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Das «Goldene Ei» in Davos sucht Käufer für seine luxuriösen Zweitwohnungen.
Das «Goldene Ei» in Davos sucht Käufer für seine luxuriösen Zweitwohnungen.Bild: KEYSTONE

Jetzt gibt's das Davoser Luxushotel «Goldenes-Ei» mit Rabatt

Weil das Geschäft harzt, müssen die Luxusanbieter nun mit den Preisen runter. Die Auswahl an Objekten ist schlicht zu gross.
16.01.2017, 11:2816.01.2017, 11:54
Roman Seiler / aargauer zeitung

«Alpines Leben» – gepaart mit dem Luxus einer Fünf-Sterne-Herberge: Das sollen die 38 Zweitwohnungen vor dem «Goldenen Ei» in Davos ihren Käufern bieten. Das eine oder andere dieser Appartements mieten diese Woche Teilnehmer des World Economic Forum (WEF).

Das lohnt sich für deren Eigentümer und für das zu dieser Überbauung gehörende Hotel Intercontinental. Deren Betreiber können dann die «Davos Men» mit Essen, Getränken oder anderen Dienstleistungen beliefern.

Relaunch mit Preisanpassungen

Das belebt die beiden Wohnhäuser vor dem Hotelkomplex mit der imposanten Fassade. Obwohl seit 2014 in Betrieb, sind noch immer 17 der 38 Zweitwohnungen nicht verkauft. Daher hat die Besitzerin der Überbauung, ein Immobilienfonds der Grossbank Credit Suisse (CS), im letzten Dezember einen «Re-Launch» gestartet, also eine Neueinführung des Produkts, wie CS-Fondsmanager Christophe Piffaretti gegenüber der «Nordwestschweiz» bestätigt.

Obendrein seien «in Absprache» mit den Maklern die Preise der noch zum Verkauf stehenden Wohnungen individuell neu angepasst worden, sagt Piffaretti: «Insgesamt reduzierten wir die Preise im Vergleich zum Vorjahr um gut zehn Prozent.»

Die teuerste Wohnung kostet 3 Millionen Franken.
Die teuerste Wohnung kostet 3 Millionen Franken.Bild: KEYSTONE

Einer der mit dem Verkauf betrauten Makler ist Ginesta Immobilien. Gemäss seinem kürzlich versandten Newsletter sollen die 17 Wohnungen nun für insgesamt 35.45 Millionen Franken verkauft werden. Die teuerste für 3 Millionen ist eine 199 Quadratmeter grosse 4.5-Zimmer-, die günstigste für 1.54 Millionen eine 113 Quadratmeter grosse 2.5-Zimmer-Wohnung.

Auch der Werbeauftritt ist neu gestaltet worden. Vermarktet wird «Alpine Living». Die Wohnungen heissen nun «Sper Davos Appartements». «Sper» ist rätoromanisch und bedeutet «nahe bei», ist auf der Website zu lesen: «Nahe der Natur, umgeben von Ruhe, und andererseits nahe dem lebendigen Davoser Stadtleben.»

Wer eine solche Wohnung kauft, muss nun nicht mehr automatisch Dienstleistungen des Hotels beziehen. Jetzt können Eigentümer zwischen zwei Angebotspaketen wählen, beispielsweise eines, um den Hotel-Spa benützen zu dürfen. «Die Besitzer sollen sich wie unsere Hotel-VIPs fühlen», sagt Piffaretti.

Offen ist, ob der Preisnachlass und die Neu-Positionierung ausreichen, um Käufer anzulocken. Der Immobilienmakler Sascha Ginesta sagt: «Zweitwohnungen im Wert von über 1.5 Millionen Franken lassen sich in Davos generell schwieriger absetzen.» Darunter litten auch diejenigen vor dem «Goldenen Ei». 2016 wurde gerade noch eine Einheit verkauft, 2015 deren drei.

Gründe für den schleppenden Absatz gibt es viele. Der Verkauf von Ferienappartements sei im gesamten Schweizer Alpenraum signifikant zurückgegangen, räumt Piffaretti ein. Dies gelte «insbesondere für Graubünden». Dazu kommt: Die Auswahl an Objekten ist riesig. Aktuell stehen mehr als 9000 Zweitwohnungen in touristischen Gemeinden zum Verkauf. Allein in Davos waren laut dem Immobilien-Beratungsunternehmen Wüest Partner AG Ende Dezember 287 Eigentumswohnungen zum Verkauf ausgeschrieben.

Wo ist das Gold am Ei?

Insgesamt ist das «Ei» zumindest für die Anleger des seit 2012 kotierten CS Real Estate Fund Hospitality nicht so «golden». Dessen Kurs liegt mit 95.5 unter dem Ausgabekurs von 100 Franken. Beteiligen darf sich der Fonds laut Angaben des Betreibers nur an Immobilien, nicht aber an deren Betreibergesellschaften. Die erste des Hotels ging nach wenigen Monaten pleite.

Jetzt auf

Seither ist das «Goldene Ei» an die Weriwald AG verpachtet, die mit der Hotelkette Intercontinental einen Managementvertrag abgeschlossen hat. 2015 lieferte die Weriwald dem Fonds Mieterträge von 1.3 Millionen Franken ab. 2016 dürften sie höher ausfallen.

Die Einnahmen stehen einem Investitionsvolumen von 173 Millionen Franken entgegen. Davon abgezogen werden kann der Erlös für die Zweitwohnungen. Der fällt wegen der Preisreduktion auf den letzten 17 nun um rund 4 Millionen Franken tiefer aus als einst geplant.

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