DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Knapp 1600 Hooligans in der Schweiz registriert – 360 Mal hat's geklöpft



Ein Basler Chaot rennt davon, nachdem er eine Ladung Traenengas von der Polizei ins Gesicht bekommen hat, nachdem Basler Chaoten das Fussballfeld stuermten nach dem Siegestreffer des FCZ im  Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem FC Zuerich am Samstag, 13. Mai 2006, im Basler St. Jakob Park in Basel. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

An 360 Sportanlässen kam es in der Schweiz zu Gewaltausbrüchen. Bild: KEYSTONE

In der Schweiz sind derzeit knapp 1600 gewaltbereite Fussball- und Eishockeyfans aktenkundig, praktisch gleich viele wie noch vor einem Jahr. Rückläufig ist hingegen die Zahl der geltenden Stadion- und Rayonverbote.

Ende Juli 2017 waren in der Hooligan-Datenbank des Bundes noch 754 Personen erfasst, die mit gültigen Massnahmen aus dem Umfeld von Sportveranstaltungen verbannt sind. Das sind 57 weniger als ein Jahr zuvor, wie die neuesten Zahlen des Bundesamtes für Polizei (FEDPOL) zeigen.

Randalierende und gewalttätige Fans bleiben nach Ablauf der letzten Massnahmen noch drei Jahre registriert. Gesamthaft umfasste das HOOGAN-System am 31. Juli dieses Jahres 1592 Personen, darunter 16 Frauen. Auf dem bisherigen Höchststand im Juli 2016 waren es total 1593, im Januar dieses Jahres 1580 Personen.

Drei Viertel der in der Datenbank registrierten Personen haben einen Bezug zum Fussball, ein Viertel wird dem Umfeld des Eishockeys zugerechnet. Über 40 Prozent der Täter sind zwischen 19 und 24 Jahre jung, knapp ein Drittel gehört zur Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen.

Mehr Gewalt gegen Beamte

Landfriedensbruch ist nach wie vor das häufigste Delikt, das einen Eintrag in HOOGAN nach sich zieht. Unter diesen Tatbestand fällt die Teilnahme an einer «öffentlichen Zusammenrottung», bei der es zu Gewalttätigkeiten kommt. Aktuell ist das bei 568 aktiven Massnahmen der Fall.

An zweiter Stelle folgen Verstösse gegen das Sprengstoffgesetz mit 340 Massnahmen. Tendenziell immer mehr Sanktionen werden wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte ausgesprochen. Mit 308 aktiven Massnahmen erscheint dieser Tatbestand fast doppelt so häufig als noch im Juli 2015 (168).

Für die Bekämpfung der Fangewalt sind grundsätzlich Städte und Kantone zuständig. Die Kantone haben sich 2007 im Hooligan-Konkordat zusammengeschlossen. Das FEDPOL unterstützt sie seither mit dem Informationssystem HOOGAN. Darin werden Daten über Personen aufgenommen, die sich an Sportveranstaltungen im In- und Ausland gewalttätig verhalten haben und gegen die eine Massnahme verhängt wurde.

360 Mal Randale pro Jahr

Jährlich publiziert das FEDPOL zudem eine Liste der gewalttätigen Ereignisse bei Sportanlässen. Demnach waren 2016 rund 360 Matches von Zwischenfällen betroffen, was dem Durchschnitt der vier Vorjahre entspricht. Zwei Drittel der Ereignisse fanden im Umfeld von Fussballspielen statt, ein Drittel bei Eishockeyspielen.

In den allermeisten Fällen handelte es sich um das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen. Dazu kamen gewaltsame Konfrontationen zwischen Fangruppen, Angriffe auf Polizisten und Sicherheitskräfte, Sachbeschädigungen und weitere Delikte. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Die Auferstehung des FC Basel und 5 weitere Erkenntnisse zur Super League

Der FC Basel und der FC Zürich feiern einen gelungenen Saisonstart. Meister YB liegt dagegen zurück und sucht noch nach seiner Balance. In Sion dominieren bereits Peinlichkeiten, derweil in St.Gallen ein neues Juwel heranwächst. Lesen Sie unsere Erkenntnisse aus dem zweiten Super-League-Wochenende der Saison.

Die Frage ist einfach, die Antwort schwierig: Wann hat man in Basel letztmals über schönen und erfolgreichen Fussball diskutieren dürfen? Die Wirren in der Führung, das Chaos auf dem …

Artikel lesen
Link zum Artikel