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Vapes: Nationalrat will elektronische Einwegzigaretten verbieten

Ausgepafft: Nationalrat will Einweg-Vapes an den Kragen

13.06.2024, 11:4513.06.2024, 12:30
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Sie sind in der Schweiz im Trend: elektronische Einwegzigaretten, sogenannte «Puff Bars». Nun könnte die Schweizer Politik die Einweg-Vapes bald verbieten. Das musst du dazu wissen.

Was sind «Puff Bars»?

Beispielsweise an Festivals oder an Partys sieht man sie immer häufiger: sogenannte «Puff Bars». Es handelt sich um sogenannte elektronische Vapes, die nach dem einmaligen Gebrauch weggeworfen werden. Ein wichtiges Markenzeichen sind die verschiedenen Aromen und Geschmacksrichtungen, welche angeboten werden. Anders als bei der herkömmlichen Zigarette stinken Konsumentinnen und Konsumenten nach dem Gebrauch nicht nach Rauch. Seit 2020 sind die farbigen Vapes auf dem Schweizer Markt erhältlich.

Christophe Clivaz, GP-VS, spricht waehrend der Debatte um die Schweizer Kreislaufwirtschaft, am ersten Tag der Fruehlingssession der Eidgenoessischen Raete, am Montag, 26. Februar 2024, im Nationalrat ...
Der Waadtländer Grünen-Nationalrat Christophe Clivaz reichte eine Motion für ein Verbot von elektronischen Einwegzigaretten ein. (Archivbild)Bild: keystone

Werden elektronische Einwegzigaretten verboten?

Geht es nach dem Nationalrat, dann soll zumindest der Verkauf von «Puff Bars» bald verboten werden. Der Nationalrat hat eine entsprechende Motion des Waadtländer Grünen-Nationalrats Christophe Clivaz am Mittwoch mit 122 zu 63 Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen.

Der Bundesrat soll das Bundesgesetz über Tabakprodukte und elektronische Zigaretten demnach so anpassen, dass «Puff Bars» in der Schweiz nicht mehr zum Verkauf angeboten werden dürfen. Man wäre in Europa nicht das erste Land mit einer solchen Massnahme. Frankreich und Belgien haben die Einweg-Vapes bereits verboten. In Deutschland ist ein Verbot ebenfalls angedacht.

Weshalb will die Politik «Puff Bars» verbieten?

«Puff Bars» seien aufgrund ihrer vielen Geschmackssorten wie Melone oder Granatapfel und ihrer schönen Einfärbung attraktiv für junge Menschen und würden demnach immer beliebter. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sei nur unzureichend erforscht, so die Kritikerinnen und Kritiker im Parlament.

epa10663276 Young people use single-use vaping products in London, Britain, 30 May 2023. The UK government has announced it is cracking down on retailers providing free vape samples to children. The g ...
Die vielen Geschmacksrichtungen machen die Vapes für junge Menschen attraktiv.Bild: keystone

Dazu komme der umweltschädliche Aspekt des Produkts. Die «Puff Bars» würden nach ihrer Verwendung in Seen oder auf Wiesen und im Müll landen und so die Umwelt verschmutzen. Dies verursache Kosten in Millionenhöhe. Ein Recycling sei für die Lieferanten nicht attraktiv, da es sich als unrentabel gestalte. Die «Puffs» würden zudem als Elektroschrott gelten, da sie Substanzen wie Lithium, Nickel oder Zink enthalten.

Was sagt der Bundesrat zum möglichen Verbot?

Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider antwortete im Rat, dass sich der Bundesrat der Problematik bewusst sei. Die «Puff Bars» führten zu einer schnellen Abhängigkeit. Dennoch beantragte sie im Namen der Landesregierung die Ablehnung der Forderung von Nationalrat Clivaz.

Bundesraetin Elisabeth Baume-Schneider spricht waehrend einer Medienkonferenz zu den Abstimmungsergebnissen, waehrend den Eidgenoessischen Abstimmungen, am Sonntag, 9. Juni 2024, in Bern. (KEYSTONE/An ...
Bundesrätin Baume-Schneider: «Der Bundesrat ist sich der Problematik bewusst.»Bild: keystone

Restriktionen und Verkaufsmassnahmen seien seit der Einreichung des Vorstosses von Clivaz bereits angedacht worden. Der Bundesrat habe demnach eine Basis für ein Verbot in der Umweltschutzgesetzgebung. Jedoch müssten zuerst die diesbezüglichen internationalen Abkommen der Schweiz überprüft werden. Ein Verbot käme deshalb verfrüht. Als Nächstes spricht der Ständerat über die Forderung.

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Standpunkt
12.06.2024 22:16registriert Mai 2023
Gegen den Konsum an sich darf ich als 'traditioneller' Raucher nichts sagen, aber was da an Rohstoffen verschwendet wird, ist haarsträubend. Während an diversen Anlässen keine Einwegbecher mehr verkauft werden dürfen, ist es völlig legal, Geräte mit eingebautem Akku, Elektronik und Plastikhülle nach jedem Gebrauch zu entsorgen. Ich habe einmal ein solches Ding aufgemacht, was da alles einfach im Müll landet ist unisinnig. Auch wenn ich solchen Verboten meist kritisch gegenüberstehe, hier finde ich es, auch weil mit wiederbefüllbaren Dampfern eine (bessere) Alternative besteht, angebracht.
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Pat the Rat (das Original)
12.06.2024 20:00registriert Februar 2017
Nicht zu vergessen :
Viele dieser Dinger landen im normalen Kehricht, was den Entsorgern grosse Probleme bereitet wegen den verbauten Batterien.
Siehe dazu:
https://www.srf.ch/play/tv/tagesschau/video/explodierende-lithium-ionen-batterien?urn=urn:srf:video:dbb49b53-c966-4a89-8e2b-5299266378b9
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SUP_2
12.06.2024 19:58registriert März 2016
Bravo! Ein gutes Zeichen vom Tabaklobby verwöhnten Nationalrat! Möglicherweise hat da sogar Philip Morris mitgeholfen, um die Konkurrenz zu limitieren. Aber vielleicht ist ja auch der Verstand eingekehrt
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