Schweiz
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Schweizer Touristen wollen nicht zahlen: Ferien-Hunde werden am Flughafen eingeschläfert

Bild: pixabay

51 Hunde und Katzen aus dem Ausland wurden dieses Jahr am Flughafen Zürich beschlagnahmt, weil ihre neuen Halter sich nicht genügend über die Einfuhrbestimmungen informiert haben – das sind mehr als noch vergangenes Jahr. Zeigen sich die Neu-Halter dann auch noch geizig, müssen dies manche Tiere mit ihrem Leben bezahlen.



Verguckt man sich in den Sommerferien in einen streunenden Hund oder ein verwahrlostes Büsi, sollte man sich zweimal überlegen, das Tier aufzunehmen. Denn die Einfuhr in die Schweiz kann dramatisch enden. 

Die Zollstelle Zürich-Flughafen hat in diesem Jahr bereits 45 Hunde und sechs Katzen wegen mangelnder Bewilligungen bei ihrer Einreise beschlagnahmt und dem Grenztierarzt übergeben – das sind knapp 20 Tiere mehr als letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt. 

Wird ein Tier bei der Einfuhr beschlagnahmt, liegt es am Grenztierarzt, über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Möglicherweise muss das Tier in Quarantäne oder es sind Untersuchungen oder die Rückführung ins Heimatland nötig. Die dafür entstehenden Kosten gehen zu Lasten der Tierhalter. Das Problem: Gewisse Neu-Halter sind nicht bereit, dafür aufzukommen. Damit fällen sie in manchen Fällen das Todesurteil ihres vierbeinigen Begleiters. 

Miroslaw Ritschard, stellvertretender Leiter der Zollstelle Zürich-Flughafen, erklärt: «Ist das neue Herrchen oder Frauchen nicht bereit, die Kosten für die nötigen Abklärungen oder ein eventuelles Rückflugticket ins Herkunftsland zu übernehmen, entscheidet das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, was mit dem Tier passiert. Eine Massnahme kann sein, dass das Tier eingeschläfert wird.» 

Die Zollstelle erwartet in den kommenden Monaten eine erhöhte Anzahl von aus dem Ausland eingeführten Tieren, welche die Bedingungen für eine Einfuhr in die Schweiz nicht erfüllen: «Die Hochsaison mit den Sommer- und Herbstferien kommt ja erst» sagt Ritschard. 

Stefan Kunfermann, Sprecher beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, bestätigt: «In wenigen Fällen nimmt die Tierliebe schnell ein Ende, sollte das Portemonnaie zu sehr belastet werden.» Dass Tiere aus dem Ausland euthanasiert werden, komme deshalb auch vor.

Wie viele Tiere noch am Flughafen eingeschläfert werden wird in keiner Statistik konkret erhoben. Gemäss dem Jahresbericht des Grenztierärztlichen Dienstes 2015 mussten letztes Jahr aber insgesamt 22 Tiere «zum Schutz der Schweizer Tierpopulation definitiv zurückgewiesen werden». Diese Zahl beinhaltet sowohl Rückführungen ins Heimatland wie das Einschläfern der Tiere.  

8 Studien über Katzen

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Video: watson

Verantwortung der Halter gefragt

Helen Sandmeier, Sprecherin Schweizer Tierschutz STS, kritisiert Touristen scharf, die aus den Ferien ein lebendiges «Mitbringsel» in die Schweiz bringen: «Man ist kein echter Tierliebhaber, wenn man ein Hund oder ein Büsi aus dem Ausland hierher bringt, sich vorher aber nicht über die Regeln informiert.»

«Das ist himmeltraurig.»

Tierschützerin Helene Sandmeier über die Besitzer, die ihr Tier einschläfern lassen, um ihr Portemonnaie zu schonen.

Dass die Tiere wegen dem fehlendem Wissen und dem Geiz ihrer Herrchen eingeschläfert werde, sei «himmeltraurig». Um solche Szenarien zu verhindern, plädiert sie – wenn nicht anders möglich – für eine Übernahme der Kosten durch die Veterinärbehörden.

Regeln einfach auffindbar

Welche Regeln in der Schweiz in Bezug auf die Einführung von Tieren aus dem Ausland gelten, könnte eigentlich relativ einfach auf der Internetseite des BLV überprüft werden.

So müssen die Tiere beispielsweise einen Antikörpertest absolvieren, und ein EU-anerkanntes Labor muss nachweisen, dass die sie gegen Tollwut geimpft sind. Tiere aus der EU brauchen zudem einen Heimtierpass und müssen mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Ausserdem ist die Einfuhr von kupierten Hunden verboten. 

Die Hunde-Wohlfühl-Slideshow

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    Alle Leser-Kommentare
  • Denk-mal 19.07.2017 18:21
    Highlight Highlight Der Hund ist des Menschen bester Freund, hiess es und die Katze der beste Therapeut. Wohl vorbei. Warum kaufen sich die Leute nicht ein Sony - Roböterchen aus Japan? Roboter-Hunde bekommen bereits Friedhöfe in Japan:-)
  • WilliMu 19.07.2017 16:23
    Highlight Highlight Ich würde eher diesen sogenannten Tierliebhabern die Dauerbrause zur Vollnarkose aufsetzen.
  • öpfeli 19.07.2017 10:52
    Highlight Highlight Es gibt fast in jedem Land Organisationen für Strassentiere. Lieber man bringt Futter, Decken etc. zu den Organisationen oder gibt eine Spende für Kastrationen (was das A und O ist bei Streunern), Parasitenbehandlung oder sonst Medis.

    Ein Streuner in die Schweiz zu nehmen ist eine Aufgabe für die Zukunft. Mit viel Aufwand, Geduld und Geld verbunden. Jedes Tier hat das verdient, keine Frage. Die Frage ist, ob der Tierhalter das mitmacht.

    Wlan gibt es nun auch fast überall, also Organisation suchen und vor Ort helfen. <3
    • jellyshoot 20.07.2017 06:36
      Highlight Highlight sehe ich genau so.
      die leute sind dann auch jene, welche bis maximal zur nächsten strassenecke, eher nur zum nächsten laternenpfahl gassi gehen ...

      und wenn man dann im nächsten jahr in die ferien fahren will, hat man dann so ein ding zu hause auf das niemand aufpasst und dann landen die tiere in den heimen.

      :(
  • Damon 19.07.2017 09:07
    Highlight Highlight Kann man da nicht eine spenden Aktion machen? Ich würde gerne was spenden, damit die Tiere ärztlich Versorgt werden und anschliessend an anständige Menschen vermittelt werden können.

    Das sind einfach nur herzlose, grausame Menschen. Den Tieren geht es schon schlecht genug, die brauchen nicht noch mehr elend und solche ******* von Menschen!
    • öpfeli 19.07.2017 10:53
      Highlight Highlight spende doch an Organisationen die sich für Streuner einsetzen. Je mehr Geld da ist für Kastrationen, desto weniger Streuner wird es geben. :-)
  • w800 18.07.2017 22:09
    Highlight Highlight Mein şelpe einschläfern würde lieber selber sterben jeder rappen ist er mir wert!
    Benutzer Bild
    • Pinkes Einhorn 18.07.2017 22:35
      Highlight Highlight Tötet es bevor es Eier legt!
      Nein kleiner Scherz am Rande. Mit zur Hässlichkeit soll belohnt werden mit vielen Daumen hoch :)
    • w800 18.07.2017 23:46
      Highlight Highlight Hässlich sind diejenige die nicht zahlen....
    • Theor 19.07.2017 07:23
      Highlight Highlight Ich find den kleinen süss. Tiere können gar nicht hässlich sein, die Eigenschaft steht nur Menschen zu, denn nur sie teilen Leben überhaupt in eine solche abstruse Kategorie ein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • x4253 18.07.2017 20:06
    Highlight Highlight Das traurigste daran ist, dass die kein einziger Hund so gerettet wird, sondern ein geradezu perverses Geschäftsgebaren gefördert wird.
    Betrüger haben längst entdeckt, dass man einfältigen Touristen mit herzerweichenden Geschichten über die armen Tiere welche eingeschläfert werden müssen wenn sie kein Zuhause finden, das Geld sowas von schnell aus der Tasche ziehen kann. Die Hunde werden unter widrigen Bedingungen gezüchtet und gehalten. Bevor sie alt werden, tötet man sie dann (Draht, Elektroschock).

    Animal shelter scam/pet rescue scam, für die, die es interessiert.
  • Baba 18.07.2017 18:52
    Highlight Highlight Anstatt kopf- und planlos ein ach so herziges Büsi/Hundeli wasauchimmer aus den Ferien in die Schweiz zu bringen, unterstützt man besser vor Ort Tierschutzorganisationen, die sich um Strassenhunde, streunende Katzen etc. kümmern. Die auch Kastrationsaktionen durchführen und damit dafür sorgen, dass sich diese armen Seelen nicht auch noch unkontrolliert vermehren. Der selbständige Import in die Schweiz dürfte wohl wirklich die schlechteste Lösung sein - vor allem, wenn einem dann plötzlich das eigene Portemonnaie näher ist, als die mitgebrachte Fellnase :(
  • Caturix 18.07.2017 18:44
    Highlight Highlight An der Grenze einfach beschlagnamen und zurüchführen ins Heimatland auf ihre Kosten, und das immer. Wer nicht bezahlen will muss und bekommt noch eine Busse.
    • Pana 18.07.2017 19:08
      Highlight Highlight Du willst Strassenhunde ausschaffen lassen? :D
    • kadric 18.07.2017 19:38
      Highlight Highlight Es sollte scho bussen geben wenn man überhaupt tiere vom ausland in die schweiz holen will. Die schweizer tierheime platzen aus allen nähten. Meiner meinung nach sollte man erst diese berücksichtigen.
  • derEchteElch 18.07.2017 17:49
    Highlight Highlight Alle unsere Hunde kommen aus Ungarn und waren Strassenhunde. Diesen Tieren sollte man eine Chance geben, bevor man bei Züchtern irgendwelche Tiere holt. Sie sind korrekt eingeführt, gechipt, haben alle nötigen Impfungen. Man muss sich damit eben auseinandersetzen!

    Trotz dass wir ehem. Strassenhunde haben sind diese loyaler, anständiger und besser erzogen als jeder andere Hund, welcher in der Basel herumläuft. Unsere Hunde kennt man auch im Quartier beim Namen. Man kann mit ihnen ohne Leine durch die Stadt laufen.

    Hundeerziehung geht eben über den Übungsplatz mit dem Parcour hinaus..
    • Blitzmagnet 18.07.2017 18:10
      Highlight Highlight Alles richtig bis auf "jeder andere Hund in Basel".
      Reiner Hochmut.
    • Entenmann 18.07.2017 18:11
      Highlight Highlight Aha, Sie sind offenbar ein toller Hunderzieher - und zudem noch so bescheiden. Dafür hätten Sie einen Pokal verdient.
    • chrisdea 18.07.2017 18:12
      Highlight Highlight Was sind das für vollpfosten die hier blitzen...
      Wie dem auch sei, zum Artikel: Tiere niemals selber importieren. Es gibt genug seriöse Tierschutzorganisationen die Transport und vet. Formalitäten abwickeln, dann gibt es auch keine Überraschungen bei der Ankunft.
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