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Unwetter in der Schweiz: Das rät dir der Meteorologe fürs Wochenende

Hohes Unwetterrisiko: «Von Fahrten in den Süden ist abzuraten»

Am Wochenende soll das Unwetterrisiko in der Schweiz wieder stark ansteigen. Im Süden sowie im Kanton Graubünden könnte es wieder zu starken Überschwemmungen kommen und auch der Bodenseepegel soll wieder ansteigen.
05.07.2024, 21:34
Linda Hans / fm1 today
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«Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber Stand heute wird dieses Wochenende sehr, sehr heikel», sagt Klaus Marquardt, Meteorologe von Meteonews. Nach einem sonnigen und trockenen Freitag soll sich die Wetterlage ab Samstagmittag wieder deutlich verschlechtern.

Samstagmittag kommen die ersten Gewitter

Wenn man dieses Wochenende noch etwas im Freien unternehmen will, dann sollte man es laut dem Meteorologen am Samstagmorgen tun: «Ab dem Mittag oder frühen Nachmittag kommen von Westen her die ersten Gewitter auf die Ostschweiz zu – vor allem Richtung Bodensee.»

Two women cross a temporary footbridge as the Lake Untersee, the western part of Lake Bodensee overflows its banks, in Berlingen, Switzerland, on Tuesday, June 11, 2024. On Tuesday, the federal govern ...
Der hohe Pegel des Bodensees führt zu Überschwemmungen wie hier in Berlingen.Bild: keystone

Im Verlauf des Nachmittags verlagern sich die Schauer immer weiter Richtung Süden, dabei kann es gehörig schütten. In der Nacht auf Sonntag kommt eine erneue Kaltfront. Diese bringt weitere Regengüsse: «Je weiter Richtung Graubünden, desto stärker und häufiger werden die Niederschläge.»

Autobahn A13 dürfte wieder gefährdet sein

Problematisch daran ist, dass es aktuell viel loses Material in Bachbetten und Flüssen gibt. Gemäss Marquard verträgt die Situation eigentlich jetzt schon nichts mehr und trotzdem kommt nochmals solch ein Hammer: «Es wird sehr heikel. Unter Umständen reisst es die Autobahn A13 auch wieder weg.»

epa11438895 An aerial view of the A13 construction site after the storm in Lostallo, southern Switzerland, 26 June 2024. Massive thunderstorms and rainfall led to a flooding situation with large-scale ...
Gerade wieder eröffnet, bereits wieder in Gefahr: Der Abschnitt der A13 bei Lostallo. Bild: keystone

Das Problem sei nicht Dauerregen, sondern die hohen Niederschlagsintensitäten. Das heisst, es regnet zwar nicht das ganze Wochenende durch, sondern es kommen immer wieder sehr starke Niederschläge.

Hohe Niederschlagsintensivität

Der Schwerpunkt sei im Vergleich zum letzten Wochenende etwas östlicher. Somit wird nicht nur das Gebiet vom Vorderrhein betroffen sein, sondern das ganze Einzugsgebiet des Rheins. «Wie viel Niederschlag es dann wo gibt, ist immer etwas schwierig zu sagen mit konvektiv durchsetzten Starkniederschlägen.»

Es sieht auf jeden Fall danach aus, als würde der Rhein stark ansteigen. Dadurch wird sich auch der Bodenseepegel wieder anheben – wenn's ganz blöd läuft, dann könnte er wieder den diesjährigen Höchststand erreichen.

Trotz Ferienbeginn solltest du nicht in den Süden fahren

«Im Detail ist es schwer zu sagen, wie es laufen wird, weil die Situation höchst dynamisch ist. Aber der Fokus liegt sicher im Süden mit neuen Schäden und Problemen.» Wenn es so kommt, wie die Wettermodelle vorhersagen, dann seien weitere Schäden an der Infrastruktur wahrscheinlich und Verkehrsprobleme quasi programmiert.

Deshalb sollte man gemäss Marquardt dieses Wochenende auf keinen Fall Richtung Süden fahren: «Der Süden ist zu vermeiden und vor Fahrten in den Süden ist abzuraten. Das ist, als würde man in Hells Kitchen reinfahren.» (fm1today.ch)

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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mooncat
05.07.2024 23:05registriert Dezember 2015
Wieso nur denke ich, dass wohl nur ein kleiner Teil Vernunft zeigt und mit der Fahrt in den Süden zuwartet?
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Demetria
05.07.2024 21:41registriert März 2020
Also irgendwie ist es schon krass. Ich glaube zwischen Winterthur und Schaffhausen hat es jetzt eigentlich ein halbes Jahr permanent geschüttet.
Inzwischen ist es echt surreal. Jetzt kann wirklich niemand mehr sagen die Klimakrise gäbs nicht.
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