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Liveticker

Pegelstände sinken weiter ++ Verschmutztes Trinkwasser in Gibloux FR



Liveticker: Hochwasser in der Schweiz: 20.07.21

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15:34
Pegelstände von Seen und Flüssen sinken weiter
Die Pegelstände der Schweizer Seen und Flüsse sinken weiterhin langsam ab. Am Mittwochmittag konnte nun auch die Hochwassergefahr für den Bielersee von der höchsten Stufe auf Stufe 4 gesenkt werden.

Doch trotz des schönen Wetter bleibt die Hochwassersituation an einigen Gewässern angespannt. So werden der Vierwaldstädter-, der Neuenburger- und der Bielersee sowie die Aare unterhalb des Bielersees auf Stufe 4 (grosse Gefahr) geführt, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in seinem Naturgefahrenbulletin schrieb.

Insbesondere am Neuenburgersee werde es mehrere Wochen dauern, bis der Wasserstand wieder auf Normalniveau gesunken sei. Denn bevor das Wasser abfliessen könne, müsse der Wasserpegel des Bielersees zuerst 20 Zentimeter tiefer liegen, sagte ein Hydrologe beim Bafu auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Trotz tieferer Hochwasser-Gefahrenstufe führten die Flüsse unterhalb der Seen noch sehr viel Wasser. So müsse an Aare, Limmat, Reuss und Hochrhein mit grossen Strömungen gerechnet werden. Das Bafu warnt deshalb vor jeglichen Aktivitäten in diesen Gewässern, weil die Wasserkraft ein Vielfaches von dem betrage, «was man sich sonst so gewohnt sei», sagte der Hydrologe.

Bis am Wochenende erwarte Meteoschweiz keine unwetterartigen Niederschläge mehr. Mit dem trockenen Wetter dürften die Wasserstände in den nächsten Tagen weiter sinken. Nur in den Hochalpen komme es mit der Hitze «zu einer markanten Schnee- und Gletscherschmelze».

Die Gletscherbäche und -flüsse führten deshalb mehr Wasser. Erst ab der zweiten Tageshälfte des Samstags werde das Wetter wieder «instabil» und die Gefahr von Starkregen und Gewittern nehme zu. (sda)
14:12
Züge verkehren ab Donnerstag auf Brüniglinie wieder durchgehend
Dank besserem Wetter und dem sinkenden Pegel des Vierwaldstättersees kann die Zentralbahn (ZB) am Donnerstagmorgen auf der Brüniglinie die Gleise bei Alpnachstad OW wieder befahren. Das Netz der ZB war in den letzten Tagen gleich mehrmals von den Unwettern betroffen gewesen.

Die ZB stellte am 13. Juli auf der Brüniglinie zwischen Alpnach Dorf OW und Sarnen OW den Betrieb ein, weil das Hochwasser der Sarner Aa eine Bahnbrücke bedrohte und schliesslich auch überspülte. Dann musste sie die Sperrung wegen Hochwassers auf den Abschnitt Hergiswil NW-Giswil OW ausdehnen.

Am Mittwoch war noch der Abschnitt Hergiswil-Alpnach Dorf unterbrochen. Wie das Bahnunternehmen mitteilte, werde die Brünigstrecke ab Donnerstag morgen wieder durchgehend befahrbar sein.

Vorübergehend unterbrochen war die Brüniglinie wegen der Unwetter auch auf der Berner Seite zwischen Meiringen und Brienzwiler. Bereits am 11. Juli hatte ein Bach nach heftigen Regenfällen die ZB-Linie Luzern-Engelberg OW im Engelbergertal verschüttet. Die Bahnlinie war für mehrere Tage unterbrochen.

Der Pegel des Vierwaldstättersees sank bis am Mittwochmittag auf eine Höhe von 434,52 Meter über Meer. Damit liegt er noch immer sieben Zentimeter über der Hochwassergrenze, aber 42 Zentimeter tiefer als in der Nacht auf Samstag.
9:56
Pegel des Vierwaldstättersees weiterhin über Hochwassergrenze
Der Pegel des Vierwaldstättersees ist innerhalb von 24 Stunden um 13 Zentimeter gesunken und hat am Mittwochmorgen eine Höhe von 434,55 Meter über Meer erreicht. Damit liegt der Seespiegel noch immer zehn Zentimeter über der Hochwassergrenze.

Die Brünigbahnlinie ist zwischen Hergiswil NW und Giswil NW noch immer unterbrochen, dies weil in Alpnachstad OW der Vierwaldstättersee über die Ufer getreten ist. Wegen des Hochwassers verkehren vorläufig auch keine Kursschiffe. (viw/sda)
Das Hochwasser am Vierwaldstaettersee stabilisiert sich, wie hier beim Schiffsanlegeplatz in Brunnen SZ, am Sonntag, 18. Juli 2021. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
8:00
Verschmutztes Trinkwasser in der Gemeinde Gibloux FR
In der Freiburger Gemeinde Gibloux ist das Trinkwasser verschmutzt. Seit dem Dienstagabend darf das Leitungswasser nicht mehr getrunken oder zum Zähneputzen gebraucht werden. Auch für die Lebensmittelzubereitung ist es nicht mehr brauchbar.

Ebenso geht Geschirrwaschen mit dem Wasser nicht. Grund ist eine mikrobiologische Verunreinigung, wie der Kanton Freiburg auf der Alarmierungs-Plattform «Alertswiss» bekannt gab. Die Einwohnerinnen und Einwohner von Gibloux sollten das Wasser vor dem Trinken oder der Verwendung in der Küche abkochen.

Lebensmittel sollten mit mindesten 72 Grad heissem Wasser gespült werden. Empfohlen sind zudem das Geschirrwaschen in der Maschine auf der höchsten Temperaturstufe sowie der Umstieg auf Mineralwasser oder einwandfreies Trinkwasser in sauberen Behältern.

Bereits am Samstag gab es in elf Gemeinden des Saanebezirks Trinkwasserverschmutzungen, darunter Gibloux. Wegen der heftigen Regenfälle gerieten Fäkalkeime in die Wasserversorgungen. (viw/sda)
19:11
EDA: Schweizer Unwetter-Opfer in Deutschland erhalten Soforthilfe
Schweizer Unwetter-Opfer in Deutschland erhalten Soforthilfe. Mehrere Tausend Schweizer Staatsbürger leben in den von Hochwasser und Unwettern besonders stark heimgesuchten Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Das Geld kommt aus dem Hilfsfonds der Auslandschweizer-Organisation Deutschland (ASO-DE), wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag bekannt gab. Es ist für konkrete Schäden bestimmt. Das Hilfsangebot gilt für Mitglieder eines Schweizer Vereins in Deutschland oder für Direktmitglieder der ASO.

24'300 Schweizerinnen und Schweizer lebten Ende 2020 in den Bundesländern Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland, für die das Generalkonsulat in Frankfurt am Main zuständig ist, wie das EDA auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schrieb. In ganz Deutschland waren es 94'000, basierend auf den Zahlen des Bundesamtes für Statistik.

Ab Mittwoch vergangener Woche hatten sintflutartige Regenfälle vor allem den Westen Deutschlands und dort zunächst hauptsächlich die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz heimgesucht und halbe Dörfer mitgerissen. Unwetter trafen am Wochenende schliesslich auch Teile Bayerns und Baden-Württembergs. Die Zahl der Todesopfer in Deutschland stieg bis Montag auf mindestens 164. (sda/dpa)
13:36
Kanton Solothurn: Auf Schwimmen in der Aare verzichten
Im Kanton Solothurn hat sich die Hochwassersituation gemäss Behördenangaben etwas entschärft. Auf das Schwimmen in der Aare und auf das Aare-Böötle solle verzichtet werden. Es bestehe Lebensgefahr.

Wie die Staatskanzlei Solothurn am Dienstag weiter mitteilte, führt die Aare weiterhin viel Wasser. Die Abflussmenge aus dem Bielersee bleibe voraussichtlich die nächsten drei Wochen hoch. Für die Aare gelte derzeit vom Bielersee bis zur Mündung der Emme Gefahrenstufe 3 («erhebliche Gefahr»). Von der Mündung der Emme bis zum Rhein gelte Gefahrenstufe 2 («mässige Gefahr»).

Bei sämtlichen Fliessgewässern im Kanton wird dringend empfohlen, sich von den Uferwegen fernzuhalten. Es sei möglich, dass Ufer unterspült worden seien und wegbrechen könnten. Gewitter könnten die Pegelstände wieder rasch ansteigen lassen. (sda)
11:44
Thunersee-Pegel sinkt unter Hochwassergrenze
Eine Sitzbank steht im Wasser des Thunersees, am Donnerstag, 14. Juli 2021, in Neuhaus bei Interlaken. Nach den intensiven Regenfaellen der letzten Tagen werden die Ufer zum Teil ueberschwemmt. (KEYSTONE/Peter Schneider)
Die Lage am Thunersee normalisiert sich weiter. Der Seepegel sank am Dienstagvormittag unter die Hochwassergrenze. Er liegt allerdings noch immer weit über dem Normalstand.

Die Motorschifffahrt ist ab Mittwoch wieder erlaubt, wie Regierungsstatthalter Marc Fritschi mitteilte. Er mahnte die Bootsführer zur Vorsicht: Wellenschlag könne weiterhin zu Schaden an Uferliegenschaften führen. Auf dem See sei zudem mit Schwemmholz zu rechnen.

Auch die BLS-Schifffahrt nimmt am Mittwoch ihren Betrieb auf dem Thunersee wieder auf. Auf dem Brienzersee verkehrten die Schiffe bereits am Dienstag wieder gemäss Fahrplan. Weiterhin sehr gefährlich ist die Aare. Der Seeabfluss liegt in Thun bei 398 Kubikmetern pro Sekunde. Jegliche Aktivitäten auf der Aare sind weiterhin verboten, wie der Statthalter betont. (sda)
11:27
Luzerner Kapellbrücke nach Hochwasser wieder offen
Die ersten Wasseruebertritte an der Reuss in Luzern sind erfolgt, am Freitag, 16. Juli 2021, in Luzern. Der Wasserspiegel des Vierwaldstaettersees ist bedrohlich hoch angestiegen und es muss in den naechsten Tagen mit Ueberschwemmungen gerechnet werden. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Der Pegel des Vierwaldstättersees ist bis am Dienstagmorgen so weit gesunken, dass in Luzern die Kapellbrücke wieder geöffnet werden konnte.

Auch wenn sich die Situation damit entspannt hat, gilt für den Vierwaldstättersee noch immer die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen. Da nächste Woche wieder Gewitter möglich seien würden die mit Sandsäcken aufgebauten Schutzbauten entlang der Reuss vorerst nicht entfernt, teilte die Stadt am Dienstag mit. Ein Wiederaufbau wäre sehr aufwändig.

Vorderhand verkehren noch keine Kursschiffe auf dem Vierwaldstättersee. Die Schifffahrtsgesellschaft SGV kündigte am Dienstag an, den am letzten Mittwoch eingestellten Betrieb voraussichtlich am Freitag wieder aufzunehmen. Das Unternehmen erklärte in seiner Mitteilung, es sei ein herber Schlag gewesen, während der Hochsaison den Betrieb einstellen zu müssen. Wegen Hochwassers unterbrochen ist weiterhin die Brünigbahnlinie Luzern-Interlaken BE zwischen Hergiswil NW und Giswil OW. (sda)
8:06
Pegel des Vierwaldstättersees sinkt
Der Pegel des Vierwaldstättersees hat sich in der Nacht auf Dienstag um 6 Zentimeter auf 434,68 Meter über Meer gesenkt. In den letzten 24 Stunden nahm die Höhe des Seespiegels damit um rund 12 Zentimeter ab.

Auf diesem Niveau war der Pegel letztmals am Mittwoch. Den höchsten Stand erreichte er in der Nacht auf Samstag mit 434,93 Meter über Meer. Auch wenn sich die Situation damit entspannt hat, gilt für den Vierwaldstättersee damit noch immer die zweithöchste von fünf Gefahrenstufen.

In der Stadt Luzern waren am Dienstagmorgen weiterhin die Kapellbrücke über die Reuss sowie die Haldenstrasse Richtung Verkehrshaus-Meggen gesperrt. Weil der Vierwaldstättersee in Alpnach OW über das Ufer trat, verkehren zudem zwischen Hergiswil NW und Sarnen OW weiterhin keine Züge. (sda)
17:17
Rheinschifffahrt in Basel nimmt wieder Fahrt auf
Der Rhein in Basel ist am Montag für die Grossschifffahrt teilweise wieder geöffnet worden. Die im Hafen Basel-Kleinhüningen blockierten Schiffe konnten wieder losfahren. Dagegen blieben die Baselbieter Häfen wegen Hochwassers weiterhin gesperrt.

Noch am Sonntag sassen in den drei Rheinhäfen von Basel-Stadt und Baselland insgesamt 24 Güterkähne fest. Die Grossschifffahrt zwischen Kembs (F) und Birsfelden war am vergangenen Dienstag eingestellt worden, weil der Rhein zu viel Wasser führte.

In der Nacht auf Montag sank der Pegel in Basel-Rheinhalle jedoch für vorerst zwei Stunden unter die Hochwassermarke von 820 Zentimeter, wie es bei den Schweizerischen Rheinhäfen auf Anfrage hiess. Zwischen 05.00 und 07.00 Uhr konnte deshalb vorerst eines der zehn im Hafen Basel-Kleinhüningen blockierten Schiffe die Talfahrt antreten.

Gleichzeitig konnten drei Schiffe, die während Tagen unterhalb der Schleuse Kembs festsassen, ihre Fahrt in Richtung Schweiz aufnehmen. Im Verlauf des Tages sank der Pegelstand dann dauerhaft unter 820 Zentimeter. Deshalb hatte die nahezu einwöchige Zwangspause für alle Schiffe in Basel-Kleinhüningen ein Ende.

Weiterhin unter dem Hochwasser zu leiden haben jene 14 Güterschiffe, die in den beiden Baselbieter Häfen in Muttenz und Birsfelden vertäut sind. Sie können erst losfahren, wenn der Pegel in Basel-Rheinhalle unter 790 cm sinkt. Dies sollte gemäss den Prognosen des Bundesamt für Umwelt am Mittwoch der Fall sein. (sda)
epa09348546 A view of the Middle Bridge over the Rhein (Rhine River) in Basel, Switzerland, 16 July 2021. The high water mark was exceeded on the Rhine near Basel days ago and shipping traffic had to be suspended.  EPA/PATRICK STRAUB
16:55
Baden im Bielersee wenig attraktiv – Öl, Fäkalien und Tierkadaver
Es lächelt der See, er ladet zum Baden: Für den Bielersee trifft das zurzeit trotz des schönen Wetters nicht zu. Die Behörden raten vom Baden ab.

Denn der Bielersee ist das Auffangbecken der Wassermassen, die aus den überschwemmten Gebieten kommen. «Da kann es sein, dass auch Öl, Benzin, Fäkalien und Tierkadaver in den Bielersee gelangen», schreibt das Regionale Führungsorgan im Lagebericht vom Montag. Die Strandbäder von Biel, Nidau und Twann bleiben vorderhand geschlossen.

Ausdrücklich verboten ist das Baden in der Aare. Wegen der hohen Fliessgeschwindigkeit und dem Treibholz sei das lebensgefährlich, schreiben die Behörden. Vor dem Aufenthalt am Aareufer wird gewarnt. Unterhalb des Wehrs in Port wurden die Uferwege vorsorglich abgesperrt.

Hausbesitzer in Seenähe brauchen weiterhin viel Geduld. Wegen des hohen See- und Grundwasserpegels dringt nach wie vor Wasser in die Liegenschaften. Das Abpumpen von Wasser aus Kellern und Tiefgaragen sei in dieser Situation zwecklos, schreibt das Regionale Führungsorgan.

In gewissen Situationen könnten sogar grössere Schäden an Gebäuden vermieden werden, wenn die gefluteten Räume nicht abgepumpt würden. So könne verhindert werden, dass der Aussendruck des Grundwassers Böden und Wände von aussen beschädige.

Das grosse Aufräumen werde erst möglich sein, wenn der Bielersee auf einen Stand von 430.30 Metern falle. Unter günstigen Bedingungen könnte dies bis Ende der Woche möglich sein. (sda)
epa09348753 People walk in the lake water in the harbor as the water level of the Bielersee rose following heavy rainfall over the past few days in Biel, Switzerland, 16 July 2021. The water level of the Bielersee continued to rise throughout the night, exceeding the flood level by 45 centimeters on 16 July morning. Since 12 July, the level has risen by 1.2 meters. The lake could reach a record height during the day.  EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
16:50
Unwetter im Aargau: 29 Millionen Franken Gebäudeschäden
Die Unwetter der letzten Wochen haben im Kanton Aargau Gebäudeschäden von rund 29 Millionen Franken verursacht. Der Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) registrierte bislang 4800 Schadenmeldungen.

Im Vergleich zu anderen Kantonen oder anderen Schadenjahren sei dies insgesamt «keine extreme Schadensumme», teilte die AGV am Montag mit.

Es seien hauptsächlich Hagel- und Sturmschäden, erstaunlicherweise jedoch relativ wenig Überschwemmungsschäden gemeldet worden. Da der Sommer noch nicht vorbei sei und viele Leute in den Ferien weilten, würden erfahrungsgemäss noch Schäden nachgemeldet.

Im Jahr 2005 waren nach den grossen Überschwemmungen 800 Schäden mit einer Schadensumme von 21 Millionen gemeldet worden. 2007 gab es Überschwemmungsschäden von 30 Millionen Franken. Ins Gewicht fielen 2011 die Hagelschäden mit knapp 150 Millionen Franken. (sda)
15:54
Viel Geduld am Bielersee gefragt
Die Menschen am Bielersee brauchen viel Geduld: Der Pegel stagniert zurzeit auf hohem Niveau. Obwohl keine Niederschläge in Sicht sind, dürfte die Hochwassergrenze erst gegen Ende Woche unterschritten werden. Das teilte der Kanton Bern am Montag mit.

Der Abfluss aus dem Bielersee beim Regulierwehr Port betrug am Montag ungefähr 720 Kubikmeter pro Sekunde. Er lag damit rund zehn Prozent über dem Maximalabfluss gemäss Reglement. Die betroffenen Kantone und der Bund hatten sich am Freitag darauf verständigt, dass Bern mehr Wasser in den Nidau-Büren-Kanal ablassen darf.

Am Wochenende war der Pegel des Bielersees deutlich zurückgegangen. Doch mittlerweile stagniert er, weil der Pegel des Neuenburgersees inzwischen leicht höher ist. Nun fliesst wieder Wasser aus dem Neuenburger- in den Bielersee.

Sinken dürfte der Pegel des Bielersees erst ab Mittwoch. Gegen Ende der Woche wird er laut den Prognosen die Hochwassergrenze unterschreiten. Bis das Normalniveau erreicht ist, dürften noch zwei bis drei Wochen vergehen - vorausgesetzt, dass es in dieser Zeit keine starken Niederschläge gibt. (sda)
Une vue aerienne montre l'eau du lac de Bienne (Bielersee) qui entoure la plage de Bienne, le port et le debarcadere lors de la montee de l'eau du lac de Bienne suite aux fortes precipitations des derniers jours le vendredi 16 juillet 2021 a Bienne. La crue du lac de Bienne a atteint vendredi un niveau historique de 430,89 metres. Le lac a depasse le record enregistre en 2007 et se situait en fin d'apres-midi a 54 centimetres au-dessus du niveau de crue. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
15:16
Aufräumen am Thunersee – Sperren in Thun werden abgebaut
In Thun beginnt sich die Hochwassersituation langsam zu entspannen. Der Seepegel ging am Montag weiter zurück. Die Einsatzkräfte begannen mit dem Rückbau der Hochwassersperren in der Innenstadt.

In den am stärksten betroffenen Quartieren Gwatt und Dürrenast brauche es weiterhin Geduld, teilte das Regionale Führungsorgan mit. Der Grundwasserpegel sei nach wie vor hoch. Mit dem Auspumpen von Kellern und Einstellhallen müsse deshalb bis voraussichtlich Dienstag zugewartet werden.

Sobald es der Grundwasserpegel erlaubt, soll das Wasser auch aus der Lachenhalle gepumpt worden. Der dort entstandene Schaden ist gemäss den Behörden noch nicht zu beziffern. Wann die Halle wieder benutzt werden kann, ist ungewiss.

Das Strandbad bleibt wegen des hohen Grundwasserpegels und der Aufräumarbeiten einstweilen geschlossen. Das Flussbad Schwäbis ist aus Sicherheitsgründen ebenfalls weiterhin zu; geöffnet ist lediglich das Restaurant.

Im Thunersee ist Baden seit Montag wieder erlaubt. Das hat der Regierungsstatthalter entschieden. Auch Windsurfer, Segler und Stand-up-Paddler dürfen wieder ihrem Hobby frönen. Die Motorschifffahrt bleibt hingegen verboten.

Die BLS-Schifffahrt ist bis Dienstagabend eingestellt. Der Thunersee lag am Montagnachmittag noch 13 Zentimeter über der Hochwassergrenze. Auf dem Brienzersee sollen am Dienstag bereits wieder Schiffe verkehren. Der Pegel lag am Montagnachmittag gut 50 Zentimeter unter der Hochwassergrenze. (sda)
Der Thunersee schwappt ueber, am Donnerstag, 14. Juli 2021, im Gwatt in Thun. Nach den intensiven Regenfaellen der letzten Tagen werden die Ufer zum Teil ueberschwemmt. (KEYSTONE/Peter Schneider)
13:53
Eine Übersicht zur aktuellen Lage
12:39
Der Pegel in Yverdon-les-Bains sinkt – aber extrem langsam
epaselect epa09352870 A view of tents in the flooded VD8 camping in Cheseaux-Noreaz near Yverdon-les-Bains on the eastern shore of lake Neuchatel, Switzerland, 19 July 2021.  EPA/VALENTIN FLAURAUD
Der Neuenburgersee ist in Yverdon-les-Bains VD am Montagmorgen auf ein Rekordniveau angestiegen. Danach begann der Pegel langsam zu sinken. Die Zugangseinschränkungen dürften bis Ende Woche dauern.

«Ein aussergewöhnlicher Hochwasserpegel von 430,73 Zentimetern – 29 mehr als beim Rekord im Mai 2015 – ist am Montagmorgen um 9 Uhr in Grandson gemessen worden», sagte der Stadtpräsident von Yverdon-les Bains, Pierre Dessemontet, vor den Medien. Gegen 10 Uhr sei der Pegel um den ersten Zentimeter gesunken.

Das Abfliessen dürfte «extrem langsam» vor sich gehen. Der Pegel des Neuenburgersees wird laut Dessemontet mindestens bis Ende Woche hoch bleiben. Aber die Lage sei insgesamt unter Kontrolle.

Überschwemmungen gab es in Yverdon-les-Bains vor allem in der Nähe des Seeufers. Dort befinden sich ein zu 60 Prozent evakuierter Camping-Platz sowie Sportanlagen unter Wasser. Im Allgemeinen konnten die Schäden begrenzt werden, weil die Lehren aus dem letzten Hochwasser von 2015 gezogen wurden. (sda)
9:57
Pegel des Vierwaldstättersees sinkt um weitere Zentimeter
Der Pegel des Vierwaldstättersees sinkt langsam, aber beständig. Er lag am Montag um 7 Uhr bei 434,80 Meter über Meer und damit vier Zentimeter tiefer als 12 Stunden zuvor.

Damit liegt der Seespiegel 14 Zentimeter unter dem Maximum, das er in der Nacht auf Samstag erreicht hatte und als die Gefahr bestand, dass das Wasser in Luzern auf den zentralen Schwanenplatz und die innerstädtische Hauptverkehrsstrasse fliesst. Die Hochwassergefahr ist aber noch nicht gebannt: Die Untergrenze der obersten Gefahrenstufe liegt bei 434,75 Meter.

Seit dem frühen Montagmorgen wieder offen ist der Rathaussteg, die Reuss- und die Spreuerbrücke in der Stadt Luzern. Noch immer gesperrt sei die Kapellbrücke, wie ein Sprecher der Stadt Luzern auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Weitere Details zur aktuellen Hochwasserlage in Luzern stellte er im Verlaufe des Vormittags in Aussicht.

Wegen des Hochwassers werden die Kursschiffe auf dem Vierwaldstättersees bis mindestens Mittwochabend nicht fahren, wie die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees auf ihrer Internetseite schreibt.

In Stansstad NW entspannt sich die Lage weiter, der Seestand sinke kontinuierlich, schreibt die Gemeinde auf ihrer Homepage. Stansstad gehört zu den Uferdörfern, die mit dem hohen Pegel des Vierwaldstättersees zu kämpfen hatten. Dort setzte der See den Dorfplatz unter Wasser, die Einsatzkräfte errichteten Holzstege, welche nun gestaffelt wieder abgebaut würden, heisst es weiter.

Es sei davon auszugehen, dass der Dorfplatz und einzelne andere Strassen bis mindestens am Mittwoch gesperrt blieben. Nach wie vor stark belastet sei das Abwassernetz. Die Behörden bitten die Bevölkerung, auf unnötigen Wasserverbrauch zu verzichten.

Der Pegel des Sarnersees lag am Montagmorgen bei 470,70 Meter und damit knapp 40 Zentimeter unter dem Maximum vom Freitag. (sda)
8:44
Rinderherde stürzt wegen starken Gewitters in den Tod
Es sei kein alltäglicher Auftrag für die Rettungscrew gewesen, schreibt Air Zermatt in einer Mitteilung vom Montag. Auf einer Alp oberhalb von Geschinen im Kanton Wallis mussten die abgestürzten Rinder aus unwegsamem Gelände geborgen und zur nächsten Stelle geflogen werden, die mit einem Fahrzeug erreichbar ist. Die gebrochenen Gliedmassen der Tiere liessen laut Mitteilung vermuten, dass diese aufgrund eines starken Gewitters im Steilhang mit Geröll und Gewächs ausgerutscht und zu Tode gestürzt sind.

Zwei von über zehn Tieren lebten laut Mitteilung noch, als sie der Besitzer fand. Weil sie aber Brüche an Becken und Wirbelsäule aufwiesen, mussten die Rinder vor dem Flug noch vor Ort eingeschläfert werden. (ch media)
6:48
Hochwasserlage fast überall entspannter
Die Lage an den Schweizer Seen und Flüssen hat sich in der Nacht zum Montag an vielen Stellen weiter entspannt.

Doch der Neuenburger See liegt mit 430,71 Metern noch immer 22 Zentimeter über der Hochwassergrenze und bleibt auf Gefahrenstufe 4, wie die Gefahren-Website des Kantons Bern mitteilt.

Der Anstieg des Neuenburger Sees hat sich seit Sonntag deutlich verlangsamt. Die Behörden warnen jedoch, das es noch mehrere Tage oder gar Wochen dauern könnte, bis dort wieder der Normalzustand einkehrt.

Der Pegel des Bielersees ist im Vergleich zum Vortag um zwei Zentimeter auf 430,65 Meter gesunken, befindet sich jedoch immer noch 30 Zentimeter über dem Hochwasserstand. Der See ist immer noch mit der höchsten Gefahrenstufe 5 eingestuft.

Der Murtensee (FR), der auf Gefahrenstufe 3 eingestuft ist, stieg in der Nacht auf Montag nicht weiter an. Der Pegel des Thunersees ist weiterhin gesunken, lag aber am Montagmorgen noch rund zwanzig Zentimeter über dem Hochwasserstand (558,30 m). Hier gilt weiterhin die Gefahrenstufe 4.

Auch in Luzern ist der Wasserstand weiter gesunken. Der Vierwaldstättersee erreichte gegen 5 Uhr morgens 434,81 Meter. Er liegt aber immer noch mehr als 30 Zentimeter über der Hochwassergrenze und bleibt damit weiterhin auf der höchsten Gefahrenstufe 5.

In Zürich und am Zürichsee, für den die zweithöchste Gefahrenstufe 4 gilt, wurde damit gerechnet, dass die Wasserstände am Samstag oder Sonntag ihre Höchstmarke erreichen und danach mehrere Tage auf hohem Niveau verharren würden. (sda)

Was ist passiert?

Bereits im Juni war es ausserordentlich nass in der Schweiz. Deshalb war die Hochwasserlage an vielen Flüssen und Seen hierzulande bereits angespannt. Nun drohen die Gewässer wegen der massiven Niederschläge diese Woche über ihre Ufer zu treten.

In der Nacht auf Dienstag gab es zudem massive Gewitter und Stürme. In Luzern wurde eine maximale Böhenspitze von 135 Kilometern pro Stunde gemessen. Schutz & Rettung Zürich fuhr hunderte Einsätze und verzeichnete innert einer Stunde über 1000 Anrufe.

Danach verschärften weitere Niederschläge die Situation in der ganzen Schweiz, im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen kam es zu katastrophalen Überschwemmungen mit mehreren Dutzend Toten.

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Hochwasser in der Schweiz

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