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Kultur

Basler Kulturpreisträgerin spricht zu Nahost – Preisverleihung abgesagt

Basler Kulturpreisträgerin äussert sich zu Nahost – Preisverleihung wird abgesagt

15.11.2024, 17:41
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Leila Moon, Basler Kulturpreisträgerin 2024
DJ Leila Moon hätte am 29. November den Basler Kulturpreis erhalten sollen. Nun wurde die Preisverleihung abgesagt.Bild: screenshot instagram

Die Abteilung Kultur Basel-Stadt leitet Abklärungen zur am Donnerstag angekündigten Vergabe des Kulturförderpreises an die DJ Leila Moon ein. Da dies Zeit in Anspruch nehme, werde die Preisverleihung vom 29. November abgesagt, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Anlass dafür ist ein Statement auf dem Instagram-Account der Künstlerin im Zusammenhang mit dem Nahost-kontlikt.

Hier freut sich die Künstlerin auf Instagram über den Förderpreis. Den Post zum Nahen Osten hat sie inzwischen gelöscht.

Dort bekennt sie sich zu einem Boykott von Institutionen, die mit israelischen Kulturschaffenden zusammenarbeiten, die sich nicht in ihrem Sinne zum Nahost-Konflikt äussern.

Die Abteilung Kultur wende sich klar gegen einen solchen Boykott und sehe darin auch einen Widerspruch zu «vernetzenden Haltung», für welche die Jury des Preises die Künstlerin habe auszeichnen wollen, heisst es im Communiqué. Der Sachverhalt werde nun sorgfältig überprüft. Dazu werde auch die Künstlerin angehört und mit der Jury ein Gespräch geführt.

Im mittlerweile gelöschten Instagram-Post schrieb Leila Moon, sie habe einen Auftritt in einem Veranstaltungslokal abgesagt, da dort auch die israelisch-amerikanische Band Yemen Blues auf dem Programm stand. Solche Ausschlusskriterien stände im klaren Widerspruch zum Anliegen der Auszeichnung, schreibt die Abteilung Kultur.

Am Donnerstag hatte bereits die SVP Basel-Stadt die Preisvergabe in einer Medienmitteilung kritisiert und dazu eine Interpellation eingereicht. Zudem schrieb die Christlich-jüdische Arbeitsgemeinschaft beider Basel in einer Mitteilung vom Freitag, sie nehme diese Förderpreisverleihung mit Sorge zur Kenntnis. (sda/lyn)

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58 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Ktwo
15.11.2024 18:34registriert Februar 2024
Ist halt schwierig, wenn sie sagt "my passion is to create spaces that build a community" und dann Institutionen boykottiert, die mit israelischen Kunstschaffenden, welche sich nicht in ihrem Sinn äussern, zusammenarbeiten.

Aber um es wirklich beurteilen zu können, müsste man wissen, was genau "nicht in ihrem Sinn" heisst.
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ubu
16.11.2024 09:18registriert Juli 2016
Ich finde den Titel arg unglücklich. Die Verleihung wird nicht abgesagt weil sie sich äussert, sondern wegen dem, was sie sagt.

Wie wärs mit "Preisträgerin äussert sich ausgrenzend - Preisverleihung abgesagt"? Oder "Jury bemerkt problematische Aussagen zu spät"?
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