Schweiz
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Grenzwaechter warten auf einen Zug, am Dienstag, 10. November 2015, am Bahnhof in Buchs. Im September kamen erstmals mehr Fluechtlinge an der Ostgrenze als im Tessin an. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Warten auf Flüchtlinge. Grenzbeamte auf dem leeren Bahnsteig in Buchs (SG). Bild: KEYSTONE

Flüchtlinge kehren lieber nach Italien zurück, als dass sie in der Schweiz bleiben

Die Schweiz ist für Flüchtlinge zum Transitland geworden. Werden sie an der Grenze aufgegriffen, reisen sie lieber zurück nach Italien, als dass sie in der Schweiz ein Asylgesuch stellen. 



Die Schweiz ist als Zielland der Migration nicht mehr attraktiv. Asylsuchende wollen nach Deutschland, Italien, Frankreich, Schweden, aber nicht in die Schweiz. Das zeigt ein Blick in die aktuelle Statistik des Staatssekretariats für Migration. Bis Ende Mai 2017 haben rund 7500 Personen in der Schweiz einen Asylantrag gestellt. Vor einem Jahr waren es in derselben Zeitspanne noch 12'000 Anträge. 

Besonders deutlich zeigen dies auch die Zahlen des Grenzwachtkorps (GWK). Monatlich wird dort aufgelistet, wie viele Personen an den Grenzen aufgehalten wurden, weil sie nicht über Einreisepapiere oder einen gültigen Pass verfügten. Im vergangenen Monat Juni wurden an den Grenzen 2500 Personen angehalten, weil sie versucht haben, illegal in die Schweiz einzureisen. 

Werden Flüchtlinge vom GWK aufgegriffen, können sie ihr Recht auf Asyl geltend zu machen. Wollen sie kein Asylgesuch stellen, werden sie an die italienische Grenzbehörde übergeben. Noch zu Beginn des Vorjahres waren es lediglich zwischen 20 und 30 Prozent aller illegal Eingereisten, die zurück nach Italien geschickt wurden.

Seit dem Sommer 2016 hat sich das drastisch geändert und noch immer hält der Trend an: Im vergangenen Monat sind 65 Prozent aller illegal Eingereisten lieber nach Italien zurückgekehrt, als dass sie in der Schweiz ein Asylgesuch gestellt hätten. An der Zahl sind dies 2500 rechtswidrige Grenzübertritte und 1600 Übergaben an ausländische Behörden. Die allermeisten davon an Italien.

Patrick Benz, Chef vom Fachbereich Migration beim Grenzwachtkorps, sagt: «Der prozentuale Anteil der Flüchtlinge, die nicht mehr in die Schweiz einreisen, sondern diese durchqueren wollen, ist seit rund einem Jahr hoch.» Es gebe viele Faktoren, die als Gründe dafür aufgeführt werden könnten. Darunter, dass die Leute die Schweiz als nicht mehr geeignetes Zielland empfinden, weil sie Freunde und Bekannte in einem anderen Land haben, oder weil auf den sozialen Medien Informationen verbreitet werden – wahre oder falsche.

Die Hauptherkunftsländer der Personen, die versuchen illegal in die Schweiz einzureisen, sind Guinea, Gambia und Nigeria. Die Personen, die in der Schweiz dann tatsächlich ein Asylgesuch stellen, stammen nach wie vor vorwiegend aus Eritrea und Syrien.

Video: reuters

Vor einem Jahr in Como: Hunderte Flüchtlinge strandeten am Bahnhof

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