Schweiz
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ARCHIVBILD ZUR MELDUNG, DASS DAS AKW LEIBSTADT UNTER AUFLAGEN WIEDER ANS NETZ DARF --- Das Atomkraftwerk Leibstadt, aufgenommen am Samstag, 28. Mai 2011. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Das ENSI fordert, dass die Sicherheitskultur im AKW Leibstadt nachhaltig verbessert werden muss. Bild: KEYSTONE

Im AKW Leibstadt gab es «eine Reihe von Vorfällen wegen menschlichen Fehlverhaltens»



Ein Mitarbeiter des Atomkraftwerkes Leibstadt hat entgegen behördlicher Vorgaben und betrieblicher Instruktionen seit 2016 an drei Neutronendosisleistungsmessgeräten keine Funktionstests mehr durchgeführt. Er wurde freigestellt.

Dieses Fehlverhalten habe keine Gefährdung von Mensch und Umwelt ausgelöst, teilte die KKL AG am Mittwoch mit. Sie führt eine umfassende Untersuchung des Vorfalls durch.

«Leider gab es in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Vorfällen aufgrund menschlichen Fehlverhaltens im Kernkraftwerk Leibstadt»

Georg Schwarz, stellvertretender ENSI-Direktor

Der Mitarbeiter sollte die Geräte gemäss ENSI-Richtlinie halbjährlich auf ihre Funktionstüchtigkeit hin testen. Mit den mobilen Neutronendosisleistungsmessgeräten wird in erster Linie die Dosisleistung vor dem Abtransport von Behältern ins Zwischenlager nach Würenlingen (ZWILAG) gemessen.

Der bisherige Stand der Untersuchungen lasse darauf schliessen, dass der betroffene Mitarbeitende statt die Funktionsprüfungen tatsächlich durchzuführen lediglich Werte der letzten Prüfung notierte, heisst es in der Mitteilung weiter. Aufgefallen ist der Fehler, als sich die Messparameter änderten und der notierte Wert nicht mehr plausibel war.

Als Sofortmassnahme wurden die drei Messgeräte an das Paul Scherrer Institut (PSI) zur Eichung gebracht. Dort wurde festgestellt, dass die Geräte funktionstüchtig sind und korrekt messen.

ENSI: Sicherheitskultur muss nachhaltig verbessert werden

«Leider gab es in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Vorfällen aufgrund menschlichen Fehlverhaltens im Kernkraftwerk Leibstadt», liess sich Georg Schwarz, stellvertretender ENSI-Direktor und Leiter des Bereichs Kernkraftwerke, in einem Communiqué der Nuklearaufsichtsbehörde ENSI zitieren. Es müssten deshalb Massnahmen ergriffen werden, die gewährleisten, dass die Sicherheitskultur im KKL nachhaltig verbessert werde.

Um dieser Forderung Nachdruck zu verschaffen, will das ENSI das Axpo-Management und die Kraftwerkleitung des KKL zu sich zitieren. Dabei werde die ENSI-Direktion klar zum Ausdruck bringen, dass die Häufung von Vorkommnissen im Bereich Mensch und Organisation nicht toleriert werde und die Verantwortlichen deshalb jetzt rasch dafür sorgen müssen, dass nötige Massnahmen ergriffen werden.

Aufgrund der Vorkommnisse will das ENSI seine Inspektionstätigkeit im Kernkraftwerk Leibstadt ab sofort deutlich erhöhen und damit vor Ort noch präsenter sein. Bereits heute führen ENSI-Mitarbeitende jährlich rund 100 angemeldete und unangemeldete Inspektionen sowie Anlagenbegehungen im Kernkraftwerk Leibstadt durch. Diese Zahl soll im laufenden Jahr deutlich erhöht werden. (whr/sda)

Die Geschichte des Schweizer Atomausstiegs in 15 Bildern

25,4 MRD. Für AKW-Rückbau

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Video: srf/SDA SRF

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Quecksalber 31.01.2019 10:47
    Highlight Highlight Dank Nullfehlertoleranz konnte sich solches Fehlverhalten bisher verstecken. Es ist immerhin positiv, dass sich da offenbar etwas verändert.
  • rolf.iller 30.01.2019 23:43
    Highlight Highlight Also in Leibstadt da sind nur Vollprofis am Werk. Die wissen zum Beispiel auch genau wie man Feuerlöscher montiert, nämlich richtig fest. Indem man durch die Betonmauer bohrt und den Feuerlöscher von der Rückseite her anschraubt. Also mit Betonmauer ist das "Containment" gemeint, was absolut dicht sein soll, weil im Unglücksfall die Radioaktivität damit zurückgehalten werden soll. Das kam unlängst raus, das hatte jahrelang niemand gemerkt und ist in der Zwischenzeit gefixt. Deshalb auch kein Grund zur Sorge, weil den Vollprofis können wir vertrauen.
  • Pafeld 30.01.2019 22:56
    Highlight Highlight Wenn drei Jahre lang niemandem auffällt, dass sich Messwerte über Jahre nicht verändert haben, heisst das, dass bei der Qualitätskontrolle entweder kein (mindestens) 4-Augen-Prinzip vorherrscht, oder dass über verschiedene Ebenen hinweg systematisch geschlampt wird. Beides ist für ein AKW absolut untragbar. Und es wäre an der Zeit, dass die neue UVEK-Chefin durchgreift. Die Zeiten von Atom-Doris, die beide Augen zudrückt und Grenzwerte nach Wunsch zurechtbiegt (wie man es nur von Dikatoren bei Wahlergebnissen kennt) sind vorbei.
  • wasihrnichtsagt 30.01.2019 22:07
    Highlight Highlight Nein, das kann nicht sein, nicht bei uns, wir haben die sichersten AKW der Welt und erst eine Kernschmelze in einem Versuchsreaktor....
    —> schaltet die Dinger ab und zwar jetzt
  • Ton 30.01.2019 21:49
    Highlight Highlight Wenn die versäumten Messungen keine Gefahr darstellen, dann kann man diese Stelle dafür ja streichen - ist ja tiptop.
  • DrFreeze 30.01.2019 21:47
    Highlight Highlight Und das KKW baut massiv Personal ab. Das kann ja noch heiter werden (respektive strahlend schön)
  • Pasch 30.01.2019 20:49
    Highlight Highlight .
    Benutzer Bildabspielen
  • amore 30.01.2019 20:18
    Highlight Highlight Niemand kann die Verantwortung für eine Totalverseuchung des CH Mittellands übernehmen. Deshalb dringend: ABSCHALTEN - SOFORT.
    • Polybertarian 31.01.2019 00:13
      Highlight Highlight Ich hoffe, du fährst kein Auto oder Bus und deine Heizung ist nicht Öl- oder Gas-betrieben...
  • Ragnarson 30.01.2019 19:56
    Highlight Highlight Und ich Dummerchen habe Angst vor dem Islam und Ausländern! Immerhin strahlen wir unserem Untergang entgegen...
  • Supermonkey 30.01.2019 19:36
    Highlight Highlight Jeder Kernkraftwerkmitarbeiter, egal von welchem, kennt dutzende solche und ande e bedenkliche Schaudergeschichten.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 30.01.2019 19:23
    Highlight Highlight Immer heisst es es bestehe keine Gefahr für Mensch und Umwelt...
    Hies es das damals in Tschernobyl nicht auch?
  • _kokolorix 30.01.2019 18:42
    Highlight Highlight Und ich dachte immer da kann gar nichts passieren, alles wird doppelt und dreifach geprüft...
    • Polybertarian 31.01.2019 00:16
      Highlight Highlight Tja, einige mobilen Detektoren wurden nicht geprüft. Wir sind wirklich der Katastrophe nah gewesen...
    • _kokolorix 31.01.2019 07:25
      Highlight Highlight Vielleicht werden die Messdaten aus dem Reaktor ja auch abgeschrieben um sie im unbedenklichen Bereich zu halten...
  • MyErdbeere 30.01.2019 18:28
    Highlight Highlight War sicher Homer Simpson ^^
  • badbart 30.01.2019 18:27
    Highlight Highlight Macht aus Ding! Bevor es zu spät Ist!
  • JackMac 30.01.2019 18:23
    Highlight Highlight Menschliches Versagen. Bumm 💥
  • Grave 30.01.2019 17:49
    Highlight Highlight War es ein mitarbeiter aus sektor 7G ? 🤔
    • TanookiStormtrooper 30.01.2019 19:07
      Highlight Highlight
      Benutzer Bildabspielen
    • erzwo 30.01.2019 19:19
      Highlight Highlight you made my day! 😂👍
    • themachine 30.01.2019 20:13
      Highlight Highlight "Nukular. Das Wort heisst Nukular."
  • #bringhansiback 30.01.2019 17:11
    Highlight Highlight Abschalten. Problem dauerhaft gelöst
    • Bowell 30.01.2019 19:31
      Highlight Highlight Dafür hast Du dann Dutzend andere Probleme.
    • Lienat 30.01.2019 19:32
      Highlight Highlight Schön wärs, wenn sich Radioaktivität einfach abschalten liesse. Aber ja, die Kernkraftwerke abschalten, ASAP.
    • Polybertarian 31.01.2019 00:11
      Highlight Highlight Tja, KKWs sind im Moment ca. 2/3 der Elektrizitätsproduktion im Land.
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