Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Die Schaffhauser Nachrichten veröffentlichten in einer Karikatur die Handynummer von Juso-Funiciello (Nummer von watson gepixelt).  bild: screenshot

Diese Karikatur von Juso-Funiciello ist jetzt offiziell ein übler Fail – aus diesem Grund



Der Schweizer Presserat hat die «Schaffhauser Nachrichten» und Radio Munot wegen der Publikation der privaten Handynummer von Juso-Chefin Tamara Funiciello gerügt. 

Die Veröffentlichung der privaten Handynummer einer kritisierten Person verletze den Schutz der Privatsphäre auch dann, wenn die Nummer sehr einfach eruiert werden könne, hält der Presserat in einer Mitteilung vom Montag fest.

Er spielt damit auf eine Karikatur der «Schaffhauser Nachrichten» vom 18. August 2018 an, welche die Handynummer der Juso-Präsidentin Funiciello zeigt. Dass diese Nummer sehr einfach zu finden sei, wie dies die Zeitung geltend gemacht habe, ändere nichts daran, dass für einen derart weitgehenden Schritt eine besondere Rechtfertigung gegeben sein müsse. Und dies sei nicht der Fall gewesen.

Tamara Funiciello, Kandidatin als neue JUSO-Praesidentin, vor der Delegiertenversammlung der JUSO in Zuerich am Samstag, 18. Juni 2016. Am 18. Juni tritt Fabian Molina als JUSO-Praesident zurueck. Samira Marti und Tamara Funiciello haben sich als neue JUSO-Praesidentin beworben. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Tamara Funiciello.  Bild: KEYSTONE

Dass die Kritisierte halbnackt und Büstenhalter schwingend karikiert wurde, beurteilt der Presserat hingegen nicht als diskriminierend. Denn die Kritisierte habe eine solche Pose selber im Sinn eines Protestes bewusst öffentlich eingenommen.

«Blick» berichtete unsorgfältig über Kindsmissbrauch

Der «Blick am Abend» wurde wegen eines in den Augen des Presserats unsorgfältigen Artikels über einen schweren Fall von Kindsmissbrauch gerügt. Im Artikel sei der leibliche Vater des Kindes zu Wort gekommen, der den Verdacht geäussert habe, dass die Tochter missbraucht worden sei. Er habe dies der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) gemeldet. Diese sei dem jedoch nicht nachgegangen.

Trotz dieser schweren Beschuldigung habe «Blick am Abend» auf eine Stellungnahme der Kesb verzichtet. Damit sei die im Journalistenkodex vorgeschriebene Anhörung bei schweren Vorwürfen verletzt worden. Neben dem Vater habe die Zeitung keine weitere Quelle genannt. Gleichzeitig seien detaillierte Handlungen des Missbrauchs aufgeführt worden.

Eine massgebliche Quelle, konkret wohl die Anklageschrift, habe die Zeitung nicht genannt und damit wesentliche Informationen unterschlagen. Zudem habe die Redaktion dem Schutz des Kindes nicht ausreichend Rechnung getragen.

Der Presserat anerkenne zwar, dass bei Gewaltverbrechen an Kindern andeutungsweise darüber berichtet werden könne. Höchste Zurückhaltung, wie sie der Kodex verlange, habe sich im Artikel von «Blick am Abend » jedoch nicht gezeigt.

Wahrheitspflicht verletzt

Im Urteil des Presserats haben «Blick» und «Blick am Abend» mit dem Artikel «Sozialamt finanziert Kaufsüchtige» vom 19. Juni 2018 sowie der «Blick» mit einem Folgeartikel die Wahrheitspflicht durch das Entstellen von Tatsachen verletzt.

Konkret war in einer Beschwerde beanstandet worden, dass sich eine verstorbene Sozialhilfebezügerin gemäss den Medienberichten neue Kleider, Schuhe und Schmuck im Wert von 100'000 Franken geleistet habe. Dabei stützen sich die beiden Zeitungen auf die Äusserung des Wohnungsverwalters, die in den Augen des Presserats spekulativ erscheint.

Es gebe keinerlei Hinweise darauf, dass «Blick» und «Blick am Abend» sich bemüht hätten, den effektiven Wert der Gegenstände zu eruieren. Sie stützten sich einzig auf die spekulative Aussage des Wohnungsverwalters, relativierten nicht und machten auch keinen weiteren Hinweis auf die Quelle.

Fakt war in den Augen der Beschwerdeführerin, dass die 100'000 Franken nicht im Entferntesten der Wahrheit entsprochen hätten. 98 Prozent der Kleider seien gebrauchte Billigware gewesen, die zum Grossteil habe entsorgt werden müssen. (sda)

Die wohl süsseste Challenge im Internet

abspielen

Video: watson/Angelina Graf

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

47
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

158
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

102
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

47
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

158
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

102
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

58
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thor_Odinson 31.12.2018 22:44
    Highlight Highlight Diese Karikatur ist doch genau so provokant, wie sie es selbst mit ihren Aktionen macht. Und die Nummer ist ja für jeden einsehbar auf ihrer Webseite. Ich versteh die Aufregung nicht...
  • Mutbürgerin 31.12.2018 15:09
    Highlight Highlight Wieviele Anrufe hat sie erhalten?
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 31.12.2018 14:49
    Highlight Highlight Ich frag mich immernoch wer die gewählt hat.
  • Maranothar 31.12.2018 13:06
    Highlight Highlight Ein Imageschaden mehr oder weniger wird den Blick kaum stören. Viel schlechter kann das Image nicht mehr werden.
  • Asmodeus 31.12.2018 12:39
    Highlight Highlight Hui. Vom Presserat gerügt.

    Da wird der Blick in Zukunft sich nun sicher bessern..
    • Dominik Treier 31.12.2018 14:30
      Highlight Highlight Doppelmord im Schüttstein!!!
      Blick sass für Sie im Abfluss...
  • ARoq 31.12.2018 11:49
    Highlight Highlight Was für Konsequenzen hat eine Rüge vom Presserat für einen Journalisten bzw. Verlag?
    • Dr. Unwichtig 31.12.2018 12:12
      Highlight Highlight Da ein Presserat keinerlei Befugnisse hat, die einer Gesetzesstufe entsprechen, hat ein Rüge keinerlei rechtliche Konsequenz. Sie ist allenfalls ein Imageproblem für das betroffene Medienhaus. In wie weit die Meinung des Presserates zu einer Karikatur (also nicht eine journalistische Arbeit) relevant ist, ist zudem zumindest fragwürdig...
    • Asmodeus 31.12.2018 12:40
      Highlight Highlight Ich vermute mal keine.
  • Dr. Unwichtig 31.12.2018 11:45
    Highlight Highlight Ach, verdammt. Ich dachte, wir schaffen es ohne weitere Berücksichtigung des aufgebauschten Funiciello-Handy-Nummer-die-aber-parallel-dazu-auch-jederzeit-im-Internet-einsehbar-war-Falles über die Ziellinie 2018. War wohl nix...
  • DemonCore 31.12.2018 11:43
    Highlight Highlight Mir gefällt die Karikatur. Treffend und provokativ. Die Nummer hätte man weglassen oder durch eine falsche ersetzen können. Die geheuchelte Empörung danach über die vermeintliche Datenschutzverletzung war fast so ergötzlich wie die Zeichnung selbst.
    • trio 31.12.2018 17:19
      Highlight Highlight Um die Karikatur geht es auch nicht! Das man aber eine Telefonnummer veröffentlicht geht gar nicht und erinnert eher an eine private Abrechnung, als an seriöse Arbeit.
    • Bivio 31.12.2018 18:38
      Highlight Highlight Sie hat sie ja auf ihrer Website veröffentlicht. Selber schuld
    • trio 02.01.2019 09:19
      Highlight Highlight @Bivio
      Wer also im Telefonbuch steht, ist selber schuld?

Widerstand gegen Cannabis-Versuche im Nationalrat: Das musst du jetzt als Kiffer wissen

Der Nationalrat ist gegenüber Versuchen zur kontrollierten Abgabe von Cannabis grundsätzlich positiv eingestellt. Trotzdem gibt es noch Widerstand gegen den Experimentierartikel. Wann die ersten Versuche in Schweizer Städten starten und was du sonst noch dazu wissen solltest, liest du hier.

2018 gab der Ständerat grünes Licht für die Cannabis-Versuche und einen neuen Experimentierartikel. Der Ball lag damit beim Nationalrat. Hier hat sich nun Widerstand gegen die Vorlage formiert. Die Gesundheitskommission des Nationalrates hat auf Stichentscheid des Kommissionspräsidenten die Vorlage knapp abgelehnt.

Der Nationalrat konnte daraufhin lediglich darüber entscheiden, ob er die Gesetzesvorlage gutheisst, über die Details wird er jedoch vorerst nicht befinden. Nun wird die …

Artikel lesen
Link zum Artikel