Schweiz
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Gabriela Hou und Vitalis Ekene Unadike waren glücklich verliebt und wollten heiraten. bild: zvg

Ein Nigerianer stirbt nach seiner Ausschaffung – was die Schweiz damit zu tun hat

Kurz nachdem Vitalis Ekene Unadike nach Nigeria zurückgeschafft wurde, erkrankt er an Gelbfieber und stirbt. Hätten ihn die Schweizer Behörden gegen das aggressive Virus impfen müssen?



Diese Liebesgeschichte begann so schön, wer hätte ahnen können, dass ihr Ende derart grausam sein wird?

Genau zwei Jahre ist es her, als Gabriela Hou in einem Park in Aarau den Nigerianer Vitalis Ekene Unadike kennenlernte. Ausserordentlich schön sei er gewesen, sagt sie. Gross, mit lieben Augen und einem charmanten Lächeln. Zuerst habe sie ihn nicht gewollt, doch er habe ihr den Hof gemacht. Und irgendwann, ja, irgendwann habe sie sich verliebt.

Das Paar zog zusammen, lebte fortan in einer gemeinsamen Wohnung in Aarau. Bald verlobten sie sich. Heiratspläne wurden geschmiedet. Doch das Glück war nicht von langer Dauer. Im November 2016 wurde das Asylgesuch von Unadike abgelehnt, Anfang Januar klopfte die Polizei bei ihm an die Haustür: Er kam nach Zürich in Ausschaffungshaft. Vier Monate später, am 7. April, wurde Unadike in ein Flugzeug gesetzt, das ihn zurück in seine Heimat brachte.

Und erst hier beginnt der tragische Teil dieser Geschichte.

«Natürlich hatten wir nach seiner Ausschaffung weiterhin Kontakt», sagt Hou. Regelmässig hat das Paar telefoniert, geskypt, sich Nachrichten geschrieben. Dass er gehen musste, habe sie akzeptiert. «Die gemeinsamen Zukunftspläne blieben auch nach seiner Ausreise», sagt sie.

Sieben Monate war Unadike zurück in Nigeria, als er plötzlich über Unwohlsein geklagt habe. «Er nahm an, er habe die Grippe», sagt Hou. Nach ein paar Tagen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand. Er hatte starke Kopfschmerzen, hatte Sehstörungen und zuletzt erbrach er Blut.

Am 3. November brachte ihn seine Schwester ins Spital. Diagnose: Gelbfieber – eine virale Erkrankung, die durch infizierte Mücken übertragen wird. Ein Arzt kann nur die Symptome der Krankheit behandeln. Ein Heilmittel gegen Gelbfieber gibt es nicht. Der einzige Schutz vor Gelbfieber bietet die Vorbeugung von Mückenstichen und: eine Impfung.

Unadike war nicht geimpft. Bei seiner Einlieferung ins Spital waren die Organschäden bereits so fortgeschritten, dass ihm nicht mehr geholfen werden konnte. Er verstarb am 19. November.

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Starb am 19. November am Gelbfieber-Virus: Vitalis Ekene Unadike. bild: zvg

Erzählt Hou diese Geschichte, ist dies der Moment, bei dem sie nicht mehr weitersprechen kann. Sie sackt in sich zusammen, ihr versagt die Stimme, leise weint sie in sich hinein. Dann, nach einer Weile sammelt sie sich: «Warum musste mein Verlobter einen solch sinnlosen Tod sterben? Warum haben ihn die Schweizer Behörden nicht geimpft, so wie sich auch Touristen impfen müssen, wenn sie nach Nigeria einreisen?»

Tatsächlich ist eine Gelbfieberimpfung für den Erhalt eines nigerianischen Visums Pflicht. Reisen hingegen nigerianische Staatsangehörige in ihre Heimat, müssen sie die Gelbfieber-Impfung nicht vorweisen. Deswegen liege es auch nicht an den Schweizer Behörden, abzuklären, ob bei einer Person in Ausschaffungshaft eine Impfung vorliegt oder nicht, heisst es auf Anfrage beim Staatssekretariat für Migration (SEM).

Zwar kann eine Ausschaffung grundsätzlich ausgesetzt werden, wenn im Heimatland die gesundheitliche Situation ein grosses Risiko darstellt. Ein Beispiel dafür sind gestrichene Rückführungen nach Guinea während der Ebola-Krise. Doch das Gelbfieber-Virus stellt laut SEM bei einer Ausschaffung nach Nigeria keinen gesundheitlichen Risikofaktor dar. Mediensprecher Martin Reichlin sagt: «Bei eigenen Staatsangehörigen gehen die nigerianischen Behörden davon aus, dass diese bereits als Kinder gegen Gelbfieber geimpft wurden und dadurch immun sind.»

«Warum haben ihn die Schweizer Behörden nicht geimpft, so wie sich auch Touristen impfen müssen, wenn sie nach Nigeria einreisen?»

Gabriela Hou

Ein Blick auf die Zahlen zeigt aber: Die wenigsten Kinder in Nigeria werden gegen Gelbfieber geimpft. Eine Studie der Universität von Ibadan, einer der ältesten Hochschulen im Land, gibt an, dass Nigeria 1994 weltweit die höchste Zahl an Gelbfieber-Fällen zu beklagen hatte. Eine punktuelle Untersuchung von Patienten im Jahr 2012 und 2013 zeigte, dass es um die Impfrate im Land auch heute nicht gut aussieht. Von 801 befragten Personen gaben 799 an, nicht gegen Gelbfieber geimpft zu sein.

Wie prekär es um das Gelbfieber-Virus in Nigeria steht, zeigt auch ein erst kürzlich publizierter Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Derzeit herrsche ein anhaltender Gelbfieberausbruch im Land, heisst es. Die Situation habe sich von einem bestätigten Gelbfieber-Fall im August zu 276 Verdachtsfällen bis Ende November verschlimmert. Darum würden nun 1,4 Millionen Impfdosen für eine Impfkampagne bereitgestellt, «um einen anhaltenden Gelbfieberausbruch in Nigeria einzudämmen».

Angesichts dieser Faktenlage, stellt sich die Frage, ob die Schweizer Behörden nicht doch die Pflicht hätten, bei Ausschaffungen nach Nigeria über das Risiko von Gelbfieber zu informieren oder gar eine Impfung anzubieten. Beat Gerber, Sprecher von Amnesty International, sagt: «So wie man jemand nicht in ein Kriegsgebiet zurückschaffen kann, kann man ihn auch nicht in ein Epidemiengebiet ausschaffen, wenn damit sein Leben unmittelbar in Gefahr gebracht wird.» Ob in diesem spezifischen Fall ein Versagen der Behörden vorliegt, müsse nun genauer geprüft werden.

Für Marion Panizzon liegt der springende Punkt woanders. Die Migrations- und Völkerrechtlerin an der Universität Bern sagt, die Schweiz könne zwar nicht dafür haftbar gemacht werden, dass die Gesundheitsversorgung in Nigeria schlechter ist als hier. Jedoch haftet die Schweiz für eine Gesundheitsversorgung, die derart unwürdig und unmenschlich ist, dass dem Betroffenen eine massive Verschlechterung des Gesundheitszustands oder ein frühzeitiger, qualvoller Tod droht.

«So wie man jemand nicht in ein Kriegsgebiet zurückschaffen kann, kann man ihn auch nicht in ein Epidemiengebiet ausschaffen, wenn damit sein Leben unmittelbar in Gefahr gebracht wird.»

Beat Gerber, Amnesty International

«Im speziellen Fall, in dem eine ausländische Person gesund ausgeschafft werden sollte, müsste die Schweiz prüfen, ob die Impfstoffe kurz nach Ankunft im Heimatstaat verfügbar sind und innert nützlicher Frist dem Betroffenen verabreicht werden können.» Dann dürfe die Schweiz die Ausschaffung wahrscheinlich vornehmen ohne das Rückschiebungsverbot zu verletzen. «Allenfalls besteht eine Aufklärungspflicht der Schweizer Behörden, auf die Gesundheitsrisiken in Nigeria aufmerksam zu machen.»

Doch dafür gibt es noch keine geltende Rechtsprechung. Die Verlobte des Verstorbenen, Gabriela Hou, überlegt sich jetzt, Klage einzureichen.

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Video: srf/SDA SRF

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62Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gummibär 14.12.2017 17:47
    Highlight Highlight Das Angebot einer Impfung gegen Gelbfieber vor der Rückschaffung könnte sich die Schweiz sicher leisten.
    Andererseits gibt es auch Selbstverantwortung. Ein halbes Jahr hatte der junge Mann Zeit sich in Nigeria impfen zu lassen (Inkubations-Zeit bei Gelbfieber = 3-6 Tage) . Er hätte auch an zerebraler Malaria erkranken können. Muss die Schweiz deshalb auch Malaria-Prophylaxe verabreichen und wie lange ?
    Eines meiner Kinder kam in Abeokuta zur Welt, zwei gingen in Lagos zur deutschen Schule. Das Impfen war meine Angelegenheit. Bei einer Erkrankung hätte ich niemanden beschuldigen können.
  • Spooky 14.12.2017 02:57
    Highlight Highlight Die Schweizer sind für alle Menschen verantwortlich, die sie in die Schweiz einreisen lassen. Genau darum sollten wir nicht einfach alle Menschen in die Schweiz einreisen lassen.

    Sobald wir eine Person in die Schweiz einreisen lassen, müssen wir dafür sorgen, dass es ihr gut geht.

    Das gilt auch für Wölfe und Bären.

  • Spooky 14.12.2017 02:52
    Highlight Highlight "Hätten ihn die Schweizer Behörden gegen das aggressive Virus impfen müssen?"

    Ja.
    • DerElch 14.12.2017 16:29
      Highlight Highlight Wieso?
    • Spooky 14.12.2017 20:31
      Highlight Highlight «So wie man jemand nicht in ein Kriegsgebiet zurückschaffen kann, kann man ihn auch nicht in ein Epidemiengebiet ausschaffen, wenn damit sein Leben unmittelbar in Gefahr gebracht wird.»

      Wenn wir die Flüchtlinge schon einreisen lassen, sind wir dafür verantwortlich, dass sie behandelt werden wie andere Schweizer in Bezug auf die Gesundheit.
  • l'aglia 13.12.2017 21:41
    Highlight Highlight Im November wurde sein Antrag abgelehnt. Ganze zwei Monate später musste er polizeilich abgeholt werden. Und wieder 4 Monate später wurde er nach Nigeria geschickt. Wenn sich dieser Prozess verkürzen liesse, hätten die Behörden sogar Zeit, sich um Dinge zu kümmern, die gar nicht ihr Problem sind, wie zum Beispiel jemanden auf ein bekanntes Problem seiner Heimat hinzuweisen...
  • Saul_Goodman 13.12.2017 21:00
    Highlight Highlight Impfen ist ja sowieso nicht mehr im trend... da könnte die schweiz noch verklagt werden, weil mutwillig seine gesundheit gefährdet wurde...

    Aber spass beiseite: wenn ich nach nigeria fliege muss ich mich impfen lassen und nicht der staat lässt mich impfen... und die schweiz kontrolliert bei der ausreise auch nicht ob ich geimpft bin sondern der ort wo ich einreise...
  • DocM 13.12.2017 17:44
    Highlight Highlight Im Umkehrschluss müssen alle Flüchtlinge aus gefährdeten Gebieten in Quarantäne damit ansteckende Krankheiten nicht auf die hiesige Bevölkerung übertragen werden. Doch das wäre bestimmt auch nicht im Sinne von AI...
  • RozaxD 13.12.2017 17:06
    Highlight Highlight Es ist zwar traurig, aber mit einer Klage kommt er auch nicht zurück.
  • Hustler 13.12.2017 17:00
    Highlight Highlight Man kann den Artikel finden wie man will. Aber wie Frau Serafini teilweise lächerlich gemacht und heruntergeputzt wird finde ich wirklich nicht in Ordnung.
  • Irchelpark-Schreck 13.12.2017 16:52
    Highlight Highlight Hmmm - wie ist das bei der einreise in die schweiz - hätte er da nicht geimpft sein mūssen (als auflage) um solcherlei krankheiten nicht zu verschleppen?
  • Dharma Bum(s) 13.12.2017 16:47
    Highlight Highlight Hier bei den Kommentaren geht die alte Links-Rechts Klugscheisserei wieder los.

    Rechts hat die Deutungshoheit auf Heimat, Links die für Flüchtlinge:

    Benutzer Bild
  • fischi 13.12.2017 16:41
    Highlight Highlight Und wenn eine Russe sieben monate nach seiner Ausschaffung vom Auto überfahren wird ist dann auch die Schweiz schuld ? Denn sie hätte wissen müssen das in Russland die zahl der verkehrstoten extrem hoch ist. Dieser Artikel ist einfach nur schlecht und reisserisch
  • Hierundjetzt 13.12.2017 16:36
    Highlight Highlight Liebe Seraina, eine Verlobung ist rechtlich kein Zivilstand. In welchem Namen möchte den Frau Hou Klage einreichen? Nur die Eltern von Unadike habend das Klagerecht. Das gilt so in der Schweiz, wie in Nigeria wie überall auf der Welt. Zudem, wenn die Eltern klägen würden, müssten Sie dem Richter zweifelsfrei darlegen können warum Sie Ihn NICHT impfen liessen, ansonsten wäre es die Verletzung der elterlichen Fürsorgepflicht. Auch in Nigeria ist dies ein Straftatbestand.
  • Hugo Wottaupott 13.12.2017 16:31
    Highlight Highlight Aha! Bei Ankuft auf alles Prüfen ist menschenverachtend und nicht erwünscht? Bei Zurückschaffung aber bitte vollumfänglich geimpft abliefern?
  • silver*star 13.12.2017 16:29
    Highlight Highlight Laut dem Typen von Amnesty International, soll die Schweiz also noch verantwortliche sein, für den Gesundheitszustand aller Länder, die einen wenigen hohen Standart als die CH haben.

    Eine dekadente und zutiefst überhebliche Aussage.
  • Matthias Ott (1) 13.12.2017 16:09
    Highlight Highlight Nein, die Schweiz ist sicher nicht schuld an diesem tragischen Todesfall.
    Aber wir sind ein reiches Land, verdammt! Auch ohne rechtliche Pflicht könnten wir es uns doch einfach so leisten, dass unsere Abgeschobenen noch einen Top-Impfstatus bekommen, bevor sie gehen müssen.
    Im Asylwesen wird sicher für dümmeres Geld ausgegeben!
  • fandustic 13.12.2017 15:03
    Highlight Highlight Was die Schweiz damit zu tun hat: Nichts.
    Somit ist auch dies erklärt. Dazu braucht es keinen so langen Artikel. Etwas gesunder Menschenverstand reicht eigentlich, aber bei gewissen Themen geht das offensichtlich einfach nicht.
  • Dynamischer-Muzzi 13.12.2017 14:52
    Highlight Highlight Ich vermisse 21 weitere Berichte über die 21 Gelbfieber-Toten seit dem Ausbruch Anfang November. Und das ist nur die bekannte Zahl, die Dunkelziffer ist um vieles höher. Ist die Schweiz nun auch an den anderen Toten schuld, oder ist am Ende jeder Nigerianer selber verantwortlich für seinen gesundheitlichen Zustand?
    Der Bericht liest sich so, als wollte man krampfhaft weitere Gründe gegen rechtlich absolut richtige Abschiebungen suchen! Himmel hilf und lass es Hirn regnen.....
  • sikki_nix 13.12.2017 14:42
    Highlight Highlight Dies ist eine sehr tragische und berührende Geschichte. Einen geliebten Menschen zuerst durch die Ausschaffung teilweise, und dann durch die Krankheit vollends zu verlieren wünsche ich niemandem.

    Jedoch denke ich, dass zumindest im zweiten Punkt die Behörden nicht zur Verantwortung zu ziehen sind. Ebensowenig bringen Schuldzuweisungen etwas. Besser würde man aus dem vorliegenden Fall lernen und vorbeugen und die Menschen in Zukunft entsprechend impfen, damit so nicht mehr passiert.
    • dorfne 13.12.2017 15:56
      Highlight Highlight So denke ich auch.
  • Tom Scherrer (1) 13.12.2017 14:16
    Highlight Highlight Juristisch schön abgesichert, aber jetzt mal ehrlich, bereits unter dem Jaht und genau in dieser Zeit wird in Bern von der classe Politik ein cüpliempfang nach dem anderen gegeben. Er werden x Tausende jedes Jahr mit Sekt und Catheing verjubelt, weil man den einten Abgang bedauert, den nächsten Zugang feiert oder einfach weil man der Meinung ist, dass man eine Sause nach der anderen verdient hat, so clever wie man ist ---------aber jemand vor der Ausreise fragen und impfen - da kann (oder muss) man nicht automatisch mitdenken, nein.
    • Royale_Blue 13.12.2017 17:13
      Highlight Highlight Nein.
  • just sayin' 13.12.2017 13:52
    Highlight Highlight und warum haben sie nicht selber die 50 stutz aufgeworfen für die impfung?
    • rodolofo 13.12.2017 21:27
      Highlight Highlight Frag doch mal einen solchen zurückgeschafften Nigerianer! Er wird Dir sicher gerne Auskunft geben, wenn Du ihn zu Hause in Nigeria besuchst und ihm zuallererst diese Frage stellst!
  • Telomerase 13.12.2017 13:50
    Highlight Highlight Ein Nigerianer erkrankt in seiner Heimat an einer endemischen Krankheit.
    Und die Schweiz ist nun schuld daran.

    Man könnte fast meinen dieser Artikel ist eine Satire auf die links-sozialistische Empörungskultur.
    • dorfne 13.12.2017 15:45
      Highlight Highlight Die Schweiz ist nicht Schuld. Künftig sollte man aber abklären, welche Krankheiten im Heimatland des Abgewiesenen grad grassieren und wenn möglich eine Impfung anbieten vor der Ausschaffung. Es geht um Menschen!
    • seventhinkingsteps 13.12.2017 16:14
      Highlight Highlight > links-sozialistische Empörungskultur.

      Ist das schlimmer als kulturmarxistischer Umvolkungsglobalismus? Oder etwa auf der Ebene von Antifa Social Justice Warriors?
    • Nelson Muntz 13.12.2017 17:14
      Highlight Highlight Und wenn der Bund sich informiert und die nötigen Abklärungen trifft, heisst es, das der Staat die Privatsphäre des Flüchtlings nicht respektiert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dharma Bum(s) 13.12.2017 13:41
    Highlight Highlight Das Haar in der Suppe. Oder eher die Mücke in der Suppe.

    S'Läbe isch mängisch e hurä Schlampe.

    Aber mit "Ausschaffungsproblematik" hat das nichts zu tun.
  • derEchteElch 13.12.2017 13:41
    Highlight Highlight Wie geschrieben steht;
    „Reisen nigerianische Staatsangehörige in ihre Heimat, müssen sie die Gelbfieber-Impfung nicht vorweisen. Deswegen liege es auch nicht an den Schweizer Behörden, abzuklären, ob eine Impfung vorliegt oder nicht...“

    Die Verlobte kann versuchen, Nigeria zu verklagen, weil Nigeria den abgewiesenen Asylsuchenden nicht ausreichend auf eine Impfung prüfte.

    Die Schweiz kann/darf nicht für jedes Übel auf der Welt schuldig gesprochen werden.
    • Dharma Bum(s) 13.12.2017 14:09
      Highlight Highlight Für einmal stimme ich mit unserem naseweisen heimatsliebenden Stammtischler überein ...
    • AntiCapitalism 13.12.2017 14:22
      Highlight Highlight Auf jedes übel der welt? Das ist lächerlich.
      Man kann hier sehr wohl die schweiz anklagen. Denn die behörden sind es die schuld daran tragen das dieser mann nicht geimpft wurde. Oder in ein land ausgeschafft das epidemie gefährdet ist. Und ja, auch wenn er nigerianer war, ein ausländer der ausgeschafft wurde, ist sein leben gleich viel wehrt wie eures oder meines.
    • Dharma Bum(s) 13.12.2017 15:38
      Highlight Highlight Ach Johnny, hätten die Behörden den Mann geimpft, wäre das Zetter-Mordio in die andere Richtung losgegangen. Ich mag keine braunen Elche, aber genso gehen mir rote antifa Krähen auf den Sack.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 13.12.2017 13:35
    Highlight Highlight Ich frage zurück:
    Warum hat diese Frau den Nigerianer nicht geheiratet, wo sie ihn doch liebte?
    So hätte sie eine Ausschaffung verhindern können.
    Aber es kam so, wie es das Schicksal bestimmte.
    Dass die Polizei zurück geschaffte Nigerianer nicht impft, ist ein weiteres Glied in einer verhängnisvollen Kette von Fehlern.
    Auch die Landesgrenzen sind historisch gewachsene Fehler, so wie die Mauern, welche uns schützen und uns zugleich die Sicht nach draussen versperren.
    Ich hoffe, dass diese untröstliche Frau irgendwann Trost finden wird!
    Irgendwann müssen wir Alle Alles loslassen...
    • Diana89 13.12.2017 14:25
      Highlight Highlight Lieber rodolfo

      So einfach ist das nicht mit dem Heiraten... Vitalis häte dem Zivilstandsamt diverse Dokumente aus Nigeria vorlegen müssen, z.B. einen Zivilstandsnachweis, Geburtsurkunde, evt. Scheidungsurteil...Diese Dokumente sind dort nicht sehr schnell zu haben und müssen dann auch noch durch die Schweizer Botschaft beglaubigt werden...All dies dauert meist 6- 9 Monate mindestens. Und dann muss man auch noch einen Termin für die Ehevorbereitung erhalten, was auch nicht gleich am nächsten Tag möglich sein wird....
    • silver*star 13.12.2017 16:15
      Highlight Highlight Wenn dies Frau ihren Mann so liebte, wieso ist sie eigentlich nicht mit ihm nach Nigereia gereist um dort eine neue Existenz aufzubauen?
    • Mohina 13.12.2017 16:19
      Highlight Highlight @diana, ich stimme dir zu, dass es nicht so schnell geht mit dem heiraten, ABER ehevorbereitung muss man nicht machen 😉 das ist keine pflicht für eine standesamtliche heirat.
    Weitere Antworten anzeigen
  • smoothdude 13.12.2017 13:34
    Highlight Highlight tragisch, aber ich verstehe beim besten willen nicht, warum hier die schweiz schuld sein soll.
    gehe ich in ein anderes land informiere ich mich auch selbstständig über lokale krankheiten und allfällige impfungen.
    nebenbei geht es hier um sein heimatland, also sollte er ja umso besser über heimische krankheiten bescheid wissen.
    • dorfne 13.12.2017 16:04
      Highlight Highlight Trotzdem sollte die CH künftig besser hinschauen und abklären ob geimpft werden/kann muss. Insofern kann die Klage künftig sogar Menschenleben retten.
    • DocM 13.12.2017 21:18
      Highlight Highlight @Wölfi beim Lamm: Sorry, bullshit. Sollen wir hier jede erdenkliche Verantwortung übernehmen dürfen/müssen? Andere Annahme, ein Meteorit schlägt 6 Monate nach der Ausweisung eines Asylanten dort ein, wo er gerade lebt. Ist da das ausweisende Land schuld, das Land wo er lebt, das Universum oder irgend eine nicht existente Gottheit?? Tsunamis, lokale Epidemien etc. gehören natürlich dazu
    • dorfne 14.12.2017 11:30
      Highlight Highlight @DocM. Ein Meteorit ist eine Naturkatastrophe, die nicht verhindert werden kann. Wenn wir Hochwasser haben, mein Keller unter Wasser steht, kann ich auch nicht die Gemeinde verklagen. Aber die Ansteckung mit Geldfieber kann mit einer Impfung verhindert werden. Kostet ganz wenig und rettet Menschenleben. Den Bullshit können sie gleich wieder zurückhaben und neben Ihr Ruhekissen legen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • blabediblu 13.12.2017 13:32
    Highlight Highlight Das ist wirklich eine sehr tragische Geschichte. Und ich wünsche den Zurükbleibenden viel Kraft.


    Allerdings stimmt es nicht, das die Gelbfieber-Impfung für die Einreise in Nigeria pflicht ist. Sie wird lediglich Empfohlen.
    Pflicht ist sie nur, wenn man aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet nach Nigeria kommt.

    Daher denke ich wird die arme Frau mit Ihrer Klage wenig erfolg haben.

    Zudem würde ich auch die schweizer Behörden nicht zu sehr verteufeln. Dies ist ein tragisches aber meines Erachtens unvorhersehbares Unglück.



  • TheMan 13.12.2017 13:19
    Highlight Highlight An was soll die Schweiz alles Schuldig werden? Demnächst ist die Schweiz Schuldig, weil ein Ausgewiesener in seinem Land an HIV erkrankt. Man hätte Ihm ja Kondom mitgeben können und Aufklären können. Oder die Schweiz ist schuld, wen ein Ausgewiesenr in seinem Land an Krebs erkrankt.
  • Picker 13.12.2017 13:13
    Highlight Highlight Es tut mir für die Betroffene sehr leid und ich wünsche ihr viel Kraft, es ist vor allem über die Festtage echt beschissen, jemanden zu verlieren.

    Was mich aber interessieren würde:
    Im Artikel steht: "Im November 2016 wurde das Asylgesuch von Unadike abgelehnt, Anfang Januar klopfte die Polizei bei ihm an die Haustür."

    Wäre es dem Paar nicht möglich gewesen, irgendwann vor Januar 2017 zu heiraten? Kurz ins Standesamt, B-Ausweis und gut ist?
    • pun 13.12.2017 15:10
      Highlight Highlight Wenn ich mich nicht täusche dürfen abgewiesene AsylbewerberInnen nicht mehr heiraten nach der vorletzten Asylgesetzrevision. Widerspricht zwar dem Menschenrecht auf Familie, aber schau dir nur mal die Kommentare hier an, dem geifernden Wutbürgertum ist das alles egal, Hauptsache der schwarze Mann ist zurück in Afrika...
    • zoink 13.12.2017 15:53
      Highlight Highlight Ich sehe niemanden jubeln das er ausgewiesen wurde, nur versteht niemand weshalb die Schweiz verantwortlich sein sollte.
    • Hugo Wottaupott 13.12.2017 16:42
      Highlight Highlight Ich denke die Schweizer Frauheit wäre sowieso viel ausgeglichener und ruhiger wenn sie sich einen Zweitmann aus Afrika leisten würde. Das wäre für alle besser.
  • Chääschueche 13.12.2017 13:10
    Highlight Highlight Frage: Wann kam der Herr in die Schweiz?

    Wie es scheint ist er ja dort geboren und aufgewachsen und sollte die Risiken kennen. Oder irre ich mich?

    Falls nicht, frage ich mich, wieso sich der Staat um einen Erwachsenen Mann kümmern muss?

    Das ganze istnatürlich tragisch aber Selbstverantwortung sollte auch sein.
    • AntiCapitalism 13.12.2017 14:24
      Highlight Highlight Selbstverantwortung bei einem mann der ausgeschafft wird?
    • Chääschueche 13.12.2017 16:49
      Highlight Highlight @Johnny
      JA!

So schwer ist es für Asylsuchende ein Bankkonto zu eröffnen

Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen stellen sich am Bankschalter hohe Hürden in den Weg. Bei einzelnen Banken sind sie gar nicht willkommen. Dies unter anderem aus Angst vor nachrichtenlosen Vermögen.

«Eröffnen Sie Ihr Konto, wo immer Sie wollen.» Der Vorgang könne bequem von zu Hause aus erledigt werden und dauere nur zehn Minuten. So wirbt eine Schweizer Bank um Neukunden.

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