Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06355787 Workers at the Amazon logistics and distribution center in Rheinberg, Germany, 28 November 2017. The Amazon logistics center is directly connected to a  'Deutsche Post' DHL shipping center.  EPA/FRIEDEMANN VOGEL

Amazon plant seinen Markteintritt in der Schweiz. Bild: EPA/EPA

Wie viele Päckli erträgt die Schweiz? Online-Shopper bringen die Post ans Limit

Jahr für Jahr befördert die Schweizerische Post mehr Pakete. Allein aus Asien kommen täglich 45’000 Sendungen an. Bereits in zwei Jahren dürfte die Päckli-Flut die heutige Infrastruktur überfordern.



Von der Jeans bis zum Haarföhn: Kaum ein Produkt, das heute nicht bequem im Internet bestellt werden kann. Online-Shopping hat sich in den letzten Jahren zu einer Art Volkssport gemausert – mit spürbaren Konsequenzen für die Schweizerische Post.

Vergangenes Jahr hat sie gegen 130 Millionen Pakete befördert – das sind rund 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere die Kleinsendungen aus China nehmen stark zu, wie die SRF-Sendung Eco berichtete. Im Schnitt kommt alle zwei Sekunden ein Päckli aus Asien in die Schweiz. Das macht 45’000 am Tag und 14 Millionen pro Jahr.

Die chinesische Online-Plattform Aliexpress hat den Umsatz in der Schweiz vergangenes Jahr auf 280 Millionen Franken verdoppelt, wie ein E-Commerce-Experte in der Wirtschaftssendung schätzte. Und bereits drängen weitere Player in die Schweiz. So will der weltgrösste Onlinehändler Amazon den hiesigen Markt erobern. Dank eines Zoll-Arrangements mit der Post sollen die Bestellungen innert 24 Stunden beim Kunden sein.

So sieht's im Amazon-Verteilzentrum aus

«Weil Onlinekunden ihre Pakete häufig am Tag nach der Bestellung erhalten möchten, ist in den letzten Jahren der Anteil der Priority-Pakete mit einer Zustellung am Folgetag überproportional gestiegen.»

Nathalie Dérobert Fellay, Post-Sprecherin

Dies entspricht offensichtlich einem Bedürfnis: «Weil Onlinekunden ihre Pakete häufig am Tag nach der Bestellung erhalten möchten, ist in den letzten Jahren der Anteil der Priority-Pakete mit einer Zustellung am Folgetag überproportional gestiegen», sagt Post-Sprecherin Nathalie Dérobert Fellay zu watson. Wurde vor 15 Jahren noch jedes fünfte Päckli im Turbo-Modus verschickt, ist es inzwischen schon mehr als die Hälfte.

Die Online-Shopping-Manie bringt die Post an ihre Grenzen. Zwischen 2014 und 2016 hat sie bereits rund 60 Millionen Franken in den Ausbau der drei Paketzentren in Daillens, Frauenfeld und Härkingen gesteckt. Dadurch kann dort nun ein Viertel mehr Pakete sortiert werden als davor. Doch auch so ist das Limit bald wieder erreicht.

Bereits in zwei Jahren wird es wohl nicht mehr möglich sein, die Päckli-Flut in den bestehenden Zentren zu bewältigen. «Da die Post weiterhin mit einem starken Wachstum im Onlinehandel rechnet, baut sie bis 2020 in Cadenazzo, Untervaz und Vétroz drei neue regionale Paketzentren für rund 150 Millionen Franken», so die Sprecherin.

Miet-Lieferwagen vor Weihnachten

Doch der Platz in den Sortierzentren ist nur eines von mehreren Problemen. Engpässe drohen auch personell und bei der Fahrzeugflotte. So muss die Post das Personal bereits heute zu Spitzenzeiten um bis zu 30 Prozent aufstocken und Lieferwagen von Autovermietern zumieten, um alle Pakete rechtzeitig liefern zu können.

Wie oft bestellst du Produkte online?

Seit 2004 ist der Paketmarkt in der Schweiz liberalisiert. Das heisst, neben der Post dürfen auch private Firmen Päckli ausliefern. Und das tun sie auch – immer neue Anbieter bieten ihre Dienste an. Den Mitbewerbern das Feld kampflos zu überlassen, kommt für die Post allerdings nicht infrage. Man nehme «jeden Konkurrenten ernst» und setze «alles daran, die Nummer 1 im Schweizer Markt zu bleiben», so Dérobert Fellay.

Ladekabel aus China für 80 Rappen – inklusive Versand. Wie geht das?

Video: watson/Lya Saxer

Das könnte dich auch interessieren:

Nicolas Sarkozy steht vor Gericht

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zweite Offerten für neue Kampfflugzeuge eingetroffen: Welcher Jet soll es werden?

Bei der Armasuisse sind am Mittwoch die zweiten Offerten von den Hersteller für ein neues Kampfflugzeug und das Luftverteidigungssystem eingetroffen.

Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) habe die Offerten für neue Kampfflugzeuge von den Regierungsstellen Herstellerfirmen erhalten, nämlich von Deutschland (Airbus Eurofighter), Frankreich (Dassault Rafale) und den USA (Boeing F/A-18 Super Hornet und Lockheed-Martin F-35A), heisst es in einer Medienmitteilung des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) vom Mittwochabend.

Ebenfalls am Mittwoch eingetroffen seien die ebenfalls zweiten Offerten für die neuen Systeme der …

Artikel lesen
Link zum Artikel