«Philosoph, Clown, KMU-Chef und Übervater» – so erweisen die Medien Polo die letzte Ehre
«Tschou zäme, es isch schön gsy»: Der Tod von Polo Hofer dominiert die Schlagzeilen. Polo National ist vergangen Samstag 72-jährig gestorben. Die Medien würdigten das Lebenswerk in diversen Nachrufen.
«Der Bund»
«So sehr die Moden auch änderten, eines ist geblieben. Die Treue seiner Fans. Das hat Polo Hofer mit einem fast schon fulminanten und generationenübergreifenden Rollenmix bewerkstelligt. Er war Kühlerfigur der Hippies, Schweizer des Jahres für die Fernsehsesselschweiz, er war Philosoph und Clown, König der Kiffer, Übervater der zweiten und dritten Mundartrockgeneration, Bürgerschreck der Anständigen. Und irgendwie schaffte er es, trotz all seiner Widersprüchlichkeit, der Kumpel des Schweizervolks zu bleiben.»
NZZ
«Jedes Mal, wenn man dachte, man habe diesen Polo Hofer endlich verstanden, tauchte er wieder an einer anderen Ecke auf, zeigte er wieder eine neue Facette seiner schillernden Persönlichkeit. Eine von Hofers herausragenden Eigenschaften muss sein Ideenreichtum gewesen sein, der ihm hierzulande musikalischen Ruhm einbrachte. Nach Jahren des Tingelns in Tanzbands und des Rockens in Blues-Schuppen beschloss der singende Schlagzeuger in den späten sechziger Jahren, Songs in seiner Muttersprache zu interpretieren.»
Alperose, Polos grösster Hit. Video: YouTube/SRF Musik
«Berner Zeitung»
«Wer den richtigen Moment erwischte, fand in Polo Hofer einen belesenen, tiefgründigen, humorvollen und warmherzigen Interview- und Gesprächspartner. Einen, der bekannt war für seine Sinnsprüche, die Polosophie. Einen, der sich Gedanken machte um den Zustand der Welt, der die Kunst liebte, die Frauen, der sich an der Politik aufrieb; immerhin war Hofer selbst auch politisch aktiv.»
Tod einer Ikone – das wilde Leben von Polo National
«Blick»
«Doch Polo war nicht nur ein
Scherzbold und Provokateur,
der in einer TV-Talkrunde gemütlich
einen Joint drehte und
den danebensitzenden Staatsanwalt
zur Weissglut trieb, sondern
er war auch ein Philosoph. Kaum
jemand kannte die Bibel und den
Koran wie er. Er liebte die Diskussionen
über die Existenz Gottes.
Die Schöpfung ist älter als
Gott. Der ist eine Erfindung des
Menschen war einer seiner
Lieblingssätze. Umso erstaunlicher
ist es deshalb, dass er im
letzten Song auf seiner letzten
CD den Song ‹U wenn i de einisch
gange bi, de sing, sing es
Gebät für mi› veröffentlichte.
Ja, den grössten Schweizer
Mundartrocker haben wir halt
nie richtig gekannt»
«Aargauer Zeitung»
«Mit zunehmendem Erfolg erkannte man
auch seine bürgerliche Seite: Er sah sich
als KMU-Chef, der Mitmusikern ein Einkommen
gab, war Chef, Bandleader –
blieb aber in seinen Sprüchen Klassenclown.
Nahbar und aufmüpfig, diese
Kombination machte ihn zum Phänomen:
Polo National hiess man ihn.
Weil er lange Zeit der erfolgreichste
Rockstar war, der mit Refrains wie
Alperose Evergreens landete. Und weil
er mit seinen Sprüchen alle unterhielt:
die Konzertbesucher im Festzelt wie
auch die Fernsehzuschauer von Talkrunden.
Er war ein Hofnarr und Charakterkopf,
ein Troubadour und Pionier. Vor
allem aber war er eines: einzigartig.»
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