Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Deutschpflicht auf dem Pausenplatz: Regierungsrat pfeift Egerkinger Gemeindepräsidentin zurück

Philipp Felber / Oltner Tagblatt



Johanna Bartholdi (Bild: az)

Johanna Bartholdi, Gemeindepräsidentin von Egerkingen.
Bild: az medien

Der Solothurner Regierungsrat hat entschieden. Die Deutschpflicht wie sie der Gemeinderat von Egerkingen gerne auf dem Schulareal während der Schulzeiten eingeführt hätte, ist nicht rechtens. Mit dieser Massnahme war Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi in die Schlagzeilen geraten.

Somit unterstützt er mit dem Entscheid die Aufsichtsbeschwerde von Franzsika Roth (SP). Dies vor allem mit folgender Begründung: «Auch wenn man vorliegend von einem leichten Eingriff in das Grundrecht der Sprachenfreiheit ausgehen wollte, darf eine Behörde einen solchen Eingriff nicht eigenmächtig – d.h. ausserhalb jeder abstützenden Norm – vornehmen.»

«Ich habe Angst, dass unsere Gesellschaft auseinanderdriftet» (3.Februar 2016)

Schau dir die wichtigsten Momente aus der Sendung «TalkTäglich» mit der Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi im Video oben an. Oder die ganze Sendung im Video unten. Video: © Tele M1

Zudem sollen Grundrechte weder dem Gutdünken noch spontanen Einfällen und auch nicht der Willkür nur einer Behörde ausgesetzt sein, fährt der Regierungsrat weiter. Damit sei klar, dass es an einer genügenden Rechtsgrundlage zur Einschränkung der Sprachenfreiheit mangle. Die Anordnung des Gemeinderats sei damit aufzuheben.  

Verhältnismässig oder nicht?

Es gäbe aber durchaus die Möglichkeit eine solche Sprachenregelung in der Schulordnung zu verankern. Dies hat der Gemeinderat bis jetzt nicht vorgesehen. So wird die Deutschpflicht nur in den Ausführungsbestimmungen zur Schulordnung geregelt. Rechtlich sind das zwei Paar Schuhe.

Doch selbst wenn der Gemeinderat dies nun ins Auge fassen würde und eine Deutschpflicht in der Schulordnung verankern möchte, müsse geklärt werden, ob eine solche Einschränkung im öffentlichen Interesse liege und verhältnismässig sei.

Keine Bestrafung durch Deutschkurse

Dafür könnten pädagogische Überlegungen angeführt werden, um das öffentliche Interesse zu begründen. «Es sind pädagogische und integrative Gründe als öffentliches Interesse für die Einschränkung der Sprachfreiheit denkbar», schreibt der Regierungsrat.

Bereits zurückgetreten ist der Gemeinderat von Egerkingen in den letzten Ausführungsbestimmungen vom 10. Februar von der Idee als Bestrafung Deutschkurse einzuführen. Dies geschah in einer zweiten Lesung des Gemeinderates. Dabei ist auch die Formulierung zur Deutschpflicht bereits abgeschwächt worden.

Handyentzug darf nicht länger als einen Tag dauern

Auch in der Frage des Handyentzugs stützt der Regierungsrat Franziska Roth. So ist zwar der Entzug des Handys als erste Disziplinarmassnahme möglich, dies aber nur bis zum Ende des Schultags.

In den Ausführungsbestimmungen zur Schulordnung ist jedoch bei einem Wiederholungsfall von einem 24-stündigen Entzug beziehungsweise einer Konfiszierung von einer Woche die Rede. Dies müsse laut Regierungsrat ersatzlos gestrichen werden, weil es nicht verhältnismässig ist und in keinem Verhältnis zum öffentlichen Interesse steht.

  (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Die Geschichte zu diesem Foto mit Pogba ist wirklich unglaublich lustig

Link zum Artikel

Dieser Bündner Lokführer hat wohl gerade den besten Job der Welt

Link zum Artikel

«Der grösste Fehlentscheid der NFL-Geschichte» – und natürlich wieder Brady

Link zum Artikel

9 simple WhatsApp-Kniffe, die nicht jeder kennt

Link zum Artikel

Vor 50 Jahren: Als der Traum von der Schweizer Atombombe platzte

Link zum Artikel

Von frierenden Möpsen und fliegenden Vibratoren: Eine kleine Abrechnung mit Hollywood

Link zum Artikel

«Ken ist nur ihr schmuckes Anhängsel»: Soziologin über Geburtstagskind Barbie

Link zum Artikel

«Steigende Mieten!» – «Nur noch Beton!»: Das Streitgespräch zur Zersiedelungs-Initiative

Link zum Artikel

Ist die #10YearChallenge gefährlich? Die Fakten zum Internet-Phänomen

Link zum Artikel

Hunderte Millionen geklaute Zugangsdaten im Netz – so prüfst du, ob du gehackt wurdest

Link zum Artikel

3 Punkte: Wie Kritiker über den Reichen-Report motzen – und was davon zu halten ist

Link zum Artikel

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

30
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hackphresse 08.07.2016 00:09
    Highlight Highlight Wie wärs eigentlich mit Dolmetschern? Die kann man auf dem Pausenplatz verteilen 😂👍🏼
  • Herbert Anneler 07.07.2016 17:59
    Highlight Highlight Etascherli, Bregg, Potschamber, Fisimatenten, Orange, Zwetschge, Velo, Kanon, Computer, Paraplii, Baby, Bébé, Happy Birthday, See you later, alligator... Wenige Beispiele von Tausenden von Begriffen und Redewendungen, die als Fremdwörter in unseren Sprachgebrauch eingegangen sind. Wo wäre auf dem Pausenplatz die Grenze zu ziehen? Eine gerechte Durchsetzung ist unmöglich, das Tor für Rassismus weit offen. Die Egerkinger Behörden sind nun vor ihrer eigenen Dummheit bewahrt worden - zum Glück.
    • Money Matter 07.07.2016 21:04
      Highlight Highlight Denke gleich wie du darüber. Weiss aber was sie ändern wollten. Habe auch schon die Erfahrung gemacht, das ich das gefühl hatte, neben mir wurde in einer sprache über mich geredet, die ich nicht verstehe. Ist eine unangenehme situatio. Da müssen sie eine andere lösung finden. Im besten fall regelt sich von alleine, das heisst die kinder bringens selbst auf die reihe, unangenehme situation zu vermeiden.
  • Der Beukelark 07.07.2016 17:02
    Highlight Highlight Dort hinten am Horizont sehe ich sie kommen, die SVP-Initiativen...
    • Fabio74 07.07.2016 17:04
      Highlight Highlight weil mam demokratische Entscheidungen nicht akzeptieren will und statt den ordentlichen Weg übers Parlament geht, lieber die Verfassung zumüllt mit solchem Schrott
  • E7#9 07.07.2016 16:55
    Highlight Highlight Dort wo ich arbeite steht es in der Schulordnung. Ich unterrichte u.a. eine Schulklasse mit 8 Kosovar(inn)en, einem Serben, einem Mazedonier und einer Schweizerin. Es ist echt schwierig zu handhaben, dass die drei "nicht-Kosovas" nicht ständig ausgegrenzt werden. Das ist kein Vorwurf an die Kosovar(inn)en, es ist ganz natürlich, dass bei Jugendlichen solch ausgrenzende Situationen entstehen. Bei einer solchen Überzahl jeder anderen Nation würde wohl dasselbe passieren. Die Sprachenregelung hilft da immerhin ein bisschen.
    • Gaspadin 08.07.2016 00:35
      Highlight Highlight Bei einem solch dominanten Anteil von Albanischsprechenden, ist es klar, dass diese untereinander lieber und leichter albanisch sprechen. Das läst sich nicht so leicht verbieten. Und die einzige Schweizer Schülerin wird wohl kaum der ganzen Klasse, bloss während den Pausen, Hochdeutsch (vertraute Fremdsprache) und Schweizerdeutsch (Muttersprache) beibringen können. Eher lernt sie leidlich albanisch und ein paar Brocken serbisch und mazedonisch.
      Der Fehler liegt in der vorliegenden Sprachenverteilung innerhalb der Klasse.
  • Sigmund Freud 07.07.2016 16:49
    Highlight Highlight Sehe ich das richtig, dass Schüler deren Muttersprache deutsch ist, bestraft werden sollen, weil sie in der Pause Franz / Englisch-Wörtli lernen ?
  • Rafi Hazera 07.07.2016 16:15
    Highlight Highlight Robert Redford hat sich echt verändert.
  • pamayer 07.07.2016 16:13
    Highlight Highlight Supergut, dass der regierungsrat den Schulbehörden auf die Finger klopft. In der pause soll man reden dürfen, wie einem der Schnabel gewachsen ist.


    Ps
    Beim erlernen einer zweitsprache kann man in der zweitsprache das niveau der erstsprache nicht toppen. Will heißen: Wortschatz und grammatik der erstsprache von migrantInnen sind ausschlaggebend für das erlernen der deutschen Sprache.
    Mehr als Muttersprache gibt's woanders nicht.
    • FrancoL 07.07.2016 16:56
      Highlight Highlight Ich frage male ganz einfach: Hast Du das erfunden oder gibt es Studien dazu.
      Ich kann nun kaum sagen dass eine oder einer aus meiner Umgebung die Muttersprache besser beherrscht als die Zweitsprache, in unserem Fall also Deutsch.
      Ich glaube kaum dass Deine These da zu stützen ist, allerhöchstens wenn jemand in mittlerem oder vorgerückten Alter die Zweitsprache erlernt, das ist aber eher weniger der Fall.
    • Stachanowist 07.07.2016 17:31
      Highlight Highlight Ich spreche fliessend serbisch und russisch. Wenn ich dann mit Secondos/as mit Eltern aus den entsprechenden Sprachregionen rede, bin ich oft sehr überrascht, wie viele Fehler sie machen - dies obwohl viele von ihnen die ersten sechs Jahre ihres Lebens nichts anderes gesprochen haben.

      Die gleichen Leute schreiben fehlerfrei Hochdeutsch und reden Dialekt wie die besten Ureinwohner.

      Habe echt Zweifel an deiner Aussage. Da kann mich auch keine Studie überzeugen, sorry.
    • pamayer 08.07.2016 11:36
      Highlight Highlight Arbeite seit megr als 20 jahren v.a. mit migrantenkindern, lange ausschliesslisch integrationsklassen für jene, die soeben in die schweiz gekommen.
      Mir wurde damals gesagt, aufgrund einer studie (ev von nodari selbst, ev nur von nodari zitiert ) dass eben eine Fremdsprache die Muttersprache nicht toppen könne.
      Bekam diese Theorie oft in der praxis bestätigt.

      Eine Freundin meiner Frau wanderte nach Australien aus. Als sie Jahre später telefonierten, fand die Freundin die deutschen Begriffe nicht mehr oder nur mit Mühe. Sie verwendete englische Wörter.
      Dies widerspricht der anderen studie.

  • maxi 07.07.2016 16:11
    Highlight Highlight Wo würde man den hinkommen, wenn man deutsch sprechen müsste? Fördert sicherlich die integration...
  • kEINKOmmEnTAR 07.07.2016 16:03
    Highlight Highlight Wieso soll es nicht verhältnismässig sein das Handy eine Woche einzuziehen? Es ist nichts das man _braucht_, es ist ein reiner Luxusartikel.

    Oder sagen mir Eltern etwas anderes?
    • pamayer 07.07.2016 16:36
      Highlight Highlight Rechtlich nicht haltbar.
    • Gaspadin 07.07.2016 16:51
      Highlight Highlight Es gibt das Recht auf Eigentum. Es gibt das Menschenrecht auf Information. Es gibt das Sorgerecht der Eltern. Und es gibt bornierte Lehrer, die lächerlicherweise meinen, mit illegalen Konfiszierungen ihre Schüler disziplinieren zu müssen.
      Ich als Vater würde den Lehrer wegen Diebstahl anzeigen, wenn er mir mein Handy, das ich meinem Kind wegen unerlässlichem Koordinationsbedarf ausgeliehen habe, nicht noch am selben Abend zu mir nach Hause bringen würde.
    • kEINKOmmEnTAR 07.07.2016 17:29
      Highlight Highlight Offenbar bin ich also in der Minderheit wenn ich der Meinung bin dass Lehrer griffige Möglichkeiten haben sollten um Schüler/innen zum Mitmachen zwingen zu können, schön das zu wissen.

      @Gaspadin:
      Vätern wie dir würde ich ja am liebsten gehörig die Lewitten lesen!
      Ich kann es absolut nicht verstehen was so dringlich ist dass man es Abends beim Essen nicht besprechen kann.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Normi 07.07.2016 15:59
    Highlight Highlight Ich als Ausländer würde einer Deutsch/Italienisch/Französisch-Pflicht je nach Sprachregion doch sehr begrüssen.

    Hilft allen weil beim spielen lernt man am besten

Patientin stirbt an Lebensmittelvergiftung im Unispital Lausanne – wegen Morcheln?

Im Universitätsspital Lausanne wurden am letzten Donnerstag zwei Patienten mit Lebensmittelvergiftungen behandelt, eine Patientin starb am Freitagmorgen. Möglicher Auslöser sind laut watson-Informationen Morcheln. Eine Untersuchung läuft. 

Im Universitätsspital Lausanne (CHUV) wurden am Donnerstag 17. Januar zwei Patienten mit schweren lebensmittelbedingten Magen-Darm-Entzündungen behandelt. Eine der Patientinnen starb am darauffolgenden Freitagmorgen an einem Herz-Kreislauf-Stillstand. watson liegt ein entsprechendes internes E-Mail vor. Als mögliche Ursache für die Entzündungen werden darin Morcheln genannt. 

Der Waadtländer Kantonsarzt Karim Boubaker hatte das Pflegepersonal mehrerer Spitäler der …

Artikel lesen
Link zum Artikel