Schweiz
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Bedroht, bespuckt und geschlagen – So erleben Frauen Partygewalt

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Vier junge Frauen erzählen von Gewalt im Ausgang. 



Die Schweiz, ein gefährliches Pflaster? In Genf schockierte kürzlich eine brutale Attacke auf fünf Frauen die Bevölkerung: Eine Gruppe von Männern prügelte die Frauen spitalreif und schlug dabei noch auf die Opfer ein, als diese schon am Boden lagen. 

Neue Zahlen der Schweizerischen Unfallstatistik zeigen nun: Gewalt an jungen Frauen nimmt zu. Zwischen 1995 und 2016 hat sich die Anzahl Fälle verdreifacht, berichtet die «Sonntagszeitung». Besonders im öffentlichen Raum, etwa im Ausgang, kann es brenzlig für Frauen werden. 

Doch welche Geschichten stecken hinter diesen Zahlen? Wie erleben die Frauen die Vorfälle? watson lässt hier vier Betroffene zu Wort kommen.

Elena, 28

«Es passierte vor einigen Jahren, aber die Erinnerung daran lässt mich noch heute schaudern: Ich war knapp 18 und nach einer durchzechten Partynacht im Berner Mittelland mit Freundinnen auf dem Weg nach Hause. Als wir beim Bahnhof auf unseren Zug warteten, sprach mich ein viel älterer, stark alkoholisierter Mann an. Ich wies ihn ab. Da fing er an mich zu beleidigen. Als ich mich umdrehte, um ihn zu ignorieren, eskalierte die Situation: Er versuchte mir eine Ohrfeige zu knallen. Ich schaffte es, ihm auszuweichen und drehte mich um, wollte nur noch weg. Da spuckte mir der Typ auf den Rücken und schubste mich mit voller Stärke. Ich hatte Angst, dass er mir folgen und möglicherweise dasselbe nochmals näher an den Gleisen tun würde. Zum Glück liess er aber von mir ab und ich und meine Freundinnen liefen sofort auf die andere Seite des Bahnhofs. Was mich schockierte: Mehrere Passanten haben den Vorfall mitgekriegt. Eingegriffen hat aber niemand.»

Melissa, 26

«Ich stritt mich vor ein paar Monaten mit einem Bekannten an einer Homeparty über ein politisches Thema. Irgendwann, als ich eine sarkastische Bemerkung fallen liess, packte er meinen Arm, drehte ihn mir grob auf den Rücken und zischte mir ins Ohr: ‹Ich warne dich: Hör auf damit.› Es passierte so schnell und ich war so baff, dass ich gar nichts entgegnete. Er liess von mir ab und wir sind uns seither zum Glück nie mehr über den Weg gelaufen.»

Céline, 28

«Ich stand mit Freunden vor einem Club in der Westschweiz, als wir mit einer Gruppe Männern ins Gespräch kamen. Wir hatten alle zu viel getrunken und eine Zeit lang war es wirklich lustig. Plötzlich fing aber einer der Männer an, mich blöd anzubaggern. Dann spürte ich seine Hand auf meinen Po. ‹Du Hurensohn, berühr mich nicht›, war meine betrunkene Reaktion. Das konnte er scheinbar nicht auf sich sitzen lassen und pfefferte mir eine Ohrfeige mit den Worten: ‹So spricht keine Frau mit mir.› Zum Glück reagierten meine Freunde sofort und schubsten ihn energisch weg, einer meiner Kollegen ohrfeigte ihn daraufhin zurück.»

Tina, 27

«Vor ein paar Monaten war ich in einem Club an der Zürcher Langstrasse und merkte plötzlich, dass mein Armband verschwunden war. Das Schmuckstück bedeutet mir sehr viel, es war ein Geschenk. Deshalb suchte ich sofort überall danach, drückte mich durch die Menge zurück an den Ort, wo ich kurze Zeit vorher getanzt hatte. Dort standen inzwischen drei Frauen. Ich bückte mich und suchte neben ihnen den Boden ab. Irgendwann riss mich eine der Frauen so stark an den Haaren hoch, das es schmerzte, schubste mich und schrie ‹Hau ab du blöde Kuh, ist nicht mein Problem, wenn du was suchst.›»

*Namen von der Redaktion geändert.  

Bist auch du im öffentlichen Raum schon tätlich angegangen worden? Schreib uns auf redaktion@watson.ch und erzähle uns dein Erlebnis. Deine Anonymität wird gewährleistet.

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Video: srf

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