Schweiz
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Jens Alder hat noch nicht genug – weiteres umstrittenes Mandat für Alpiq-Chef

Jens Alder soll beim Luzerner Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) das Verwaltungsratspräsidium übernehmen, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Maurizio Minetti / ch media



Jens Alder, Verwaltungsratspraesident und Delegierter des Verwaltungsrats, spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz 2019 von Alpiq am Montag, 4. Maerz 2019, in Olten. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Jens Alder wird kritisiert. Bild: KEYSTONE

Jens Alder ist einer der bekanntesten Manager und Verwaltungsräte der Schweiz. Der Appenzeller war Präsident der Sanitas und der Goldbach Group, leitete sieben Jahre lang die Swisscom als Konzernchef und ist aktuell mit dem Umbau des kriselnden Stromkonzerns Alpiq beschäftigt. Seit Anfang Jahr führt er Alpiq in einem Doppelmandat als CEO und Verwaltungsratspräsident.

Komplett ausgelastet ist der 61-Jährige mit seiner Aufgabe bei Alpiq aber offenbar nicht. Denn nun soll Alder beim Luzerner Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) das Verwaltungsratspräsidium übernehmen, wie gestern bekannt wurde.

Schon Alders Doppelmandat bei Alpiq sorgte für Kritik. Dass er nun eine weitere Aufgabe übernimmt, kommt bei der Corporate-Governance-Expertin Monika Roth nicht gut an. «Ich halte schon von der Doppelrolle bei Alpiq rein gar nichts – das ist ein Rückfall ins Mittelalter der Corporate Governance», sagt die Rechtsprofessorin der Hochschule Luzern. Dass dieser Zustand bis zu fünf Jahre lang andauern soll, sei eine Zumutung. Die Übernahme des VR-Präsidiums bei S+B hält sie für eine schlechte Idee.

Die Frage der Belastung des zusätzlichen Mandats habe man mit Jens Alder genau geklärt, heisst es dazu bei Alpiq auf Anfrage. Mit seiner breiten operativen und strategischen Erfahrung bringe er ideale Voraussetzungen mit. «Alpiq steht auf einem stabilen Fundament und hat den Turnaround geschafft. Mitglieder der Alpiq-Geschäftsleitung können bis zu drei Verwaltungsrats-Mandate in börsenkotierten Firmen wahrnehmen.

Kontakte in die Politik

Alders Wahl bei S+B dürfte Formsache sein, denn die wichtigsten Aktionäre unterstützen ihn. Dazu zählt die Liwet Holding um Hauptaktionär Viktor Vekselberg, die fast 27 Prozent der Anteile kontrolliert. Amag-Inhaber Martin Haefner, der Alder gut kennt, besitzt 17 Prozent der Aktien. Die GmbH, in der die ehemaligen Gründerfamilien ihre Interessen gebündelt haben, hält rund 10 Prozent. Die restlichen 46 Prozent befinden sich in Streubesitz.

Das heisst aber nicht, dass es aus den Reihen der Aktionäre keine Kritik an der Nomination gibt. Der Aargauer Treuhänder Alex Stäuble stellt die Frage, ob man so viele anspruchsvolle Aufgaben – Doppelmandat bei Alpiq und Präsidium bei S+B – gleichzeitig mit vollem Engagement ausführen kann. «Ich wünsche mir für S+B einen Präsidenten, der für die Firma einsteht und keine Eigeninteressen verfolgt», sagt Stäuble auf Anfrage. Ob er Jens Alder an der GV wählen wird, lässt er offen.

Unter Kleinaktionären gibt zudem auch zu reden, dass der ETH-Elektroingenieur keine Erfahrung in der Stahlindustrie hat. Positiv hervorgehoben werden dafür seine Kontakte in die Politik. So hat Alder nach seiner Karriere als Swisscom-CEO unter anderem das Verteidigungsdepartement in Informatikfragen beraten. S+B gerät immer wieder politisch zwischen die Fronten, etwa wegen dem Hauptaktionär Viktor Vekselberg oder wie letztes Jahr wegen den Stahlzöllen, die das Geschäft der Luzerner beeinträchtigen.

Neben Alder schlägt S+B Alexey Moskov und Sika-Finanzchef Adrian Widmer als neue Mitglieder des Verwaltungsrats vor. Als Vertreter des Grossaktionärs Liwet Holding, der Beteiligungsgesellschaft von Vekselberg, wird Moskov vorgeschlagen. Die bisherigen Mitglieder stellen sich zur Wiederwahl. (aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • sherpa 14.03.2019 09:29
    Highlight Highlight Ist das nicht jener, welcher nie genug bekommt und immer noch mehr will. Solche Typen sind echt zum k......
  • Stormrider 14.03.2019 09:21
    Highlight Highlight Die Meinung einer Rechtsprofessorin ist zum Glück gar nicht gefragt. Das ist nämlich Sache der Eigentümer.
    • Herr Ole 14.03.2019 10:31
      Highlight Highlight Die Beurteilung der Rechtsprofessorin ist für mich aber einiges hilfreicher als die Meinung der Eigentümer.

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