel. Und ausser, dass er - mangels Nachkommen - Neuenburg sein Blut-Geld vererbt hat, hat er nach meinem Wissen nichts für unser Land geleistet. Dem sollte nicht mehr die Ehre einer Statue am besten Platz gebühren, der gehört ins Museum.
  • Hana Meier 19.06.2020 12:17
    Highlight Highlight Ich würde gerne mal in der Familiengeschichte von Huber stöbern. Vielleicht hat ja einer seiner Vorfahren auch mal mit Sklaverei zu tun gehabt. Falls dem so ist, sollte man unter jedem seiner Artikel anmerken, dass alles was er erreicht hat auf diesen Vorfahren und somit auf Sklaverei zurückgeht.

    Im Ernst, bitte hört auf Leute in Sippenhaft zu nehmen. Ohne Escher wären wir womöglich ein armes Land. Die Fehler seines Vaters auf ihn zu übertragen um im Trend der Zeit einen Skandal zu konstruieren ist lächerlich.
    • TheDan 19.06.2020 13:34
      Highlight Highlight Bin ganz Deiner Meinung: Vorallem wenn man noch bedenkt, dass das was wir heute diesen Leuten vorwerfen, weil es heute moralisch verwerflich ist, damals vollkommen in Ordnung und gesellschaftlich akzeptiert war.
  • Vecchia 19.06.2020 12:17
    Highlight Highlight Meinen aufrichtigen Dank für diesen Artikel mit fundiertem Geschichtsbewusstsein und differenzierter Betrachtungsweise.

    • MacB 19.06.2020 13:34
      Highlight Highlight Schliesse mich dir an, danke Dani Huber, endlich eine Stimme der Vernunft.
  • Gigle 19.06.2020 12:16
    Highlight Highlight Sind Statuen von Männern, die vor mehr als 100 Jahren gestorben sind wirklich so essentiell für das Stadtbild, dass wir sie nicht abmontieren und in ein Museum stellen können? Bleiben da wirklich Leute stehen und schauen sich die Statuen an? Als Alternative könnte man an diesen Orten auch wechselde aktuelle Kunst aufstellen.
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 19.06.2020 12:29
      Highlight Highlight Also, ich bleibe stehen, lese Namen und recherchiere schnell online. Das kann ich nicht mehr tun, wenn die Statue in einen Keller verbannt wird, weil sich Leute drüber geärgert haben. Also besser Quellcode auf den Sockel schrauben und auf informativen Artikel verlinken.
    • Petrum 19.06.2020 12:35
      Highlight Highlight "wechselde aktuelle Kunst aufstellen."


      "Gute" aktuelle Kunst zu finden ist tatsächlich oft schwierig. Wenn ich durch aktuelle Kunstausstellungen der Gegenwart schlendere, habe ich das Gefühl, es werden Künstler gepusht, deren Auffassung von Kunst genau mal einen elitären Kreis der Kunstszene erreicht. Genau diesen Kreis würde man dann beauftragen, Objekte für eine solchen Ort auszusuchen.
    • Vecchia 19.06.2020 13:07
      Highlight Highlight und wer bezahlt die neue Kunst?

      Ich schaue diese alten Denkmäler, die eigentlich gerne an - in der Regel mit grosser Ehrfurcht vor dem Bildhauer, der dieses Kunsthandwerk so beherrscht hat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dunou 19.06.2020 12:15
    Highlight Highlight Ich lese selten Kommentare, denen ich rein gar nichts beifügen möchte. Das ist so einer.
  • Jimmy Ray Pit 19.06.2020 12:14
    Highlight Highlight Toller, ausgewogener Artikel Herr Huber!
  • Eidi 19.06.2020 12:13
    Highlight Highlight Danke!
  • bokl 19.06.2020 12:13
    Highlight Highlight Oder einfach alle Statuen entfernen.

    Dieses "auf den Sockel stellen" von vermeintlichen "Helden" ist sowieso nicht mehr zeitgemäss.
    • ursus3000 19.06.2020 12:20
      Highlight Highlight Willst Du Instagram verbieten ? Ist auch nur ein virtueller Sockel
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 19.06.2020 12:27
      Highlight Highlight Es würde auch bedeuten, zu vergessen.
      Auch wenn viele Menschen nicht aus den Fehlern der Vergangenheit lernen können, so dürfen wir trotzdem nie vergessen.
    • swisskiss 19.06.2020 12:35
      Highlight Highlight bokl: Sind Statuen nicht ein Abbild des Zeitgeist, die ein Beispiel sind, wie sich Sichtweisen und Ideologien verändern?

      Da kann man von Statuen auch auf Geschichtsbücher schliessen, die "Helden" wie Kolumbus, Bizarro, Napoleon oder Alexander der Grosse ( Grosse!) als Befreier und Eroberer beschreiben, ohne auf das Leiden der "Eroberten" oder "Befreiten" einzugehen.

      Auf die Schweiz bezogen. Schweizer Reisläufer als mutige Krieger in fremden Diensten darzustellen, statt Söldner, die für Geld selbst dem Bruder den Schädel einschlugen. Sichtweise ändert sich NICHT durch Entfernen von Symbolen!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Quo Vadis 19.06.2020 12:12
    Highlight Highlight Word!
  • Hillman 19.06.2020 12:10
    Highlight Highlight Dieser Artikel ist sehr gut geschrieben. Die Geschichte ist wie sie ist. Geschehenes kann nicht mehr verandert werden. Die Aufen davor zu verschliessen oder ihre Denkmäler einfach verschwinden zu lassen macht die Dinge nicht ungeschehen.
    Wenn wir es nicht mehr schaffen, daraus für die Zukunft zu lernen haben wir ein Problem. Die Geschichte soll neutral, faktenbasiert präsentsein dürfen und einem offenen Diskurs begünstigen indem nicht nur die Opfer über Rassismus reden dürfen.
  • Raffaele Merminod 19.06.2020 12:10
    Highlight Highlight Zu 100% ganz dieser Meinung.

Kommentar

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