Schweiz
Solothurn

Ramiswil: Schweizer Tierschutz kritisiert Versteigerung der Pferde

«Zu Spottpreisen»: Schweizer Tierschutz kritisiert Versteigerung der Ramiswiler Pferde

27.11.2025, 14:5027.11.2025, 14:50

Der Schweizer Tierschutz stösst sich an der Versteigerung der Ramiswiler Pferde vom Mittwoch in Bern. Man habe den Solothurner Behörden vor der Auktion angeboten, überzählige Pferde aufzufangen. Nun seien viele «zu Spottpreisen» verkauft worden.

Die Haflinger Stute Fruehlingszauber und ihr Fohlen Spaghetti werden den Interessenten praesentiert, bei einer Pferde-Auktion des Amtes fuer Landwirtschaft des Kantons Solothurn, am Mittwoch, 26. Nove ...
Die Haflinger Stute Frühlingszauber und ihr Fohlen Spaghetti werden den Interessenten in Schönbühl präsentiert. Bild: KEYSTONE

Für die Beschlagnahmung, die Unterbringung und den Verkauf der Pferde ist der Veterinärdienst des Kantons Solothurn zuständig.

Der Schweizer Tierschutz hat laut Mitteilung vom Donnerstag den Solothurner Behörden angeboten, Pferde, die nicht zum vorgesehenen Mindestpreis verkauft werden könne, in einer geeigneten Auffangstation aufzunehmen.

Die Freiberger Stute Zendaya de Marbot wird praesentiert, bei einer Pferde-Auktion des Amtes fuer Landwirtschaft des Kantons Solothurn, am Mittwoch, 26. November 2025, in Schoenbuehl. Ueber 30 Pferde  ...
Die Freiberger Stute Zendaya de Marbot wird bei der Pferde-Auktion in Schönbühl präsentiert.Bild: KEYSTONE

Nun seien wohl viele Tiere zu Spottpreisen an professionelle Pferdehändler verkauft worden, wo der schnelle Profit durch Weiterverkauf – auch an Schlachthöfe – vor dem langfristigen Tierwohl stehe. Nach der Tötung von 120 Hunden im selben Tierschutzfall in Ramiswil werfe dies weitere kritische Fragen zum Vorgehen der Behörden auf.

Bei der Pferdeversteigerung am Mittwoch brauchte es drei Runden, bis alle Tiere neue Halter gefunden hatten. In den beiden letzten Runden gab es jeweils Preisnachlässe.

Der Vorsteher des Solothurner Landwirtschaftsamts, Felix Schibli, betonte am Mittwoch, den Behörden sei wichtig, dass die Tiere an Orte kämen, an denen das Tierwohl gesichert sei. Die Bieterinnen und Bieter hätten dies vor der Auktion belegen müssen.

Weiter führte Schibli aus, dass die Verkaufspreise der Ramiswiler Pferde am Mittwoch «massiv über den Schlachtpreisen» lagen. Damit bestehe die Gewähr, dass die Pferde an ihren neuen Orten auch eine Zukunft hätten.

Der Kanton Solothurn löste aus der Auktion rund 54'000 Franken. Diese Summe dürfte die Verfahrenskosten des Tierschutzfalls nicht decken, bilanzierten die Solothurner Behörden. (sda)

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26 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lai Nair
27.11.2025 14:56registriert Dezember 2016
die Nachfrage bestimmt den Preis und nicht irgend eine Organisation
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haraS
27.11.2025 15:34registriert Januar 2023
Diese Pferde können nicht an Schlachthöfe verkauft werden. Pferde welche als "Haustiere" gehalten werden, werden so deklariert und davon gibt es kein Zurück. Diese könne andere und mehr Medikamente erhalten, wodurch sie nicht mehr zum Verzehr geeignet sind.
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Mosaik_der_Kulturen
27.11.2025 15:21registriert November 2025
Es ist nicht Aufgabe des Steuerzahlers, den Rösslern ihr Hobby zu finanzieren. Andere Pferde werden geschlachtet und verwertet, wo ist da der Unterschied? Wenn die Tiere dem Tierschutz ja so wichtig sind, hätte er sie ja aufkaufen können.
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