Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Dieses Containerdorf im Aargau zeigt dir, wie wir künftig mit Energie umgehen könnten

Forscher wollen der Bevölkerung in einer neuen Besucherstation im Paul Scherrer Institut zeigen, wie sie Energieknacknüsse der Zukunft angehen. Das Containerdorf soll von herkömmlicher Energieversorgung auf eine solche mit neuen erneuerbaren Energien umsteigen.

Mathias Küng / az Aargauer Zeitung



In den vergangenen Jahrzehnten war die Schweiz bei der Stromversorgung verwöhnt. Die Atomkraftwerke lieferten (und liefern noch einige Zeit lang) Bandenergie in grosser Menge. Mehrheitlich bestreitet aber die Wasserkraft die Stromversorgung. Und zwar ebenfalls mit Band- und mit kostbarer Spitzenenergie. Die Zeit der AKW ist allerdings begrenzt. Sie müssen nach und nach vorab durch neue erneuerbare Energien abgelöst werden.

Da stellt sich aber ein Problem: Solarstrom gibt's im Sommer, wenn der Strombedarf gering ist, besonders viel. Im Winter, wenn der Bedarf hoch ist, fällt in unseren Breitengraden wenig Solarstrom an.

Mit dem zunehmenden Ausbau der Solar- und Windanlagen wird also die Integration des unregelmässig erzeugten Stroms in das bestehende Energiesystem zu einer grossen Herausforderung. Denn Strom kann man – ausser im übertragenen Sinn hinter Talsperren und mit teuren Batterien – im Unterschied zu Öl, Gas oder Kohle nicht einfach lagern. Mit einer neuen Besucherstation will das Paul Scherrer Institut PSI im Aargau dieses komplexe Problem und eine mögliche Lösung auch für Laien verständlich machen.

Strom in Methan umwandeln?

Entstanden ist in einem Container mitten im PSI eine kleine Schweizer Stadt in den Dimensionen einer grösseren Eisenbahnanlage. Diese Stadt soll von herkömmlicher Energieversorgung auf eine solche mit neuen erneuerbaren Energien umsteigen. Die Verantwortlichen luden gestern die Medien ein, um ihnen diese Anlage vorzuführen. Damit sei ein Meilenstein in der Kommunikation erreicht, meinte Professor Alexander Wokaun, der Bereichsleiter Energie und Umwelt im PSI, bei deren Präsentation.

Doch warum erstellt das PSI eine solche Besucheranlage? Hintergrund ist die Energiestrategie 2050 des Bundes. Diese sieht nebst Sparen und Effizienzsteigerung einen Ausbau neuer erneuerbarer Energien aus Sonne, Wind und Biomasse vor. Doch weil Solar- und Windkraftanlagen Strom je nach Wetterlage produzieren, kann wertvoller Strom verloren gehen, wenn das Netz ihn nicht aufnehmen kann.

«Esiville»: Einblick in die Zukunftsstadt am PSI

Video: © az/Alex Spichale

Im PSI und weltweit sucht man jetzt nach einer guten Lösung, um überschüssigen Strom in energiereiche Gase wie Wasserstoff oder Methan umzuwandeln. Diese lassen sich gut speichern und bei Bedarf verwenden bzw. wieder in Strom zurückwandeln. Diese «Power-to-Gas»-Technologie steht im Mittelpunkt der Ende 2016 in Betrieb genommenen ESI-Plattform (ESI steht für «Energy System Integration»).

Umstieg inklusive Blackout

Diese Plattform ist im Paul Scherrer Institut als Containerdorf aufgebaut. Auf ihr können Partner aus Forschung und Industrie verschiedene Varianten der Power-to-Gas-Technologie im Pilotmassstab auf ihre technische Machbarkeit hin untersuchen. Die darauf aufbauende interaktive Besucherstation nennt sich Esiville. Mit ihr soll dieser mögliche künftige Beitrag zur Energieversorgung einem breiten Publikum verständlich gemacht werden.

Um noch besser an die Menschen heranzukommen, wird in Esiville die Entwicklung dieser Stadt in den Fernsehnachrichten aufgezeigt – inklusive simuliertem Blackout beim Umstieg in die erneuerbare Zukunft. Damit soll nicht gesagt werden, dass es nach dem Abstellen der AKW dereinst zu einem Blackout kommt, aber, dass man rechtzeitig Vorkehren treffen muss, damit dies nicht geschehen kann.

Besucherinnen und Besuchern wird dann gezeigt, wie man diese Stadt wieder mit ausreichend Strom versorgen kann. Die Besucher können eine ESI-Plattform in Miniatur-Format aufbauen und dabei sehen, wie die diversen Varianten der Power-to-Gas-Technologie zu einer gelungenen Energiewende beitragen können. Wenn das gelingt, hat die Stadt wieder Strom – inklusive Rummelplatz.

Die neue Besucherstation kann in kostenlosen geführten Besichtigungen erkundet werden. Eine vorherige Anmeldung mit Terminvereinbarung ist aber erforderlich. (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Miet-Weihnachtsbäume sind in Hipster-Hochburgen in – doch die Sache hat einen Haken

Link to Article

Knatsch im Bundesrat? Das zähe Ringen um die Schlüsseldepartemente

Link to Article

In diesem Land wohnt nur ein einziger Schweizer. Wir haben mit ihm gesprochen

Link to Article

Welche dieser absolut dämlichen Studien gibt es tatsächlich?

Link to Article

Brennende Leichen und blühender Aberglaube – ein Besuch in Indiens heiligster Stadt

Link to Article

Jetzt ist es da! Das geilste Polizeiauto der Schweiz

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

Über Zürich fliegen jetzt die Viren-Drohnen

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Diese 13 Bilder zeigen, wieso «Doppeladler» völlig zu Recht das Wort des Jahres ist

Link to Article

Ade Pelz: Schweizer zeigen Canada Goose die kalte Schulter

Link to Article

Doch noch geeinigt! 30 Minuten vor Ablauf der Deadline rief Nylander in Toronto an

Link to Article

Queen Ariana Grande singt sich mit neuem Song auf den YouTube-Thron 👀

Link to Article

11 Dinge, die du schon immer von einem orthodoxen Juden wissen wolltest

Link to Article

So läuft das Weihnachtsessen mit den Arbeitskollegen ab. Immer. Jedes Jahr. Die Timeline

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Warum die Chinesen die Amerikaner im KI-Wettrennen schlagen werden

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Herzschmerz pur! 15 Leute erzählen, wie sie vom Seitensprung ihres Partners erfuhren

Link to Article

7 Duschmomente, die uns (vermutlich) allen bekannt vorkommen 

Link to Article

Du regst dich über die Migros-Suppe auf? Dann kennst du diese Gender-Produkte noch nicht!

Link to Article

Wutbürger nehmen Grossrätin wegen Baby ins Visier– und so reagiert der Grossvater 

Link to Article

Nach SBI-Niederlage: Jetzt beginnt der nächste Streit in der Aussenpolitik

Link to Article

Das Sexismus-Dinner des FC Basel sorgt weltweit für Schlagzeilen

Link to Article

«Es war alles ein verdammter Fake»: Schweizer Adoptiveltern packen aus

Link to Article

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Hetzender Gemeindeschreiber von Boswil: Tausend Personen fordern seine Entlassung

Daniel Wicki ist nicht zimperlich. Im Netz hetzt der Gemeindeschreiber von Boswil gegen Flüchtlinge. Das geht vielen zu weit. Eine Petition von SP-Nationalrat Cédric Wermuth haben innert weniger Stunden über Tausend Personen unterschrieben: Sie fordern die Entlassung von Wicki.

Er will einen Flüchtling, der eine Frau vergewaltigt hat, mit einer Pistole «impfen», andere aus dem Land prügeln. Er fragt ironisch, warum Flüchtlinge ihre Ausweise, aber nicht ihre Mobiltelefone verlieren. Man kennt solche Einlassungen zur Genüge – aber nicht aus der Gilde der überaus zurückhaltenden Gemeindeschreiber. Und genau das ist Daniel Wicki und zwar in Boswil.

Für die «Impfung mit einer Neun-Millimeter» hat sich der Gemeindeschreiber kurz nach Bekanntwerden des Falles entschuldigt. …

Artikel lesen
Link to Article