DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Hui, ist das luftig: Sturmtief «Vaia» fegt teils mit Orkanstärke durch die Schweiz



Das Orkantief «Vaia» hat der Schweiz eine unruhige Nacht beschert. Schäden gab es vor allem im Tessin. Bäume stürzten um, und einige Verkehrsverbindungen waren gesperrt. Über Verletzte gab es keine Meldungen.

In den Bergen wurden am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag verbreitet Orkanböen registriert, wie der Wetterdienst Meteonews am Vormittag mitteilte. Auf dem Gütsch im Gotthard-Gebiet blies die stärkste Böe mit 213 Stundenkilometern (km/h).

Bis 370 Liter Niederschläge

Mit 181 km/h auf dem Piz Martegnas oberhalb von Savognin GR und 166 km/h auf dem Ostschweizer Säntis wurden ebenfalls schwere Orkanböen registriert. In Elm GL wurde mit 130 km/h der zweithöchste Böen-Wert seit Messbeginn 1997 registriert. Mit 128 km/h wurde auch in Lugano der zweithöchste seit 1981 gemessene Wert erreicht.

Seit Freitag und bis Dienstagmorgen fielen teils grosse Regenmengen. Meteonews errechnete für das Simplongebiet, das Tessin und Teile von Graubünden Summen von 150 bis 300 Liter Regen Niederschlag pro Quadratmeter.

Die aktuellen Windwarnungen von Meteo Schweiz

Bild

3 = erhebliche Gefahr, 2 = mässige Gefahr Quelle: meteoschweiz.ch

In Robiei TI wurden 370 Liter pro Quadratmeter registriert. Im auf 1500 Metern gelegenen Bergdorf Bosco/Gurin fielen in den vergangenen Tagen 40 Zentimeter Schnee. Im Südkanton schwollen Bäche und Flüsse in kurzer Zeit stark an. Gleiches war am Langensee zu beobachten.

Auch Sturmwinde hinterliessen im Tessin Spuren. In Giubiasco bei Bellinzona wurde ein Teil des Daches eines Firmengebäudes weggerissen, wie die Polizei mitteilte. Teile trafen ein Nachbargebäude und einen fahrenden Zug. Verletzt wurde niemand.

Störungen im Bahnverkehr

Am Dienstagmorgen wurde in Chiasso ein Wohnblock evakuiert, der in Renovation ist. Der Wind habe das Baugerüst gefährlich schwanken lassen, begründete die Polizei die Massnahme. Ausserdem wurden im Tessin verschiedene Strassen vorübergehend gesperrt, wegen kleinerer Erdrutsche oder umgestürzter Bäume.

Die Züge der Centovalli-Bahn zwischen Domodossola (I) und Locarno verkehrten nur auf der Schweizer Strecke von Locarno nach Camedo. Ein umgestürzter Baum hatte am Montagabend auf dem italienischen Streckenabschnitt die Stromzufuhr unterbrochen.

Verkehrsbehinderungen gab es auch in Graubünden. Die Berninalinie der Rhätischen Bahn (RhB) war seit Dienstagmorgen wegen des Unwetters unterbrochen. Zwischen St. Moritz und Poschiavo sowie zwischen Poschiavo und Tirano (I) wurden zunächst Busse eingesetzt. Allerdings wurde der Busbetrieb über den Berninapass später aus Sicherheitsgründen eingestellt, wie die RhB mitteilte.

Wallis hebt Warnung auf

Im Kanton Wallis, wo die Behörden eine Unwetterwarnung ausgegeben hatten, gab es keine grösseren Schäden, wie die Kantonspolizei am Dienstag mitteilte. Die Regenmengen seien kleiner gewesen als prognostiziert. Am Simplon und im Binntal wurden statt der erwarteten 250 Liter pro Quadratmeter nur 150 Liter registriert.

Windböen von bis zu 150 km/h richteten in Wäldern der Regionen Mund und Bettmeralp Schäden an. Im Gebiet von Mund riss der Wind zwei Hausdächer weg. Die aus Sicherheitsgründen gesperrte Simplonstrasse wurde am Vormittag wieder geöffnet; die Zufahrt ins Saastal sollte nach Reinigungsarbeiten am Nachmittag wieder freigegeben werden.

Brandgefahr gesunken

Im Kanton St. Gallen mussten die Feuerwehren wegen des Sturms in der Nacht 16-mal ausrücken. Im Toggenburg, im Rheintal, aber auch in der Region See und Gaster stürzten Bäume um. Bis am Dienstagmorgen seien der St. Galler Polizei wegen des Sturms keine grösseren Schäden gemeldet worden, sagte ein Polizeisprecher gegenüber Keystone-SDA.

Die gute Seite der starken Regenfälle ist, dass in etlichen Gebieten die seit Monaten bestehenden Warnungen vor Waldbrandgefahr aufgehoben werden konnten. Die Behörden in Graubünden zum Beispiel meldeten, dass das seit dem 11. Juli geltende Feuerverbot im Wald und in der Nähe von Wäldern aufgehoben werde. (sda)

So begrüsst der Winter die Schweiz

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Hochwassersituation entspannt sich weiter – Pegel sinken, wenn auch teilweise nur langsam

Die Hochwassersituation in der Schweiz entspannt sich weiter. Auch am Dienstag sanken die Pegel überall, wenn auch teilweise nur langsam. Und auch wenn das Wetter dazu einlädt - die Behörden warnen vor dem Baden im trüben, aufgewühlten und mit Ästen vermengten Wasser.

Der Pegel des Vierwaldstättersees sank bis zum späteren Dienstagnachmittag auf 434.64 Meter. Damit lag er 30 Zentimeter tiefer als in der Nacht auf Samstag, als das Hochwasser sein Maximum erreicht hatte.

Aber auch wenn sich die …

Artikel lesen
Link zum Artikel