Schweiz
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Villa Hohenbühl

Die Villa Hohenbühl oberhalb der Kantonsschule Stadelhofen. Bild: Roland fischer/zvg

Gymischüler wollen ihre Villa behalten und wehren sich gegen «bitchende» Stadt

Seit vierzig Jahren gehörten die Räume der Villa Hohenbühl zu den Unterrichtszimmern der Kantonsschule Stadelhofen. Weil jetzt die Miete erhöht wird, müssen die Schüler ausziehen. Diese denken nicht daran und wehren sich gegen den Entscheid der Stadt.



«Es gaht drum, dass de Kanton und d'Stadt sich wie immer ahbitched und mier jetzt die sind, wo drunder münd liide.» Diesen Satz schreibt ein Gymischüler der Kantonsschule Stadelhofen auf Facebook. Im Post verlinkt ist eine Petition, die sich an den Stadtrat der Grünen, Daniel Leupi, richtet. «Retten Sie die Villa Hohenbühl als Schulhaus der Kantonsschule Stadelhofen», heisst sie. Damit beginnt der Widerstand der Gymischüler gegen den Rauswurf aus dem beliebtesten Klassenzimmer der Kantonsschule Stadelhofen. Auf den sozialen Medien ruft die Schülerschaft dazu auf, die Petition zahlreich zu unterschreiben.

Die Vorgeschichte: Die Villa Hohenbühl steht oberhalb der Kantonsschule Stadelhofen in Zürich, zwischen dem Pfauen und dem Kreuzplatz. 1887 im Stil der Neurenaissance erbaut, war die Villa das Heim einer Kaufmanssfamilie. Rund sechzig Jahre später wurde sie an die Stadt verkauft. Diese vermietete das Haus an die benachbarte Töchterschule, die spätere Kantonsschule Stadelhofen, weiter. Schulräume wurden eingerichtet. In den herrschaftlichen Villenräumen wurde in den letzten vierzig Jahren Bildnerisches Gestalten unterrichtet. Wie kleine Künstler durften sich die Gymischüler dort fühlen. Inspiriert von den kalten dicken Mauern, unter der prächtigen Kuppel den Pinsel schwingend, neben einem Garten, in dem Quittenbäume wuchsen.

Villa Hohenbühl

Blick vom Garten auf die Villa Hohenbühl. Bild: roland fischer/zvg

Seit Ende 2016 ist aber klar: Damit ist bald Schluss. Das Gymnasium muss aus der Villa raus. Weil die Stadt die Miete erhöht, wird es für die Schule zu teuer. Bis Ende Juli 2019 müssen die Gymischüler ausziehen. 

Der Mieterhöhung vorausgegangen war ein zwei Jahre andauerndes Schlichtungsverfahren zwischen der Stadt und dem Kanton. Noch im April 2008 einigte man sich auf einen Mietzins von 156'000 Franken im Jahr. Doch dann wurden Renovationsarbeiten nötig. Die Stadt wollte diesen Arbeiten aber nur zustimmen, wenn sich die Kantonsschule im Gegenzug bereit erklärt, in Zukunft einen kostendeckenden Mietzins zu bezahlen. Der Streit begann. 

Zuletzt beschloss die Stadt den Mietzins auf künftig 558'000 Franken zu erhöhen. Dies sei ein kostendeckender Preis. Der Kanton focht die Erhöhung an. In einem aussergerichtlichen Vergleich konnte man sich auf eine Miete von 350'000 Franken im Jahr bis Ende Juli 2019 einigen. Danach ist Schluss.

Das «Rumgebitche», wie es der Gymischüler der Kanti Stadelhofen in seinem Facebook-Post schreibt, bezieht sich auf diesen Streit zwischen Kanton und Stadt. Er erhält viel Zuspruch. Am Donnerstagmorgen haben bereits 1330 Personen die Petition unterschrieben, die sich gegen das Ende des Mietverhältnis der Villa wehrt. 

Initiiert wurde die Petition von Florentina Walser. Sie ist die Präsidentin der Schüler Organisation (SOV) der Kanti Stadelhofen. «Wir verlieren ein wichtiges Schulgebäude, das hat schwerwiegende Konsequenzen für das Klima unserer Schule», schreibt sie in der Petition. 

Sollte der Widerstand der Schülerschaft wirkungslos bleiben, ist unklar, was künftig mit der Villa Hohenbühl geschehen wird. Noch ist keine nachfolgende Mieterschaft gefunden worden.

Schüler demonstrieren gegen Sparmassnahmen in der Bildung

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Video: srf

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