Schweiz
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Aus aktuellem Anlass: Christoph Blochers unsterbliche Liebe für die Hitlerkeule in drei Videos



SVP-Chefstratege Christoph Blocher hadert offenbar mit der DSI-Niederlage. In einem aktuellen Interview mit der «Zürichsee-Zeitung» beklagt er sich über die Medienberichterstattung im Vorfeld der Abstimmung – und greift zu einem problematischen Vergleich:

«Der Kampf gegen die SVP vonseiten der Staatsmedien und von ‹Blick› bis zur NZZ hat mich in ihrer ­Radikalität an die Methoden der Nationalsozialisten den Juden gegenüber erinnert.»

Christoph Blocher

«Leider werden solcherlei Vergleiche, die die nationalsozialistische Judenverfolgung banalisieren, immer wieder geäussert», sagt Jonathan Kreutner, Generalsekretär beim Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund, zu Blick Online. Das zeuge von keinem grossen Geschichtsverständnis.

Es ist beileibe nicht der erste solche Fall.

2013 verglich Blocher seinen Kampf gegen den «schleichenden EU-Beitritt» mit der Verteidigung der Schweiz im 2. Weltkrieg:

«In der Nazi-Zeit hatten wir einen äusseren Feind, jetzt haben wir einen inneren. Wenn man das macht, was der Bundesrat vorhat, müssen wir die Schweiz aufgeben.»

Christoph Blocher

video: srf

2011 bezichtigte Blocher den damaligen luxemburgischen Premierminister und Vorsitzenden der Euro-Gruppe (und heutigen Präsidenten der Europäischen Kommission) Jean-Claude Juncker der Nazi-Rhetorik, weil dieser die Schweiz in einem Interview mit «Die Zeit» als «geostrategisches Unding» und weissen Fleck auf der europäischen Landkarte bezeichnet hatte:

«So hat der Hitler geredet. Die Schweiz, das freche Stachelschwein, und dergleichen.»

Christoph Blocher

2009 warf Blocher nach verlorener Abstimmung über die Personenfreizügigkeit den Befürwortern vor, die Bevölkerung manipuliert zu haben:

«Nehmen Sie die diktatorischen Strömungen – Drittes Reich: Natürlich, wenn alle hinstehen und Hitler zujubeln, gewinnen sie immer. Aber die anderen hätten sie gebraucht.»

Christoph Blocher

Das letzte Wort gehört der französischen Sprachwissenschaftlerin Marie-Hélène Pérennec, die Nazi-Vergleiche untersucht hat:

«Inzwischen haben sich die Menschen an diese Beschimpfungen gewöhnt und beachten sie kaum noch. Was zur Normalität wird, verliert das Skandalöse. Es sieht so aus, als ob Nazi-Vergleiche zum Ritual bzw. zur Folklore in der Politik geworden sind. (...) Diese Entwicklung hat aber schwerwiegende Konsequenzen, unter denen die Verharmlosung der Verbrechen der Nazis als erste auffällt.»

Marie-Hélène Pérennec quelle: Nazi-Vergleiche im heutigen politischen Diskurs. Von den Gefahren falscher Analogien.

Auch immer wieder interessant in diesem Zusammenhang:
Der Führer zum Selberbasteln: Adolf Hitler und Photoshop sind eine idiotensichere Kombination

Bild

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