Schweiz
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Lawinenniedergang in Crans-Montana fordert vier Verletzte, weitere Vermisste befürchtet



Bei einem Lawinenabgang im Skigebiet von Crans-Montana im Unterwallis sind mindestens vier Menschen verletzt worden. Davon schwebte eine Person in Lebensgefahr, drei weitere wurden leicht verletzt. Die Polizei geht noch von vermissten Personen aus.

Augenzeugen hätten berichtet, es könnten weitere Menschen unter den Schneemassen begraben sein, sagte der Kommandant der Kantonspolizei Wallis, Christian Varone, an einer Medienkonferenz am Dienstagabend. Die Rettungskräfte würden deshalb weiter nach möglichen Opfern suchen, auch während der Nacht.

Im Einsatz standen knapp 250 Rettungskräfte von Polizei, Rettungskolonnen und Armee. Weiter befanden sich acht Helikopter und zwölf Lawinenhunde vor Ort.

840 Meter lang und 100 Meter breit

Die Schneemassen hatten sich gegen 14.15 Uhr an einem Hang in der Region La Plaine Morte gelöst, dem höchstgelegenen Bereich des Skigebiets Crans-Montana. Die Piste Kandahar wurde dabei auf einer Länge von etwa 400 Metern verschüttet. Insgesamt hatte der Lawinenkegel mit einer Länge von 840 Metern, einer Breite von 100 Metern und einer Höhe von mehreren Metern ein gewaltiges Ausmass.

Es sei sofort Alarm ausgelöst worden und die ersten Einsatzkräfte seien schnell am Einsatzort eingetroffen, sagte Philippe Magistretti, Dirkotor der Bergbahnen von Crans-Montana.

Die Walliser Justiz leitete eine Untersuchung zu den Ursachen und Umständen des Lawinenabgangs ein. Grundsätzlich gäbe es zwei Möglichkeiten: Entweder hätten Schneesportler oberhalb der gesicherten Skipiste die Lawine ausgelöst oder diese sei spontan abgegangen, sagte Bezirksanwältin Catherine Seppey.

Experte geht von Gleitschneelawine aus

In der Region bei Crans-Montana galt am Dienstag eine mässige Lawinengefahr. Das ist die zweittiefste von fünf Gefahrenstufen.

Gesichert sei bisher zwar noch nichts, doch er gehe von einer Gleitschneelawine aus, erklärte Thomas Stucki, Leiter Lawinenwarndienst beim Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Gleitschneelawinen seien dieser Tage nichts Aussergewöhnliches, sie seien jeden Tag ein Thema. Und weil derzeit viel Schnee liege, könnten diese Lawinen auch entsprechend grösser ausfallen.

Unfälle mit Opfern auf offenen Pisten seien allerdings «extrem selten», betonte Stucki. In den vergangenen zehn Jahren habe es genau einen solchen Unfall mit einem Todesopfer gegeben. Eine absolute Sicherheit gebe es in den Bergen nicht.

Dass sich eine Lawine löste, könnte auf die Sonneneinstrahlung zurückgeführt werden. Wegen der Sonne und der tageszeitlichen Erwärmung seien an sehr steilen, besonnten Hängen unterhalb von rund 2500 Metern Nass- und Gleitschneelawinen zu erwarten, schrieb das WSL - Schnee- und Lawinenforschungsinstitut SLF am Montagabend in seinem Lawinenbulletin.

Kaum Einfluss auf Damen-Weltcuprennen

Zudem seien in der mittleren Schicht der Schneedecke im Wallis teils kantig aufgebaute, weiche Schwachschichten vorhanden. Diese seien insbesondere an eher schneearmen Schattenhängen und im Bereich der Waldgrenze «vereinzelt störanfällig», schrieb das SLF weiter.

Auf die am kommenden Wochenende angesetzten Skiweltcuprennen der Damen in Crans-Montana sollte der Lawinenniedergang keinen Einfluss haben, hiess es beim Internationalen Skiverband (FIS) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Lawine sei doch recht weit entfernt vom Renngebiet niedergegangen. (leo/whr/sda)

Aktuelle Polizeibilder

Drohne soll Lawinenopfer schneller orten

Video: srf

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Phö 19.02.2019 18:04
    Highlight Highlight Kenne das Gebiet sehr gut die Stelle liegt auf etwa 2000 Meter. Definitiv eine Nassschneelawine bei den Momentanen Temparaturen in dieser Höhe. Nassschneelawine werden jedoch nicht durch Geräusche ausgelöst sprich die Armeejets werden diese kaum ausgelöst haben. Interessant wäre das Anrissgebiet zu sehen. Leider werden sich solche Vorfälle aufgrund des Klimawandels in Zukunft wohl häufen. Kann mich nicht an einen Februar erinnern mit so hohen Temperaturen in den Bergen. Viel Glück allen Verschütteten und Helfer!
  • Seraohara 19.02.2019 17:08
    Highlight Highlight Oh shit!! Viel glück aune betroffne u häufer!!!
  • MeinSenf 19.02.2019 16:48
    Highlight Highlight Naja, sind in der gleichen Zeit ein paar Armeeflieger mit Überschall herumgeflogen. Hat paar mal ordentlich geknallt. Zusammenhang?
    • nickmiller 19.02.2019 17:23
      Highlight Highlight Es kann durchaus sein, dass ein Überschallknall eine Lawine auslösen kann. Aber jetzt schon Vermutungen anzustellen, ist wohl ein bisschen zu weit gegriffe.
    • Bündn0r 19.02.2019 17:40
      Highlight Highlight Ja, der Schnee ist wohl erschrocken und ausgerutscht...
      Interessant für was gewisse Personen die Armee verantwortlich machen wollen.
    • Militia 19.02.2019 17:51
      Highlight Highlight Respekt, war sicher nicht einfach hier noch einen Grund zu finden der Armee den schwarzen Peter anzuhängen. Oder zu viele James Bond Filme?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Snowy 19.02.2019 16:46
    Highlight Highlight Nasschneelawine mit gewaltigem Ausmass, welche sich in einem Couloir (wo unglücklicherweise die Piste durchlief) kanalisieren konnte.

    Das sieht gar nicht gut aus.

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