DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Rund 500000 männliche Küken werden pro Jahr in der Schweiz kurz nach ihrer Geburt getötet. © Franck Prevel

Jährlich werden in der Schweiz 500'000 Bibeli geschreddert – die Krux mit männlichen Küken

Jährlich werden in der Schweiz 500'000 Küken geschreddert, weil sie das falsche Geschlecht haben. Um dem ein Ende zu setzen, wird intensiv an Methoden gearbeitet, um das Geschlecht des Kükens bereits im Ei zu erkennen. Doch das zieht sich hin.

Philipp Felber / az Aargauer Zeitung



Alternativen, bei denen männliche Küken gemästet und als Poulets verkauft werden, sind bisher nur Nischenprodukte. Ein Franken mehr zahlt bei Coop, wer mit einem guten Gewissen Eier kaufen will. Ein 6er-Pack Bio-Eier kostet Fr. 4.95, Eier von sogenannten Zweitnutzungshühnern kosten Fr. 5.95.

Diese Hühner haben einen Vorteil. Sie können zur Ei- und zur Fleischproduktion genutzt werden. Die männlichen Küken müssen also nicht getötet werden, weil sie später zu Fleisch verarbeitet werden können. Das klappt bei normalen Rassen nicht, die entweder nur zur Fleischproduktion oder nur zur Eierproduktion gezüchtet werden. Die männlichen Geschwister der Legehennen müssen deshalb sterben.

Schattenseite der Oster-Tradition

Video: watson

Der Nachteil der Zweinutzungshühner-Rassen: Sie sind weniger produktiv beim Eierlegen und kleiner als normale Masthühner für Pouletfleisch. Das wiederum macht die Produkte teurer. «Es sind zwei Paar Schuhe, bei einer Umfrage anzugeben, man sei bereit, für das Tierwohl mehr zu zahlen und es dann auch tatsächlich zu tun», sagt Lukas Inderfurth von Biosuisse.

Der Aufschrei in der Bevölkerung ist jedes Mal gross, wenn es ums Kükenschreddern geht, trotzdem sind Zweinutzungshühner ein Nischenprodukt. «Der ökonomische Aspekt ist einer der Gründe, warum die Alternativen zum Kükenschreddern nur im kleinen Rahmen erfolgreich sind», sagt Inderfurth zur «Nordwestschweiz». Doch zumindest hätten die Konsumenten schon heute die Wahl.

Aldi mit neuem Angebot

Seit 2014 verkauft Coop Produkte von Zweinutzungshühnern. Man sei mit dem Absatz zufrieden, heisst es von der Coop-Medienstelle. Die Eier seien in rund 90 Coop-Supermärkten im Verkauf. Zum Vergleich: Coop bewirtschaftet momentan über 870 Supermärkte. Das Fleisch sei punktuell verfügbar. Ein Nischenprodukt also.

Das hält Aldi nicht davon ab, ebenfalls auf eine ähnliche Methode zu setzen. So können Konsumenten ab heute in der Ostschweiz und im Raum Zürich Eier aus dem Programm «Henne& Hahn» kaufen. Dabei wird pro verkauftes Ei ein Hahn, der sonst kurz nach der Geburt getötet würde, aufgezogen und gemästet. Die Eier und das Fleisch des Masthahns werden dafür teurer verkauft. Migros setzt auf ein ähnliches Programm wie Aldi. Doch bediene man damit nur eine Nische, heisst es bei Migros. Eine nachhaltige Lösung sei dies nicht.

Weil das Geschäft mit den Alternativen schleppend verläuft, setzt man in der Branche auf eine andere Methode, um das Kükenschreddern zu verhindern. Noch in diesem Jahr soll es möglich sein, das Geschlecht der Küken bereits im Ei zu bestimmen, um dann die männlichen Eier zu verkaufen. Dies sagte Friedrich-Otto Ripke, Chef des deutschen Zentralverbands der Geflügelwirtschaft, in einem Interview mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung».

In der Schweiz ist man jedoch skeptisch, ob die Verfahren bereits in diesem Jahr kommen werden. Bio Suisse verkündete im Mai 2016, dass bis 2019 dem Kükenschreddern in der Schweiz ein Ende gesetzt werden soll. «Noch ist offen, ob das Ziel bis 2019 realistisch umzusetzen ist», relativiert Lukas Inderfurth. Bei den Produzenten seien noch zu viele Fragen unbeantwortet. «Zudem sind Verfahren zur Geschlechtsbestimmung schon vielfach versprochen worden, Realität sind sie aber bis heute nicht.» (aargauerzeitung.ch)

Entenmama vs. Möwe: Eine Küken-Rettung in 12 Bildern

1 / 14
Entenmama vs. Möwe: Eine Küken-Rettung in 12 Bildern
quelle: catersnews
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Mäzen Wyss ebnet Weg für 80-Millionen-Neubau des Kunstmuseums Bern

Bern soll ein modernes Museum in einer attraktiven Umgebung erhalten. Bis Ende dieses Jahrzehnts soll ein 80 Millionen Franken teurer Ersatzneubau entstehen, und die Umgebung soll aufgewertet werden. Im Idealfall entsteht eine «Kulturmeile» im Herzen der Stadt.

Die Stiftung Kunstmuseum Bern und die Berner Stadtregierung haben entsprechende Grundsatzbeschlüsse für die weitere Planung gefällt. Das gaben sie am Montag vor den Medien bekannt.

Das Kunstmuseum braucht mehr Platz, und der Anbau aus den …

Artikel lesen
Link zum Artikel