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Rate mal, was es in den Verwaltungsräten der Spitäler kaum gibt? Management-Erfahrung

Schweizer Spitäler werden mehrheitlich von Politikern, Ärzten und Anwälten geführt. Wirtschaftsberater sehen darin einen Grund für die hohen Kosten. Sie fordern mehr Fachkompetenz und mehr Unabhängigkeit in den Verwaltungsräten.

roger braun / ch media



In der Theorie ist es klar: Der Verwaltungsrat hat die oberste Verantwortung für ein Unternehmen und setzt sich deshalb aus erfahrenen Führungskräften zusammen. In der Gesamtwirtschaft haben denn auch zwei von drei Verwaltungsräten bereits Erfahrungen in Geschäftsleitungen gesammelt.

Nicht so in den Schweizer Spitälern: Obwohl sie mit 2000 und 10'000 Mitarbeitern eine vergleichbare Grösse aufweisen, haben ihre Führungskräfte kaum Management-Erfahrung vorzuweisen.

Bild

Der Wirtschaftsberater und Vergütungsexperte Urs Klingler hat die 20 grössten Spitäler der Schweiz mit dem Rest der Wirtschaft verglichen. Die Unterschiede sind frappant.

Bestehen die Verwaltungsräte kotierter Firmen zu 67 Prozent aus aktuellen oder früheren Geschäftsführern oder Geschäftsleitungsmitgliedern, beträgt dieser Anteil bei den Spitälern lediglich 19 Prozent.

Im Gegenzug dominieren in den Spitalverwaltungsräten Ärzte, Politiker und Anwälte, die mehr als die Hälfte ausmachen. Für Klingler fehlen dafür stichhaltige Gründe. Vielmehr wittert er Vetternwirtschaft. Er sagt: «Offensichtlich erhalten die Spitalverantwortlichen ihre Mandate nicht aufgrund ihrer Kompetenzen, sondern wegen ihrer Beziehungen.»

«Das gegenwärtige Gewicht von Politikern und Ärzten in den Spitalverwaltungsräten ist völlig übertrieben.»

Heinz Locher, Gesundheitsökonom

Ärzte und Politiker treiben Ausgaben in die Höhe

Die Spitäler sind in der Schweiz der grösste Kostenblock im Gesundheitswesen. 35 Prozent der Ausgaben der Grundversicherung – über elf Milliarden Franken – fliessen jährlich in die Krankenhäuser.

In den Augen von Klingler könnte ein guter Teil dieser Kosten eingespart werden, wären die Verwaltungsräte anders zusammengesetzt. Er ortet mangelndes Kostenbewusstsein. «Das ist eine direkte Folge davon, dass in den Verwaltungsräten zu wenige Finanzfachleute und erfahrene Manager sitzen.»

Heinz Locher war einst Generalsekretär der Berner Gesundheitsdirektion und sass in mehreren Spitalleitungen. Auch er übt Kritik an der Zusammensetzung der Verwaltungsräte. «Leider geht es häufiger darum, wer jemand ist und wen er vertritt, anstatt um die Kompetenzen, die jemand ins Gremium einbringen könnte», sagt Locher.

Für den Gesundheitsökonom sind die Spitalverwaltungsräte ungenügend durchmischt. «Unbestritten ist, dass es eine Person mit medizinischem Fachwissen braucht, sowie eine Person, die sich mit der öffentlichen Verwaltung auskennt», sagt er. «Doch das gegenwärtige Gewicht von Politikern und Ärzten in den Spitalverwaltungsräten ist völlig übertrieben.»

Locher sieht in der unausgewogenen Vertretung eine der Hauptgründe für die gegenwärtige Überversorgung mit Spitälern. «Politiker wollen keine Abwahl riskieren, indem sie Spitäler schliessen», sagt er. «Und die Ärzte haben ebenfalls wenig Interesse, sich gegen ihre Berufskollegen zu stellen.»

Kantone in der Pflicht

Verantwortlich für die Verwaltungsräte sind die Kantone. Sie entscheiden als Besitzer, wer im höchsten Führungsorgan Einsitz nimmt. Wieso berufen sie nicht mehr erfahrene Führungskräfte in die Verwaltungsräte?

Die Vize-Präsidentin der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren Heidi Hanselmann nimmt nur zurückhaltend Stellung zur Studie. Es liege an den einzelnen Kantonen, die ­Verwaltungsräte ihrer Unternehmen zu ernennen, sagt sie. «Allgemein lässt sich feststellen, dass sich die Führungsstrukturen professionalisiert haben. Die Spitäler sind heute wesentlich eigenständiger in ihrem Handeln», sagt sie. Und: «Diese Entwicklung dürfte noch nicht abgeschlossen sein.»

Heidi Hanselmann (Regierungsraetin Kanton St. Gallen und Praesidentin Stiftungsrat Gesundheitsfoerderung Schweiz), an der Medienkonferenz der Gesundheitsfoerderung Schweiz, im Cabaret Voltaire in Zuerich, am Mittwoch, 10. Oktober 2018. Mehr als 5‘500 Menschen haben an der Studie ueber das psychische Wohlergehen der Schweiz teilgenommen. Puenktlich zum 10. Oktober, dem internationalen Tag der psychischen Gesundheit, werden die Resultate praesentiert. (KEYSTONE/Patrick Huerlimann)

Heidi Hanselmann, St.Galler Gesundheitsdirektorin. Bild: KEYSTONE

Dass überdurchschnittlich viele Politiker in den Verwaltungsräten der Spitäler sitzen, findet die St.Galler Gesundheitsdirektorin zudem «nicht aussergewöhnlich, denn auch in der Privatwirtschaft nimmt der Eigentümer auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens Einfluss».

Gesundheitsökonom Locher ist da kritischer. Er sagt, natürlich müsse die Politik die Gesundheitsversorgung steuern. «Aber sie soll das als Gesetzgeber tun und nicht als Eigentümer.» Für ihn ist klar: Mit der Herauslösung der Spitäler aus der öffentlichen Verwaltung ist aus einem politischen ein unternehmerisches Gremium geworden. Deshalb müsse ein öffentliches Spital auch nach unternehmerischen Grundsätzen geführt werden. «Die Doppelrolle eines Regierungsmitglieds im Verwaltungsrat ist deshalb hochproblematisch. Es erschwert die effiziente Führung eines Spitals.»

Spitäler wollen auch Bevölkerung gerecht werden

Der Spitalverband H+ weist darauf hin, dass sich in den vergangenen Jahren zumindest die Gesundheitsdirektoren allesamt aus den Spitalverwaltungsräten zurückgezogen haben. Komplett auf den Einsitz von Politikern zu verzichten, wäre aber falsch, sagt Verbandspräsidentin und FDP-Nationalrätin Isabelle Moret. Sie sagt: «Ein Spital muss nicht nur die finanziellen Ziele im Auge haben, sondern auch den Bedürfnissen der Bevölkerung nachkommen.»

Grössere Gremien

Verwaltungsräte von Spitälern sind nicht nur anders zusammengesetzt, sondern unterscheiden sich auch in der Grösse von anderen Aktiengesellschaften. Die im Swiss Performance Index verzeichneten Firmen weisen laut der Studie von Urs Klingler durchschnittlich sechs Verwaltungsräte auf; bei Spitälern sind es neun. Das exakt gleiche Bild zeigt sich bei den Geschäftsleitungen. Für Isabelle Moret als Vertreterin der Spitäler ergibt das Sinn. «In einem Spital sind verschiedene Berufsgruppen tätig, die es auch in den Geschäftsleitungen abzubilden gilt», sagt sie. Deshalb seien zum Beispiel Ärzte und die Pflege in der Führungsetage vertreten. Klingler hingegen findet die Gremien überdimensioniert. Dass neben dem medizinischen Leiter zum Teil bis zu drei Chefärzte in den Geschäftsleitungen sässen, sei völlig überzogen, und gäbe den Ärzten ein zu starkes Gewicht, kritisiert der Wirtschaftsberater.

10 Tage krank ohne Arztzeugnis bei Bâloise

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Fairness 25.02.2019 07:34
    Highlight Highlight Spitäler dürfen keine Gewinne erwirtschaften. Kostendeckung und gut ist‘s. Befangene Lobby-Marionetten müssten bei entsprechenden Abstimmungen in den Ausstand treten. Dann wäre schon Einiges erreicht.
  • Die_Wahrheit 24.02.2019 19:49
    Highlight Highlight Die wahren Kostentreiber sind die Kassen und die versumpften Gesundheitsdepartement. Die Spitze des Eisberges ist der Verwaltungsapparat der öffentlich Spitälter. Ein Wasserkopf sondergleichen. Eine Ansammlung von Nullen, und wenn da Ärzte drinn sitzen, dann nur solche welche mit der Arbeit mit Patienten versagen. Und diese stecken und den Kassen und der Gesundheitspolitik. Früher war der Chefarzt auch Chef des Spitales und alles lief wunderbar...
  • Patrick Lang 24.02.2019 12:41
    Highlight Highlight Dieselben Politiker, die in den Verwaltungsräten ungerechtfertigte Saläre einstreichen, verhindern in den Bundes- und Kantonsgremien die Einführung von kosteneffizienten, kontrollierbaren Systemen: Im Gesundheitswesen, im Versicherungswesen, im VBS, in der Landwirtschaft, in ...
    ? Dass die reaktionären und die konservativen Parteien daran nichts ändern wollen, ist naturgegeben – Aber: Warum hört man dazu nichts von SP, Grünen und GLP ??? (Von den Gewerkschaften ?)
  • Finöggeli 24.02.2019 12:21
    Highlight Highlight Management-Erfahrung ist ein schwieriges Wort. Krankenhäuser sind hochkomplex und gleichen von der Struktur oftmals eher KMUs. Zudem ist die Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nur solange attraktiv, solange es nicht persönlich wird. Wer schon mal mit einem kranken Kind 4 Stunden im Notfall warten musste, weiss genau um was es geht. Ich persönlich arbeite in einem Krankenhaus mit 7'000. Der CEO verdient etwa 350'000 pro Jahr. Ich würde gerne mal sehen, welcher 'Manager' für diesen Lohn einen solch komplexen Laden leiten möchte, bei dem es um Menschen und nicht im Geld geht
    • Mike S. 25.02.2019 10:03
      Highlight Highlight Ich stimme ihnen völlig zu, wenn es um das Operative geht. Allerdings spricht man hier vom Verwaltungsrat, und da braucht es generell eine gute Durchmischung der Erfahrung. Ehemalige CEO‘s von Krankenhäuser oder einfach Leute mit Führungserfahrung in der Vergangenheit. Der Kompetenzenmix macht es aus, der Führung eines Krankenhaus auf die Finger zu schauen und strategisch weiterzuentwickeln.
  • Ökonometriker 24.02.2019 11:57
    Highlight Highlight Die Forderung, mehr Leute mit Verwaltungserfahrung in der Branche in den Verwaltungsrat zu bringen, ist sicherlich berechtigt. Wer weiss, wie die Prozesse in einem Spital funktionieren, kann sie besser optimieren und wird weniger schnell von politisch begabten Kadern über den Tisch gezogen. Die Empirie spricht auch dafür.

    Aber die Forderung ist extrem unglücklich formuliert und stösst so natürlich auf wenig Gegenliebe. Worte wie "Manager" und "CEO" sind in der heutigen Gesellschaft ausserhalb der Eliten wenig beliebt. Wer politisch etwas erreichen will, sollte sie meiden.
    • Xonco aka. The Muffin Man - the muffin man 25.02.2019 09:08
      Highlight Highlight Auch nur halb kluge kennen die Synonyme dieser Wörter & ich denke & hoffe das auch diese nicht weiterhelfen.
  • Regentrockner 24.02.2019 11:51
    Highlight Highlight Die Herausforderung ist doch, dass es keinerlei Anreiz für Spitäler gibt, Kosten zu sparen. Wenn es anders wäre, würde man die VR automatisch auch so besetzen, dass darauf fokussiert würde. Bislang aber herrscht die Grundhaltung: "Noch nie ist ein Kantonsspital Konkurs gegangen" - die Prämien- und Steuerzahler finanzieren ja alles.


    Ärzte denken sehr selten an Kosten, denn sie wollen sich absichern vor Klagen. Lieber ein paar Abklärungen mehr, und wenn der Kollege auch schon welche gemacht hat, wird ihm nicht getraut. Bezahlt wird es ja.
  • Iambatman 24.02.2019 11:31
    Highlight Highlight Will man die Qualität der Behandlung in der Schweiz aufrecht erhalten, sind halt hohe Kosten nötig. Jeder der krank wird, will sofortigen Zugang zur Spitzenmedizin haben, und dies erhält er auch. Wir haben die tiefsten Wartezeiten weltweit, auch für komplexe Eingriffe. Das kostet. Bei einem reinen BWL'er an der Spitze eines Spitales würde sich dies ändern - zumindest für die Allgemeinversicherten. Die mindest-Privatpatientenquote würde von 12.5 auf 20% erhöht werden, weshalb die med. Versorgung der Allgemeinheit verschlechtert würde.
  • Iambatman 24.02.2019 11:28
    Highlight Highlight Der Arbeitstag eines Spitalarztes besteht hauptsächlich aus Administration. Ich wage zu behaupten, dass jeder Arzt in einem Spital mehr schreibt/diktiert, als effektiv behandelt.
    Ein BWL'er würde sich in der Folge über die vielen Stunden wundern, die der Arzt für einen Patient aufwendet, ohne überhaupt bei den Patienten zu sein. Und vermutlich die Anzahl Patienten pro Arzt erhöhen, was zu noch mehr Überstunden und zum Abbau von Arztstellen bei bleibenden oder steigenden Patientenzahlen führen würde.
  • Pafeld 24.02.2019 10:18
    Highlight Highlight Einer der Hauptkostentreiber im Gesundheitswesen ist medizinisches Spitzenpersonal, dass teure Eingriffe und Diagnosemethoden verwendet und verrechnet, die gar nicht immer notwendig sind. Ich würde gerne wissen, wie professionelles Management dies verhindern will.
    Was dabei rauskommt, wenn man das Gesundheitswesen nach marktwirtschaftlichen Kriterien optimiert. Sieht man im deutschen Pflegewesen, wo Notfallschwestern für mehrere Stockwerke gleichzeitig zuständig sind. Klinikleiter brauchen Weiterbildung in Management. Und keine HSG-Parasiten, die das unten eingesparte Geld selbst einstecken.
  • no-Name 24.02.2019 09:53
    Highlight Highlight Ratet mal was es in Einem Spital nicht gibt und ein Arzt als Chef sinnvoll macht:

    Angebot und Nachfrage!

    Kurz um: Die Idee ein Spital müsse seine Leistungen den Wirtschaftlichen interessen anpassen kann nur von eine gesunden, erstklasseversicherten Sozialdarwinisten stammen.

    Wo bitte soll ich mir als Mittelständischer oder finanziell noch schwächerer einen Bypass im Kathterlabor machen lassen wenn die Kosten nicht einmal teilweise abgedeckt werden. Glaubt irgendjemand ernsthaft ein CEO würde diesen kostenintensiven Posten behalten. Dann gäbe es halt nur von 0800h-16:00h Bypässe... 🙈
  • Zeit_Genosse 24.02.2019 09:53
    Highlight Highlight Die Swissair ist ja wegen so einem Schönwetter-VR-Gremium niedergegangen. Der VR hatte keine Ahnung was der Manager tat und liess in gewähren.

    In den Spital-VR braucht es ein Umdenken und die Kompetenz der professionellen Unternehmensführung muss vorhanden sein, sowie der Wille unternehmerisch ein Spital zu führen.
    • R. Peter 24.02.2019 10:43
      Highlight Highlight Wie führt man ein Spital „unternehmerisch“ und was bedeutet das für die Gesindheitskosten? Das Problem ist gerade die Herauslösung aus der Verwaltung. Ein unternehmerisches Spital muss Gewinne machen, was die Kunden für Leistungen brauchen entscheiden aber die Spitäler selber, die Kunden bezahlen die Leistungen aber nur indirekt selber, da alle über eine obligatorische GV abgedeckt sind. Obligatorische Grundversicherung und freier Markt sind inkompatibel. Da liegt der Hund begraben und weniger darin, welche Berufe im den VR s sitzen...
    • Zeit_Genosse 24.02.2019 14:22
      Highlight Highlight Man kann an Stelle des eindimensionalen Gewinns für sämtliche Organisationen Indexzahlen, KPI, Benchmark, und andere Steuergrössen definieren, nach denen sich unternehmerisch (etwas unternehmen) führen lässt. Es liessen sich für Spitäler Balance Scorecard oder ausgewogene Zielgrössenmixes erstellen. Man muss nur damit beginnen über diese Steuergrössen zu sprechen und sich auf einige zu einigen. Und dann wird Führungs-/Managementkompetenz wichtig.
  • Zeit_Genosse 24.02.2019 09:43
    Highlight Highlight Es braucht Leadership und Managementkompetenz in den VR-Gremien. Es geht um Unternehmensführung. Der VR hat die Verantwortung und führt die GL und hat deshalb die Fähigkeit zu haben dies zu tun. Auch sollten die VR-Mitglieder professionelle VR-Arbeit leisten können. Das sind keine Schönwetterjöbli die man sich gegenseitig zuschanzt. Und wo Politiker drinsitzen, wird weder fachlich, finanziell, noch personell mit Erfahrung geführt.
  • Schniggeding 24.02.2019 09:39
    Highlight Highlight Mehr Manager, weniger Kosten!
    Ja, aber sicher nicht für den Prämienzahler.
    Die Ersparnise sackt dann die Wirtschaftsberater oder wie auch immer sie heissen selber ein.
    • sonwat 24.02.2019 11:15
      Highlight Highlight Ob Ärzte und Politiker in der Position weniger Kosten generieren stelle ich aber stark in Frage... Nur weil jemand vielleicht medizinisch der Oberguru ist, befähigt ihn das noch lange nicht in der Führung einer Organisation mit mehreren tausend Mitarbeitern.. So läuft es aber im Moment und da wundern wir uns, weshalb die Gesundheitskosten nach oben schnellen.
    • Astrogator 24.02.2019 11:33
      Highlight Highlight „Nur weil jemand vielleicht medizinisch der Oberguru ist, befähigt ihn das noch lange nicht in der Führung einer Organisation mit mehreren tausend Mitarbeitern.“
      Das ist so, gilt aber auch für BWL´er, nur weil jemand Betriebswirtschaft studiert, bedeutet das noch lange nicht für eine Führungsposition qualifiziert zu sein. Und genau da liegt das Problem, anstatt unabhängig vom Background gute Führungskräfte zu rekrutieren schubladisiert man: BWL, am liebsten von der HSG, ein paar Jahre als Unternehmensberater und schon glaubt man er sei qualifiziert für eine Führungsposition.
    • Schniggeding 24.02.2019 11:48
      Highlight Highlight Meine Erfahung ist umgekehrt. Seit einer gewissen Zeit wurde das Gesundheitswesen von den „wirtschaftsleuten“ entdeckt.
      Seiter ist nicht mehr das wohl des Patienten im Vordergrund sondern nur noch die Zahlen.
      Und glaube mir es wurde nicht weniger Kosten generiert ganz sicher nicht.
      Wir wurden gedrillt den Umsatz zu steigern gleichzeitig das Personal an der Front reduziert.
      Quintessenz daraus Kosten hoch bei weniger Qulität.
  • Astrogator 24.02.2019 09:37
    Highlight Highlight UBS, Swissair, CS, Post... die Liste lässt sich beliebig verlängern, alles Konzerne mit Leuten mit Managementerfahrung und trotzdem: Skandale, Konkurse, Gesetzesverstösse... Managementerfahrung garantiert weder ordentliche Geschäftsführung noch Kostenbewusstsein.
    • sowhat 24.02.2019 15:49
      Highlight Highlight Managementerfahrung ist nicht per se schlecht, nur weil ein paar namhafte schweizer Unternhemen von solchen Leuten geführt wurden, die sich selbst bereichert haben.
      Die Schweiz würde ganz schön taumeln, wenn alle Unternehmen von solchen Leuten geführt wurden. Sie tut es nicht, weil ganz viele gute Führungskräfte in Managementpositionen sind, die ihr Interesse auf ds Untenehmen und seine Ziele fokussieren.

      Managerbashing auf einem Newsportal wo Studis unterwegs sind, die schon übermorgen diese Managerpositionen anstreben, find ich ehrlich gesagt lächerlich.
  • Lexxus0025 24.02.2019 09:31
    Highlight Highlight Die arbeit im krankenhaus erledigen ärzte, pfleger, psychologen und das reinigungspersonal. Alle leisten einen wichtigen beitrag um menschen wieder gesund zu machen.
    Anstatt irgendwelche bwl heinis die nur auf die zahlen schauen einzustellen sollten die kantone teams von fachkräften (z.b. ärzten, psychologen, bwl‘lern) in die krankenhäuser schicken die nach dem consulting prinzip fehlerhafte strukturen aus der aussensicht identifizieren und bearbeiten. Kostet einmal geld und dann sollte es besser sein. Wir brauchen echt nicht überall wirtschaftsfanatiker auf dem ledersessel. Pfui.
    • Enzasa 24.02.2019 11:07
      Highlight Highlight Bessere Strukturen- mehr Geld für Behandlung
      Warum kann es nicht so sein?
  • sowhat 24.02.2019 09:20
    Highlight Highlight Das Hauptproblem in manchen Spitälern ist die schwache Organisation und die nicht so optimale Führungsfähigkeit der Ärzteschaft. Ein guter Arzt ist eben nicht automatisch ein guter Teamleiter.
    Die Arbeitsabläufe in der Terminabstimmung und ähnlichen Services wäre besser in den Händen von Betriebswirtschaftern. Die Betreuungsorganisation muss in den Händen von Gesundheitsfachleuten liegen. Diese Zusammenarbeit wäre wohl am ehesten Zielführend. Ein Spital kann nicht wie ein Produktionsbetrieb geführt werden.
    Optimierungspotential in der Abstimmung innerhalb der Spitäler gibt es jedoch zu Hauf
    • grandvlad 24.02.2019 09:31
      Highlight Highlight Optimierungspotential genau!!!!
    • sowhat 24.02.2019 11:55
      Highlight Highlight @gfandvlad, optimieren heisst in diesem Fall eben nicht finanzielle Ausbeute, sondern vielmehr auch bessere Patientenbetreuung, weil die Fachkräfte sich auf das konzentrieren könnten, was sie gerne und gut machen.
      Ein Spital muss sich in meinen Augen nicht wirtschaftlich lohnen, sondern der Bevölkerung optimal dienen. Und da haben wir sehr wohl Potential nach oben.
  • Aegon T. 24.02.2019 09:13
    Highlight Highlight Das erklärt zwar einen Teil der Misswirtschaft, spielt eigentlich keine Rolle, solange die Versicherungen fast jede Massnahme zahlen müssen. So können Spitäler auch rentieren, wenn die VR Laien sind.

    Manager könnten so nur marginal was ändern.

    Änderungen brächte nur eine Gesellschaft, die sich der Realität stellt und so die Politik der unnötigen Behandlungen ändert.

    Beispiel : Muss man die Folgekosten mangelnder Spital-Hygiene 100 % dem schlampigen Spital vergüten ? Holland sagt nein und hat bedeutend weniger Spital-Infekte und 80-90 % weniger multireistente Erreger.

    So geht das.
    • Xonco aka. The Muffin Man - the muffin man 25.02.2019 09:17
      Highlight Highlight In Zahlen hört sich das gut an, in der Realität habe ich aber eher die Befürchtung das da nichts dran gemacht wurde, ausser eine andere Diagnose gestellt.
  • grandvlad 24.02.2019 08:28
    Highlight Highlight Tja ist das in den Spitälern "häfeli deckeli-Wirtschaft" ÄrztInnen bzw. OberärztInnen werden auch als Stationsleitungen eingesetzt, machen MAG, welche Lohn wirksam sind und haben keine Ahnung von Leitungsaufgaben, Teambildung und Umgang mit Teamkonflikten; nur weil Dr. können sie alles.... Wäre sehr froh, wenn die Gesundheitsbehörde mal kontrolliert Lohn reduziert, für die in Leitungsposten ohne Leitungsausbildung.
  • b4n4n4j03 24.02.2019 08:26
    Highlight Highlight Zum titel: "Rate mal, was es in den Verwaltungsräten der Spitäler kaum gibt? Management-Erfahrung"
    Was definiert management erfahrung? Ein hsg abschluss?
    Hat ein oberartzt nicht auch management erfahrung?
    • grandvlad 24.02.2019 10:52
      Highlight Highlight Eben nicht.....
    • Gulasch 24.02.2019 11:55
      Highlight Highlight Doch, er managed Patienten!
    • sowhat 24.02.2019 11:59
      Highlight Highlight Ein HSG Abschluss ist noch keine Erfahrung. Das hat gar nichts miteinander zu tun. Studium und Erfahrung sind zweierlei Dinge. Im besten Fall ergänzen sie sich. Wenn nicht ist Erfahrung vorzuziehen.
  • Heinzbond 24.02.2019 08:24
    Highlight Highlight Das einzige und wirklich echte Problem an Spitälern ist das sie Gewinn erwirtschaften müssen. Den sch... Abschaffen, ein kantonales Spital kann nicht kostenneutral arbeiten, wenn es auf dem selben Markt spital Gruppen a la hirslanden gibt. Das einzige das bei gewinnorientierung leidet ist die Versorgung der Patienten und die das Personal wird aufgeschaft...
  • Ziblizabli 24.02.2019 08:22
    Highlight Highlight Was da bei Spitälern alles für Geld auf die Strasse geworfen wird (Gebäude fertig - Kann nicht wie vergesehen genutzt werden weil Decke zu tief, oder neues Gebäude muss wegen Einsturzgefahr ev. abgerissen werden. Dies passiert einer Institution wo ein normaler Obrarzt mehr als das vierfache einer Pflegeperson verdient - obwohl die Pflegepers. die schwierigste Arbeit haben. Wieviel dann der weltfremde Arzt verdient welchem wir die verschwenderische Ausgaben zu verdanken haben, können wir uns kaum vorstellen. Ein ausgelernter Hochbauzeichner könnte einen Bau sicherer in Auftrag geben.
    • Iambatman 24.02.2019 11:13
      Highlight Highlight Verschwenderische Ausgaben der Ärzte in Spitälern? Dass ich nicht lache.
      Ja, ich finde auch, dass das Pflegepersonal einen anständigen Lohn verdient. Aber vergessen soll man nicht, dass schlussendlich halt doch die Ärzte die lebenswichtigen Entscheidungen treffen, die Konsequenzen tragen müssen, nicht nach 9 Stunden ausstempfeln und nach Hause gehen. Zudem würdest du sehen, dass die Arztlöhne einer der absolut kleinsten Kostentreiber in Spitälern ist. Ist dir klar, dass in jedem anderen Job mit diesen Arbeitszeiten und Verwantwortungen der Lohn ein vielfaches eines Arztlohnes beträgt?
    • Holzkopf 24.02.2019 11:33
      Highlight Highlight 🤣 als ob ein Oberarzt jemals einen Bauauftrag erteilt hätte...😂

      Die Bemerkung mit den Gehältern ist ebenfalls Quatsch. Sie verwechseln dies wohl mit ChefärztInnen, dann sollten sie den Lohn aber mit der entsprechenden Funktion im Pflegebereich vergleichen.

      Dann noch der Vergleich der Arbeit 🙄 ...ich habe grossen Respekt für die Pflegeberufe; ärztliche Tätigkeit ist anders, von „leichter“ zu sprechen ist Humbug.
      Wussten Sie, dass Ärzte 10h pro Arbeitstag (noch ohne Überstunden) arbeiten müssen?
    • Ziblizabli 24.02.2019 14:15
      Highlight Highlight Wacht auf: 10h arbeiten ohne bezahlte Überstunden ist für viele normale arbeiter standard. Aber wenn ihr so eine grosse Verantwortung habt, sollte man diese auch warnehmen und nicht zu lange arbeiten, sonst ist das mit der Verantwortung nur heuchelei. Ich habe Oberarzt nicht mit Chefarzt verwechselt. sonst wären wir wohl bei einem Faktor 10 (Assistenzarzt verdient ja bereits mehr als viele Pfleger/innen). Sagte nie, dass es Ärzte einfach haben. Aber sie werden gedeck: Assistenzarzt oder sogar Pflegepersonal weisst ihn auf Fehler hin, Pfusch wird vertuscht.
  • Fairness 24.02.2019 08:21
    Highlight Highlight Das ist sicher mit ein Problem. Wie lange jemand im Spital bleibt entscheiden ja heute die Politiker und nicht die Ärzte. Manchmal sind die Folgeschäden/-kosten der ambulanten Behandlung leider gösser. Man sollte das individuell handhaben. Bei gewissen Vorerkrankungen kann nicht generalisiert werden, was ambulant behandelt werden muss.
    • Xonco aka. The Muffin Man - the muffin man 25.02.2019 09:00
      Highlight Highlight Meine Mutter wurde vor kurzem behandelt, hatte einen Eingriff, Ambulant, wurde 2h danach entlassen.

      Musste danach 1h später wieder ins Spital gebracht werden als Notfall.

      Was die Einsparung (Ambulant) wohl gekostet hat.
  • Gulasch 24.02.2019 08:21
    Highlight Highlight Unsere medizinische Versorgung ist hervorragend und unsere medizinischen Kosten sind exorbitant!
    Es lässt sich viel Geld sparen, aber dafür muss überall gekürzt werden und bei jedem müssen Abstriche gemacht werden.
    Das wird niemandem, nicht dem Politiker, nicht dem Ökonomen, nicht dem Arzt und nicht dem Patienten gefallen!
    • sowhat 24.02.2019 09:22
      Highlight Highlight Bin ich nicht sicher. Bei besserer Organisation innerhalb der Spitäler könnten wohl Kosten reduziert werden, ohne dass Leistungen reduziert werden müssen.
    • Zeit_Genosse 24.02.2019 09:47
      Highlight Highlight Wenn ein erfahrener Manager die Aufgabe vom VR hat ein Spital organisatorisch und finanziell effektiv und effizient zu führen ist das ein konkrete Aufgabe die heute so niemand wahrnimmt.
    • Gulasch 24.02.2019 09:50
      Highlight Highlight @ sowhat : Vorschläge ?
    Weitere Antworten anzeigen
  • b4n4n4j03 24.02.2019 08:18
    Highlight Highlight "Politiker wollen keine Abwahl riskieren, indem sie Spitäler schliessen"
    Wie soll ich diesen artikel jetzt verstehen?
    Alles in die hände von wirtschaftlern die den kapitalismus pur vertreten und deren religion geld heist?!
    Für mich, nein danke.
    Ich könnte mir vorstellen, dass dan auch gewinoptimierung plötzlich eine rolle spielt, und ich weiss nicht ob die gesundheitskosten dann sinken... Ich könnte mir vorstellen, dass dann portmonais von gewissen personen gefüllt werden...
    • Fairness 24.02.2019 08:50
      Highlight Highlight Das tut sie schon massiv. Es gibt verschiedene Investorengruppen (Hirslanden, Bethanien usw.), wo Profitmaximierung in Reinkultur betrieben wird.
    • grandvlad 24.02.2019 09:29
      Highlight Highlight So oder so werden die Säcke von Gewissen Personen gefüllt. Wären dir Spitäler mit Wirtschaftsleuten besetzt, gäbe es ein Rangen und Buhlen wie bei den Telefonanbietern ;) vielleicht auch nicht schlecht, ist ja teils schon so bei Privatkliniken
    • no-Name 24.02.2019 10:12
      Highlight Highlight Ach was, ein CEO trägt ja sooooo viel Verantwortung, dass seine Boni in 7-Stellige Beträgen gerechtfertigt sind. Aber ein Arzt ist voll der Abzocker wenn er ein viertel des Einkommens hat. (Btw. CEO‘s haben meist auch ein anderes Grundstudium als CEO gemacht) Und dann erlauben sich diese Spitalleitenden Ärzte auch noch aufs ‚Networking‘ und ‚Socialising‘ zu verzichten und stattdessen voll auf die narzisstische zu Heilen.

      😉 *ironie-off*

    Weitere Antworten anzeigen
  • Skeptischer Optimist 24.02.2019 08:16
    Highlight Highlight Wirtschaftsberater wollen in die Verwaltungsräte der Spitäler!
  • D. Saat 24.02.2019 08:14
    Highlight Highlight Die Aufgebote dauerten immer mehrere Wochen und vor jedem stationären Aufenthalt (die ersten 4) mussten wir mit dem kleinen über den Notfall aufgenommen werden. Eine gute Organisation sieht für mich echt anders aus.
    • Xonco aka. The Muffin Man - the muffin man 25.02.2019 09:26
      Highlight Highlight Du hast Notfall gesagt, wie kannst du es wagen.

      :D

      Ich warte auf die Zeit wo die Leute die das Glück haben den Notfall nicht zu brauchen, ihn dann brauchen, wenn Sie ihn wegrationalisiert haben.
  • D. Saat 24.02.2019 08:12
    Highlight Highlight Wundert mich nicht. Haben ein Jahr Leidenszeit hinter uns mit unserem jetzt jährigen Sohn im Kinderspital. 4 stationäre Aufenthalte und 8 Monat hat es gedauert bis erkannt wurde, dass er ein Herzfehler hat. Danach hätte es, weil Herzfehler nicht lebensbedrohlich über einen Monat dauern sollen bis zur OP. Dass unserer Sohn nur Milch zuiich nehmen konnte, dauernd kotzte und nicht richtig an Gewicht zunahm war wohl nicht so wichtig. Nach der Op blieben die Symptome jedoch, was noch zusätzliche Abklärungen nötig machte. Die eine Abteilung wusste noe oder selten, was die andere bereits getestet hat
    • Iambatman 24.02.2019 11:17
      Highlight Highlight Das tut mir Leid für Sie. Aber man muss wirklich auch bedenken, dass Medizin enorm komplex ist, und die richtige Lösung nicht immer auf der Hand liegt. Zudem muss in Spitälern, so schmerzhaft das auch für alle betroffenen ist, priorisiert werden. Die Schweiz hat die weltweit kürzesten Wartezeiten, sogar für komplexe elektive Eingriffe. Gehen Sie mal in unsere Nachbarländer, da hätten Sie gut und gerne auch einmal ein Jahr oder mehr auf eine solche Operation gewartet.
    • Holzkopf 24.02.2019 11:57
      Highlight Highlight Tut mir leid für die Erfahrungen, welche sicher schwierig waren. Die Geschichte klingt aber etwas merkwürdig verarbeitet. Vermutlich hatten die ersten stationären Aufenthalte nichts mit dem Herzfehler zu tun und die ausschliessliche Ernährungsmöglichkeit mit Milch ebensowenig. Herzfehler gibt es auch sehr verschiedenartige und gerade, wenn sie nicht lebensbedrohlich sind oder kaum Symptome machen, werden sie bloss als Nebenbefund, d.h. „zufällig“ entdeckt.
      Dass Informationen spitalintern nicht weitergehen, liegt an der Arbeitsbelastung und die wird durch Verwirtschaftlichung nur schlimmer.
    • D. Saat 24.02.2019 15:24
      Highlight Highlight @lambatman. Dass es in unseren Nachbarländern noch schlechter ist, ist mir durchaus Bewusst. Kostet dann aber auch einiges weniger... Medizin ist komplex, keine Frage. Wenn die Symptome jedoch so eindeutig sind könnte man schon erwarten, dass eine Diagnose nicht 8 Monate dauert. Und wir als Ersteltern von Zwillingen als überfordert und hysterisch abgetan werden. Musste ausrufen und unser Recht einfordern, ansonsten wären wir auch beim letzten stationären Aufenthalt ohne weitere Untersuchungen nach Hause geschickt worden. Den Wltern das Gefühl vermitteln für die Symptomatik selbst verantwortlic
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  • wolge 24.02.2019 08:12
    Highlight Highlight Solche Positionen ziehen meist die falschen Leute an. Nicht selten in diesen Kreisen sind Machtmenschen und Narzisten. Der Erfolg des Unternehmens ist ihnen meist weniger wichtig als der eigene Erfolg. Darum fokussieren viele auf kurzfristige Ziele statt auf eine nachhaltige Strategie. Genau hier zeigt sich eines der grössten Probleme der Hierarchie. Nur wenige Manager werden eine Entscheidung zum Wohle der Firma treffen, wenn dies gleichzeitig bedeutet, dass ihre Position an Wichtigkeit oder Einfluss verliert.

    Lest das herausragende Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux
    • sowhat 24.02.2019 09:27
      Highlight Highlight Deine Analyse ist wohl ziemlich treffend. Ein Spital bräuchte gute Geschäftsführung, die die innere Organisation managt, ohne dass die guten Ärzte und Pflegefachleute gezwungen wären, sich über Hierarchiestufen zu profilieren.
    • Zeit_Genosse 24.02.2019 09:49
      Highlight Highlight Wo Manager wüten können, hat der VR versagt. Und der VR ist ja scheinbar das Problem bei Spitälern.
    • Iambatman 24.02.2019 11:05
      Highlight Highlight Und genau das ist der Grund, weshalb ein Arzt, oder ja, sogar ein Politiker, die bessere Wahl ist, als ein Manager, der nur für die nächsten 3 Jahre denkt, da er dann die Firma sowieso wieder verlässt.
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  • Follower 24.02.2019 07:13
    Highlight Highlight Wenn plötzlich Manager entscheiden, wieviel Personal es braucht, wie lange Patienten im Spital bleiben sollen, welche Ärzte wieviel Stellenprozente angestellt werden, sehe ich schwarz. Ein Spital kann nicht wie eine Baufirma geführt werden. Heute gibt es über das Abrechnungswesen in den Spitälern sehr kompetente Leute, die Doppelspurigkeiten entdecken.
    • Zitronensaft aufbewahren 24.02.2019 07:36
      Highlight Highlight Das Stichwort heisst *MIT*entscheiden.

      Und bezüglich "wenn Manager entscheidem": In der Position als VR eines Spitals ist man ein Manager. Das ist eine Managementposition, unabhängig vom Werdegang.
    • wolge 24.02.2019 08:24
      Highlight Highlight Dazu gibt es ein sehr interessantes Beispiel im Buch Reinventing Organizations von Frederic Laloux: Buurtzorg hat sich dank eines praktisch hierarchiefreies Organisationskonzept in knapp zehn Jahren zum grössten Anbieter mobiler Pflege in den Niederlanden entwickelt. Es bietet Höhere Qualität in der Pflege, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und arbeitet dabei erst noch wirtschaftlicher. Kunden wie Arbeitnhemer wechseln schaarenweise zu diesem Unternehmen
    • Follower 24.02.2019 08:24
      Highlight Highlight In Deutschland schliessen sie in Spitälern die Kinderabteilung oder streichen dort die Bettenzahl, weil die nicht rentabel betrieben werden kann. Aber natürlich, so wie der Artikel geschrieben ist, liest er sich doch gut...
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«Google kann heute schon erkennen, ob ein Mensch depressiv ist»

Ärzte lassen sich von Algorithmen beraten, Diagnosen werden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt: Digital Health ist das neue Zauberwort im Gesundheitswesen. Was das bedeutet, erklärt Alfred Angerer, Professor an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Um das Thema «eHealth» ist es in letzter Zeit eher ruhig geworden. Täuscht dieser Eindruck?Ich würde das Gegenteil behaupten und mich zur Aussage versteigen, dass es bald sehr, sehr laut werden wird. Aber zunächst müssen wir klären, wovon wir sprechen.

Tun wir das. Wir verwenden den Begriff Digital Health. Er umfasst vier Teilbereiche: eHealth ( Austausch von Gesundheitsdaten), Trend Health (Lifestyle), Tech Health (Robotik) und Data Health (künstliche Intelligenz).

Sprechen wir künftig also …

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