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Alkohol am Steuer: 33 Menschen starben 2024 bei Unfällen in der Schweiz

Unfall Kanton Zug
Bilder, die niemand sehen will.Bild: zuger polizei

Alkohol am Steuer: Zahl der Unfälle steigt an – diese Kantone sind besonders betroffen

11.12.2025, 10:5511.12.2025, 14:07

In der Schweiz ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. 33 Menschen starben 2024 bei alkoholbedingten Verkehrsunfällen – ein Plus von 32 Prozent gegenüber 2023, wie der Touring Club Schweiz (TCS) in einer Medienmitteilung schreibt.

Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen, die mit neun tödlichen Unfällen am häufigsten vertreten ist. Auch Menschen zwischen 50 und 59 Jahren und jüngere Fahrer sind überdurchschnittlich häufig betroffen.

Gemäss TCS sind die regionalen Unterschiede aber gross: So verzeichnete der Kanton Glarus mit 1,43 die höchste Rate an schweren alkoholbedingten Unfällen pro 10'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Uri folgt mit 1,05 schweren Unfällen, ein Anstieg gegenüber 0,54 im Jahr 2023. Diese Veränderungen lassen sich jedoch durch die geringe Bevölkerungszahl in diesen Kantonen erklären, bei der ein zusätzlicher Unfall die Statistik stark beeinflusst.

In absoluten Zahlen ist der Kanton Genf weiterhin unrühmlicher Spitzenreiter. 52 schwere, alkoholbedingte Unfälle wurden dort im letzten Jahr verzeichnet. In einzelnen Kantonen wie den beiden Appenzell wurde dagegen kein einziger schwerer Unfall registriert.

Bei den tödlichen Unfällen unter Alkoholeinfluss weist der Kanton Waadt mit fünf die höchste Zahl aus. Es folgen Tessin mit vier tödlichen Unfällen sowie das Wallis und Zürich mit jeweils drei Unfällen mit Todesfolge. Insgesamt verzeichneten 16 Kantone im Jahr 2024 mindestens einen tödlichen alkoholbedingten Unfall, sieben mehr als 2023, als nur neun Kantone betroffen waren.

«Wer trinkt, fährt nicht»

Mit Blick auf die bevorstehenden Festtage ruft der grösste Mobilitätsclub der Schweiz alle Verkehrsteilnehmenden dazu auf, verantwortungsvoll zu handeln. «Wer trinkt, fährt nicht» sei nicht nur ein Slogan, sondern Lebensrettung in der Praxis, betont der Leiter der Verkehrssicherheit beim TCS. Als Alternative zur gefährlichen Heimfahrt unter Alkoholeinfluss werden unter anderem öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrdienste wie Nez Rouge empfohlen.

Alkohol beeinträchtigt nachweislich das Reaktions- und Wahrnehmungsvermögen und erhöht somit das Risiko für schwere Unfälle. In der Schweiz gilt für Autofahrerinnen und Autofahrer ein Grenzwert von 0,5 Promille; für Neulenker und bestimmte Berufsgruppen sogar ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.

Schweizer konsumieren viele alkoholfreie Alternativgetränke
In der Schweiz und Österreich werden im Vergleich zum Rest von Europa viel mehr alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke konsumiert. Der bewusstere Alkoholkonsum gewinnt in diesen beiden Ländern laut einer Studie des Marktforschers NIQ zunehmend an Bedeutung.

Die Schweiz und Österreich zählen demnach weltweit zu den führenden Märkten für alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke, wie NIQ am Donnerstag mitteilte. Mit 22 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten greifen überdurchschnittlich viele Menschen regelmässig zu Alkohol-Alternativen.

Damit liegen die beiden Länder deutlich über dem globalen Durchschnitt von 16 Prozent sowie über dem Schnitt von 14 Prozent in Westeuropa. Getrieben sei der Trend besonders von den jüngeren Konsumenten, heisst es weiter. (sda)
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116 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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sheimers
11.12.2025 12:04registriert April 2014
Da passen ja die zusätzlichen Subventionen für Weinbauern wie die Faust aufs Auge.
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Magnum
11.12.2025 12:13registriert Februar 2015
So vermeidbar.
So verantwortungslos.
Blaufahrer gefährden auch Dritte.
Die Antwort lautet: Nez Rouge.
Oder Karre stehen lassen.
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Mandalayon
11.12.2025 12:23registriert Februar 2018
Die kantonale Statistik sagt wenig bis gar nichts aus, dafür sind die Zahlen schlicht zu klein. Hätten bspw. AI oder AR nur schon einen einzigen Unfall in der Statistik, sie wären mit 6 und 1,8 pro 100'000 Einwohner auf den Plätzen 1 und 2. Ohne sind sie ganz unten, mit einem einzigen schon ganz oben.
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