Schweiz
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Neu ist, dass die Gefahr nicht mehr «importiert» wird: Die dschihadistischen Milieus bestünden aus Menschen, die in der Schweiz aufgewachsen seien. Bild: KEYSTONE

Die Schweiz sei ein Nährboden für Dschihadisten, sagt ein Experte – und Brennpunkt ist Genf



In der Schweiz beginnt sich gemäss dem Genfer Terrorexperten Jean-Paul Rouiller ein Nährboden für den Dschihad zu entwickeln. Die lokalen Brennpunkte der Milieus gingen von Genf nach Lausanne und von Biel nach Zürich.

Das Neue daran sei, dass die Gefahr nicht mehr «importiert», sondern von innen her entstanden sei, sagte Rouiller in einem Interview in der «Tribune de Genève» von Mittwoch. Die dschihadistischen Milieus bestünden aus Menschen, die in der Schweiz aufgewachsen seien.

Junge verurteilte Menschen würden nicht zwanzig Jahre im Gefängnis bleiben – und einige von ihnen sähen keine Perspektive. Wenn diese Menschen aus dem Gefängnis entlassen werden, werde die Schweiz in eine Dynamik geraten, wie sie andere Länder bereits erlebt hätten.

Zentrale Akteure in der Schweiz

Bislang sei die Schweiz als Schweif des Kometen betrachtet worden, weil die Akteure die Schweiz nur passiert hätten. Das beginne sich nun zu ändern. Es gäbe in der Schweiz zentrale dschihadistische Akteure, die Beziehungen im Ausland hätten. Dadurch bekäme die Schweiz eine andere Bedeutung.

Während der Bund von 88 Personen spricht, die die Schweiz verliessen und in Kampfzonen gereist sind, schätzt der Experte die Zahl auf 100. Das Netzwerk rundherum umfasst jedoch weit mehr Personen, wie Rouiller im Interview vorrechnet: Wenn man davon ausgehe, dass jeder Dschihad-Reisende auf 5 bis 10 Personen aus seinem privaten Umfeld zählen kann, die ihn finanziell oder logistisch unterstützen, können bis zu 1000 Personen mehr oder weniger in der Schweiz in den Dschihad involviert sein.

Polizei-Razzia in der An'Nur-Moschee in Winterthur, am Mittwoch, 2. November 2016. 
Am fruehen Mittwochmorgen hat die Kantonspolizei Zürich zusammen mit der Stadtpolizei Winterthur die An'Nur-Moschee in Winterthur durchsucht. Es handelt sich um den

Auch die mittlerweile geschlossene An'Nur-Moschee in Winterthur gilt als ein Hotspot der Schweizer Islamisten-Szene. Bild: KEYSTONE

Am Freitag und Samstag wurden in der Waadt drei mutmassliche Terroristen verhaftet. Bei einem Grosseinsatz in Aubonne wurden ein Mann und eine Frau auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums festgenommen. Auch die dritte Person wurde in der Waadt verhaftet, die Bundesanwaltschaft machte jedoch keine Angaben zum Ort. Sie hätten gemäss der Waadtländer Staatsanwaltschaft «relativ schnell zur Tat schreiten» können.

Bereits vergangene Woche war in Meyrin im Kanton Genf eine Person unter Terrorverdacht verhaftet worden. Diese Aktion stand gemäss André Marty, Mediensprecher der Bundesanwaltschaft, nicht im Zusammenhang mit den Verhaftungen vom Wochenende. (sda)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maragia 28.06.2017 12:04
    Highlight Highlight Ach was neee, das kann doch nicht sein, versprechen uns die Linken doch immer!
    • dorfne 28.06.2017 13:06
      Highlight Highlight Sie haben Recht. Ich bin auch eine Linke, aber ich weigere mich aus ideologischen Gründen die Augen vor dem zu verschliessen, was nun mal ist. Aber ich seh natürlich auch die Ursachen des Islamistischen Terrors, und das wollen dann die Rechtsbürgerlichen ihrerseits nicht wahrhaben.
    • G. Nötzli 28.06.2017 13:22
      Highlight Highlight Was sind denn Ihrer Meinung nach die Ursachen?
      Und wie würden sie diese bekämpfen bzw. lösen?
    • Bene86 28.06.2017 13:54
      Highlight Highlight Ich weiss schon was kommt. Weil der "Westen"....

      Ist denn der "Westen" auch daran schuld, dass sich in den arab. Ländern die Sunniten und Shiiten seit mehreren 100 Jahren die Rübe blutig hauen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Theor 28.06.2017 11:17
    Highlight Highlight Mit Verlaub, dass ist doch an den Haaren herbeigezogener Firlefanz. Da hat man offensichtlich in Waadt drei Leute wegen begründetem Terrorverdacht festgenommen. Soviel ist Fakt.

    Und nun kommt ein publizitätsloser "Experte" und sieht die Stunde des Ruhmes geschlagen und Rechnet mal vor: "Wenn wir von der völlig haltlosen und spekulativen, aber dramaturgisch anmutenden Idee ausgehen, dass jeder Dschihadist zehn Unterstützer hat, dann leben in der Schweiz statt 100 tatsächlich 1000 Terrorsympathisanten!"

    Unterlegt das noch mit ein paar mehr Ausrufezeichen und fertig ist der gequirlte Mist.

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