Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

PostAuto rechnete auch im Auslandsgeschäft nicht sauber ab

03.07.18, 15:49 03.07.18, 16:50


ARCHIV - ZUR MK POST ZUR POSTAUTO-AFFAERE, AM MONTAG, 11. JUNI 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDE ARCHIVBILDER ZUR VERFUEGUNG ---- Postautos auf dem Postautodeck im Bahnhof in Chur, am Freitag, 24. Januar 2014. (KEYSTONE/Arno Balzarini)

Bild: KEYSTONE

PostAuto hat auch bei ihren Auslandsgesellschaften in Frankreich und Liechtenstein nicht sauber abgerechnet. Die Wirtschaftlichkeit des Ausland-Engagements von PostAuto sei unvollständig dargestellt worden, räumte die Post ein.

Vertiefte Abklärungen der Post hätten bestätigt, dass PostAuto zwischen 2007 und 2012 dem damaligen Stammhaus verdeckt Gewinne ausgeschüttet habe. Dies sei in Form von nicht zulässigen Lizenzgebühren für das Nutzen der Marke PostAuto gemacht worden, wie die Post am Dienstag in einem Communiqué mitteilte.

Insgesamt flossen so im besagten Zeitraum rund 67 Millionen Franken von PostAuto ins Stammhaus. Mit dieser Praxis seien die Gewinne der PostAuto Schweiz AG tief gehalten worden. Das sei «inakzeptabel», hiess es.

Der Untersuchungsbericht des Anwaltsbüros Kellerhals Carrard zeige zudem, dass im Zeitraum der verdeckten Gewinnausschüttungen in den Konzern Geld «in ähnlichem Umfang» in das Auslandsgeschäft von PostAuto investiert worden seien. Dies lege den Verdacht nahe, dass mit den unrechtmässig erwirtschafteten Gewinnen das Auslandsgeschäft aufgebaut wurde.

Verluste in Liechtenstein kaschiert

Die verdeckten Gewinnausschüttungen in das Stammhaus hätten keine Auswirkungen auf die Ergebnissituation der beiden Auslandsgesellschaften gehabt. Es seien aber bei CarPostal France wie auch bei PostAuto Liechtenstein «gewisse Kosten» nicht belastet worden. Die damaligen «strategischen Entscheide» seien zwar rechtens, heute aber «kritisch zu beurteilen», hiess es in der Post-Mitteilung weiter.

Wären die Kosten direkt zu Lasten der Auslandsgesellschaften gegangen, hätte in Frankreich erst zu einem späteren Zeitpunkt ein positives Betriebsergebnis (Ebit) erzielt werden können. Für PostAuto Liechtenstein hätte es unter diesen Umständen in den vergangenen Jahren überhaupt kein positives Ebit gegeben.

Angesichts dieser Erkenntnisse werde auch das künftige Engagement in Liechtenstein überprüft. Die Erneuerung der Konzession steht für 2021 an. Die Post werde ihre bereits angekündigte Überprüfung der Verantwortlichkeiten nun auf das Auslandsgeschäft ausdehnen und rechtliche Verantwortungen abklären.

Köpferollen und Vergleich

Das Aufdecken von schwarzen Kassen bei PostAuto zum Erschwindeln von Subventionen in Millionenhöhe hatte in jüngster Vergangenheit zum mehreren Rücktritte geführt, darunter von Konzernchefin Susanne Ruoff sowie der Spitze der Postauto AG. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Ständerats befasst sich auch mit dem PostAuto-Skandal.

Die PostAuto-Tochter CarPostal France hatte erst kürzlich einen Rechtsstreit um Subventionen in Frankreich mit einem Vergleich beenden können. Nach Angaben der Post von vergangener Woche einigten sich die Parteien auf eine Zahlung von 6,2 Millionen Euro. (aeg/sda)

Urs Schwaller Postauto-Skandal

Video: srf

Das könnte dich auch interessieren:

Unsere Liebe zu den Bauern endet beim Portemonnaie

Riesen-Show von Shaqiri – deshalb wechselte ihn Klopp trotzdem in der Halbzeit aus

St.Gallen verbietet Burkas – 3 Dinge, die du dazu wissen musst

Diese 9 Schweizer Orte liebt das Internet (zu sehr)

Wie ein Fussball-Teenie 600'000 Franken für Koks und Alk verprasste und abstürzte

Wir haben kürzlich dieses BMW-Plakat gesehen – und hatten da ein paar Fragen

Das essen wir alles in einem Jahr

Mehr als nur Sex zwischen Bäumen: Wie dieser Wald im Aargau zum «Schwulewäldli» wurde

Sex, Lügen und Politik: Der Fall Kavanaugh erinnert an die Hetze gegen Anita Hill

Trump Jr. postet dieses Fake-Bild – und wird vom Moderator komplett demontiert

Instagram vs. Realität – wie es hinter den perfekten Fotos wirklich aussieht

Genital-Check bei jungen Flüchtlingen: Jetzt intervenieren Fachleute und Politik

iOS 12 ist hier – das sind 13 nützliche Tipps für iPhone-User

«NACHBARN AUFGEPASST» – Wie eine Touristin in Deutschland zur Einbrecherin erklärt wurde

Diese 19 Comics zeigen, wie sich Depressionen und Angst anfühlen

Autistin flüchtet aus Angst vor SBB-Ticket-Kontrolle – und wird hammerhart bestraft

Das passiert, wenn Manchester-Fans beim FC Basel nach Champions-League-Tickets fragen 😂

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Z&Z 04.07.2018 13:40
    Highlight I checks nid. Warum haben die das gemacht? Wollten sie die Auslandgeschäfte besser darstellen um dort noch irgendwelche Boni abzukassieren oder welche andere Beweggründe gibt es für dieses tun? Mir fällt sonst wirklich nichts ein. Hätten sie das Auslandgeschäft sein lassen und in der Schweiz weniger Subventionen abkassiert, würden sie doch unter dem Strich sowieso besser dastehen (geschäftlich wie persönlich win-win meiner Ansicht nach), mal abgesehen von dem ganzen Theater das jetzt passiert.
    0 0 Melden

40 bis 60 Mitarbeitende von Postauto könnten Stelle verlieren

Durch die Neuausrichtung von Postauto könnten 40 bis 60 Mitarbeitende ihre Stelle verlieren. Postauto hat deshalb am Montag das gesetzliche Konsultationsverfahren gestartet. Die Gewerkschaften rufen dazu auf, den Abbau ohne Entlassungen durchzuführen.

Postauto wolle sich als Folge der nicht gesetzeskonformen Buchungspraxis und anderer Handlungsfelder strategisch wieder stärker am Kerngeschäft orientieren, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

Der Fokus soll auf den Service Public gelegt werden. Organisatorisch wolle sich Postauto funktional aufstellen und die Präsenz in den Regionen verstärken. Die geplante Neuorganisation werde für einen Teil des Personals Veränderungen zur Folge haben.

Für das Fahr- und Kontrollpersonal, das rund zwei …

Artikel lesen